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Jean-Claude Van Damme (XVII): Tötet sie! Im Hospital geht’s hoch her

Kill ’em All

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Action im Krankenhaus – da haben John Woo und sein Hauptdarsteller Chow Yun-Fat 1992 mit „Hard Boiled“ die Messlatte enorm hoch gelegt. So hoch, dass da vielleicht kein Film mehr rankommen wird. Aber auch darunter ist glücklicherweise Platz für knackige Thriller wie das Jean-Claude-Van-Damme-Vehikel „Tötet sie!“

Philip weiß Knarre und …

Zu Beginn eingeblendete Texttafeln verraten uns, dass Bluttaten während des Balkankonflikts Auslöser von Vergeltungsaktionen geworden sind. Wir sehen einen Mann (Jean-Claude Van Damme) aus einem Gebäude wanken, er ist offenbar verletzt. Die FBI-Agenten Holman (Peter Stormare) und Sanders (Maria Conchita Alonso) verhören die Krankenpflegerin Suzanne (Autumn Reeser), die von den Ereignissen berichtet, die folgten, nachdem Philip – so der Name des Verletzten – ins Krankenhaus eingeliefert wurde. In Rückblenden entfalten sich die Ereignisse, die zu dem Blutbad geführt haben.

Die Stars der „Bloodsport“-Reihe

Bloodsport“ machte Jean-Claude Van Damme 1988 zum Star. In den drei Fortsetzungen übernahm das Schweizer Martial-Arts-Ass Daniel Bernhardt die Hauptrolle. Nun treffen die beiden erstmals in einem Film aufeinander – Bernhardt spielt den Schurken Radovan Brokowski, der Philip ins Krankenhaus folgt, um ihn zu töten. Einen von Brokowskis Handlangern verkörpert Kris Van Damme, der mittlerweile häufig an der Seite seines Vaters auftaucht.

… Körper einzusetzen

Die immer wieder eingeschobene Nebenhandlung des Verhörs kostet „Tötet sie!“ leider Spannung und Tempo. Die beiden FBI-Agenten spielen „Good Cop, Bad Cop“ mit Suzanne – das ist nur leidlich interessant. Besser wird es, wenn Agent Holman der Krankenpflegerin später von Philips Werdegang berichtet, von seinem Schicksal, das ihn zu dem gemacht hat, der er ist.

Regiedebüt des Stunt-Koordinators

Der Fokus liegt auf den Ereignissen im Krankenhaus. Was Peter Malota in seinem Regiedebüt bei der Dramaturgie der Handlung verbockt, macht er in puncto Action wieder wett. Ganz unerfahren ist er ohnehin nicht, hat schon vor vielen Jahren mit Jean-Claude Van Damme zusammengearbeitet, etwa als Stunt-Koordinator für „Geballte Ladung“ (1991) und „Universal Soldier“ (1992). Die kernige Kombination aus Schießereien und Nahkämpfen läuft natürlich auf einen finalen Fight zwischen Van Damme und Bernhardt hinaus – so viel ist früh vorherzusehen. Dass sich Suzanne ebenfalls als Kampfkunst-versiert erweist, gibt Gelegenheit für weitere Actioneinlagen. „Tötet sie!“, im Original „Kill ’em All“, gibt Van-Damme-Fans das, was sie verlangen. 2020 wird der Belgier seinen 60. Geburtstag feiern. Auf dem Level wie in diesem Actioner kann er ruhig noch einige Jahre weitermachen.

Auch Suzanne erweist sich als …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… geübte Kämpferin

Veröffentlichung: 7. September 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Italienisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch
Originaltitel: Kill ’em All
USA 2017
Regie: Peter Malota
Drehbuch: Jesse Cilio, Brian Smolensky, Craig Stewart
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Autumn Reeser, Peter Stormare, Maria Conchita Alonso, Daniel Bernhardt, Kris Van Damme, Paul Sampson, Kieran Gallaher, Peter Organ
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 Sony Pictures Home Entertainment / Kill Em All Productions, LLC. All rights reserved.

 

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George A. Romero (I): Bruiser – Der Mann ohne Gesicht: Prügelknabe auf Rachetrip

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Bruiser

Dass der Blogger diesen Regisseur sehr schätzt, erkennt man schon am Namen des Blogs. Der Schöpfer des modernen Zombiefilms hat ganz sicher eine Retrospektive verdient.

Von Andreas Eckenfels

Horrordrama // Es war eine harte Zeit für Romero-Fans: Stolze sieben Jahre mussten sie auf neuen Stoff warten, bis der Horrormeister endlich wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm. Die Schaffenspause zwischen „Stephen King’s Stark“ (1993) und „Bruiser“ (2000) bezeichnete Romero in einem Interview im Nachhinein als frustrierendste Zeit seines Lebens. Doch der Regisseur hatte keinesfalls eine kreative Pause eingelegt, verdiente laut eigener Aussage in diesen Jahren sogar so viel Geld wie nie zuvor.

