RSS

Schlagwort-Archive: Robert Siodmak

Menschen am Sonntag – Unbeschwerte Berlin-Fingerübung späterer Hollywood-Granden

Menschen am Sonntag

Von Volker Schönenberger

Stummfilm-Melodram // Kommen euch die Wochenenden auch immer so kurz vor? Das mag daran liegen, dass sie es im Vergleich zur Arbeitswoche auch sind. Von Montag bis Freitag machen wir uns krumm, um im Anschluss schlappe zwei Tage frei zu haben. Immerhin zwei, zumindest wenn man bedenkt, dass der Samstag in den 1920er- und 1930er-Jahren hierzulande ein ganz normaler Arbeitstag war. Demzufolge war der Sonntag umso heiliger, und das gar nicht mal im religiösen Sinne.

Annie verschläft den Sonntag

Lange vor seinem Hollywood-Ruhm schrieb ein gewisser Billy Wilder – damals noch als Billie vermerkt – anhand einer Reportage von Kurt Siodmak das Filmskript zu „Menschen am Sonntag“. Regie führten Kurts älterer Bruder Robert Siodmak sowie Edgar G. Ulmer. Kameramann war Eugen Schüfftan, 1962 Oscar-Gewinner für die Kamera von „Haie der Großstadt“. Ihm assistierte ohne Nennung in den Credits Fred Zinnemann. Was für eine Ansammlung großer Namen! Umso schöner, das Werk nun wieder genießen zu können, wenn auch nicht ganz vollständig.

Brigitte hat ihren Plattenspieler mitgebracht

Film ohne Schauspieler findet sich als Einblendung zu Beginn, kurz darauf folgt die Info: Diese fünf Leute standen hier zum ersten Mal in ihrem Leben vor einer Kamera. Heute gehen sie alle wieder ihren Berufen nach. Als ersten Protagonisten lernen wir den Taxifahrer Erwin Splettstößer kennen, danach die Schallplatten-Verkäuferin Brigitte Borchert und den Weinreisenden Wolfgang von Waltershausen, der uns auch als Offizier, Landwirt, Antiquar und Eintänzer vorgestellt wird – aber was genau macht ein Weinreisender? Klingt interessant. Vierte im Bunde ist die Film-Komparsin Christl Ehlers, und zuletzt folgt das „Mannekin“ Annie Schreyer.

Verabredung am Sonntag

Noch ist Sonnabend. Bei schönem Wetter herrscht geschäftiges Treiben in den Straßen von Berlin. Busse, S-Bahnen und Straßenbahnen bringen ihre Passagiere ans Ziel. Unweit vom Bahnhof Zoo laufen Wolfgang und Christl einander über den Weg, die beiden verabreden sich für den nächsten Tag am Wannsee. Wolfgang bringt seinen Kumpel Erwin mit, Christl ihre Freundin Brigitte. Nur Erwins Freundin Annie ist nicht aus den Federn zu kriegen. Das Quartett verbringt den Sonntag gut gelaunt am See, mal geht es unbeschwert zu, mal gar frivol, ein paar Eifersüchteleien sind auch zu bemerken. Zwischendurch zeigt die Kamera auch immer wieder andere Menschen in der Nähe, den schönen Sommertag will offenbar ganz Berlin im Freien verbringen, und sei es nur am Fenster.

Brigitte und Wolfgang im kühlen Nass

„Menschen am Sonntag“ feierte am 4. Februar 1930 in Berlin Uraufführung. Die Scheinblüte der 1920er-Jahre war im Deutschen Reich noch nicht von der Weltwirtschaftskrise hinweggefegt worden. Die Schrecken und Verluste des Ersten Weltkriegs verblassten langsam, noch waren die Nazis nicht allzu präsent – im Film überhaupt nicht, die Leichtigkeit der Bilder ist bemerkenswert. Ein Kuriosum stellt er ohnehin dar, beschränkt sich die Spielhandlung doch auf genau das, was der Titel aussagt. Die später großen Filmemacher können unbeschwert drehen und ihren Einfällen folgen. Das Gezeigte wirkt authentisch, und das vermeintliche Defizit des Stummfilms erweist sich hier als hilfreich, da wir keine Dialoge zu hören bekommen, die aufgrund der Laiendarsteller womöglich hölzern ausgefallen wären.

Christl bleibt lieber am Ufer

„Menschen am Sonntag“ war Ende der 1990er-Jahre im EYE Film Institute Netherlands rekonstruiert und restauriert worden, dabei griff man auch auf in Archiven in Belgien, Italien und der Schweiz gefundenes Material zurück. 2010 erfolgte an Ort und Stelle die Digitalisierung des Werks. Unter der Leitung der Deutschen Kinemathek wurde dieser 2K-Scan schließlich 2014 in Berlin digital bearbeitet und gemastert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn die vollständige Originalfassung mangels Originalnegativ nicht erhalten ist. Um es exakt zu benennen: Die vollständige Version umfasste 2.014 Meter Film, aus der 1.615 Meter langen niederländischen Fassung wurde mithilfe der genannten Fundstücke schließlich die 1.856 Meter lange vorliegende Endfassung. Mehr war offenbar nicht drin. Das tut dem Filmgenuss aber keinen Abbruch, die Handlung besteht ohnehin aus vielen Momentaufnahmen. Aus historischer Sicht ist der Verlust der fehlenden Meter natürlich bedauerlich.

