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Der Dieb von Bagdad – Das Vermächtnis der Korda-Brüder

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The Thief of Bagdad

Von Ansgar Skulme

Fantasy-Abenteuer // Der heimtückische Großwesir Jaffar (Conrad Veidt) hat sich am Hofe von Bagdad das Vertrauen des rechtmäßigen Kalifen Ahmad (John Justin) erschlichen. Er giert nach dem Thron und der wunderschönen Prinzessin von Basra (June Duprez). Ahmad jedoch findet, ganz am Boden angelangt, einen Verbündeten in Abu (Sabu), dem Dieb von Bagdad. Nun gilt es, Jaffar zu stürzen und die Prinzessin zu retten. Der Weg dorthin führt vorüber an wundersamen Puppen und Spielzeugwesen, einem magischen Lampengeist (Rex Ingram), dem All-Sehenden-Auge und dessen düsteren Wächtern, monströsen Ungeheuern, einem fliegenden Teppich und vielen weiteren Sonderbarkeiten aus Tausendundeiner Nacht.

„Der Dieb von Bagdad“ wurde mit dem Anspruch produziert, ein großes buntes Abenteuer aus dem fernen Orient zu zeigen, das alles Fabelhafte der Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht zusammenführt. Daher verwundert es auch wenig, dass legendäre Gestalten der orientalischen Wunderwelt, wie Hārūn ar-Raschīd und Sindbad, zumindest in Nebensätzen untergebracht werden und Abus Entwicklung mehrfach Parallelen zur allseits bekannten Geschichte Aladdins aufweist. Neben allen Reminiszenzen an bekannte Geschichten und Personen aus Tausendundeiner Nacht und sagenumwobene Städte wie Bagdad, Basra und Samarkand vereint der Film zudem fast alle damals bekannten Spezialeffekt-Techniken. Obendrein wurde für „Der Dieb von Bagdad“ das Bluescreen-Verfahren entwickelt, das den Geist so riesig und ein Pferd fliegend erscheinen lassen konnte. Für diese Effekte aus der Schmiede von Larry Butler und Jack Whitney gab es einen von drei Oscars. Der Film griff allerdings nicht nur viele der besagten populären Elemente auf und vermischte sie, sondern war wiederum für andere Filme so richtungsweisend, dass sich etwa die Disney-Zeichner noch über 50 Jahre später bei der Arbeit an „Aladdin“ (1992) sowohl für den Großwesir als auch den Lampengeist eindeutig vom Aussehen Conrad Veidts und Rex Ingrams in ihren Rollen in „Der Dieb von Bagdad“ inspirieren ließen. Und zweifellos ist es auch eine Hommage an den Film von 1940, dass Aladdins Affe im Disney-Film den Namen Abu trägt und sich beide als Diebe durchs Leben schlagen.

Endpunkt Bagdad: Britische Blockbuster der 30er-Jahre

An dem Produzenten und Regisseur Alexander Korda und seinem stärker der Regie zugeneigten Bruder Zoltan führte im britischen Kino der 30er-Jahre kein Weg vorbei, wenn es um an internationalen Schauplätzen produzierte Abenteuer-Großproduktionen ging. Nur wenige US-Filme, wie etwa Irving Thalbergs „Trader Horn“ (1931), konnten ihnen dahingehend das Wasser reichen. Die in Österreich-Ungarn geborenen Korda-Brüder waren aufgrund ihrer Beharrlichkeit und ihres Erfolges gewissermaßen die Gründerväter des Blockbuster-Kinos im Tonfilm, indem sie für Abenteuergeschichten um die Welt reisten und schließlich auch mit den Spezialeffekten in ihren Filmen neue Größenordnungen erschlossen. Sie scheuten keine Kosten und Mühen, um außergewöhnliche Schauplätze in spektakulären Bildern mit spannenden Geschichten, zu Unterhaltungszwecken, aber ganz nebenbei auch mit hohem dokumentarischem Wert, auf die Leinwand zu bringen. Gemeinsam realisierten sie unter anderem den nach Motiven von Edgar Wallace in Afrika gedrehten „Bosambo“ (1935), wie auch die „Vier Federn“-Verfilmung von 1939. Für „Elefanten-Boy“ (1937) wurde der indische Junge Sabu als Hauptdarsteller von Robert J. Flaherty – dem berühmten Dokumentarfilmer, der hier gemeinsam mit Zoltan Korda Regie führte – entdeckt. Alexander und Zoltan Korda führten die Zusammenarbeit mit Sabu in „Gefahr am Doro-Pass“ (1938) fort, „Der Dieb von Bagdad“ wurde der dritte Film des Trios. Mit „Das Dschungelbuch“ folgte 1942 ein vierter, ehe Sabu erst bei seinem fünften Film „Arabische Nächte“ (1942) erstmals unter einem anderen Produzenten arbeitete. „Arabische Nächte“ war für Hollywood die Geburtsstunde des hauseigenen Tausendundeine-Nacht-Films in Technicolor. Der erste Universal-Film überhaupt, der im Drei-Farben-Verfahren von Technicolor gedreht und natürlich von „Der Dieb von Bagdad“ beeinflusst wurde. Die Korda-Produktion war zwar in den USA fertiggestellt worden, blieb originär aber britisch – eine Herausforderung für Hollywood, der mit „Arabische Nächte“ eine Reaktion folgte. Weihnachten spielte für den neuen kunterbunten Tausendundeine-Nacht-Film, wie man ihn nie zuvor gesehen hatte, eine wesentliche Rolle, denn sowohl „Der Dieb von Bagdad“ als auch „Arabische Nächte“ hatten ihren regulären Kinostart in Großbritannien bzw. den USA am 25. Dezember. Ein nicht ganz neues, aber von Grund auf erneuertes Subgenre des Abenteuerfilms war geboren, das um schwarz-weiße Produktionen fortan einen großen Bogen machte. Vielmehr hielten die Bonbon-Farben Einzug in den Tausendundeine-Nacht-Film und das Genre funktionierte bis weit in die 50er-Jahre hinein, wenngleich sich die Zahl der Filme einigermaßen überschaubar gestaltet, was eine logische Folge aus der ziemlich konsequenten Vermeidung schwarz-weißer Beiträge ist.

