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Caprona 2 – Menschen, die die Zeit vergaß: Saurier und Samurai

The People that Time Forgot

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Abenteuer // Was wurde aus Bowen Tyler (Doug McClure)? Um diese Frage zu klären, ist ein Schiff in Richtung Caprona aufgebrochen. Expeditionsleiter Ben McBride (Patrick Wayne) ist gar nicht davon angetan, dass ihm die Fotoreporterin Lady Charlotte Cunningham (Sarah Douglas) als Teilnehmerin aufgenötigt wurde, aber da ihren Eltern die Zeitung gehört, welche den Suchtrip finanziert, blieb ihm keine Wahl. Nach dem Erreichen der hinter Packeis verborgenen Insel fliegt ein Erkundungstrupp per Wasserflugzeug los, wird bald darauf aber von einem Flugsaurier zu Boden gezwungen. Nach Begegnungen mit weiteren Dinosauriern treffen Ben, Charlotte und ihre Begleiter auf die Eingeborene Ajor (Dana Gillespie), die überraschenderweise ein Messer aus der Zivilisation bei sich trägt und des Englischen leidlich mächtig ist. Kann sie den Suchtrupp zu Tyler führen? Das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Durchs Packeis nach Caprona

Im knappen Outfit inklusive ausladendem Dekolleté bringt Dana Gillespie als Ureinwohnerin ein wenig der damaligen Zeit geschuldeten Sexappeal in die bekannte Story um eine Personengruppe, die sich mit den Widrigkeiten einer feindseligen, in diesem Falle urzeitlichen Umgebung herumplagen muss. Wie beim Vorgänger „Caprona – Das vergessene Land“ (1974), führte Kevin Connor („Der 6. Kontinent“) auch bei der zeitlich einige Jahre später angesiedelten Fortsetzung Regie. Wer am Erstling Gefallen fand, wird auch das Sequel mit Genuss schauen, obwohl dort alles ein klein wenig schwächer ausfällt. Die Auseinandersetzungen zwischen den modernen Eindringlingen und ihren eingeborenen Feinden nehmen diesmal noch größeren Raum ein als zuvor. Mit den Na-Gas tritt zudem ein neues Volk auf den Plan, deren Krieger in Samurai-Rüstungen auftreten – warum auch immer.

Smalltalk neben Saurier

Hinter der Maske des Henkers der Na-Gas verbirgt sich ein gewisser David Prowse, der sich einstmals hinter der Maske von Darth Vader in der klassischen „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“-Trilogie verbarg. Hauptdarsteller Patrick Wayne („Sindbad und das Auge des Tigers“) ist der zweite Sohn von John Wayne, konnte jedoch nie an dessen Ruhm anknüpfen. „Caprona 2 – Menschen, die die Zeit vergaß“ nimmt sich gegenüber der Vorlage von Edgar Rice Burroughs einige Freiheiten, die aber nicht weiter von Belang sind. Sicher nicht der spaßigste Beitrag zur „Creature Feature“-Reihe von Koch Films, aber da das Label dort schon den ebenso nostalgischen Vorgänger platziert hat, ist es nur recht und billig, mit dem Sequel ebenso zu verfahren.

Neben diesem Gesellen sollte man Vorsicht walten lassen

Die Reihe „Creature Feature“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet.

Kann Ajor die Gruppe zu Tyler führen?

Veröffentlichung: 12. April 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: The People that Time Forgot
GB/USA 1977
Regie: Kevin Connor
Drehbuch: Patrick Tilley, nach einem Roman von Edgar Rice Burroughs
Besetzung: Doug McClure, Patrick Wayne, Sarah Douglas, Dana Gillespie, Shane Rimmer, Tony Britton, John Hallam, David Prowse, Milton Reid, Kiran Shah, Richard LeParmentier, Jimmy Ray
Zusatzmaterial: Trailer, Interviews, Audiokommentar, Bildergalerie, Wendecover
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Feindselige Vormenschen lassen sich mit Signalfeuer beeindrucken

Fotos & Packshot: © 2018 Koch Films

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Jean-Claude Van Damme (XVIII): Kickboxer – Die Abrechnung: Mal wieder gegen ein Monstrum kämpfen