Doku „Weekend am Wannsee“ im Bonusmaterial des Mediabooks

Deutsche Zwischentitel wurden neu angefertigt, ebenso entstand 2014 eine neue musikalische Begleitung durch den Pianisten Robert Sosin, da sich die Originalversion von Otto Stenzel als unbrauchbar erwies. Ausführliches zum gesamten Prozess, der zur Endfassung führte, findet sich im Booklet des Mediabooks von atlas film. Ein paar zeitgenössische Texte ergänzen das vorzüglich. Im Bonusmaterial findet sich die halbstündige Doku „Weekend am Wannsee“, die Informatives sowohl zur Entstehung des Films als auch zur Restaurierung bietet, inklusive Interviews mit einigen Beteiligten, darunter Brigitte Borchert, inzwischen eine alte Dame geworden. Im Gegensatz zu den Filmemachern verschwanden die drei Darstellerinnen und zwei Darsteller im Anschluss an „Menschen am Sonntag“ wieder im Alltag.

Picknick am Wannsee

atlas film hat sich der Aufgabe verschrieben, restaurierte Produktionen der Nero Film AG in schönen Editionen wieder zugänglich zu machen, was mit „Westfront 1918 – Vier von der Infanterie“ (1930), „Kameradschaft“ (1931) und „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1933) sowie jüngst „Die 3-Groschen-Oper“ (1931) als gelungen bezeichnet werden kann. „Menschen am Sonntag“ reiht sich da nahtlos ein. Ein echtes Kleinod, nicht nur für Berlin-Nostalgiker unschätzbar. Der Film endet am Montag, der Arbeitsalltag hat Berlin wieder im Griff. Vier Millionen warten auf den nächsten Sonntag.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Billy Wilder und Fred Zinnemann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt.

Tretboot nicht in Seenot

Veröffentlichung: 26. Oktober 2018 als 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD)

Länge: 74 Min. (Blu-ray), 71 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Menschen am Sonntag
Internationaler Titel: People on Sunday
D 1930
Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Rochus Gliese, Curt Siodmak, Fred Zinnemann
Drehbuch: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Billy Wilder, nach einer Reportage von Curt Siodmak
Besetzung: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers, Annie Schreyer, Kurt Gerron, Valeska Gert, Heinrich Gretler, Ernö Verebes
Zusatzmaterial: Dokumentarfilm „Weekend am Wannsee“ (29:58) inklusive Interviews der Beteiligten, 20-seitiges Booklet
Label: atlas film
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos: © 2018 atlas film / Stiftung Deutsche Kinemathek

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

Robert Siodmak (VII): Abgeschoben – Zurück in Europa

abgeschoben-plakat

Deported

Von Ansgar Skulme

Krimidrama // Die Ordnungsbehörden in den USA haben von Vic Smith (Jeff Chandler) die Nase voll und setzen ihn ins nächste Schiff gen Heimat. Smith hat mit der Situation seinen Frieden gemacht, kaum in Italien angekommen, gerät er jedoch an einen früheren Partner (Richard Rober), der darauf besteht, dass Smith ihm noch Geld schuldet. Auch der gewiefte Bulle Vito Bucelli (Claude Dauphin) weiß darum, dass Smith eine große Summe unter Verschluss hält, doch wie bekommt der Kriminelle das Geld nach Europa und Zugriff darauf? Die Spur führt zu der verwitweten Gräfin di Lorenzi (Märta Torén), an der Smith sowohl persönliches als auch geschäftliches Interesse hat. Gemeinsam mit ihr bemüht er sich, der vom Krieg gebeutelten Bevölkerung zu helfen, zu der auch einige Verwandte von Smith gehören, die nicht nach Amerika ausgewandert waren und deren Lebensart er zu schätzen lernt.

Robert Siodmaks letzter Film für Universal – einem der acht größten, einflussreichsten Hollywood-Studios seit Beginn des Studiosystems, bei dem Siodmak seit 1943 gearbeitet hatte – war gleichzeitig sein erster in Europa gedrehter Film, seitdem er vor dem Krieg in die USA geflohen war. Realisiert wurde das Projekt in Siena, Neapel, der Toskana, aber auch in den berühmten Cinecittà-Studios in Rom und einige weitere Innenaufnahmen in den USA, direkt auf dem Universal-Gelände. Siodmak war damit einer der ersten europäischen Regisseure, die nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Europa kamen, um dort eine amerikanische Produktion zu drehen.