Von Anfang an Probleme

Es ist beinahe schon sensationell wie rund „Der Dieb von Bagdad“ als filmisches Erlebnis wirkt, wenn man sich seine chaotische Produktionsgeschichte bewusst macht. Die Dreharbeiten begannen in London, im Frühjahr 1939. Zunächst war das Drehbuch aber unvollendet, und Miles Malleson, der im Film den spielzeugliebenden Sultan spielt, orientierte sich an den Wünschen von Alexander Korda, als er die Aufgabe bekam, das Skript auf den Punkt zu bringen. Auch in der Regie taten sich sofort Probleme auf, da der deutsche Regisseur Ludwig Berger eine völlig andere Vision als Alexander Korda hatte, die gegensätzlicher kaum sein konnte und alles andere als großes, buntes Effektkino verhieß. Weiß der Himmel, warum man dies erst feststellte, nachdem Berger bereits engagiert worden war. Offen ist auch, warum Alexander Korda, der zwar schon etliche Filme mit anderen Regisseuren produziert hatte, bei seinen Abenteuer-Großproduktionen aber verlässlich auf seinen Bruder Zoltan setzte, hier zunächst nicht auf ihn baute. Mit Michael Powell, der gerade erst seinen zukünftigen Regie-Partner Emeric Pressburger kennengelernt hatte, wurde ein guter Ersatz für Berger gefunden. Berger inszenierte einige der ruhigen, kammerspielartigen Szenen, Powell viele andere Aufnahmen, die in Großbritannien realisiert wurden. Wahrscheinlich hätte Powell den Film auch fertigstellen dürfen, wäre er nicht durch Einbruch des Krieges für die Produktion von Propagandamaterial abberufen worden. Churchill brauchte Powells Dienste, daher musste Korda auf ihn verzichten.

Eine Vision ordnet das Chaos

Auch für „Der Dieb von Bagdad“ hatten die Korda-Brüder ursprünglich in Afrika drehen wollen, doch das verhinderte der Zweite Weltkrieg. Stattdessen wich man für die Außenaufnahmen unter anderem in den Grand Canyon und das Wüstengebiet Painted Desert in den USA aus. All das dauerte so lange, dass Sabu mittlerweile in seinem Wachstum stark fortgeschritten war. Folge: Szenen mit ihm musste man noch einmal drehen. Als Powell-Ersatz wurde der US-Amerikaner Tim Whelan für die Regie verpflichtet, jedoch probierten sich im Verlauf der Produktion sowohl Zoltan als auch Alexander Korda ebenfalls in der Regie. Nicht zuletzt durfte auch William Cameron Menzies in dieser Eigenschaft mitwirken, der für Korda bereits die H.-G.-Wells-Verfilmung „Was kommen wird“ (1936) inszeniert hatte, bei „Der Dieb von Bagdad“ aber eigentlich nur als Ausstatter und Koproduzent mit im Boot war. Einen seiner bekanntesten Filme inszenierte Menzies allerdings erst später: „Invasion vom Mars“ (1953). Insgesamt brachte es „Der Dieb von Bagdad“ also nicht nur auf eine Vielzahl verschiedenartiger Spezialeffekte, zahlreiche populäre Tausendundeine-Nacht-Figuren sowie diverse Gimmicks von der Wunderlampe bis zum fliegenden Teppich, sondern auch auf nicht minder spektakulär viele – nämlich sechs – Regisseure.

