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Ostwind – Aris Ankunft: Das Glück der Erde …

Ostwind – Aris Ankunft

Von Volker Schönenberger

Familien-Abenteuer // Wächst Hanna Binke aus ihrer Figur Mika langsam heraus? Jedenfalls spielt sie in „Ostwind – Aris Ankunft“ nur noch eine Nebenrolle: Mika liegt nach einem Feuer in Spanien fast die gesamte Dauer der Handlung über im Koma. Hauptfigur ist diesmal Ari (Luna Paiano), die widerborstigen Menschen ab und zu reflexartig mit der Faust einen kräftigen Nasenstüber versetzt. Das bringt ein Pflegekind, noch dazu ein Mädchen, natürlich in Gefahr, in ein Heim für schwer Erziehbare verfrachtet zu werden. Zum Glück rettet Mikas Freundin Fanny (Amber Bongard) Ari vor diesem Los, bringt das Mädchen stattdessen nach Gut Kaltenbach. Dort hat Maria Kaltenbach (Cornelia Froboess) mal wieder ihre liebe Not mit dem Gestüt – und mit dem Hengst „Ostwind“, den oben erwähntes Unglück aus der Freiheit zurück nach Kaltenbach gebracht hat. Nun benimmt er sich verstört, spürt offenbar, dass seine Seelenverwandte Mika leidet.

Britta (r.) will Ari (M.) ins Heim bringen – zum Glück ist Fanny dabei

Mit Sam (Marvin Linke) und dessen Opa Kaan (Tilo Prückner) treten weitere bekannte und bewährte Figuren in Erscheinung. Auf dem Regiestuhl hingegen gab es erstmals in der „Ostwind“-Reihe einen Wechsel: Katja von Garnier gab den Staffelstab an Theresa von Eltz („4 Könige“) weiter, die außer fünf Episoden der Serie „Der Kriminalist“ 2018 auch schon eine „Tatort“-Folge inszeniert hat. Ob von Garnier kein Interesse hatte oder die Produzenten an ihr kein Interesse hatten, entzieht sich meiner Kenntnis. Zeit hätte sie wohl gehabt, da sie 2018 und 2019 keinen anderen Regieauftrag angenommen hatte. Ein auffälliger inszenatorischer Unterschied ist mir beim vierten Teil nicht ins Auge gesprungen. Auch von Eltz tut gut daran, sich auf die Visualisierung der Pferdemagie zu verlassen. Wer diese generell verspürt, wird sie auch hier bemerken, dafür sorgen schon Zeitlupe und Soundtrack. Und für all jene, die es gar nicht begreifen, hält Opa Kaan ein paar neue Erkenntnisse über die unbeschreiblich magische Verbindung zwischen Pferden und (manchen) Menschen bereit. Diesmal entstammen sie der Sagenwelt der Mongolen.

Isabell (l.) macht Maria Kaltenbach einen Vorschlag

Außer Ari gibt es ein weiteres neues Gesicht auf Kaltenbach: die ehrgeizige Isabell (Lili Epply), die den naiven Sam nur zu leicht um den Finger wickelt und sich als Biest mit ganz eigenen Plänen entpuppt – ich verrate hier nicht zu viel, das wird zügig deutlich. Später kommt noch der mit umstrittenen Heilmethoden geradezu mystisch anmutende Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) hinzu, der als große Bedrohung fungiert. Gegen diese beiden gilt es anzukämpfen, das geschieht auf nicht allzu spannende Art und Weise, da ein Happy End ohnehin obligatorisch ist. Ebenfalls erwähnt sei Meret Becker als seltsame und überforderte Jugendamts-Beamtin Britta – bei ihr macht Fanny ein Praktikum, das sie mit Ari in Berührung bringt. An sich finde ich Becker klasse, in diesem Fall hat sie mich ebenso wenig überzeugt wie in „Liliane Susewind – Ein tierisches Abenteuer“ (2018). Vielleicht fehlt mir einfach nur das Verständnis, dass solch verdiente Schauspielerinnen und Schauspieler in Kinder- und Jugendfilmen auch einfach mal hemmungslos chargieren wollen.