Auf ungewöhnlichen Wegen

Normalerweise drehte Robert Siodmak lieber im Studio als unter freiem Himmel, bei diesem Film wollte er aber einmal etwas anderes machen. Die Bilder sollten eher an den in Frankreich damals immer noch angesagten poetischen Realismus sowie den in Italien gerade zur Blüte gelangenden Neorealismus anschließen, als an die im Hollywood der 40er üblichen visuellen Ausdrucksformen. Siodmak sah im Neorealismus eine Art Weiterentwicklung des poetischen Realismus, der in Frankreich bereits in den 30er-Jahren zu großer Bekanntheit gelangt war, als auch Siodmak selbst dort gearbeitet hatte. Passend dazu wurde mit William H. Daniels ein Kameramann engagiert, der für Universal unter anderem bereits an „Stadt ohne Maske“ (1948) tätig gewesen war – dem Film noir, der berühmt dafür wurde, viele Szenen direkt in den Straßen New Yorks zu zeigen, die man teils ohne Wissen der Passanten gedreht hatte. Mit diesem Film wurde der Noir als Genre, der sich zuvor vor allem durch im Studio aufwändig inszenierte Licht-Schatten-Spannungen ausgezeichnet hatte, wobei man für die präzise ausgeleuchteten Szenen sogar ganze Straßenzüge in den Hollywood-Studios aufbaute, nun um eine realitätsnahe Komponente reicher, die dem ästhetisierten Stil anderer Noirs erstaunlicherweise sehr konträr gegenüber steht. Daniels gewann für seine Verdienste um „Stadt ohne Maske“ seinen einzigen, aber hochverdienten Oscar. Ferner arbeitete Siodmak für „Abgeschoben“ überwiegend mit italienischen Schauspielern, teils auch mit Laien zusammen, was die Wirkung umso authentischer macht. Daneben engagierte man den Franzosen Claude Dauphin für die Rolle des Ermittlers, der den Sprung nach Hollywood schaffen wollte und sich daher bereit erklärte für eine relativ geringe Gage aufzutreten, statt dem US-Publikum bekanntere Darsteller aus Hollywood mit nach Italien zu nehmen.

Drei Stars mit traurigem Schicksal in einem Film vereint

Die beiden einzigen gebürtigen US-Amerikaner im Ensemble sind die Darsteller der beiden kriminellen Widersacher, Jeff Chandler und Richard Rober. Märta Torén hingegen war gebürtige Schwedin, hatte dort aber nie eine namentlich genannte Filmrolle gespielt, ehe sie 1948 in Hollywood den Durchbruch schaffte. Leider eint alle drei das Schicksal, dass sie zu jung starben. Rober verlor sein Leben im Mai 1952, kurz nach seinem 42. Geburtstag in Folge eines Autounfalls, Torén erlag im Februar 1957 mit nur 30 Jahren in ihrer Geburtsstadt Stockholm einer Hirnblutung. Chandler schließlich starb im Juni 1961, wie Rober mit nur 42 Jahren, durch Ärztepfusch – in Folge einer notwendig gewordenen Operation, nachdem er sich am Set seines letzten Films „Durchbruch auf Befehl“ (1962), einer Regiearbeit von Samuel Fuller, verletzt hatte. Der Todesfall Chandler war seinerzeit ein großer Skandal in den USA, der zu rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Chandlers Familie und dem verantwortlichen Krankenhaus führte, da bei der ursprünglichen Operation eine Arterie verletzt worden war, worauf über einen Monat hinweg mehrere operative Rettungsversuche folgten, die Chandler trotz umfangreicher Bluttransfusionen aber nicht mehr retten konnten. Die mediale Aufmerksamkeit war entsprechend groß.

Torén, Chandler und Rober in diesem Film vereint zu sehen, kann einen als Freund des klassischen Hollywood-Kinos durchaus wehmütig stimmen, zugleich wird man sich aber auch der Wunderbarkeit des Mediums Film bewusst, das seine Schauspieler, zumindest in deren Rollen, auf ewig am Leben erhält. Jeff Chandler gehört schon seit Kindheitstagen zu meinen Lieblingsschauspielern und war mir selbst in seiner genialen, für damalige Hollywoodverhältnisse ungewöhnlich differenziert angelegten Schurkenrolle in „Der Herrscher von Kansas“ (1959) so sympathisch, dass ich am Ende des Films, Kind wie ich war, ziemlich mitgenommen gewesen bin. Ich erinnere mich nicht mehr, ob es der erste Film mit ihm war, den ich gesehen habe, aber noch recht gut an die Situation, wann und wo ich ihn gesehen habe. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, war er sogar Teil des am Sonntag damals üblichen Western-Vormittagsprogramms von Sat.1, das ich oft frequentierte, obwohl ich eigentlich noch viel zu klein dafür war – andererseits war es ja nicht meine Schuld als kleiner Bube, wenn solche Filme tagsüber, sogar vormittags, ausgestrahlt wurden. Aus heutiger Sicht kann ich dafür nur „Danke!“ sagen. Früh übt sich und mein Interesse an alten Hollywood-Filmen erwuchs aus solchen Erlebnissen. Später begann ich, Jeff Chandlers Filme zu sammeln, stieß schließlich auch auf „Abgeschoben“, einen von Robert Siodmaks unbekanntesten Universal-Filmen. Während Siodmak in der Folge das Studio und bald darauf auch die USA verließ, hatte Chandler gerade erst einen langfristigen Vertrag mit Universal unterzeichnet und diese beiden für das Studio rückblickend sehr wichtigen Persönlichkeiten begegneten sich bei den Dreharbeiten zu „Abgeschoben“ gewissermaßen am Scheideweg.