Dass der Kameramann Georges Périnal sich seinen Oscar redlich verdient hat, liegt angesichts dessen fast schon auf der Hand. An ihm und dem Cutter Charles Crichton sowie dem Komponisten Miklós Rózsa war es, dem vielen Material, das ihnen die verschiedenen Regisseure abverlangten und lieferten, eine Linie und Ordnung zu geben. All das immer getreu der Vision Alexander Kordas, die in etwa besagte, ein großes, buntes Abenteuer zu erschaffen. Angeblich hat Rózsa zudem auch an der Story mitgewirkt – es würde ins Bild des großen Durcheinanders voller kreativer Köpfe mit vielen Fähigkeiten passen. Die Musik allerdings ging als einzige unter den vier Oscar-Nominierungen des „Diebs von Bagdad“ leer aus – in der Kategorie setzte sich Disneys „Pinocchio“ (1940) bei der Preisverleihung durch. Der dritte Oscar für „Der Dieb von Bagdad“, neben den Effekten und der Kameraarbeit, ging an Vincent, den jüngeren Bruder von Alexander und Zoltan Korda. Er war federführend für die Ausstattung verantwortlich, neben Kollegen wie besagtem William Cameron Menzies, die ihren Teil beisteuerten. Menzies konnte unter anderem dahingehend kreativ zuarbeiten, dass er bereits an der Stummfilmversion von Raoul Walsh mit Douglas Fairbanks in der Hauptrolle mitgewirkt hatte, die 1924 erschienen war.

Conrad Veidt behält die Ruhe

Inmitten dieser mehr als schwierigen Produktionsumstände fanden sich dann auch noch drei junge Hauptdarsteller, die allesamt bisher kaum Kinoerfahrung hatten. Für John Justin war es der erste Film überhaupt und Sabu war ein minderjähriger Laiendarsteller, der zuvor erst zwei Filme gedreht hatte, wenngleich sich sein enormes Naturtalent bereits da abzeichnete. June Duprez, die ebenfalls eine Entdeckung aus dem Kino-Universum der Korda-Brüder war und zuvor schon ein paar Filme unter dem Produzenten Alexander Korda gedreht hatte, spielte hier auch erst ihre sechste Kinorolle mit namentlicher Erwähnung, wobei sie riesige Fußstapfen zu füllen hatte, da ihre Rolle der Prinzessin ursprünglich für Vivian Leigh vorgesehen war, die durch ihre Arbeit an „Vom Winde verweht“ (1939) letztlich aber aus der Produktion ausschied. Diesem Dreigestirn, dass von Universal in deren Tausendundeine-Nacht-Filmen wenig später mit Maria Montez, Jon Hall und erneut Sabu – nicht nur mittels optischer Ähnlichkeiten der Schauspieler – kopiert wurde, stand ein Mann gegenüber, der allein schon mehr als 100 Filme gedreht hatte: Conrad Veidt. In Deutschland durch Stummfilme berühmt geworden, dann vor den Nazis nach England geflohen, wo er unter anderem „Jud Süß“ in einer heute wenig bekannten Verfilmung von 1934 spielte, verkörperte er als Deutscher nun einen arabischen Schurken – und das so gut, dass man es schon als stilbildend bezeichnen kann. Ebenso wie Sabu verhalf „Der Dieb von Bagdad“ auch Conrad Veidt zum Durchbruch in den USA, doch viel hatte er davon nicht mehr, da er gut zwei Jahre nach der Premiere mit nur 50 Jahren einem Herzinfarkt erlag. Veidt schuf mit seinem Jaffar eine absolut ikonische Figur des diabolischen Bösen im Film. Er soll sich am Set, so ist es überliefert, ganz entgegen seiner Rolle, als beruhigender Pol erwiesen haben, der den jungen Kollegen Rückhalt gab. Ähnlich wie Sir Laurence Olivier, der am Set von Kollegen einfach „Larry“ genannt werden wollte – mochte ihm noch so ein großer Ruf vorauseilen und sie in Ehrfurcht erstarren lassen –, war Veidt selbst für einen Debütanten wie John Justin einfach nur „Connie“. Verständlich aber, dass Veidt, trotz dass er den Schurken spielte, bei seinem großen Namen zumindest an erster Stelle der Credits genannt wurde.