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Verlierer Henry ergeht sich in Tagträumen

Obwohl er mit der US-Produktionsfirma New Line Cinema einen Vertrag geschlossen hatte und gleichzeitig unter anderem für Fox und Universal Drehbücher schrieb, war er zutiefst unzufrieden. Sein gesamtes Material – darunter ein abgelehntes „Resident Evil“-Skript – blieb stets in der Entwicklungsphase hängen. Keiner wollte ihm Geld geben, damit er einen neuen Film inszenieren konnte. Schließlich ging Romero nach Toronto und drehte dort „Bruiser“. Das bescheidene Budget von knapp fünf Millionen US-Dollar wurde größtenteils von der französischen Produktionsfirma Studio Canal+ finanziert. Es war sein erster Film, der nicht zum größten Teil in Pittsburgh realisiert wurde.

Unterdrückte Wut bricht aus

Henry Creedlow (Jason Flemyng) hat es nicht leicht: Seine Frau (Nina Garbiras) geht fremd, sein angeblich bester Freund (Andrew Tarbet) bestiehlt ihn und sein sexistischer Boss (Peter Stormare) macht ihn vor versammelter Mannschaft zur Schnecke. Nur die Fotografin Rosemary (Leslie Hope) hält zu dem Prügelknaben, der alle Gemeinheiten dieser Welt ohne Widerworte schluckt.

Doch eines Tages ändert sich dies: Henry erwacht mit einer konturlosen, weißen Maske, welche offenbar fest mit seinem Gesicht verwachsen ist. Durch diese anonyme Identität fühlt sich Henry plötzlich so stark wie nie zuvor. Seine über Jahre unterdrückte Wut erwacht zum Leben. Er geht auf einen blutigen Rachefeldzug, bei dem alle Übeltäter dran glauben sollen, die ihn einst gedemütigt haben.

Gesellschaftskritik und Humor

Auch nach der langen Pause hat Romero seine pessimistische Weltsicht beibehalten: Die Figuren sind besessen von Macht, Geld und Sex. Sensationsgeil wird in einer Radiosendung über den Selbstmord eines Anrufers berichtet. Es wird klar: Brave Menschen wie Henry haben in der modernen Gesellschaft keine Chance.

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Miles wird nach einem von Henrys begangenen Morden von der Polizei ohne Hose erwischt

Der typische morbide Humor des Regisseurs kommt in „Bruiser“ ebenfalls nicht zu kurz. In Tagträumen stellt sich Henry vor, wie er seine ihn quälenden Mitmenschen umbringt. Diese Eigenschaft hat er mit einer Figur aus dem Horrorepisodenfilm „Die unheimlich verrückte Geisterstunde“ (1982) gemein, bei dem Romero die Regie führte und Stephen King die Drehbücher lieferte: Hal Holbrook verkörpert darin in der Folge „Expedition ins Tierreich“ ebenfalls einen unterdrückten Verlierer mit dem Vornamen Henry, der seine Frau (Adrienne Barbeau) am liebsten umbringen will.

Eine weitere Parallele findet sich in „Bruiser“ zu Romeros bisheriger Filmografie: In „Martin“ (1977) wissen wir nicht, ob der blutsüchtige Protagonist wirklich ein Vampir ist oder sich alles nur einbildet. Ebenso verhält es sich mit Henry: Klebt die angsteinflößende Maske in seinem Gesicht – oder ist sie nur ein Hirngespinst? Wie Romero im Audiokommentar berichtet, inspirierte ihn der französische Horrorklassiker „Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff“ (1960) zum Aussehen der Maske.

Unspannend und blutarm

Jason Flemyng („Bube Dame König grAs“) ist es zu verdanken, dass die Zuschauer durchaus Mitleid mit dem armen Henry verspüren. Dagegen ist Peter Stormares Darstellung als abgedrehter und sexgeiler Chef, der seinen Angestellten auch mal sein bestes Stück präsentiert, völlig übertrieben geraten.

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Der Mann ohne Gesicht schlägt wieder zu

Nach dem gelungenen Einstieg, verliert Romero leider seine eigene Geschichte aus den Augen. Sobald Henrys Gewaltfantasien Wirklichkeit werden, rückt die gelungene Gesellschaftskritik zunehmend in den Hintergrund. „Bruiser“ wandelt in der zweiten Hälfte auf den Pfaden eines herkömmlichen Rache-Slashers, dem es dazu sowohl an Spannung als auch an Blut mangelt. Das Ganze gipfelt im Finale in einer verrückten Underground-Party bei der die Punkband „Misfits“ einen Autritt hat und ein todbringender Laser zum Einsatz kommt.