Für Märta Torén und Jeff Chandler war es nach „Schwert in der Wüste“ (1949) sogar die zweite Zusammenarbeit – dieser wiederum war Chandlers erster Universal-Film, gut sechs Jahre nach dem Drehstart von Siodmaks Universal-Debüt „Draculas Sohn“. Ursprünglich sollte der Hauptdarsteller aus „Schwert in der Wüste“, Dana Andrews, auch die Hauptrolle in „Abgeschoben“ spielen; er erwies sich aber schließlich als nicht verfügbar. John Garfield und Victor Mature wurden als Alternativen diskutiert – mit letztgenanntem hatte Siodmak bereits an „Schrei der Großstadt“, für 20th Century Fox, gearbeitet. Beide hätten zweifelsohne besser als Andrews, vielleicht sogar besser als Jeff Chandler in die Rolle gepasst, ehe dann aber der vertraglich frisch ans Studio gebundene Chandler schließlich den Zuschlag bekam. Chandler selbst sagte in einem Interview scherzhaft, er glaube, die Rolle womöglich nur bekommen zu haben, weil das Studio damit Geld spare.

Ein Flop in schwierigen Zeiten

Auch wenn man es aus heutiger Sicht nicht unbedingt erwarten würde, war „Abgeschoben“ grundsätzlich als Prestige-Projekt von Universal konzipiert. Mit anderen Worten: Der Film war einer der wenigen, für die das Studio 1949 größere Beträge freimachte, obwohl man sich gemeinhin gerade auf Sparkurs befand, da man jüngst Millioneneinbußen erlitten hatte. Den beteiligten Namen nach und hinsichtlich der Realisierung in Europa erfüllt der Film den Anspruch auf Größe sicherlich, inhaltlich allerdings nicht. Die im September 1949 gestarteten Dreharbeiten kennzeichneten sich durch einige Improvisationen. So schrieb Siodmak gemeinsam mit dem Produzenten, Robert Buckner, der von Haus aus Drehbuchautor war, noch während der Produktion in Italien das Drehbuch um. Unter anderem wurden spontan gesichtete Schauplätze, die dem Regisseur gefielen, eingearbeitet und notfalls Szenen mehr oder minder improvisiert ergänzt, um sehenswerte Drehorte in die Handlung zu integrieren. Bei Universal machte er sich damit keine Freunde, denn auf diese Weise zog Zeit ins Land, die Geld kostete. Kurioser Höhepunkt der Improvisationen: Für eine Szene wurden spontan zwei wirkliche Hafenpolizisten als Kleindarsteller eingebunden, die für diese Nebentätigkeit aber keine Erlaubnis hatten und deswegen von Vater Staat ins Gefängnis gesteckt wurden. Hätte all dieser Aufwand zu einem wirklich spannenden Film geführt, könnte man gut darüber hinwegsehen und würde Siodmak wohl sogar für seinen Einsatz hochleben lassen, de facto jedoch hatte der Film schon damals Schwierigkeiten beim Publikum und ist auch aus heutiger Sicht vor allem wegen der für einen Hollywood-Film von 1949/50 recht naturalistischen Kameraarbeit sowie aufgrund der heute natürlich brandaktuellen Abschiebungsthematik interessant. Zudem ist speziell Märta Torén in ihrer zwischen mysteriöser Dame in Schwarz und engagierter Mutter Teresa driftenden Rolle, die noch um ihren toten Mann trauert, aber bereits nach neuem Sinn sucht, eine durchaus ansehnliche Darbietung mit Profil gelungen.

