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From Dusk Till Dawn – Die komplette erste Staffel: Zurück im Titty Twister

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From Dusk Till Dawn – Season 1

Von Andreas Eckenfels

Horror-Serie // Ohne Frage gilt Robert Rodriguez‘ „From Dusk Till Dawn“ auch heute noch als einer der Kultfilme der 90er-Jahre. Das Besondere war damals die Mischung: Der Gangster-Thriller verwandelt sich nach der Hälfte der Laufzeit urplötzlich in einen reinrassigen Vampir-Splatterfilm der sehr unterhaltsamen Sorte. Dafür lieferte Quentin Tarantino das Drehbuch und übernahm als psychopathischer Richard Gecko eine der Hauptrollen. Seinen tätowierten Bruder Seth verkörperte George Clooney, der damals wohl mal etwas komplett anderes spielen wollte als immer nur den freundlichen Kinderarzt Dr. Ross in der Krankenhausserie „E.R. – Emergency Room“. Mit Harvey Keitel, Juliette Lewis, Danny Trejo und sexy Salma Hayek kehrten weitere Stars in den legendären „Twitty Twister“ ein und tanzten zur Musik von Tito & Tarantula bis zum blutigen Finale.

Auf ein Neues, nur länger!

Knapp 18 Jahre später inszenierte Rodriguez nun eine zehnteilige TV-Serie zu seinem Kultfilm. Er beteiligt sich damit am aktuellen Trend, Fernsehserien zu bekannten Spielfilmen zu produzieren. Anders als zuletzt „Fargo“, „Hannibal“ oder „Bates Motel“ rückte der „Machete“-Regisseur jedoch nicht eine bisher unbekannte Facette aus dem Universum des Films in den Fokus. Er entschied sich stattdessen dafür, die aus „From Dusk Till Dawn“ bekannte Geschichte noch einmal zu erzählen.

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Die Gecko-Brüder sind auf der Flucht

Diesmal nahm sich Rodriguez statt 108 knapp 450 Minuten Zeit, um die Reise der eiskalten Gecko-Brüder zu beleuchten. Wer sich nicht mehr genau an die Story erinnern kann, hier die Kurzzusammenfassung: Die Brüder Seth (D. J. Cotrona) und Richard Gecko (Zane Holtz) sind nach einem Banküberfall auf der Flucht. Um unbeschadet über die mexikanische Grenze zu kommen, entführen sie kurzerhand die Familie von Pastor Fuller (Robert Patrick). Der runtergekommene Strip-Schuppen „Titty Twister“ ist das Ziel, entpuppt sich dann aber als Vorhof zur Hölle …

Wer braucht das?

Und da ist sie auch schon: Die Eröffnungssequenz, in der sich die Gecko-Brüder in einem Spirituosenladen vor Ordnungshüter McGraw (Don Johnson) verstecken und bei dem nach einer wilden Schießerei Richard am Ende ein riesiges Loch in seiner linken Hand mit einem Tape-Band verbindet. Im Gegensatz zum Film füllt diese Szene die komplette erste Serienfolge, nur unterbrochen von einigen Rückblenden. Spannung und Tempo der Originalszene gehen so völlig verloren. Im weiteren Verlauf der Serie geht es so weiter: Alles fühlt sich vertraut an, einige Szenen wurden etwas variiert, aber im Grunde hat man alles schon mal gesehen.

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Sheriff McGraw kommt ihnen in die Quere

Die gesamte Handlung ist viel zu sehr in die Länge gezogen. Bis endlich das „Titty Twister“ erreicht wird, vergehen quälend lange fünf Episoden. Auch wenn besonders Zane Holtz einen interessanteren Richard Gecko abgibt, als der häufig zum Overacting neigende Quentin Tarantino und trotz der alten Hasen Don Johnson und Robert Patrick: Die Darsteller enttäuschen, der Coolness-Faktor der Kinostars wird nie erreicht. Wer will D. J. Cotrona sehen, wenn er George Clooney haben kann? Der durchgeknallte Jake Busy („The Frighteners“) kann auch nicht Tom Savini als „Sex Machine“ – ja, der mit dem Spezialrevolver – ersetzen. Schlangentanz mit anschließendem Drink von Salma Hayek oder Eiza Gonozález? Ihr dürft euch entscheiden …

Wer kann das gucken?

