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Ein himmlischer Liebhaber – Robert Downey jr. schlägt wiedergeboren über die Stränge

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Chances Are

Liebeskomödie // Pro-Prolog – das Jahr 1963: Louie Jeffries (Christopher McDonald) und Corinne (Cybill Shepherd) heiraten. Als Louies Trauzeuge fungiert Philip (Ryan O‘Neal), bester Freund der beiden – der Corinne natürlich ebenso liebt, aber ein anständiger Kerl ist.

Mittels Seelenwanderung zügig zurück auf die Erde

Prolog: Am Hochzeitstag offenbart Corinne ihrem Mann, dass sie schwanger ist. Kurz darauf ist Louie tot, beim Überqueren einer Straße hat er nicht aufgepasst und ist von einem Auto erfasst worden. Seine Seele landet in einer Zwischenwelt, wo er dermaßen herumquengelt, dass man ihm die sofortige Wiedergeburt als Sohn der Eheleute Finch genehmigt. Leider misslingt es, ihm die Spritze für das vollständige Vergessen seiner Vergangenheit zu verabreichen.

Riskant: Reinkarnation ohne Tilgung der Erinnerungen

Die Haupthandlung setzt 23 Jahre später ein: Yale-Absolvent Alex Finch (Robert Downey jr.) macht durch Zufall die Bekanntschaft von Philip, der sich nach wie vor vor Sehnsucht nach Corinne verzehrt. Die aber klammert sich an ihre verlorene Liebe. Parallel verliebt sich Alex in Corinnes und Louies Tochter Miranda (Mary Stuart Masterson). Als er im Hause Jeffries zu Gast ist, spuken ihm einige seltsame Erinnerungen im Kopf herum, bis ihm schließlich klar wird: Er ist die Wiedergeburt von Corinnes Ehemann Louie. Weil er dessen Seele in sich trägt, ist er auf eine sonderbar spirituelle Weise gleichzeitig Mirandas Vater. Die Verwicklungen nehmen ihren Lauf.

Ist das romantisch und amüsant? Auf eine etwas altbacken 80er-Jahre-Art und Weise sicherlich. Spielfreudige Stars ergehen sich in allerlei Albernheiten. Das gleitet bisweilen etwas zu sehr ins Klamaukige ab, etwa wenn Downeys Alex mit einer dicken und reichen Matrone eine kesse Sohle aufs Parkett legt, um ihr eine satte Spende für eine von Corinne organisierte Ausstellung im Museum aus dem Kreuz zu leiern.

Humor aus den 80ern

Von der zeitgenössischen Filmkritik ist „Ein himmlischer Liebhaber“ seinerzeit wohlwollend aufgenommen worden. Das lässt sich heute nicht mehr ganz halten, der dort gezeigte Humor ist doch etwas in die Jahre gekommen. Die Fantasy-Sequenz in der Zwischenwelt unmittelbar nach Louies Tod wirkt reichlich absurd. Lassen wir „Ein himmlischer Liebhaber“ als leidlich unterhaltsame Liebeskomödie mit Fantasy-Einschlag durchgehen. Fans von Robert Downey jr. können ihren Liebling mal blutjung genießen, sollten sich aber auf einige Overacting-Sequenzen einstellen.

Veröffentlichung: 28. August 2015 als DVD

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Chances Are
USA 1989
Regie: Emile Ardolino
Drehbuch: Perry Howze, Randy Howze
Besetzung: Robert Downey jr., Cybill Shepherd, Ryan O’Neal, Mary Stuart Masterson, Christopher McDonald, Josef Sommer, Joe Grifasi, Henderson Forsythe
Zusatzmaterial: US-Kinotrailer, US-TV-Spot, Bildergalerie seltener Artworks, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2015 Al!ve AG / explosive media

 

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The Driver – Aus dem amerikanischen Traum erwacht

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The Driver

Gastrezension von Simon Kyprianou

Actionthriller // Walter Hills „The Driver“ ist radikal auf das Wesentliche reduziert, vollkommen entschlackt, kein Bild und kein Dialog ist überflüssig. Die Handlung ist also simpel: Ein Driver (Ryan O‘Neal), also ein Fluchtwagenfahrer für Verbrecher, gerät ins Visier eines verbissenen Detectives (Bruce Dern), der alles daran setzt, ihn zu schnappen.