Festgehalten werden muss allerdings auch, dass die Unerfahrenheit der anderen Hauptdarsteller keinesfalls ihre Leistungen schmälert. John Justin schafft es, den wohlhabenden Kalifen ohne jegliche Schmierigkeit zu spielen. Er ist kein Schönling, sondern einer, dem man abnimmt, dass er sich für sein Volk zu interessieren versucht und dessen Emotionen sogar in den Liebesszenen glaubhaft und natürlich wirken. June Duprez bezaubert mit einer kindlichen Naivität und Neugier, die die ihr im Film vorauseilende unsagbare Schönheit angenehm kontrastieren. Sabu jedoch setzt allem die Krone auf. Er mag ein Laie gewesen sein, aber genau das gibt ihm eine unvergleichlich liebenswerte Authentizität. Sein Abu wird mit diesem Film zu einem repräsentativen Gesicht für alle Träumer und Abenteuerlustigen, die mit kleinsten Mitteln Großes schaffen. Ein Vorbild für Kinder, ein Blick zurück nach vorn für Erwachsene. Er scheint zu reden wie ihm der Schnabel gewachsen ist, sein Lachen steckt an, sein bübischer Humor lässt einen wieder Kind sein, obwohl er selbst damals schon ein Teenager war. Man glaubt ihm, dass er aus der Mitte der Ärmsten der Armen kommt. Aus ihm spricht eine Aufrichtigkeit, die berührt und motiviert. Wie er, der den ganzen Film über mit freiem Oberkörper umherturnt, schließlich in feiner Garderobe landet, aber damit so gar nichts anfangen kann und auf seine eigene Art zur Musik von Miklós Rózsa in den Sonnenuntergang „reitet“, ist einer der wahrscheinlich schönsten Momente des klassischen Hollywood-Kinos. Ein Moment, der den Zuschauer mit dem Gedanken in den Abspann entlässt, dass an diesem Film eigentlich alles, aber auch wirklich alles stimmig ist. Der Film endet, und man hat ein ums andere Mal Freudentränen wie auch Tränen der Rührung in den Augen.

Eine Synchro in derselben Liga wie der Film

Da Conrad Veidt schon vor Ende des Zweiten Weltkriegs starb, eröffnete sich ihm nie die Option, sich in deutschen Synchronfassungen seiner englischsprachigen Rollen selbst zu sprechen. „Der Dieb von Bagdad“ weist nichtsdestotrotz eine erstklassige deutsche Synchronfassung auf, die ab August 1949 in den Kinos lief. Veidts Part wurde von Ernst Wilhelm Borchert übernommen, der bereits kurz nach dem Krieg als einer der Hauptdarsteller in Wolfgang Staudtes berühmtem „Die Mörder sind unter uns“ (1946) vor der Kamera auf sich aufmerksam gemacht hatte, sich dann aber zunehmend auf das Synchronisieren verlegte. Er sprach später unter anderem Alec Guinness in „Die Brücke am Kwai“ (1957), Charlton Heston in „Ben Hur“ (1959), Richard Burton in „Cleopatra“ (1962), häufig auch Henry Fonda, Richard Widmark, James Mason, Laurence Olivier und Alan Ladd. Neben Borchert als Jaffar ist Klaus Schwarzkopf als Kalif Ahmad zu hören. Schwarzkopf wurde in den 70ern als Kieler „Tatort“-Kommissar Finke bekannt, aber auch weil er zeitgleich begann, Peter Falk in der Rolle des „Columbo“ zu synchronisieren und die bekannteste deutsche Stimme des Inspektors geblieben ist. Ebenso ist die Stimme von Bettina Schön in der Populärkultur angekommen. Zuletzt synchronisierte sie Maggie Smith als Professor McGonagall in den ersten drei „Harry Potter“-Filmen, ehe sie ihre Karriere beendete – in „Der Dieb von Bagdad“ wie auch der Korda-Produktion „Vier Federn“ war sie die Stimme von June Duprez. Mit „Der Dieb von Bagdad“ begann gewissermaßen ihre Synchronlaufbahn, mit „Harry Potter“ endete sie. Darüber hinaus ist die Synchronfassung, die unter Federführung von Hans F. Wilhelm entstand, bis in die kleinste Nebenrolle atmosphärisch besetzt.

Von Anolis würdig im Regel untergebracht

Die deutsche DVD und Blu-ray bieten interessanterweise den deutschen Vor- und Abspann mitsamt einer Liste der Synchronsprecher am Ende. Das ist recht ungewöhnlich, war aber auch bei der früheren DVD-Veröffentlichung aus dem Jahr 2004 schon so. Im Film dann erscheint eine erzählerische Einblendung allerdings auf Englisch. Da einige der Synchronsprecher in kleineren Rollen kaum bekannt sind, hat diese Veröffentlichung durchaus auch einen Mehrwert dahingehend, die Stimmen somit einem Namen und auch in anderen Filmen, wo sie nicht genannt sind, zuordnen zu können. Zudem bietet die Veröffentlichung von 2012 eine ausführliche Dokumentation über Sabu und einen Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, der jüngst gemeinsam mit Uwe Sommerlad auch den Audiokommentar zur Koch-Films-Veröffentlichung von „Dr. Zyklop“ (1940) beigesteuert hat. Wie gut sich Giesen auch mit den kleineren Studios des klassischen Hollywood-Kinos auskennt, kann man ferner in einem hervorragenden Interview-Featurette erleben, das er zur „Dr. Fu Manchu“-Veröffentlichung des Labels Kino Trivial beigetragen hat. Giesen ist zweifelsohne einer der größten deutschen Fachmänner, was das klassische Hollywood-Kino anbelangt – und nicht nur in diesem Bereich. Aufgrund dessen ist es etwas schade, dass er im Audiokommentar zu „Der Dieb von Bagdad“ größtenteils auf die zum Einsatz gebrachten Spezialeffekte eingeht, diese in aller Ausführlichkeit mit Zitaten und Beispielen aus anderen Filmen der Reihe nach illustriert, während die Bilder des vorliegenden Hauptfilms einfach vorbeilaufen. In den wenigen Momenten, wo er dann konkret auf das gerade Sichtbare eingeht, ist der Audiokommentar sehr spannend – und man hätte sich mehr von dieser Nähe zum Film, wie auch mehr zur Entstehungsgeschichte, gewünscht. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 gibt es neben der einfachen Auskopplung als Blu-ray oder DVD übrigens auch in drei Variationen als kleine Hartbox. Eine Ehre, die klassischen Hollywood-Filmen leider nur selten zukommt – vorbildliche Arbeit von Anolis.