Kickboxer – Retaliation

Von Volker Schönenberger

Action // Erinnern wir uns: 18 Monate zuvor war es Kurt Sloane (Alain Moussi) gelungen, den Tod seines Bruders zu rächen – siehe „Kickboxer – Die Vergeltung“ (2016). Er schwor den illegalen Kämpfen ab, verließ Thailand und schlug eine legale Karriere als Kampfsportler ein. Doch nun holt ihn die Vergangenheit wieder ein: Sloane wird entführt und landet in einem Knast nördlich von Bangkok. Hinter der Aktion steht Thomas Tang Moore (Christopher Lambert), Promoter illegaler Kämpfe. Der will Sloane überreden, für eine Million Dollar gegen den Champion Mongkut (Hafþór Júlíus Björnsson) zu kämpfen. Sloane lehnt ab und lässt sich auch durch konstante Drangsalierungen im Knast nicht umstimmen. Als seine Frau Liu (Sara Malakul Lane) nach Thailand kommt, um ihren Ehemann zu suchen, nutzt Moore die Gelegenheit und kidnappt sie, um ein Druckmittel gegen Sloane in der Hand zu haben.

Im thailändischen Knast trifft Kurt Sloane auf …

Der siebte, bei uns ungeschnitten ab 16 Jahren freigegebene Aufguss der „Kickboxer“-Reihe entpuppt sich als Nummernrevue, aber letztlich sind Martial-Arts-Actionfilme ja oft nichts anderes. Interpretiert man den Vorgänger „Kickboxer – Die Vergeltung“ als Reboot des ersten „Kickboxer“-Films „Karate Tiger 3 – Der Kickboxer“, handelt es sich bei „Kickboxer – Die Abrechnung“ um den zweiten Teil. Teil 3 ist längst in Planung, trug vormals anscheinend den Titelzusatz „Syndicate“, der mittlerweile aber offenbar durch das kernigere „Armageddon“ ersetzt wurde.

… den schlagkräftigen Amerikaner Briggs

Im thailändischen Knast muss sich Kurt Sloane anfangs einige Thailänder vom Leib halten, was ihm nicht schwer fällt. Dann stört er die Meditation des Amerikaners Briggs, der von keinem Geringeren als dem ehemaligen Box-Weltmeister Mike Tyson verkörpert wird. Nach einer anfänglichen Auseinandersetzung raufen sich die beiden zusammen, zumal sie gemeinsam ausgepeitscht werden – das verbindet. Briggs führt Sloane eines Nachts zu dessen ehemaligem Trainer Durand – Auftritt Jean-Claude Van Damme.

Auch Coach Durand mischt wieder mit

Während seiner Trainingseinheiten hinter Gittern wird Kurt Sloane einmal sogar mit Fußbällen beschossen, die ein gewisser Ronaldinho tritt – eine kuriose Einlage, letztlich aber nur ein Gimmick. Der isländische Strongman Hafþór Júlíus Björnsson, Darsteller von Kurt Sloanes Endgegner Mongkut, spielt seit der vierten Staffel von „Game of Thrones“ den so bösartigen wie monströsen Kämpfer Gregor „Der reitende Berg“ Clegane. Christopher „Highlander“ Lambert ist leider seit langer Zeit nur noch ein Schatten früherer Star-Zeiten, sein schmieriger Auftritt in „Kickboxer – Die Abrechnung“ passt da gut ins Bild.

Promoter Moore zieht die Fäden

Wie im Genre üblich, dient die Handlung lediglich als Aufhänger für ausgiebig zelebrierte Kampfeinlagen. Und die haben es in sich. Die Besetzung ist gespickt mit Kampfsport-erfahrenen Athleten: Renato Sobral, Frankie Edgar, Renzo Gracie, Maurício „Shogun“ Milani Rua und Rico Verhoeven spielen sich selbst oder andere Figuren. Der aus dem Stuntman-Sektor kommende Hauptdarsteller Alain Moussi kann da glücklicherweise durchaus bestehen. Die spektakulären Kampfszenen sind erwartungsgemäß ansprechend und ideenreich choreografiert – Fans des Genres kommen voll auf ihre Kosten. Und für die ist „Kickboxer – Die Abrechnung“ schließlich auch gemacht. Welche Martial-Arts-Klassiker sind eure Favoriten? Welche Geheimtipps könnt Ihr empfehlen?