Wer die Serie ohne Vorwissen ansieht, kann natürlich seinen Spaß haben. Hardcore-Fans werden sich freuen, dass die Vorgeschichten einiger Figuren wesentlich ausführlicher beleuchtet werden als in der Kinoversion. Vampirbraut Santánico Pandemonium (Eiza González) bekommt so ebenso mehr Zeit spendiert wie die Gecko-Brüder, Familie Fuller. Auch der Hintergrund des „Titty Twister“ offenbart sich. Ein neues Element sind zudem rästelhafte Visionen von Richard, die in der ersten Hälfte einigermaßen die Spannung aufrechterhalten.

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Richard plagen rätselhafte Visionen …

Ab Folge 6 hat das Warten ein Ende: Kurz nach Erreichen des „Titty Twister“ geht es endlich ans Eingemachte! Verrückte Typen, bissige Vampire, spritzendes Blut, zielloses Geballere, fliegende Köpfe – auf dieses Gemetzel musste man lange warten. Und für TV-Verhältnisse geht es dann auch ziemlich deftig zur Sache.

Als Ergänzung und für Leute mit zu viel Zeit geht die Serie „From Dusk Till Dawn“ somit in Ordnung. Alle anderen greifen zum Kultfilm (die beiden Fortsetzungen sind entbehrlich). Eine zweite Staffel ist bereits in Produktion.

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… die auf einmal erschreckend real werden!

Veröffentlichung: 27. März 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 454 Min. (Blu-ray), 436 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: From Dusk Till Dawn – Season 1
USA 2014
Regie: Robert Rodriguez u. a.
Drehbuch: Robert Rodriguez u. a.
Besetzung: D.J. Cotrona, Zane Holtz, Don Johnson, Jesse Garcia, Robert Patrick, Eiza González, Jake Busey
Zusatzmaterial: Making-of, Behind the Scenes, SXSW Featurette, Interviews, Audiokommentare, Trailer
Vertrieb: WVG Medien GmbH

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Gut, wenn man eine Kettensäge dabei hat

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2015 WVG Medien GmbH

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Sin City 2 – Willkommen im Sündenpfuhl!

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Sin City – A Dame to Kill For

Kinostart: 18. September 2014

Gastrezension von Florian Schneider

Actionthriller // Neun Jahre sind vergangen seit unserem letzten Besuch in Frank Millers Stadt der Sünde. Damals faszinierte die Zusammenarbeit von Kult-Regisseur Robert Rodriguez mit Miller, der lebenden Legende unter den Comic-Künstlern, Millionen Zuschauer weltweit – „Sin City“ wurde 2005 ein echter Blockbuster, trotz oder gerade aufgrund der praktizierten Radikalität sowohl in narrativer als auch visueller Hinsicht. Die Mischung aus Filmstars, der meist in Schwarz-Weiß gehaltenen Comicwelt Millers und wahrlich fatalistischen und desillusionierenden Handlungssträngen sicherte der düsteren und extrem gewalttätigen Dystopie ihren Platz in der Filmgeschichte.

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Dwight fährt erneut seinem Untergang entgegen

Natürlich bieten sich die Werke des Künstlers Miller geradezu dafür an, ihren Weg auf die Leinwand zu finden, wie beispielsweise durch Zack Snyders „300“ (2006). Miller praktiziert seit Jahrzehnten eine extreme Form filmischen Erzählens in seinen Werken, mehr noch: Er gilt gemeinhin als Erfinder des cinematischen Comicstils. Aber auch wenn das Originäre, die visuellen Visionen und die Handschrift des Comic-Künstlers, in allen filmischen Adaptionen seiner Werke ¬– sowohl durch ihn selbst, mit als auch ohne seine direkte Beteiligung – deutlich zu Tage tritt, erst durch „Sin City“ verschwimmen die medialen Grenzen zu einer gänzlich neuen Form: Wo die Comics einem filmischen Erzählstil folgen, werden die Filme zu animierten Comics – Bild für Bild, Einstellung für Einstellung, Perspektive für Perspektive.