Veröffentlichung: 15. November 2012 als Blu-ray und DVD, 15. April 2004 als DVD

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Thief of Bagdad
GB 1940
Regie: Ludwig Berger, Michael Powell, Tim Whelan, Alexander Korda, Zoltan Korda, William Cameron Menzies
Drehbuch: Miles Malleson, Lajos Biró
Besetzung: Conrad Veidt, Sabu, June Duprez, John Justin, Rex Ingram, Miles Malleson, Morton Selten, Mary Morris, Bruce Winston, Hay Petrie
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, Dokumentation „Sabu der Elefantenjunge“, Original-Kinotrailer, Deutscher Kinotrailer, Bildergalerie
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment / Anolis Entertainment

Copyright 2016 by Ansgar Skulme

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Packshot: © Sony Pictures Home Entertainment / Anolis Entertainment, Filmplakat: Fair Use (User: DASHBot)

 

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Robert Siodmak (V): Die Schlangenpriesterin – Sein erster Farbfilm

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Cobra Woman

Von Ansgar Skulme

Abenteuer // Irgendwo in den unergründlichen, exotischen Weiten der pazifischen Inselwelten haben sich Ramu (Jon Hall) und Tollea (Maria Montez) gefunden und verliebt. Alles bereitet sich gerade auf die Hochzeit vor, als das idyllische Glück auf dem Eiland durch die Entführung der jungen Frau jäh aus den Bahnen geworfen wird. Ramu heftet sich an die Fersen der Entführer, deren Spur auf Cobra Island führt, und schon bald kann er von Glück sagen, dass sein treuer Freund Kado (Sabu) ihm heimlich gefolgt ist. Auf der Insel treibt die mysteriöse Schwester der Entführten als Hohepriesterin einer Sekte, die eine Kobra verehrt, ihr Unwesen. Und welche Rolle spielt der blinde Hava (Lon Chaney Jr.), der kurz vor der Hochzeit auf der Heimatinsel des Brautpaars aufgetaucht ist?

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Das Trio auf dem Weg in ein neues Abenteuer

„Die Schlangenpriesterin“ ist, rückwirkend betrachtet, eine der für ihn ungewöhnlichsten Regiearbeiten aus dem Portfolio von Robert Siodmak. Chronologisch betrachtet allerdings war diese Technicolor-Produktion nicht nur der erste Farbfilm seiner Karriere, sondern auch ein wichtiger Meilenstein für seinen großen Durchbruch in Hollywood. Siodmak war Anfang 1943 zu Universal gewechselt und hatte für das Studio im Januar/Februar zunächst „Draculas Sohn“ abgedreht. „Die Schlangenpriesterin“ war da als weiteres Star-Vehikel für Maria Montez, Jon Hall und Sabu schon längst angekündigt und brauchte nur noch einen Regisseur. Die Abenteuerfilme mit dem Trio waren für Universal eine Goldgrube und dementsprechend viel stand auf dem Spiel. Doch man vertraute dem Neuen aus Deutschland und sollte es nicht bereuen.