Möchten Sie gegen diesen Herrn antreten?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Sloane wagt es

Veröffentlichung: 27. April 2018 als Blu-ray und DVD sowie als Teil der Blu-ray-Box „Ultimate Kickboxer Collection“ im Verbund mit „Kickboxer – Die Vergeltung“

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kickboxer – Retailiation
USA 2018
Regie: Dimitri Logothetis
Drehbuch: Dimitri Logothetis
Besetzung: Alain Moussi, Christopher Lambert, Jean-Claude Van Damme, Mike Tyson, Sara Malakul Lane, Hafþór Júlíus Björnsson, Sam Medina, Steven Swadling, Renato Sobral, Frankie Edgar, Renzo Gracie, Maurício „Shogun“ Milani Rua
Zusatzmaterial: Interviews: Meet the Fighters, Wendecover
Label: Ascot Elite Home Entertainment
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

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Das zweite Leben des Doktor X – Hier sind nicht nur die Opfer blutleer

The Return of Doctor X

Von Ansgar Skulme

Horror // Der Journalist Walter Garrett (Wayne Morris) ist zu einem Interview mit der schönen Angela Merrova (Lya Lys) verabredet. Statt ein quicklebendiges Gespräch zu führen, findet er die Dame jedoch tot vor. Zu allem Überfluss ist kurz darauf plötzlich die Leiche verschwunden, so dass Garrett gegenüber der Polizei und seinem Chef wie ein Lügner, Trottel oder Hochstapler dasteht. Die Schublade, in die man ihn steckt, kann er sich fortan bestenfalls aussuchen. Als die Merrova obendrein lebendig wieder auf der Bildfläche erscheint, hat Garrett die Gunst seines Chefs komplett verspielt. Niemand außer dem windigen Journalisten fragt allerdings danach, warum die Dame nach ihrem zwischenzeitlichen Verschwinden nun blass wie eine Leiche ist. Mit dem Rücken zur Wand stehend, erbittet Garrett die Hilfe des befreundeten Arztes Michael Rhodes (Dennis Morgan). Von nun an ermitteln die beiden gemeinsam und stoßen im Umfeld des Rhodes vorgesetzten Dr. Francis Flegg (John Litel) auf den mysteriösen Marshall Quesne (Humphrey Bogart).

Die Merrova wird Garretts Karriere zum Verhängnis

„Das zweite Leben des Doktor X“ ist keine unmittelbare Fortsetzung von „Der geheimnisvolle Doktor X“ (1932), schließt thematisch aber lose an die Geschichte an. Anstelle synthetischen Fleisches geht es nun um synthetisches Blut, und die öffentliche Sicherheit liegt erneut in den Händen eines umtriebigen, aber etwas tapsigen Reporters. Wayne Morris nimmt man als solchem, im Gegensatz zu Lee Tracy im ersten Teil, zumindest auch ab, dass er die Jagd nach dem Täter am Ende tatsächlich erfolgreich gestaltet und nicht frühzeitig längst selbst Opfer der Mordlust seines ihm noch unbekannten Gegenspielers wird.

Mag „Das zweite Leben des Doktor X“ dem vorausgegangenen Film ansonsten auch noch so unterlegen sein, hält sich Morris dankenswerterweise damit zurück, die Rolle zu überzogen zu spielen, und liefert dennoch ein paar lustige Momente. Wäre der Film zudem auch in Technicolor gedreht worden, hätte man damit sicher auch einige Schwächen kaschieren können. So bleibt am Ende vor allem der Vorzug, Humphrey Bogart in seiner einzigen Rolle in einem Horrorfilm zu sehen. Wobei sich „Das zweite Leben des Doktor X“ zugegebenermaßen hart an der Grenze zwischen Horror und Mysterythriller bewegt, da der Fokus doch eher auf der relativ klassisch, krimitypisch gehaltenen Ermittlung des Täters liegt, auch wenn man es dabei am Rande schließlich mit übernatürlichen Vorgängen zu tun bekommt. Zuweilen wird der Film aufgrund seines wissenschaftlichen Kontextes auch als Science-Fiction-Horror eingestuft.

Rhodes (l.) und Garrett sammeln Spuren

Humphrey Bogart hielt sich ansonsten vom Horror- wie auch Science-Fiction-Film fern, weitestgehend aber beispielsweise auch vom Western. „Das zweite Leben des Doktor X“ und sein kurioser Ausflug in die musikalische Komödie, „Swing Your Lady“ (1938), gelten als zwei der Bogart am meisten verhassten Filme seines Schaffens. Er prangerte in diesem Zusammenhang an, dass er von den Warner Brothers in diese Rollen gedrängt worden und aus vertraglichen Gründen gezwungen war, sie zu spielen.