Eine Dame, für die man mordet

Das alles gilt auch für „Sin City 2“, der im amerikanischen Original den Untertitel „A Dame to Kill For“ trägt und damit direkt auf den gleichnamigen zweiten Band der Comicreihe verweist. Die Handlung ist gewohnt simpel und auch die meisten Protagonisten kennt man bereits aus dem ersten Teil: Natürlich liefert Marv (Mickey Rourke) wieder blutige Arbeit ab, die Stadt wird immer noch beherrscht vom sinistren Senator Roark (Powers Boothe) und die Tänzerin Nancy (Jessica Alba) verdreht den Männern immer noch die Köpfe. Dwight wird diesmal nicht von Clive Owen sondern von Josh Brolin gespielt, doch seine Probleme mit dem weiblichen Geschlecht sind unverändert lebensbedrohlich. Dieses Mal verstrickt ihn die Femme fatale Ava (mehr nackt als angezogen: Eva Green), die titelgebende Frau, für die man mordet, in ihr tödliches Intrigennetz.

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Don’t mess with Marv!

Das Altbekannte gibt es jetzt übrigens in plastischem 3D zu bewundern, was der grafischen Filmwelt sehr gut zu Gesicht steht. Bislang konnte „Sin City 2“ in den USA allerdings an den Kinokassen noch nicht richtig punkten, was sehr schade und – anders als bei „The Expendables 3“ – unverdient ist. Dadurch sinken leider die Chancen, noch mehr Geschichten aus dem unheiligen Sündenpfuhl auf der Leinwand sehen zu können. Ich habe auf jeden Fall noch lange nicht genug!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Bruce Willis sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 102 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Originaltitel: Sin City – A Dame to Kill For
USA 2014
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez
Drehbuch: Frank Miller, nach seiner Graphic Novel
Besetzung: Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Rosario Dawson, Bruce Willis, Eva Green, Powers Boothe, Dennis Haysbert, Ray Liotta, Christopher Meloni, Jeremy Piven, Christopher Lloyd, Jaime King, Juno Temple, Stacy Keach, Lady Gaga
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

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Eine Begegnung mit Miho endet in der Regel tödlich

Copyright 2014 by Florian Schneider
Filmplakat & Fotos: © 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2014/09/17 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Machete Don’t Joke – Machete Kills

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Machete Kills

Kinostart: 19. Dezember 2013

Von Volker Schönenberger

Action // Wer erinnert sich noch an „Machete don’t text“? Eine nette kleine Anspielung darauf zeigt in der Fortsetzung, dass Machete mit der Zeit geht. Darüber hinaus lernen wir nun auch: „Machete don’t tweet.“ „Machete don’t fail.“ „Machete don’t smoke.“ „Machete don’t joke.“ Und vor allem: „Machete happens.“

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Charmeur Machete mit seinem besten Stück

Ein schäbiger Trailer für einen billigen Grindhouse-Film eröffnet den Exploitation-Abend: „Machete Kills Again … in Space!“ Jawohl, den dritten Teil der Trilogie wird’s offenbar geben, angekündigt hatte Robert Rodriguez ihn bereits vor dem Dreh des zweiten. Nun ja, man mag von derlei Franchise-Auswüchsen halten, was man will, „Machete“ war als Fake-Trailer des Grindhouse-Double-Features von Rodriguez und Quentin Tarantino unterhaltsam, als eigenständiger Film dann nicht minder. Also gönnen wir uns den Spaß ein drittes Mal (wenn’s ihn denn geben wird).