Schwerer Stand bis heute

„Abgeschoben“ ist Robert Siodmaks einziger Universal-Film neben „Time Out of Mind“ (1947), von dem es weltweit offenbar noch keine DVD-Veröffentlichung gibt, während etliche seiner Hollywood-Filme in den Vereinigten Staaten mittlerweile sogar auf Blu-ray erschienen sind. Schon damals zeichnete er gewissermaßen Siodmaks Abgang aus Hollywood vor. Zwar hatte Siodmak bereits vor seinem Vertrag mit Universal für andere Studios in Hollywood gearbeitet und war auch während seiner Universal-Zeit ein paar Mal an die Konkurrenz verliehen worden, drehte nach „Abgeschoben“ aber nur noch „The Whistle at Eaton Falls“ (1951) für Columbia Pictures und „Der rote Korsar“ für die Warner Brothers, ehe er zunächst zurück nach Frankreich und dann nach Deutschland ging – die beiden Länder, in denen er vor dem Krieg ausgiebig gearbeitet hatte. In Deutschland gehörte „Abgeschoben“ zu den Siodmak-Filmen aus Hollywood, die nicht einmal einen Kinostart erhielten – womit er zwar nicht der einzige war, aber eine der aufwändigsten, finanziell prestigeträchtigsten US-Produktionen unter den betroffenen Filmen des Regisseurs. Erst im Dezember 1993 kam das Werk zu seiner Premiere und wurde dafür mit einer atmosphärisch leider schwachen TV-Synchronisation versehen.

Schon allein, weil der Film ästhetisch so ungewöhnlich für Siodmak ist, bleibt eine Veröffentlichung trotz der narrativen Mängel wünschenswert. Er mag zwar nicht die Größe und Spannung einiger anderer Siodmak-Noirs vorweisen, ist aber ein interessantes Genreexperiment mit europäischer Anbindung und inhaltlich zumindest ambitioniert. Ambitionierter als etwa „Gewagtes Alibi“, da „Abgeschoben“ sicherlich vieles ist, aber ganz sicher kein Abklatsch anderer US-Vorbilder im Noir-Genre geschweige denn anderer, früherer Siodmak-Filme. Der Film verfolgt eine recht individuelle Gangart, was ihn in gewisser Weise sympathisch und Siodmaks Gesamtwerk noch komplexer macht. Sehenswert ist „Abgeschoben“ nicht zuletzt auch deswegen, weil es Siodmaks letzter Film noir bleiben sollte, zumindest was sein Schaffen für Hollywood anbelangt, und der Film somit eine kurze, aber prägnante Ära abschließt, da dieses Genre Siodmak von Amerika aus Weltruhm eingebracht hatte. Umstritten ist übrigens, inwieweit die Geschichte der Hauptfigur auf der tatsächlichen Abschiebung des berüchtigten Gangsters Lucky Luciano nach Italien basiert. Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen, zumal der Film Smiths Vergangenheit und die Tragweite seiner kriminellen Aktivitäten in den USA recht offen lässt, mag er in Italien zum Zeitpunkt der Handlung noch so harmlos wirken. Immerhin ein zusätzlicher interessanter Aspekt an diesem insgesamt leider etwas schwerfälligen Streifen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Robert Siodmak sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jeff Chandler in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 89 Min. (Kino)
Altersfreigabe: FSK unbekannt
Originaltitel: Deported
USA 1950
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Robert Buckner, nach der Erzählung „Paradise Lost“ von Lionel Shapiro
Besetzung: Märta Torén, Jeff Chandler, Claude Dauphin, Marina Berti, Richard Rober, Silvio Minciotti, Carlo Rizzo, Mimi Aguglia, Adriano Ambrogi, Michael Tor
Verleih: Universal International Pictures

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use (User: Croscher)

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Robert Siodmak (VI): Draculas Sohn – Kein Platz für glücklich Verliebte

son_of_dracula-poster

Son of Dracula

Von Ansgar Skulme

Horror // Zuweilen vergucken sich Frauen in den falschen Mann, aber muss es denn gleich ein Vampir sein? Katherine Caldwell (Louise Allbritton) kommt aus wohlhabendem Hause, wo sie inmitten der versumpften Südstaaten ein fürstliches Leben führt. Ihre Sehnsucht jedoch gilt dem Grafen Alucard (Lon Chaney Jr.) aus Budapest, der sich extra für sie den weiten Weg bis in die Vereinigten Staaten gemacht hat. Zumindest glaubt sie, dass er sie ehrlich lieben würde. Was sie und er darunter verstehen, ist allerdings nicht dasselbe, denn nicht nur in Alucards Nachnamen spiegelt sich das Wesen Draculas. Ihr Verlobter Frank Stanley (Robert Paige) muss hilflos mit ansehen, wie die Frau dem Vampir blindlings in die Falle geht, und der Gebeutelte begeht einen schwerwiegenden Fehler, der ihn fast um den Verstand bringt. Doch Frank gibt sich so einfach nicht geschlagen. Viel mehr noch hat Alucard die Rechnung ohne den hauseigenen Doktor der Familie Caldwell (Frank Craven) und den Vampir-Experten Professor Lazlo (J. Edward Bromberg) gemacht, die in dem bissigen Ungarn unschöne Erinnerungen an Van Helsing wecken.