Universal entdeckt den kunterbunten Abenteuerfilm

Siodmaks Start bei Universal stand gewissermaßen von vornherein ganz im Zeichen von Maria Montez, Jon Hall und Sabu. Als er mit den Dreharbeiten für „Draculas Sohn“ begann, hatte er zwar keinen der drei Stars an Bord, jedoch war etwa zwei Wochen zuvor „Arabische Nächte“ in den US-Kinos angelaufen – am 25. Dezember 1942, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Dieser von John Rawlins inszenierte Film war ein Prestigeprojekt für Universal, da er siebeneinhalb Jahre nach dem Start des von RKO produzierten ersten abendfüllenden Spielfilms, der im Drei-Farben-Verfahren von Technicolor gedreht worden war („Becky Sharp“, 1935), der erste Universal-Film in diesem Farbfilmverfahren wurde. Ein Verfahren der Farbfilmproduktion, das für viele, viele weitere Jahre marktführend bleiben sollte und insbesondere in den 50er-Jahren zunehmende Dominanz erlangte. Zudem war „Arabische Nächte“ der erste Hollywood-Film, der sich an Geschichten aus Tausendundeiner Nacht wagte, nachdem die britische Produktion „Der Dieb von Bagdad“ (1940) international für Furore gesorgt hatte – sie war kriegsbedingt teilweise in den USA realisiert worden. Spätestens nach „Arabische Nächte“ waren Tausendundeine-Nacht-Filme ohne Technicolor, wenn man so will, undenkbar. Wohl kein anderes Genre im Classical Hollywood der 30er bis 50er hat einen solch konsequenten Bogen um Schwarz-Weiß-Produktionen gemacht wie der Tausendundeine-Nacht-Film. Als Robert Siodmak also begann für Universal zu arbeiten, war „Arabische Nächte“ der Film der Stunde und eröffnete für Universal die Farbfilm-Ära. Einer der wichtigsten Filme für das Studio seit Jahren war damit auf den Markt gelangt. „Die Schlangenpriesterin“ ist zwar kein Tausendundeine-Nacht-Film, bewegt sich stilistisch und hinsichtlich der Besetzung aber unmittelbar im Windschatten dieses Sub-Genres des Abenteuerfilms. Sabu – dessen Dienste sich Universal im Zuge seiner Rolle in „Der Dieb von Bagdad“ in weiser Voraussicht gesichert hatte –, Maria Montez und Jon Hall waren Teil des Erfolgsrezepts; das Studio hatte „Die Schlangenpriesterin“ als erstes Nachfolgeprojekt des Trios zu „Arabische Nächte“ sogar bereits angekündigt, bevor die Dreharbeiten zu „Arabische Nächte“ überhaupt begonnen hatten.

Siodmak zwischen großer Chance und großem Risiko

Am 4. März 1943 konkurrierte „Arabische Nächte“ bei der Oscar-Verleihung um vier Trophäen, auch wenn keine gewonnen werden konnte – rund sechs Wochen später starteten die Dreharbeiten zu „Die Schlangenpriesterin“, während fast gleichzeitig „Fluch der Tempelgötter“ in den US-Kinos anlief, in dem nun der Regisseur Arthur Lubin die Montez mit Hall und Sabu in das zweite gemeinsame exotische Abenteuer entsandte. Auch dieser Film erzählt zwar nicht ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, schwelgt aber visuell gleichsam in wunderbaren Farben und fernen Welten. „Die Schlangenpriesterin“ folgte, entgegen früherer Planungen, nun also nur noch als dritte Produktion des Trios mit einigem Abstand, da der Film erst im Mai 1944, fast ein Jahr nach Drehschluss, in die US-Kinos kam, während die Dreharbeiten zu „Fluch der Tempelgötter“ sogar noch zu einem Großteil in den letzten Monaten des Jahres 1942 stattgefunden hatten, also bevor sich „Arabische Nächte“ überhaupt im Kino bewiesen hatte. Zwischenzeitlich schickte Universal Montez und Hall im Januar 1944 – erneut unter der Regie von Lubin – auch noch mit „Ali Baba und die vierzig Räuber“ in die Kinos. Sabu wirkte darin zwar nicht mit, dafür jedoch Turhan Bey, der neben „Arabische Nächte“ und „Fluch der Tempelgötter“ auch noch in „Sudan“ (1945) mit von der Partie sein sollte und es somit sogar auf vier Filme mit Maria Montez und Jon Hall brachte. „Ali Baba und die vierzig Räuber“ wurde unmittelbar nach „Die Schlangenpriesterin“ gedreht, aber vorher veröffentlicht. Man war sich des Konzepts des farbenfrohen, eskapistischen Exotik-Abenteuerfilms im Hause Universal demnach von vornherein sehr sicher.

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Kado (l.) und Ramu wollen das Morden stoppen

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang ferner: Robert Siodmak war der erste Regisseur, der mit dem Trio Montez/Hall/Sabu arbeiten dufte, als sich deren kommerzieller Erfolg bereits an den Kinokassen erwiesen hatte und sogar durch Präsenz ihres ersten gemeinsamen Films bei den Academy Awards untermauert hatte. Gemessen daran war „Die Schlangenpriesterin“ sicherlich Siodmaks bis dato größter und kommerziell wichtigster Film – in Hollywood sowieso, aber genau genommen auch was seine ganze Karriere anbetrifft. Und wahrscheinlich gibt es in Siodmaks Filmografie aus heutiger Sicht keinen einzigen Film, dessen eher geringer Bekanntheitsgrad so stark im Widerspruch zu seiner damaligen kommerziellen Bedeutung steht. Zwar hatte Siodmak in den USA auch schon vor seinem Wechsel zu Universal fünf Filme für Paramount, 20th Century Fox und Republic Pictures inszeniert, diese hatten allerdings allesamt keinen nachhaltigen Erfolg, und kein einziger wurde jemals in Deutschland veröffentlicht. „Die Schlangenpriesterin“ ist daher als für ihn richtungsweisendes Projekt kaum von der Hand zu weisen, auch wenn Siodmak durch seine vertragliche Bindung an Universal prinzipiell so oder so weitere Regiearbeiten sicher waren.