Nach der langen Pause konnte der halbgare „Bruiser“ die hohen Erwartungen der Romero-Fans nicht erfüllen. Sie sollten schließlich fünf weitere Jahre auf seine nächste Regiearbeit warten müssen. Mit „Land of the Dead“ (2005) kehrte der Filmemacher wieder zu seinen Wurzeln zurück und gab der Horrorgemeinde endlich das, wonach sie sich zwei Jahrzehnte lang gesehnt hatte: haufenweise blutgierige Romero-Zombies. Welcher Romero-Film ist euer absoluter Favorit?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von George A. Romero sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme von und/oder mit Jason Flemyng unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 8. September 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray/DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Bruiser
USA/KAN/F 2000
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Besetzung: Jason Flemyng, Peter Stormare, Leslie Hope, Nina Garbiras, Andrew Tarbet, Tom Atkins, Jonathan Higgins
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Musikvideo von den Misfits, Starinfos, Trailer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2016 Tiberius Film

 
 

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Clown – Ins falsche Kostüm geschlüpft oder Der Dämon mit der roten Nase

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Clown

Von Volker Schönenberger

Horror // Der für den zehnten Geburtstag von Jack (Christian Distefano) gebuchte Clown sagt kurzfristig ab. Zum Glück findet sein Vater Kent (Andy Powers) Ersatz: In einem Haus, das der Makler zum Verkauf anbietet, lagert ein altes Clownskostüm auf dem Dachboden. Die Überraschung gelingt, Jack ist begeistert. Weniger begeistert ist Kent, als er am nächsten Morgen feststellt, dass er das Clownskostüm nicht mehr ausziehen kann. Alle Bestandteile scheinen an seinem Körper festgewachsen zu sein. Auch die Versuche seiner Ehefrau Meg (Laura Allen), Kent von seiner Verkleidung zu befreien, enden schmerzhaft. Vom mysteriösen Karlsson (Peter Stormare) erfährt Kent schließlich die dämonische Geschichte des Clownskostüms.

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Noch ahnen Meg und Kent nicht …

So lustig sie bisweilen sind – Clowns sind auch angetan, uns das Gruseln zu lernen. Das wissen wir nicht erst seit John Wayne Gacy, der als Clown über Straßenfeste tingelte und nebenbei als Serienkiller sein Unwesen trieb. Der Clown aus „Clown“ steht dann auch in der Tradition von Pennywise, der Gruselgestalt aus Stephen Kings Roman „Es“, in der Verfilmung von Tim Curry („The Rocky Horror Picture Show“) verkörpert.

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… dass das Entfernen des Clownskostüms seine Tücken hat

Es geht blutig zu in dem von Eli Roth koproduzierten Clownsschocker – in FSK-18-Fassung ungeschnitten. Dem Vernehmen nach hat sich der Regisseur von „Cabin Fever“, „Hostel“ und „The Green Inferno“ von einem Fake-Trailer zur Produktion bewegen lassen, den Regisseur John Watts in Umlauf gebracht hatte. So kann’s gehen. Die mörderische Witzfigur macht keine Gefangenen und besonders vor Kindern nicht Halt. Sieht Kent im Kostüm anfangs noch vergleichsweise harmlos aus, verwandelt ihn das Eigenleben des Anzugs bald in eine furchterregende Kreatur. Diese Transformation ist ebenso als Pluspunkt zu werten wie die drastischen Splattereffekte – auch wenn ein paar Dinge ausgespart bleiben, die Kinderfreunde noch mehr auf die Barrikaden gebracht hätten.

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Kent entwickelt ein grausiges zweites Ich

Das dämonische Treiben verströmt phasenweise durchaus Atmosphäre, angesichts des mit seinem Träger verschmelzenden Kostüms hätte das Augenmerk aber gern auch verstärkt auf Body Horror Cronenbergscher Prägung liegen können. So jedoch bleibt „Clown“ letztlich ein simples Splattergeschoss – das immerhin nicht zu knapp. Horror für Feingeister ist das nicht, aber Horror für Grobiane. Kann man sich auch mal geben. Fallen euch weitere Horrorfilme mit Clowns ein?

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Kann Karlsson dem blutigen Treiben ein Ende bereiten?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Eli Roth sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. März 2016 als Steelbook (Blu-ray, exklusiv bei zwei großen stationären Handelsketten), Steelbook (Blu-ray & DVD, exklusiv bei einem großen Online-Händler), 3D Blu-ray (inkl. 2D-Version), Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Clown
USA/KAN 2014
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Christopher Ford, Jon Watts
Besetzung: Eli Roth, Peter Stormare, Laura Allen, Christian Distefano, Elizabeth Whitmere, Chuck Shamata, Andy Powers, John MacDonald, Robert Reynolds, Sarah Scheffer
Zusatzmaterial: deutscher und englischer Trailer, Trailershow, nur Steelbook des Online-Händlers: Poster, Postkarten-Set
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Der Clowns-Dämon hat Kinder zum Fressen gern

Fotos & Packshot: © 2016 Tiberius Film

 
 

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