Erster Universal-Film für Robert Siodmak

Bevor Robert Siodmak mit „Die Schlangenpriesterin“ den dritten gemeinsamen Film von Maria Montez, Jon Hall und Sabu für Universal inszenierte, übertrug ihm Universal als erstes Projekt für das Studio die Regie beim dritten Teil der „Dracula“-Reihe, welcher Tod Brownings „Dracula“ (1931) und Lambert Hillyers „Draculas Tochter“ (1936) folgte. Dracula tauchte wenig später auch in den beiden von Erle C. Kenton inszenierten „Frankensteins Haus“ (1944) und „Draculas Haus“ (1945) auf, ehe die Ära der klassischen Universal-Horrorfilme endete – nicht zu vergessen natürlich die Parodie „Abbott und Costello treffen Frankenstein“ (1948) von Charles Barton, in der Dracula erstmals seit dem Original aus dem Jahr 1931 wieder von Bela Lugosi gespielt wurde. „Draculas Sohn“ jedoch war der dritte und letzte Film der Horror-Ära, die Universal kurz nach Beginn der Tonfilmzeit eröffnet hatte, welcher sich nur mit dem Vampir als monströse Kreatur beschäftigte. Die beiden unter Kentons Regie entstandenen Filme hingegen bilden ein Gipfeltreffen zwischen Dracula, dem Wolfsmenschen und dem Frankensteinmonster und nahmen in gewisser Weise heutige Formate wie das Marvel Cinematic Universe und das DC Extended Universe vorweg, indem man Fantasy-Figuren, die zuvor separat in eigenen Filmen aufgetaucht waren, in gemeinsamen Filmen zusammenführte. Der beste dieser Crossover-Filme ist „Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“ (1943) von Universals Sherlock-Holmes-Hausregisseur Roy William Neill – darin fehlte Dracula allerdings gänzlich, Bela Lugosi spielte stattdessen Frankensteins Monster.

Lon Chaney schafft das Bingo

Der Wolfsmensch war 1941 erst rund 10 Jahre nach Dracula und Frankenstein zum Universal-Horror gestoßen. Dies ermöglichte, dass er stets vom selben Schauspieler, Lon Chaney Jr., dargestellt wurde – wenngleich „Der Werwolf von London“ 1935 bereits von einem anderen Werwolf erzählt hatte, den in diesem Falle Henry Hull verkörperte. Nichtsdestotrotz durfte Chaney schon 1942, noch vor seinem zweiten Werwolf-Film, in „Frankenstein kehrt wieder“ auch als Frankensteins Monster die Kinoleinwände erobern; und kaum hatte Bela Lugosi ebenfalls das Monster verkörpert, machte Chaney das Trio komplett und wurde für „Draculas Sohn“ zum titelgebenden Vampir. Damit ist Chaney Jr. der einzige Schauspieler, der im Grunde alle drei Figuren, die in der „Monster Legacy DVD Collection“ von Universal sogar als Büsten enthalten sind, in Filmen des Studios verkörpert hat. Für das Vorankommen der Handlung von „Draculas Sohn“ macht es faktisch keinen Unterschied, dass es sich nicht um Dracula, sondern dessen Sprössling handelt – beide sind untot und Alucard wird im Wesentlichen so behandelt als sei er sein Vater, die Story geht auf den Umstand, dass er der Sohn ist, oder die etwaige Beziehung zum Vater so gut wie gar nicht ein. Damit schloss sich ein Kreis, da Lon Chaney Juniors wirklicher Vater nicht nur ein großer Stummfilmstar des Horror-Kinos war, sondern auch ursprünglich in Universals erstem „Dracula“-Tonfilm die Titelrolle hatte spielen sollen. Erst Chaney Seniors plötzlicher Tod brachte Bela Lugosi ins Spiel, der die Rolle zuvor auch auf der Bühne gespielt hatte.