Es sollte alles anders kommen

Der Film hätte für Robert Siodmark ein großer Gradmesser werden können und das Potenzial gehabt, ihn auf dieses Genre festzunageln, doch es kam anders. Sein dritter Universal-Streifen „Zeuge gesucht“ (1944), wurde zwar erst im Herbst 1943 gedreht, kam jedoch schon im Januar 1944 heraus. Mit diesem Werk katapultierte sich Siodmak in den Film noir – und mit Thrillern dieser Art sollte er fortan Geschichte schreiben. Als sein Farbfilmdebüt mit dem Originaltitel „Cobra Woman“ schließlich gut ein Vierteljahr später in den Kinos startete, hatte Siodmak im Noir also bereits ein neues Feld gefunden. Mit „Draculas Sohn“ und jenem „Die Schlangenpriesterin“ hatte ihn Universal zunächst in zwei Genres ausprobiert, mit denen das Studio schon zuvor gute Erfahrungen gemacht hatte, doch nun erkannte man langsam, dass sich mit Siodmak auch ein anderes, neues Feld erschließen ließ. Erst mit „Der roter Korsar“ (1952) kehrte Robert Siodmak in seinem letzten Hollywoodfilm, nach seiner Zeit bei Universal, in den USA noch einmal zum Genre Abenteuerfilm zurück, zwischenzeitlich drehte er auch keinen weiteren Farbfilm mehr. Somit wurde das Exotik-Abenteuer um die Schlangenpriesterin letztlich also auch zu einem Exoten in Siodmaks Filmografie. Für den nachfolgend im Kino gestarteten „Zigeuner-Wildkatze“ (1944), dem nunmehr fünften Film mit Montez und Hall, der – erneut in Technicolor – in eine weitere, wieder andere Abenteuerwelt eintauchte, verpflichtete Universal Roy William Neill als Regisseur, der ansonsten vor allem für viele der populären Sherlock-Holmes-Filme mit Basil Rathbone und Nigel Bruce in der Verantwortung stand und daher eine wichtige Bank für das Studio darstellte. Nachdem man dann für „Sudan“ mit John Rawlins noch einmal zum Regisseur der ersten Stunde zurückkehrte, der somit den ersten und auch den letzten Film mit Universals 40er-Jahre-Leinwand-Traumpaar in Farbe inszenieren durfte, endete die Ära Montez/Hall. Montez allerdings traf in direkter Folge in „Tangier“ (1946) schließlich nochmals mit Sabu zusammen. Auf Technicolor jedoch verzichtete man nun.

Beste Unterhaltung für Abenteuer-Fans

Der Autor des berühmten Skandalbuchs „Hollywood Babylon“, Kenneth Anger, bezeichnete „Die Schlangenpriesterin“ als seinen Lieblingsfilm und hielt in den 2000er-Jahren sogar auf Festivals Einführungen im Rahmen von Präsentationen des wiederentdeckten Werks. Wer Fritz Langs Spätwerk „Der Tiger von Eschnapur“ (1959) mochte, wird sicher auch an diesem Siodmak-Film seine Freude haben. Die exotischen Märchen für Erwachsene mit Sabu in einer der Hauptrollen sind ein Garant für gute Abenteuerunterhaltung aus dem Hollywood der 40er-Jahre. Sabus einziger Film, den er zwischen „Der Dieb von Bagdad“ und seinen vier Filmen mit Maria Montez drehte, war „Das Dschungelbuch“ (1942) – mit anderen Worten: Sein Name ist untrennbar mit ganz großen Publikumserfolgen des farbigen Hollywood-Abenteuerfilms der 40er verbunden. In Sabus mutigen, frechen, naturverbundenen und schlagfertigen Figuren mit ihrer unkomplizierten Leichtigkeit und Direktheit, denen Förmlichkeiten fremd waren, die stets viel lachten, gern sangen und mit reichlich Würde für das Gute eintraten, vereinten sich die Dynamiken von Kindern und Erwachsenen. Sabus Rollen sind erwachsenes Kind und kindlicher Erwachsener zugleich. Sabu war praktisch der kleinste gemeinsame Nenner des gesamten Publikums – ein idealer Darsteller, um möglichst alle zu erreichen.