Dennoch ein stilbildender Auftritt

Unabhängig davon, dass Bogart den Film nur widerwillig drehte, ist ihm hier, auch dank nicht unwesentlicher Mithilfe seiner Kollegen aus den Sektoren Maske und Kostümbild, trotzdem eine recht interessante Darstellung gelungen. Gleich in seiner ersten Szene wirkt er durch die Kostümierung, einschließlich eines dunklen Handschuhs, ergänzt von einem Kaninchen auf dem Arm, wie eine Kreuzung aus den späteren James-Bond-Schurken Dr. No und Ernst Stavro Blofeld. Dazu die grelle, weiße Strähne mitten im Haarschopf, die aus dem Doktor selbst im Kontext anderer damaliger Horrorfilme zumindest auf den ersten Blick eine doch auffällig forsch und ungewöhnlich anmutende Person macht; sein Aussehen weckt Erinnerungen an die schräge Performance von Elsa Lanchester in „Frankensteins Braut“ (1935), was wiederum gut von dem verklemmt, beunruhigend-ruhigen und verschlagen wirkenden Verhalten dieses Marshall Quesne konterkariert wird. Es mag sein, dass Bogarts Darstellung dieser Rolle erst aus heutiger Sicht recht hip und visionär anmutet, mochte er sich damals in dem Part vielleicht recht albern vorgekommen sein und sich deswegen über die Rolle geärgert haben, aber das ist immerhin besser als gar nichts.

Etwas schade, dass Bogart im Kontext der ohnehin recht knapp bemessenen Laufzeit des Films ziemlich kurz kommt. Streng genommen spielt John Litel als Dr. Francis Flegg die größere Rolle. In diesem Zusammenhang muss man allerdings festhalten, dass der auch auf der deutschen DVD enthaltene Original-Kinotrailer mehrere Aufnahmen enthält, die im Film so nicht zu sehen sind, entweder weil die entsprechende Szene gänzlich fehlt oder anders gelöst wurde. Ob der Film ursprünglich länger werden sollte und wie viel Material mit Bogart der Schere zum Opfer gefallen ist, ist nur schwer aufzulösen. Das vorliegende Endergebnis macht bedauerlicherweise einen phasenweise recht blutleeren Eindruck. Diese Blutleere passt im übertragenen Sinne letztlich zwar zumindest zum Inhalt der Geschichte um die blassen Wiederauferstandenen, denen es offensichtlich an Blut mangelt – das jedoch hilft dem Spannungsgehalt des Films nicht weiter.

M & M gegen Dr. X

Sehenswert ist „Das zweite Leben des Doktor X“, neben der ungewöhnlichen Bogart-Darbietung, auch aufgrund der Tatsache, dass der Film zwei bestimmte damals fest bei Warner unter Vertrag stehende Schauspieler zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera zusammenbrachte: besagten Wayne Morris mit dem gerade erst frisch von Warner verpflichteten Dennis Morgan. Dass der gestanden wirkende Morris zum Zeitpunkt des Drehs gerade einmal 25 Jahre alt war, mag man rückblickend kaum glauben – er verfügte sowohl über ein gutes komödiantisches Talent als auch umfassende Charakterdarsteller- und Hauptdarsteller-Kompetenzen, die mit vielen Genres vereinbar waren. Sowohl er als auch Dennis Morgan sind heute kaum noch bekannt, wurden seinerzeit allerdings regelmäßig in Hauptrollen besetzt. Sie gehören zu einer Fraktion an Hollywood-Stars der Goldenen Ära, denen selbst der (wenigstens) eine große, populäre Film von nachhaltiger Bekanntheit als Hauptdarsteller verwehrt blieb, auch wenn manche ihrer Filme damals durchaus Hits waren, und waren gleichzeitig auch keine Stars eines bestimmten Genres, das man unmittelbar mit ihnen assoziieren würde – daher fallen sie heute dem Damokles-Schwert der Vergessenheit zum Opfer. Morris und Morgan drehten danach zwei weitere Filme gemeinsam – der letzte davon „Die Rächer von Missouri“ (1941), in dem die Geschichte der James-Younger-Gang erstmals als Tonfilm adaptiert wurde, mit Morgan als Cole Younger und Morris als Bob Younger.

Marshall Quesne (l.) hat eine dunkle Vergangenheit

Der dritte Film im Bunde ist „Flight Angels“ (1940), der bei Wayne Morris das Interesse am Fliegen weckte und maßgeblichen Anteil daran hatte, dass zwischen 1941 und 1947 kein Film mehr mit ihm ins Kino kam, da er sich als von Flugzeugträgern aus operierender Pilot der Navy anschloss und schließlich hochdekoriert aus dem Krieg zurückkehrte. Die lange Karrierepause führte allerdings dazu, dass Morris als Hauptdarsteller nicht mehr wie früher gefragt war. Er hatte seinen Star-Status mehr oder minder eingebüßt und bildet somit gewissermaßen den Gegenentwurf zu Audie Murphy, dessen erfolgreiche Filmkarriere als Western-Star von seinem als Soldat erworbenen Ruhm im Zweiten Weltkrieg im Grunde überhaupt erst ermöglicht wurde. Wayne Morris’ wohl bekanntester Film wurde letztlich Stanley Kubricks „Wege zum Ruhm“ (1957), in dem er die Nebenrolle des Lieutenant Roget spielte, ehe er wenig später mit nur 45 Jahren an einer Herzattacke verstarb.

Ordentliche Veröffentlichung

Die DVD von Studio Hamburg Enterprises ist für einen Film dieser eher geringen Größenordnung mit mehreren Untertiteln und immerhin dem Originaltrailer im Bonusmaterial annehmbar ausgestattet. Leider weist das Bild dasselbe sich im Widerstreit von 16:9- und 1,37:1-Format bewegende Phänomen auf, das ich im letzten Absatz meiner Rezension zu „Flucht vor dem Tode“ ausführlich beschrieben habe. Die deutsche Synchronfassung ist gut gelungen und löst das Problem, dass man die Originalmusikspuren nicht zur Verfügung hatte, zumindest recht professionell. Zudem trägt sie stärker als die Originalversion zur Vernetzung mit „Der geheimnisvolle Doktor X“ bei, da der Reporter, der auf eigene Faust ermittelt, hier ebenfalls von Eckart Dux synchronisiert wurde, auch wenn der Schauspieler vor der Kamera nicht mehr Lee Tracy, sondern Wayne Morris ist.

Die Polzei glaubt Garrett (r.) kein Wort mehr

Ein überraschender Aspekt der deutschen Fassungen ist außerdem, dass „Das zweite Leben des Doktor X“ hierzulande einige Jahre früher als „Der geheimnisvolle Doktor X“ synchronisiert und veröffentlicht wurde (als Maßstab dafür nehme ich die auf der deutschen DVD enthaltene Synchronfassung, die zur Farbversion von „Der geheimnisvolle Doktor X“ gehört, auch wenn es von dem Film offenbar noch eine weitere, etwa gleichaltrige Synchronfassung gibt, zu der mir ansonsten aber keine hier hilfreichen Informationen vorliegen). Dem Anschein nach liegen sogar über zehn Jahre zwischen diesen Synchronfassungen beider „Dr. X“-Filme, hinsichtlich des Klangbildes ähneln sie sich dennoch sehr. Ganz typische, gelungene deutsche Fernsehsynchronisationen von 30er- oder 40er-Filmen, die rund 25 bis 50 Jahre nach den Erstveröffentlichungen der Filme erstellt wurden. Im Original wirken solche Filme dann aber dennoch häufig noch einmal ganz anders, schon allein aufgrund anderer Ton-Aufnahmetechniken, anderer Klangfülle, anderer Musik, gegebenenfalls aufgrund eines Wechsels von Mono hin zu Stereo, der durch die Synchronisation vollzogen wird, und dergleichen mehr.

Obwohl beide Filme inhaltlich eigentlich nur rudimentär zusammengehören, gibt es in den USA, meines Wissens, übrigens weder von „Der geheimnisvolle Doktor X“ noch von „Das zweite Leben des Doktor X“ eine alleinstehende DVD-Veröffentlichung, dafür allerdings ein Double Feature, das beide Filme enthält. Zudem findet man das Duo auch in der „Legends of Horror Collection“ – dort an der Seite von „Das Zeichen des Vampirs“ (1935) und drei weiteren filmhistorisch relevanten Genre-Beiträgen, die im Fahrwasser der großen von Universal produzierten Horrorklassiker bei anderen Studios entstanden sind.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Humphrey Bogart sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Zielt Quesne hier auf den Täter?

Veröffentlichung: 20. April 2018 als DVD

Länge: 62 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch & Englisch
Untertitel: Englisch, Französisch, Spanisch
Originaltitel: The Return of Doctor X
Deutscher Alternativtitel: Die Rückkehr des Dr. X
USA 1939
Regie: Vincent Sherman
Drehbuch: Lee Katz, nach einer Geschichte von William J. Makin
Besetzung: Wayne Morris, Rosemary Lane, Humphrey Bogart, Dennis Morgan, John Litel, Lya Lys, Huntz Hall, Charles C. Wilson, Vera Lewis, Olin Howland
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Bildergalerie
Vertrieb: Studio Hamburg Enterprises

Copyright 2018 by Ansgar Skulme

Fotos & Packshot: © 2018 Studio Hamburg Enterprises

 
 

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