Ein recht dramatisches Vergnügen

Robert Siodmak inszenierte „Draculas Sohn“ effizient mit kurzer Drehzeit, bei einer Vergütung von gerade einmal 125 Dollar pro Woche, jedoch trotzdem fesselnd und ziemlich pessimistisch. Strahlende Heldenfiguren sind im US-Horrorfilm der damaligen Zeit ohnehin eher selten, da die eigentlichen Helden, die die Monster zur Strecke bringen, oft älteren Semesters sind. Sogar schmückendes Schauspielerbeiwerk, welches sinngemäß einfach nur da ist, um gut auszusehen, sucht man in „Draculas Sohn“ jedoch zum Glück vergebens. Und störendes schmückendes Beiwerk waren in diesen Filmen wohlgemerkt oftmals eher Männer als Frauen! Üblicherweise findet sich in Universal-Horrorfilmen eine männliche Figur im Alter von etwa 30 bis 40 Jahren, die zu den Gegenspielern der Monster, Kreaturen und Verrückten gehört und somit das Gute repräsentiert, während oft – wenn auch nicht immer – gleichzeitig andere, gestandenere Männer in relativ großen Rollen gegen die Bedrohung vorgehen. Bekanntestes Beispiel für die zweite Kategorie: Van Helsing in „Dracula“, der in den damaligen Filmen wesentlich älter war als in der heute bekannten Adaption „Van Helsing“ mit Hugh Jackman aus dem Jahr 2004. Leider allerdings wirken die schicken jungen Männer, ob nun in Neben- oder größeren Rollen, inmitten der düsteren Storys oft reichlich deplatziert, um nicht zu sagen wie Weicheier. Während es beispielsweise Patric Knowles bei seinen Auftritten im Genre noch recht gut gelang, nicht nur den weiblichen Zuschauern etwas fürs Auge zu bieten, sondern auch als gebildeter Kopf zu überzeugen, ist die seifige Liebesgeschichte mit dem mäßig talentierten David Manners in der Rolle des John Harker im ersten „Dracula“ von 1931 ein großer Minuspunkt des Films und verdeutlicht die Problematik sozusagen im Extremfall. Manners war gewissermaßen der negative Höhepunkt, den dieser belanglose Figurentyp seinerzeit im Horrorfilm hervorbrachte – der Bedrohung überhaupt nicht gewachsen, stattdessen ständig um eine Frau kreisend. Nun gut, John Harker ist eine durch die Literatur vorgezeichnete Figur und das Problem liegt auch an den Drehbüchern und einem Regisseur wie Tod Browning, aber nicht unwesentlich eben bedauerlicherweise auch an den Darstellungen dieser Rollen durch die jeweiligen Schauspieler. Es läuft letztlich auf eine simple Gleichung hinaus: Während der alte Van Helsing das Problem löst, ist der junge Harker am Jammern um seine arme Angebetete. Wer braucht sowas in einem Spannungsfilm? Mit Manners manifestierte sich das Bild vom liebestollen, überforderten Yuppie-Verschnitt neben klugen Professoren und vielen Verrückten, Monstern und Kreaturen leider recht frühzeitig im Männerbild des US-amerikanischen Horror-Tonfilms – was nicht heißt, dass es derartige Figuren in diesem Genre nicht auch schon früher gegeben hatte.

Es geht auch mit psychologischer Tiefe

Umso erfreulicher ist, dass Robert Paige in „Draculas Sohn“ eindrucksvoll zeigte, wie es auch anders gehen kann. Seine Figur ist alles andere als ein Jammerlappen oder ein Held nach Maß, sondern eine wirklich tragische Gestalt, die zunächst wie der klassische Universal-Mittdreißiger wirkt, dann aber Fehler macht und an den Rand des Wahnsinns gerät. Was zunächst noch nach Manners aussieht, wirkt plötzlich streckenweise beinahe wie Draculas berühmter Diener Renfield. Paige lässt seine Figur überzeugend allein gegen alle dastehen und wird von Siodmak und Kameramann George Robinson atmosphärisch, in verzweifelter Rastlosigkeit rennend, durch die Sumpflandschaften gejagt. Was diese Figur innerhalb des kurzen Films für eine Entwicklung durchmacht, ist innerhalb der Universal-Horrorfilme am besten mit dem Wolfsmenschen verglichen – und das, obwohl diese Rolle des Frank Stanley weder eine Kreatur ist noch zu einem Monster wird. Die Brüder Siodmak – Robert in der Regie und Curt als Vater der Story – gaben dem Universal-Horrorfilm damit eine relativ große Ladung psychologisch interessierter Tiefe mit. Parallelen zu „Der Wolfsmensch“ sind kein Zufall, da Curt Siodmak für diesen Film das Drehbuch verfasst hatte. Erfreulicherweise wurde in „Draculas Sohn“ zudem auch nicht daran gespart, die Diener der Caldwells zu zeigen und authentisch mit afro-amerikanischen Schauspielern zu besetzen – darunter Etta und Sam McDaniel, die Geschwister der berühmten ersten afro-amerikanischen Oscar-Preisträgerin Hattie McDaniel („Vom Winde verweht“). Eine angenehme politische Dimension und zudem ein ungewöhnliches Bild für das Horror-Genrekino der 30er und 40er, da die Filme meist in Europa spielten. Hier jedoch fand sich Dracula das erste Mal auf US-Boden wieder und auch erstmals zeigte in „Draculas Sohn“ ein Film die Transformation von einer Fledermaus in einen Vampir im Bild, mit Hilfe gut durchdachter und geschnittener Übergänge in Form von Animationen.