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Die Schlangenpriesterin kürt die Todgeweihten

Robert Siodmaks Regie fügt sich gut in den Kontext vieler anderer Filme dieses Genres. Das mag manchem seiner Verehrer sicher etwas zu unspektakulär sein, er selbst allerdings nahm „Die Schlangenpriesterin“ auch später noch mit Humor, erkannte zwar die inhaltlichen Albernheiten an, die diesen konstruierten exotischen Filmwelten nun einmal anhaften, konnte sich aber gut damit abfinden, dass es eben ein eher spaßiger Film der weniger anspruchsvollen Sorte im Kontext seines Gesamtwerks geworden war. „Die Schlangenpriesterin“ ist also bestes Genre-Kino, von einem Regisseur, der sich auch auf ungewohntem Terrain stilsicher durch die Erzählung bewegte, wenngleich der Film sicher nicht richtungsweisend war, da es Südsee- und Pazifik-Abenteuer schon seit den späteren 30er-Jahren vergleichsweise häufig in Farbe zu sehen gegeben hatte – wenn auch nicht bei Universal, sondern vor allem bei Paramount. Zu den Vorzügen gehören nicht nur die prächtige Farbfotografie, die hübschen Schauplätze sowie die liebevoll gestalteten Studiokulissen, die extrovertierten Kostüme und die Präsenz des sympatischen Sabu, sondern auch die Doppelrolle von Maria Montez – mitsamt ansehnlicher Tanzchoreografien, wenn sie zur Kobra-Beschwörerin wird. Der Film lohnt sich nicht nur für Komplettisten, weil er praktisch das Finale der Abenteuer-Trilogie mit Maria Montez, Jon Hall und Sabu bildet, sondern für alle, die sich gern von Technicolor in die Ferne entführen lassen.

Fast unbemerkt veröffentlicht

Man kann es durchaus als kurios bezeichnen, dass ausgerechnet die Robert-Siodmak-Regiearbeit als einziger der sechs Filme mit Maria Montez und Jon Hall in Deutschland Ende der 40er, Anfang der 50er keinen Kinostart bekam, sondern erst im Dezember 1977 als TV-Premiere gezeigt wurde. Leider hat der Film daher auch eine vergleichsweise neue Synchronisation, die atmosphärisch zwangsläufig nicht stimmig ist. Das kleine Label Ostalgica hat „Cobra Woman“ hierzulande vor nicht allzu langer Zeit als Blu-ray veröffentlicht, die neben der Synchronfassung auch den Originalton sowie natürlich Technicolor in all seiner Pracht bietet und obendrein heute bereits für relativ wenig Geld zu haben ist. Zwar ist es etwas abstrus, dass die Blu-ray wegen des Bonusmaterials erst ab 12 Jahren freigegeben ist, obwohl sich der Hauptfilm einer Altersfreigabe ab 6 erfreut, die Zielgruppe dürfte das allerdings wenig stören. Ärgerlicher ist, dass auf eine DVD-Auskopplung verzichtet wurde, da die DVD als Medium bei Klassiker-Fans nach wie vor hoch im Kurs steht und vielmehr umgekehrt häufig Filme nur auf DVD, nicht aber auf Blu-ray erscheinen. Für die Beschränkung auf die Blu-ray gilt es aber Verständnis aufzubringen, da eher die Freude überwiegen sollte, dass es ein solch kleines Label überhaupt möglich gemacht hat, „Die Schlangenpriesterin“ zu präsentieren. Somit ist mit den Koch-Media-DVDs von „Arabische Nächte“ und „Ali Baba und die vierzig Räuber“ nun immerhin die Hälfte der Montez/Hall-Filme in Deutschland überhaupt digital veröffentlicht worden, auch wenn kritisch anzumerken ist, dass Koch Media den deutschen Ton von „Arabische Nächte“ für die DVD seinerzeit leider mittels übermäßigen Einsatzes von Rauschfiltern verhunzt hat, sodass die Stimmen der Sprecher kaum noch wiederzuerkennen sind (im Fernsehen läuft der Film nach wie vor mit ungefiltertem Ton). Veröffentlichungen von „Fluch der Tempelgötter“, „Zigeuner-Wildkatze“ und „Sudan“ stehen noch aus, wobei bei den beiden letztgenannten Filmen die Synchronfassungen ausgesprochen rar und möglicherweise sogar verschollen sind. Eine Einheitlichkeit schaffende Box mit allen sechs Technicolor-Filmen des Traumpaars – das wäre wahrlich ein Traum aus Tausendundeiner Nacht in Arabien oder in der Südsee.

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Auf Cobra Island regieren die Intrigen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Robert Siodmak sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, solche mit Lon Chaney Jr. in der Rubrik Schauspieler.

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Einfach nur sterben wäre zu langweilig

Veröffentlichung: 4. Oktober 2013 als Blu-ray

Länge: 71 Min. (Blu-ray)
Altersfreigabe: FSK 12 (Film: FSK 6)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Cobra Woman
USA 1944
Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Gene Lewis, Richard Brooks, nach einer Geschichte von W. Scott Darling
Besetzung: Maria Montez, Jon Hall, Sabu, Lon Chaney Jr., Edgar Barrier, Mary Nash, Lois Collier, Samuel S. Hinds, Moroni Olsen, Fritz Leiber
Zusatzmaterial: Wendecover, Hauptfilm optional in 16:9, Trailer, Kurzfilm „Nachrichten“
Vertrieb: Ostalgica

Copyright 2016 by Ansgar Skulme
Fotos & Packshot: © Ostalgica

 

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