Opa Kaan hat mal wieder besondere Trainingsmethoden auf Lager

Schenken wir es uns, dass Aris Boxeinlagen auf eine ernsthafte Verhaltensstörung hinweisen, hier aber arg verharmlosend zwischen Gag und gerechtfertigter Anwendung von Gewalt hin und her schwanken. Einen pädagogischen Anspruch hat „Ostwind – Aris Ankunft“ ja nicht gerade, auch wenn die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden das Werk als besonders wertvoll eingestuft hat (was macht ihn wohl so wertvoll? Und was macht andere Filme weniger wertvoll?). „Ostwind – Aris Ankunft“ bietet bewährte Kost, wie das bei vielen Filmreihen nun mal so ist. Manche gestalten sich spannender, weil die Produzenten mehr Mut zu Experimenten haben und ihre Regisseure von der Leine lassen. Das ist hier nicht der Fall, und vielleicht ist das auch richtig so, wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe aus jungen Pferdenärrinnen besteht. Wer die ersten Teile mag, wird auch „Ostwind – Aris Ankunft“ mit Genuss sehen und sich an der Berechenbarkeit nicht stören.

Ein Pferdeflüsterer ist Thordur Thorvaldsen nicht gerade

An sich wäre nach „Ostwind – Zusammen sind wir frei“ (2013), „Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach“ (2015) und „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ (2017) nun „Ostwind – Auf der Suche nach Morgen“ an der Reihe gewesen. Aus mir unbekannten Gründen wurde der vierte Roman jedoch übersprungen. Auf „Ostwind – Aris Ankunft“ wird „Ostwind – Der große Orkan“ folgen, der bereits abgedreht ist. Das Wiedersehen mit Ari, Mika, Sam, Fanny, Opa Kaan und Maria Kaltenbach sowie „Ostwind“ war für den Mai 2020 vorgesehen, aufgrund der Corona-bedingten Schließungen der deutschen Kinos wurde der Starttermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Vielleicht wird es ja im Spätsommer oder Herbst noch etwas.

Ari (l.) und Mika sind sich einig: Pferde sind pferdvoll

Veröffentlichung: 5. September 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch (auch Hörfilmfassung)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: Ostwind – Aris Ankunft
D 2019
Regie: Theresa von Eltz
Drehbuch: Lea Schmidbauer
Besetzung: Luna Paiano, Marion Alessandra Becker, Tilo Prückner, Meret Becker, Hanna Binke, Amber Bongard, Marvin Linke, Detlev Buck, Timo Dierkes, Lili Epply, Cornelia Froboess, Michael A. Grimm, Ruth Hamm, Thomas Helm, Lisa Karlström, Nina Kronjäger, Sabin Tambrea
Zusatzmaterial: Making-of (5 Min.), „Schläferin & Kriegerin“ (2 Min.), „Ein ganz besonderes Pferd“ (2 Min.), „Freundschaft 4.0“ (2 Min.), Wendecover
Label: Constantin Film
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Trailer: © 2019 Constantin Film

 

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Ostwind – Aufbruch nach Ora: Auf Spurensuche in Spanien

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Von Volker Schönenberger

Familien-Abenteuer // Mika (Hanna Binke) träumt mal wieder – diesmal von einem seltsamen Symbol, das Pferde ins Heu getrampelt haben. Ihr Freund Milan (Jannis Niewöhner) weist sie darauf hin, dass es sich bei dem Symbol um ein Brandzeichen handelt – das ihres Hengstes „Ostwind“. Mika geht der Spur der Herkunft ihres Pferdes nach und findet heraus, dass „Ostwind“ offenbar von einem alten Gestüt im spanischen Andalusien stammt. Ihre Tätigkeit als „Pferdeflüsterin“ im zum Therapiezentrum umfunktionierten Gestüt Kaltenbach nervt sie sowieso gerade – zu viele ignorante Pferdebesitzer ohne Gespür für ihre Tiere erwarten Wunderdinge von ihr. Also auf nach Andalusien! Natürlich nicht ohne „Ostwind“, ist ja klar.

Abschied von Milan – Mika bricht nach Andalusien auf

Nachdem „Ostwind – Zusammen sind wir frei“ (2013) und „Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach“ (2015) hauptsächlich rund um das Gestüt Kaltenbach spielten, geht es in Teil 3 auf die iberische Halbinsel. Diesmal muss Mika vollständig ohne ihre von Nina Kronjäger und Jürgen Vogel verkörperten Eltern auskommen, und Gestütsbesitzerin Maria Kaltenbach (Cornelia Froboess) sowie Herr Kaan (Tilo Prückner) sind eher Randfiguren zu Beginn und am Ende. Immerhin reisen ihr ihre Freundin Fanny (Amber Bongard) und Kumpel Sam (Marvin Linke) bald hinterher. Der Wiedererkennungswert ist also trotz allem hoch.

Ora zu finden, erweist sich …

Neu an Bord ist Sam 2: Sam(antha) (Lea van Acken, „Bibi & Tina – Tohuwabohu total“) ist die Tochter des andalusischen Gestütsbesitzers Pedro (Thomas Sarbacher), der in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Mika kommt dort als Saisonaushilfe unter und freundet sich nach schwierigem Start mit Sam an. Deren Tante Tara (Nicolette Krebitz) hat sich mit ihrem Bruder – Sams Vater – zerstritten und lebt als Eremitin in der Ruine eines alten Gestüts – eben jenes Gestüts, von dem „Ostwind“ stammt.

… als gar nicht so einfach

Ging es im ersten Film um ein Mädchen, das zu sich selbst und seiner Bestimmung finden muss, und im zweiten um die finanzielle Schieflage des Gestüts Kaltenbach und ein geheimnisvolles weißes Pferd im Wald, so ist diesmal ein andalusischer Pferdehof zu retten. Das soll mit der Wiederbelebung eines traditionsreichen Pferderennens gelingen, das zuletzt vor Jahrzehnten ausgetragen worden war.

An der Quelle

Mehr noch als die beiden Vorgänger setzt „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ auf Pferdebilder. Die setzt Regisseurin Katja von Garnier („Bandits“) gewohnt eindrucksvoll in Szene, zumal auch andalusische Wildpferde eine Rolle spielen. Der Soundtrack spielt dabei eine wichtige Rolle, schwillt zu den gern in Zeitlupe gehaltenen Bildern der anmutigen Tiere in Bewegung stets an. Die Story ist dabei nicht unbedingt nebensächlich, ihre Wendungen sind allerdings recht vorhersehbar und simpel. In Teil 2 wurde das Gestüt Kaltenbach am Schluss auch eher im Vorbeigehen gerettet, das ist hier nicht viel anders.

Der Start mit Sam gestaltet sich schwierig

Nicht jeder situationskomische Gag sitzt, aber der Komödienanteil bildet auch keinen Schwerpunkt. Etwas unfreiwillig komisch wirkt allerdings der an sich versierte Martin Feifel in der Rolle des ersten spanischen Reiters, dem Mika begegnet – später bekommt seine Figur noch anderweitige Bedeutung. Klar, dass er Mika als „Chica“ ansprechen muss. Vielleicht hätte man bei der Besetzung einiger Rollen erwachsener Spanier etwas über den Tellerrand deutscher TV-Schauspieler hinausschauen müssen, das gilt auch für den Rancher Pedro und seine Schwester.

Wieder vereint

Bleibt abschließend die Bewertung durch die Zielgruppe: Meine neunjährigen Zwillingstöchter waren wie von den beiden Vorgängern auch von „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ begeistert, ihre Freundinnen ebenfalls. Also wohl alles richtig gemacht.

„Ostwind“ ist zu Hause

Veröffentlichung: 7. Dezember 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 105 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Ostwind – Aufbruch nach Ora
D 2017
Regie: Katja von Garnier
Drehbuch: Lea Schmidbauer
Besetzung: Hanna Binke, Jannis Niewöhner, Amber Bongard, Marvin Linke, Lea van Acken, Tilo Prückner, Cornelia Froboess, Thomas Sarbacher, Nicolette Krebitz, Martin Feifel
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Packshot & Trailer: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH, Fotos: © 2016 Constantin Film Verleih GmbH / SamFilm GmbH / Marc Reimann

 

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Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach: Angst um den Reiterhof

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Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach

Kinostart: 14. Mai 2015

Familien-Abenteuer // Kann ein Vater einen größeren Liebesbeweis bringen als seine Töchter in einen Pferdefilm zu begleiten? Spaß beiseite, für wen das als Vater ein Opfer darstellt, der soll sich gehackt legen. Wenn Mädchenaugen vor Freude leuchten, kann auch der erwachsene Begleiter sich genüsslich im Kinosessel zurücklehnen.

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Eine Stute hat’s „Ostwind“ angetan

„Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach“ setzt auf Bewährtes: Regie, Drehbuch, alle zentralen Rollen – die Personalien kennen wir aus „Ostwind – Zusammen sind wir frei“. Im Zentrum stehen wieder „Pferdeflüsterin“ Mika (Hanna Binke) und ihr geliebter Hengst „Ostwind“.

„Ostwind“ und die Stute

Endlich Sommerferien, endlich wieder aufs Gut Kaltenbach! Doch kaum angekommen, bemerkt Mika rätselhafte Kratzspuren an „Ostwind“. Schnell findet sie heraus, wo die herkommen: Ihren geliebten Hengst zieht es in den Wald, wo er sich durch Dornenbüsche zwängt, um eine weiße Stute zu treffen. Was hat es mit dem Tier auf sich?

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Was hat es mit dem Schimmel auf sich?

Der Reiterhof steht derweil kurz vor der Pleite, und Mikas Großmutter Maria Kaltenbach (Cornelia Froboess) will die Probleme nicht recht wahrhaben. Nur eins kann helfen: Mika muss auf „Ostwind“ ein lukratives Reitturnier gewinnen. Doch es ist ein Vielseitigkeitswettbewerb, in dem nicht nur Fähigkeiten im Springreiten gefragt sind, sondern auch Dressur und Geländeritt auf dem Programm stehen. In der Kürze der Zeit ist das kaum zu schaffen. Doch neben Opa Kaan (Tilo Prückner) und Stallbursche Sam (Marvin Linke) taucht plötzlich Hilfe von ganz anderer Seite auf.

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Dressurtraining mal anders

Die Geschichte ist etwas komplexer als beim Vorgänger, aber die beiden Handlungsstränge – „Ostwinds“ Geheimnis und die Finanznot des Gestüts – werden einigermaßen sauber zusammengeführt. Die Dramatik wirkt etwas überzogen, das Happy End kommt zudem wie Kai aus der Kiste, aber bei einem Pferdefilm für die junge Generation wollen wir mal nicht kleinlich sein.

Ein Film für Mädchen – für wen auch sonst?

Entscheidend ist wie beim Vorgänger das Urteil der Zielgruppe. Wie das ausfällt, war schon während der Pressevorführung in den Gesichtern der kleinen Besucherinnen zu bemerken: Meine Töchter und ihre Freundin waren sehr angetan. Das teilten sie anschließend dem Promoter auch gern mit. Insofern kann das Fazit nur lauten: Väter, begleitet eure Töchter ins Kino (gilt natürlich auch für Mütter)!

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Können Mika und „Ostwind“ das Turnier gewinnen?

Länge: 105 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Ostwind 2 – Rückkehr nach Kaltenbach
D 2015
Regie: Katja von Garnier
Drehbuch: Lea Schmidbauer, Kristina Magdalena Henn
Besetzung: Hanna Binke (vorm. Höppner), Marvin Linke, Cornelia Froboess, Tilo Prückner, Nina Kronjäger, Jürgen Vogel, Amber Bongard, Jannis Niewöhner
Verleih: Constantin Film

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Constantin Film

 

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