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Die Autos bleiben nicht lange heil

Die Figuren sind anonymisiert, untrennbar an ihre Rollen gebunden, The Driver, The Detective und The Player. Sie scheinen gefangen zu sein in diesen Rollen und in der düsteren Neoenstadt, in der Walter Hill sie einsperrt. Den ganzen Film über versuchen sie auszubrechen aus ihrem Schicksal und aus der Stadt zu fliehen, sie suchen nach Erlösung.

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Der Driver (l.), ein harter Hund …

Hill, der zuletzt Sylvester Stallone in „Shootout – keine Gnade“ eine gelungene Plattform bot, hat mit „The Driver“ eine Art Neo-Western inszeniert, ein Duell zwischen dem Driver und dem Inspector, aber ein herkömmliches Gut und Böse Schema gibt es nicht, Indentifikation oder Symphatien werden verwehrt. Die Grenzen zwischen den Fronten verwischen bis zur Unkenntlichkeit, niemand steht noch für irgendetwas, Menschlichkeit gibt es keine mehr, in Hills dreckigem Film-Noir. Nur in einem einzigen tragischen Moment lässt sich Walter Hill zu großer Sensibilität und Zärtlichkeit hinreißen.

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… trifft auf eine Femme fatale

Hills Schauplätze sind urbane Ungeheuer, unpersönliche Appartments, dreckige Straßen, schmuddlige Bars, die Stadt ist eine kaputte Welt, die ihre Bewohner abarbeitet. So sehr der Regisseur mit Genre-Stereotypen arbeitet, so unberechenbar ist „The Driver“ aber auch, so sehr stellt er Genres und Stereotypen in Frage, so sehr spielt er mit ihnen.

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Der Detective (r.) und sein Team

Die Verfolgungsjagten sind hochkinetisch und hitzig, brachial und schnell und doch übersichtlich und präzise gefilmt. Alle Verfolgungsjagten dauern recht lange, sie sind der nicht enden wollende Kampf ums rohe Überleben. Das Duell zwischen dem Detective und dem Driver ist das Duell zweier großer Schauspieler. Ryan O‘Neal und Bruce Dern, letztgenannter ist der wohl beste Schauspieler, den das New Hollywood hervorgebracht hat. Ihr konzentriertes und unerbittliches Spiel kreiert unheimlich klar konturierte, dominante Figuren und treibt den Film gnadenlos voran. Isabelle Adjani, hier noch blutjung, gibt die Femme fatale, verführerisch und sexy, und doch melancholisch und tief verletzt. Sie ist die tragischste Figur des Films, denn sie hat sich mit dem unabwendbaren Scheitern von vornherein arrangiert, hat alle Hoffnung fahren lassen.

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Verfolgungsjagd Old School – wunderschön!

So amerikanisch die Genres auch sind, die Walter Hill bedient, also der Western und der Film noir, so sehr ist „The Driver“ mit seinem radikal hoffnungslosen Ende eine Dekonstruktion dieser Genres und das Erwachen aus dem amerikanischen Traum.

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Die Gewalt bricht durch

Walter Hill bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

The Driver (1978)
The Warriors (1979)
Long Riders (1980, geplant)
Die letzten Amerikaner (1981)
Straßen in Flammen (1984)
Red Heat (1988)
Shootout – Keine Gnade (2012)

Veröffentlichung: 10. Juli 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The Driver
USA/GB 1978
Regie: Walter Hill
Drehbuch: Walter Hill
Besetzung: Ryan O‘Neal, Bruce Dern, Isabelle Adjani, Ronee Blakley, Matt Clark, Rudy Ramos
Zusatzmaterial: Alternativer Anfang, TV-Spots, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Studiocanal Home Entertainment

 

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