RSS

Schlagwort-Archive: Schwerkraft

Upside Down – Da stehen einem die Haare zu Berge

Upside_Down-Cover

Upside Down

Von Matthias Holm

Fantasy-Melodram // Reden wir über Logik. Allerdings nicht im klassischen Sinne, sondern die Logik im Kino. Wenn mir als Konsument eine fantastische Welt verkauft wird, bin ich persönlich erst einmal aufgeschlossen für alles. Diese fantastische, aus den Köpfen der Autoren entspringende Welt hat meist ganz eigene Gesetze, wie im Falle von „Upside Down“ die zwei übereinander liegenden Welten.

Solange diese Gesetze innerhalb des Films eingehalten werden, ist alles prima. Ein gutes Beispiel hierfür ist „Inception“: Es gibt, soweit ich informiert bin, kein Gerät, mit dem man in die Träume anderer Personen eintauchen kann. Da es in dem Film aber existiert, hat Christopher Nolan Regeln erfunden, wie dieses Gerät funktioniert und was für Konsequenzen daraus entstehen können. Alles kein Problem, denn innerhalb des Films werden dem Zuschauer diese Regeln nahe gebracht und eingehalten. Und hier hapert es bei „Upside Down“.

Upside_Down-4

Warum brennt sie nicht?

Zwar wird einem am Anfang die Prämisse des Films erklärt – wer das genauer nachlesen möchte, sei auf die Rezension anlässlich des Kinostarts hingewiesen. Aber erstens ist das schon eine ganze Menge, was der Zuschauer da urplötzlich aus dem Nichts erfährt. Zweitens werden genau diese Gesetze, die Juan Solanas sich ausgedacht hat, schlichtweg nicht eingehalten. Da hapert es dann mit der Logik.

Das rosa Pulver, das der Protagonist Adam (Jim Sturgess) benutzt, kommt von Bienen, die in beiden Welten die Blüten bestäuben können. Halt! Wurde uns nicht eben erst erklärt, dass es nicht möglich ist, zwischen den Welten zu wandeln, ohne in Flammen aufzugehen? Warum können also Bienen das? Zu dem spontanen Erhitzen: Warum gehen Adams Schuhe in Flammen auf, wenn er in der oberen Welt ist, nicht aber Edens (Kirsten Dunst) Kleid, als sie einander das erste Mal auf dem Berg küssen?

Upside_Down-1

Über Kopf unterschreiben kann nicht jeder

Ich könnte noch eine ganze Weile so weiter machen. Warum regnet es in der unteren Welt an der einen Stelle permanent Öl? Weshalb sollte man genau dort eine Werkstatt aufmachen? Und wieso zum Teufel ist es Bewohnern der beiden Welten überhaupt verboten, Kontakt zueinander aufzunehmen? Die erfundene Welt von „Upside Down“ wurde einfach nicht zu Ende gedacht.

Schade ist es um die sympathischen Jim Sturgess und Kirsten Dunst, die ein ganz niedliches Paar abgeben, und um die tollen visuellen Spielereien, die die gegenseitige Schwerkraft mit sich bringt. Aber all diese Logiklöcher sind zu gravierend, als dass man den Film unbeschwert schauen könnte.

Zur Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s auch hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Kirsten Dunst haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Timothy Spall unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 16. Januar 2013 als Blu-ray, Blu-ray 3D und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
KAN/F 2012
Regie: Juan Solanas
Drehbuch: Juan Solanas
Besetzung: Kirsten Dunst, Jim Sturgess, Timothy Spall, Jayne Heitmeyer Zusatzmaterial: Making-of, entfallene Szenen, Storyboards & Visualizations, B-Roll, Interviews, Deutscher und Original Kinotrailer, Wendecover
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Concorde Home Entertainment

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Drunter und drüber: Upside Down

Upside Down

Kinostart: 22. August 2013

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Melodram // Puh – gar nicht so einfach, die Grundidee des Films zu erklären. Wir könnten es auch sein lassen, weil die Hauptfigur ihre Welt zu Beginn des Films ausführlich als Stimme aus dem Off erklärt, aber sei’s drum: In „Upside Down“ befinden sich zwei Planeten in unmittelbarer Nähe zueinander. Die Schwerkraft jedes der beiden Planeten zieht jeweils nur die Materie an, die von ihm stammt, nicht die Materie des anderen. Der sogenannte obere Planet („up top“) ist der reiche, der den unteren armen („down below“) ausbeutet. Bewohner des unteren Planeten sind oben ungern gesehen, um es milde auszudrücken. Das gelingt ohnehin nur mit einigen Tricks, etwa dem Tragen von sogenannter inverser Materie. Die aber hat die unangenehme Eigenschaft, sich nach einiger Zeit stark zu erhitzen.

Was würde Sheldon dazu sagen?

Genug der Erläuterungen, die jedem Physiker die Haare zu Berge stehen lassen. Nicht auszudenken, wie Ober-Nerd Sheldon aus „The Big Bang Theory“ den Film in der Luft zerreißen würde. Adam (Jim Sturgess), „down below“ als Waisenjunge aufgewachsen, will unbedingt „up top“ – denn dort lebt seine große Liebe Eden (Kirsten Dunst), die er bis vor kurzer Zeit tot glaubte. Als Kind waren die beiden einander auf gegenüberliegenden Berggipfeln begegnet und hatten sich fortan ständig – quasi über Kopf – getroffen, bis eines Tages die Ordnungsmacht auf den Plan trat und Adam festnahm. Eden stürzte ab und erlitt dabei einen Gedächtnisverlust. Mittlerweile ist sie eine angesehene TV-Moderatorin, kann sich an die Zeit vor dem Absturz aber nicht mehr erinnern. Adam hingegen hat seine Gefühle für Eden niemals vergessen.

Mehr Fantasy als Science-Fiction

Auch wenn es um Schwerkraft geht, ist die Welt von „Upside Down“ doch zu sehr Fantasy, als dass wir das Genre Science-Fiction vergeben könnten. Die in blauem Grundton gehaltene Visualisierung der über Kopf zueinander stehenden Planeten ist bisweilen fürs Auge verwirrend geraten, in manchen Szenen aber durchaus charmant inszeniert – etwa im Großraumbüro des Up-Top-Konzerns TransWorld, in dem Adam eine berufliche Laufbahn einschlägt. Ob das schwerkraftbedingte Drunter und Drüber der beiden Welten immer der Logik der Grundidee folgt, ist schwer zu beantworten. Setzen wir immerhin ein Plus für Originalität. Die Liebesgeschichte wird von zwei sympathischen Akteuren getragen, ohne jedoch großen Taschentuch-Alarm auszulösen. Was den kitschigen Soundtrack angeht, gilt ganz klar: Puh – weniger wäre mehr gewesen. Insofern gilt: eine ansehnliche Fantasy-Romanze, die aber nicht dazu angetan ist, in Begeisterung zu verfallen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Kirsten Dunst haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Timothy Spall unter Schauspieler.

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Upside Down
KAN/F 2012
Regie: Juan Solanas
Drehbuch: Juan Solanas
Besetzung: Kirsten Dunst, Jim Sturgess, Timothy Spall, Jayne Heitmeyer
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Trailer: © 2013 Concorde Filmverleih GmbH

 

Schlagwörter: , , , , , ,