Hoppla – fehlt da nicht erst noch etwas? Klar – Teil 2: „Machete Kills“. Zu Beginn wird dem ebenso feingeistigen wie redseligen Dauerlächler Machete (Danny Trejo) übel mitgespielt: Seine Freundin Sartana (Jessica Alba) stirbt an einer Kugel im Kopf, er selbst wird aufgehängt. Ein Anruf des US-Präsidenten (Carlos Estevez aka Charlie Sheen) befreit den Langmesser-Träger vom Strick. Im Gegenzug soll Machete die USA vor einer nuklearen Bedrohung durch den mexikanischen Schurken Mendez (Demian Bichir) retten. Es stellt sich heraus, dass der den Auslöser einer auf Washington gerichteten Atomrakete operativ an sein Herz angeschlossen hat. Hört das Herz auf zu schlagen, macht sich die Bombe auf den Weg.

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Beeindruckend: das Waffenarsenal von Miss San Antonio

Erwartungsgemäß tummeln sich in „Machete Kills“ diverse finstere Gestalten, die gegenüber Machete mit ein paar Ausnahmen keine guten Absichten haben. Da ist beispielsweise die sadistische Bordellmutter Desdemona (Sofia Vergara), die mit ihren Prostituierten auf die Jagd geht. Sie ist fein bewaffnet mit einem Maschinenpistolen-BH sowie einer Gemächt-Pistole – Moment mal! Genau, die kennen wir aus „From Dusk Till Dawn“ an Sex Machine alias Tom Savini (der wieder einen Gastauftritt hat) und aus „Desperado“, wo sie Antonio Banderas nützlich war.

Auch Mendez’ Mitarbeiter Zaror (Marko Zaror) erweist sich als schwer totzukriegender Geselle. Dann gibt’s den Killer Chamäleon, gespielt von Walton Goggins („The Shield“). Oha, der trägt seinen Namen zu Recht, nun nimmt er die Maske ab und entpuppt sich als … Holla ho, der ist ja auch nur Maske, darunter verbirgt sich … Und noch einer. Wo soll das nur hinführen? Da wird man ja ganz gaga … Als letzter Fiesling von eminenter Bedeutung sei der Geschäftsmann Luther Voz (Mel Gibson) genannt. Zum Glück für Machete gibt’s aber auch Luz (Michelle Rodriguez), die nach wie vor ein Auge auf ihn geworfen hat. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sie nur noch eines hat.

Action, Explosionen, Schießereien, Blut, abgetrennte Körperteile und sonstige Metzeleien sind die Hauptbestandteile des Films, der insofern dem Vorgänger treu bleibt. Es splattert nicht zu knapp, die 16er-Altersfreigabe durch die FSK kommt einigermaßen überraschend. Schade, dass es sich in erster Linie um am Computer generierten Splatter handelt. Handgemacht sieht’s einfach besser aus.

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Luz riskiert für Machete einiges

Nicht nur das erwähnte Chamäleon liefert Überraschungen, auch andere Figuren enthüllen im Verlauf Unerwartetes. Ob all das in irgendeiner Form logisch ist, ist ohne Bedeutung, es soll Spaß machen, was es meist auch tut. Die von Mel Gibson und Carlos Estevez alias Charlie Sheen verkörperten Figuren allerdings wirken etwas verschenkt. Die Aussage, dass „Machete Kills“ das Niveau des Vorgängers hält, mag für manche Grund genug sein, ihn zu meiden. Sie verpassen dann, wie Machete zu Dr. Seltsam und Luz à la Han Solo in den Kälteschlaf befördert wird. Am Ende gibt’s dann auch ein Finale, das die Tür zu Teil 3 schlüssig (haha) ganz weit aufstößt. Warten wir ab, ob Rodriguez denn auch hindurchgehen wird. Aber vorher mit ganz viel Bier im Rucksack ab in den Kinosaal zu „Machete Kills“!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von und/oder mit Mel Gibson und/oder Danny Trejo sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 107 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Machete Kills
USA/RUS 2013
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Kyle Ward, Robert Rodriguez, Marcel Rodriguez
Besetzung: Danny Trejo, Mel Gibson, Carlos Estevez, Michelle Rodriguez, Demian Bichir, Sofia Vergara, Lady Gaga, Antonio Banderas, Walton Goggins, Cuba Gooding Jr., Tom Savini, Jessica Alba
Verleih: Universum Film

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Fotos & Trailer: © 2013 Universum Film

 

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