Dracula umzingelt von guten Nebenfiguren

Die einzige etwas enttäuschend kurzgehaltene Figur im Film ist die von Evelyn Ankers dargestellte Claire Caldwell. Die selbst aufwendig gestylt stets noch sympathisch und natürlich wirkende Ankers – zur damaligen Zeit ein bekanntes Gesicht in Universal-Filmen – spielt die Rolle jedoch überzeugend und angenehm unaufdringlich. Ankers wurde seit „Der Wolfsmensch“ gewissermaßen als reguläres weibliches Pendant von Lon Chaney Jr. in dessen Universal-Horrorfilmen etabliert. Insgesamt traten sie von 1941 bis 1945 in fünf Horrorfilmen gemeinsam auf. Darüber hinaus gibt es noch drei weitere Filme aus den Jahren 1942 bis 1944, in denen Ankers und Chaney Jr. in Nebenrollen ebenfalls mitspielten. Auch Lon Chaney Jr. machte in „Draculas Sohn“ einen recht guten Job, obwohl er für einen Vampir eine ziemlich gewöhnungsbedürftige, physisch ungewöhnlich robuste Besetzung war. Andererseits trat er nach mehr als zehn Jahren schließlich die unmittelbare Nachfolge von Bela Lugosi an, da in der ersten Fortsetzung eine Frau die Rolle des Vampirs eingenommen hatte, und konnte die Rolle zum damaligen Zeitpunkt noch relativ unproblematisch neu definieren. Obwohl Chaney Jr. als Dracula überraschend gut funktioniert, wird ihm von Robert Paiges hingebungsvoller Performance aber ebenso die Show gestohlen wie von dem damals bereits 67-jährigen Frank Craven und dem 39-jährigen J. Edward Bromberg, der allerdings eine wesentlich ältere Rolle verkörperte. Craven und Bromberg spielen eine Art doppelten Van Helsing und machen das weitaus sympathischer als der etwas steife Edward Van Sloan, der mit seiner Van-Helsing-Darstellung auf der Bühne und in den ersten beiden Tonfilmen der Universal-Reihe die Vorlage geliefert hatte. Gegen so viel gestandene schauspielerische Präsenz hatte es der im positiven Sinne bescheidene Star-Sohn Chaney Jr., der in anderen Genres auch immer wieder auffällig kleine Rollen neben seinen Horror-Hauptrollen übernahm, mit zu wenigen Szenen in diesem Film dann doch schwer. Am Ende geht es in „Draculas Sohn“ eigentlich mehr um Frank Stanley als um den Grafen Alucard, aber das verschleiern der Titel und die Regie von Siodmak lange Zeit gekonnt.

Das waren noch Zeiten

Leider sind die Zeiten vorbei, als US-amerikanische Major-Labels hauseigene Klassiker bei uns als DVD-Premieren auf den Markt brachten. 2004 jedoch sah die Welt anders aus und „Draculas Sohn“ gehörte zu einer Reihe von Fortsetzungen der bekannten Universal-Horrorfilme um Dracula, Frankenstein und den Wolfsmenschen, die in einer großen Box mitsamt dreier Statuen der besagten Figuren erstmals veröffentlicht wurden und eigens dafür sogar eine direkt für die DVDs erstellte deutsche Synchronisation erhielten. Diese „Universal Monster Legacy DVD Collection“, die neben den Dracula-, Frankenstein- und Wolfsmensch-Filmen auch noch ein paar weitere Horrorklassiker des Studios enthält, kann man getrost als die im Gesamtumfang wahrscheinlich aufwendigste DVD-Veröffentlichung von Hollywood-Klassikern bezeichnen, die ein aus einem damaligen Studio hervorgegangenes Label in Deutschland jemals realisiert hat. In den USA fiel die Legacy Collection sogar noch umfangreicher aus und beinhaltete auch die zeitgenössischen Fortsetzungen zu „Der Unsichtbare“ (1933) und „Der Schrecken vom Amazonas“ (1954), welche in Deutschland mittlerweile aber fast gänzlich durch andere Labels veröffentlicht worden sind. Die Box als gesamte hält zudem reichlich Bonusmaterial, Trailer und Audiokommentare bereit.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Robert Siodmak sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, solche mit Lon Chaney Jr. in der Rubrik Schauspieler.

the_monster_legacy_dvd_collection-packshot

Veröffentlichung: 14. Oktober 2004 als DVD in der „The Monster Legacy DVD Collection“ (18 Filme, 3 Deko-Büsten)

Länge: 77 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch, Französisch, Niederländisch
Originaltitel: Son of Dracula
USA 1943
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Eric Taylor, nach einer Geschichte von Curt Siodmak
Besetzung: Lon Chaney Jr., Frank Craven, Robert Paige, Louise Allbritton, J. Edward Bromberg, Evelyn Ankers, Pat Moriarity, Etta McDaniel, Adeline De Walt Reynolds, Jess Lee Brooks
Zusatzmaterial: Original-Wiederaufführungstrailer
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use, Packshot: © Universal Pictures Germany GmbH

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: