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Gewinnspiel: 1 x June auf Blu-ray, 1 x June auf DVD

June-Verlosung

Verlosung

June hat eine imaginäre Freundin. Oder ist sie gar nicht imaginär? Wie auch immer, von dem in der vergangenen Woche in Deutschland veröffentlichten Film habe ich je eine Blu-ray und DVDs zu vergeben.
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Was tun, um zu gewinnen?

Wer den Film gewinnen will, begebe sich zu meiner Rezension des Films und beantworte dort (genau: dort unter der Rezension, nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 8. November 2015, 22 Uhr, im Kommentarfeld die folgenden Fragen:

1. Habt Ihr einen Besessenheits-Horror-Favoriten? Wenn ja: Welcher ist es?

2. Wollt Ihr den Film auf DVD oder auf Blu-ray gewinnen?

3. Wie seid Ihr auf das Gewinnspiel aufmerksam geworden? Über Facebook? Wenn ja: wo genau (also etwa der Name der Gruppe)? Oder lest Ihr sowieso regelmäßig bei „Die Nacht der lebenden Texte“ und habt das Gewinnspiel automatisch bemerkt? Oder habt Ihr über eine ganz andere Quelle – wenn ja: welche? – davon erfahren?

Alle veröffentlichten Antworten kommen in den Lostopf.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Nicht teilnahmeberechtigt sind Gastautoren sowie deren und meine Familienmitglieder. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze.

Zu meiner Rezension von „June“ geht’s auch hier.

Die DVD gewonnen hat scathach25 (Eva), die Blu-ray geht an Bianca Mewes. Herzlichen Glückwunsch!

Copyright 2015 by Volker Schönenberger

 

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Possession – Bizarres Ende einer Ehe

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Possession

Gastrezension von Andreas Eckenfels

Psychohorror // Was zur Hölle habe ich mich mir da gerade angesehen? Diese Frage ging mir zumindest durch den Kopf, als ich „Possession“ dank der deutschen DVD aus der „Drop Out“-Reihe vom kleinen Label Bildstörung das erste Mal sah. Das bizarre Meisterwerk des polnischen Regisseurs Andrzej Zulawski entwickelt mit seiner entfesselnden Kamera einen verstörenden Rausch, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der Zuschauer wird regelrecht in die fragmentarisch erzählte Geschichte hineingezogen, die grob gesagt vom Ende einer Ehe handelt.

Monströse Entdeckung

Als Mark (Sam Neill) nach einer Geschäftsreise zu seiner Frau Anna (Isabelle Adjani) und seinem Sohn Bob (Michael Hogben) nach West-Berlin zurückkehrt, merkt er schnell, dass etwas nicht stimmt. Anna gesteht ihre außereheliche Affäre. Er schmeißt sie raus und macht sich auf die Suche nach Heinrich (Heinz Bennent), ihrem angeblichen Geliebten. Doch auch Heinrich hat Veränderungen an Anna bemerkt – sie sei schon lange nicht mehr bei ihm gewesen. Daraufhin beauftragt Mark einen Detektiv, um den neuen Liebhaber zu finden. Bald macht er eine monströse Entdeckung.

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Die Ehe von Anna und Mark liegt in Trümmern

In der ersten Hälfte von „Possession“ gibt es keine Zeit für eine Atempause. Unaufhörlich dreht sich die Kamera um die beiden Protagonisten. Eine Gewitterwolke aus Wahnsinn, Eifersucht und Depression entlädt sich über den Zuschauer. Anna scheint wie auf Drogen, kann ohne ihren neuen Liebhaber nicht mehr leben. Mark ist rasend vor Wut, will die Tatsache nicht wahrhaben, dass Anna ihn für einen anderen verlassen hat. Es wird geflucht, gebrüllt und geschlagen. Ein elektrisches Brotmesser wird sogar zur Selbstverstümmelung genutzt. Es herrscht ständige Unruhe. Ein Gefühl der Ohnmacht macht sich breit.

Wie besessen

Anna und Mark werden durch ein fast menschenleeres Berlin der 80er-Jahre gehetzt. Die kargen, verrotteten Bauten, die verwahrlosten Altbauwohnungen mit zerrissenen Tapeten – alles Anzeichen darauf, dass auch ihre Gefühle füreinander emotional erkaltet sind. Schließlich endet der Sturm in einer quälend langen Sequenz, in der Anna in einer Unterführung wie von einem Dämon besessen scheint. Dann ist erstmal Ruhe, zumindest kurzzeitig.

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Mark will den neuen Liebhaber seiner Frau finden

Die Phasen der Erkenntnis über das Ende der Beziehung von Anna und Mark sind noch einigermaßen nachzuvollziehen. Doch wenn zu Beginn noch grob ein narrativer Faden zu entdecken ist, wird die zweite Hälfte zunehmend abstrus, aber faszinierend zugleich. Bobs Lehrerin entpuppt sich bis auf die grünen Augen als Doppelgängerin von Anna – und dann wäre da noch der neue Mann in ihrem Leben, über den man nicht zu viel verraten sollte. Nur so viel: Neben Adjanis „Besessenheitsszene“ wird der Zuschauer auch eine außergewöhnliche Liebesszene nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Andrzej Zulawski verarbeitete mit „Possession“ nicht nur seine eigene zerbrochene Ehe mit der Schauspielerin Malgorzata Braunek, sondern auch die Vertreibung aus seinem Heimatland. Nachdem die polnische Regierung seinen Science-Fiction-Film „Der silberne Planet“ wegen politisch subversiver Botschaften stoppte, verließ er Polen, um ohne Einschränkungen arbeiten zu können. So bekommen auch die Grenzposten an der Berliner Mauer eine besonders bedrohliche Dimension, wenn sie mit ihren Ferngläsern in Marks Wohnung blicken.

An der Grenze des Zumutbaren

Isabella Adjani und Sam Neill gehen mit ihren Darstellungen wahrlich an die Grenzen des Zumutbaren. Adjani sagte in einem Interview, sie habe zwei Jahre gebraucht, um sich von der Rolle zu erholen. Die damals 26-jährige Französin durfte für ihre Leistung in Cannes den Preis als beste Darstellerin und einen César in Empfang nehmen. Obwohl „Possession“ mit deutschem Geld finanziert wurde und in Berlin spielt, kam er hierzulande erst 2009 mit der DVD von Bildstörung auf den Markt. Es existiert keine Synchronisation. In Großbritannien war der Film verboten, in den USA wurde nur eine verstümmelte Fassung gezeigt.

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Anna ist besessen

Jetzt hat Bildstörung dieses Filmjuwel in bestechender Qualität auch auf Blu-ray veröffentlicht. Wer die Special Edition DVD von 2009 schon sein eigen nennt, kann sich statt der auf 1.000 Stück limitierten Special Edition Blu-ray die günstigere Amaray-Variante holen. Booklet und Extras sind identisch. So braucht man nur die DVD des Hauptfilms durch die Blu-ray auszutauschen.

„Possession“ ist eine bizarre Mischung aus Horrorfilm und Arthaus-Kino in unterkühlten Bilder, angefüllt mit vielen Allegorien. Bei der zweiten Sichtung haben sich schon mehr mögliche Erkentnisse über die Handlung und Zulawskis Ideen ergeben. Das unheimliche Gefühl bleibt wie beim ersten Mal. Es ist so, wie es auf dem Cover steht: Man kann ihn nicht beschreiben. Man muss ihn erleben!

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Ist es Liebe?

Veröffentlichung: 22. Mai 2015 als Blu-ray, 6. November 2009 als DVD

Länge: 124 Min. (Blu-ray), 119 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Possession
F/D 1981
Regie: Andrzej Zulawski
Drehbuch: Andrzej Zulawski, Frederic Tuten
Besetzung: Isabelle Adjani, Sam Neill, Heinz Bennent, Carl Düring, Michael Hogben, Johanna Hofer, Margit Carstensen
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Dokumentation „Die andere Seite der Mauer“, Bildergalerie, Booklet, Wendecover
Vertrieb: Bildstörung/Alive

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos: © 1981 Oliane Productions / Packshot: © 2009 Bildstörung

 

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