RSS

Schlagwort-Archive: Schwertkampf

Blade of the Immortal – Takashi Miikes Jubiläum

Mugen no jûnin

Von Matthias Holm

Historien-Fantasy-Action // 100 Filme. Eine stattliche Leistung, die Herr Miike da seit 1991 hingelegt hat, kein Regisseur unserer Zeit ist wohl produktiver. Dass dabei nicht nur Meisterstücke wie sein „Audition“ (1999) rauskommen, sollte klar sein. Von vergleichsweise konventionellem J-Horror wie „The Call“ (2003) über beinharte Thriller-Grotesken wie „Ichi the Killer“ (2001) bis zu bizarren Fetisch-Trips wie „Gozu“ (2003) deckt der Vielfilmer dabei die ganze Bandbreite japanischer Genrefilme ab. Entsprechend gespannt durfte man sein, als bekannt wurde, dass sich Miike für sein Jubiläum eine Manga-Verfilmung ausgesucht hat – obendrein eine Samurai-Geschichte mit starkem Fantasy-Einschlag. Und auch wenn „Blade of the Immortal“ an manchen Stellen krankt, ist Miike wieder ein launiger Streifen gelungen.

Unsterblicher gegen Schwertkämpfer-Töter

Der Samurai Manji (Takuya Kimura) muss mit einer dunklen Vergangenheit leben. Seinetwegen starb seine Schwester, er selbst wurde zum ewigen Leben verbannt. Eines Tages trifft er auf Rin (Hana Sugisaki). Sie hat nach dem unsterblichen Schwertkämpfer gesucht, da sie sich an dem bösen Anotsu Kagehisa (Sôta Fukushi) und seiner Bande rächen will. Die haben auf ihrem Kreuzzug gegen sämtliche japanische Schwertkampf-Schulen Rins Vater, Meister eines Dojos, brutal ermordet und ihre Mutter vergewaltigt. Manji stimmt zu, Rin bei ihrer Rache zu helfen – auch, da sie ein wenig wie seine verstorbene Schwester aussieht.

Manji stimmt zu …

Auch wenn man aus der Manga-Vorlage ein brutales Schwertkampf-Abenteuer hätte machen können, scheint sich Miike in diesen Belangen über weite Strecken zurückzuhalten. Zwar gibt es auch abgetrennte Gliedmaßen zu betrachten, der ganz große Splatter bleibt aber meist aus. Wenn es allerdings blutig wird, dann ordentlich. Gerade die Anfangs- und die Endsequenz sind eine absolute Augenweide für Fans kompromissloser Martial-Arts-Action. Wenn sich Manji am Anfang gegen 100 Mann durchsetzt, scheint man jede einzelne Tötung mitzubekommen. Dadurch, dass der Anfang in Schwarz-Weiß gehalten wird, erhält dieses Gemetzel eine fast poetische Note. Sobald Manji allerdings unsterblich wird, hält die Farbe Einzug.

Von Level zu Level

Allerdings flacht hier der Film auch merklich ab. Das liegt zum einen an der Story. Einen Manga, der im Deutschen 30 Bände umfasst, auf 141 Minuten einzudampfen, wirft Probleme auf: Mit Ausnahme von Manji bekommt keine Figur sonderlich viel Profil. Gerade Rin, die ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist, bekommt nicht viel mehr zu tun als durch die Gegend zu rennen, sich in Gefahr zu bringen und nach ihrem Beschützer zu rufen. Nervig ist diese fehlende Charakterisierung aber auch bei den Gegnern. An der Ausstattung erkennt man stets, dass bestimmte Figuren wichtig sind, doch sie bekommen keine Zeit, mehr von sich preiszugeben, sie werden schnell bekämpft und verschwinden dann – meist für immer. So entsteht eine Struktur, die stark an die Level eines Prügel-Videospiels wie zum Beispiel „Street Fighter“ erinnert – Einführung, Kampf, nächster Gegner.

… Rin zu beschützen

Zum Glück machen die Inszenierung und die Optik einiges wett, sodass man bis zum Schluss Spaß an dem Geschehen hat. Und wenn es dann zum Showdown kommt, tobt Miike sich richtig aus. Da werden keine Gefangenen mehr gemacht, zwei Männer strecken, mit etwas Unterstützung, eine gesamte Armee nieder, sodass sich kleine, blutige Flüsse bilden. Knapp 30 Minuten schwebt die Kamera stets um das Geschehen, der Kampf scheint nie stillzustehen. Das ist das opulente Kampfkunst-Kino, das dem 100. Film von Miike würdig ist und am Ende bleibt davon mehr im Gedächtnis als von den 90 Minuten zwischen der Anfangsschlacht und diesem Finale. Ob das nun gut oder schlecht ist, möge jeder für sich selbst beurteilen.

Anotsu Kagehisa kennt keine Gnade

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Takashi Miike sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Man hat Respekt vor dem Unsterblichen

Veröffentlichung: 12. Januar 2018 als Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD sowie jeweils als Blu-ray und DVD als Teil der „Takashi Miike Box“ (mit „Hara-Kiri – Tod eines Samurai“ und „13 Assassins“)

Zweikampf bis auf den Tod

Länge: 141 Min. (Blu-ray(, 130 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Mugen no jûnin
JAP/GB 2017
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Tetsuya Oishi, nach einem Manga von Hiroaki Samura
Besetzung: Takuya Kimura, Hana Sugisaki, Sôta Fukushi, Hayato Ichihara, Erika Toda, Kazuki Kitamura, Chiaki Kuriyama
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2018 by Matthias Holm

Fotos, Packshots & Trailer: © 2018 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Rurouni Kenshin – The Legend Ends: Abschied mit flammenden Schwert

Rurouni_Kenshin_The_Legend_Ends-Cover-DVD Rurouni_Kenshin_The_Legend_Ends-Cover-BR

Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen

Gastrezension von Matthias Holm

Abenteuer // Am Ende des zweiten Teils sahen wir Kenshin (Takeru Satô) bewusstlos am Strand liegen. Dort wurde er von einer mysteriösen Person aufgelesen – die entpuppt sich als sein Lehrmeister Seijuro Hiko (Masaharu Fukuyama). Kenshin befindet sich nach seiner Niederlage gegen Sôjirô Seta (Ryûnosuke Kamiki) immer noch in einer Krise. Um auch nur den Hauch einer Chance gegen Shishio (Tatsuya Fujiwara) zu haben, muss er die letzte Technik seiner Kampfkunst lernen.

Rurouni_Kenshin_The_Legend_Ends-2

Kenshin trifft in seinem letzten Kampf …

Dieses Motiv kennt man bereits aus diversen anderen Samurai-Filmen. Doch zum Glück nimmt Kenshins Krise nicht allzu viel Platz in der Geschichte ein, schließlich will der große Bösewicht bezwungen werden. Der finalen Schlacht wird sogar fast ein Viertel der gesamten Laufzeit gewidmet – für genug Action ist also gesorgt.

Sanosuke kämpft gegen Mönch

Das führt allerdings dazu, dass einige Figuren vernachlässigt werden. Gerade Aoshi Shinomori (Yûsuke Iseya) verkommt nach seinem intensiven Auftreten im zweiten Teil mehr zu einer Fingerübung für Kenshin auf dem Weg zum Endkampf. Immerhin scheinen die Macher bemerkt zu haben, dass Sanosuke (Munetaka Aoki) zu sehr zur Witzfigur verkommen ist. Er darf am Ende einen schönen Kampf gegen einen buddhistischen Mönch führen.

Rurouni_Kenshin_The_Legend_Ends-6

… auf den wahnsinnigen Shishio

Generell hat der Showdown auf Shishios Schiff gewisse Parallelen zur Stürmung der Villa aus dem ersten Teil, was die Figurenkonstellationen und die Kämpfe angeht. Diese Ähnlichkeit geht so weit, dass an derselben Stelle wie im ersten Teil ein Maschinengewehr zum Einsatz kommt. Doch zum Glück schreitet Shishio rechtzeitig ein, um die Angelegenheit selbst zu regeln – und wie er das macht!

Weniger übernatürliche Kampfelemente

Der letzte Kampf ist einfach superb choreografiert und stets übersichtlich – obwohl teils sehr viel gleichzeitig geschieht. Auch wurden die übernatürlichen Wuxia-Elemente aus den vorherigen Filmen extrem zurückgeschraubt. Einzig das flammende Schwert des Antagonisten kann man mit Physik nicht wirklich erklären.

Der Abschied von Kenshin fällt schwer. Schließlich hat der tapfere Recke uns eine wunderbare Trilogie geschenkt, die sowohl als Geschichtsstunde als auch als Abenteuerfilm hervorragend unterhält. Aber es gibt ja zum Glück noch die Mangas – in denen ist Shishio nicht Kenshins letzter Gegner.

Rurouni_Kenshin_The_Legend_Ends-8

Zwei Welten prallen aufeinander

Die Filme der Rurouni Kenshin Trilogy:

Rurouni Kenshin (Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan, 2012)
Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)
Rurouni Kenshin – The Legend Ends (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)

Veröffentlichung: 28. August 2015 als Blu-ray und DVD, 24. April 2015 im Mediabook als Bestandteil der Rurouni Kenshin Trilogy

Länge: 135 Min. (Blu-ray), 130 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen
JAP 2014
Regie: Keishi Ohtomo
Drehbuch: Kiyomi Fujii, Keishi Ohtomo, nach einem Manga von Nobuhiro Watsuki
Besetzung: Tatsuya Fujiwara, Takeru Satô, Emi Takei, Yû Aoi, Min Tanaka, Masaharu Fukuyama, Ryûnosuke Kamiki, Yûsuke Iseya
Zusatzmaterial: Cast Interviews, Premieren & Events, Teaser, Trailer & TV-Spots, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG

Rurouni Kenshin Trilogy - Mediabook

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos: © Nobuhiro Watsuki / Shueisha & © 2014 Rurouni Kenshin The Legend Ends Film Partners
Packshots: © 2015 Splendid Film / WVG

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno: Ernsthaftigkeit und Einsatz erhöht

Rurouni_Kenshin_Kyoto_Inferno-Cover-DVD Rurouni_Kenshin_Kyoto_Inferno-Cover-BR

Rurôni Kenshin: Kyôto taika-hen

Gastrezension von Matthias Holm

Abenteuer // Kenshin (Takeru Satô) lebt mit seinen Gefährten nach den Geschehnissen des ersten Teils in Tokio. Eines Tages wird er zum Innenminister zitiert: Der Samurai Shishio (Tatsuya Fujiwara) will Kyoto angreifen und damit ein Zeichen gegen die Meiji-Regierung setzen. Kenshin soll Shishio stoppen, bevor es zur Katastrophe kommt.

Rurouni_Kenshin_Kyoto_Inferno_Sceenshot_6

Shishio will Kyoto brennen sehen

Konnten wir als Zuschauer im ersten Teil Kenshin und seine Vergangenheit in Ruhe kennenlernen, drückt der zweite Teil „Kyoto Inferno“ schnell das Gaspedal durch. Es dauert nicht lange, bis das erste Mal die Schwerter gezückt werden und aufeinanderklirren. Dabei fällt dem geneigten Zuschauer etwas auf: Die Kämpfe sind weiterhin schön choreografiert, auch den Manga-Ursprung sieht man nur vereinzelt. Allerdings fehlt den Kämpfen eine gewisse Intensität. Ich erwarte keine Action wie in „The Raid 2“, aber das Krachende hat ein wenig gefehlt.

Ein Schurke wie der Joker

Warum das so auffällt, hat allerdings einen einfachen Grund: Der Film ist von Beginn an deutlich atmosphärischer als sein Vorgänger. Bereits die erste Szene, in der Shishio eingeführt wird, ist unbequem und grausam – also perfekt für einen Bösewicht. Generell erinnert der aus „Battle Royale“ und „Wara no tate – Die Gejagten“ bekannte Tatsuya Fujiwara als Bösewicht mit seinen Absichten und Methoden ein wenig an Heath Ledgers Joker. Auch der wollte Chaos säen und Batman zum Töten zwingen. Nun ist Ledger mit dem Joker unsterblich geworden, und Fujiwara kann auch nicht gegen die Verbände in seinem Gesicht anspielen. Aber er ist auf jeden Fall ein deutlich besserer Antagonist als Jine Udo aus dem ersten Teil.

Rurouni_Kenshin_Kyoto_Inferno_Sceenshot_2

Mehrere Gegner? Kein Problem für Battosai

Zudem kommt noch mit Aoshi Shinomori (Yûsuke Iseya) eine weitere Figur in den Film, der mit Sicherheit nichts Gutes im Schilde führt. Aoshis Rolle im Verlauf des dritten Films dürfte interessant werden. Auch die bekannten Figuren mischen wieder mit, Kaoru (Emi Takei) darf sogar beim großen Endkampf dabei sein. Nur der Streithahn Sanosuke (Munetaka Aoki) nervt diesmal. Er ist ein typischer Comic Relief, was aber zu dem ernsten Tonfall des zweiten Teils nur bedingt passt.

Gespannt auf den Abschluss der Trilogie

Ernsthaftigkeit angezogen und den Einsatz erhöht – aus dieser Sicht macht „Kyoto Inferno“ für ein Sequel alles richtig. Dazu kommt noch ein Cliffhanger, der wirklich Lust auf das Finale macht. Wenn dann noch die Kämpfe an Intensität gewinnen, haben wir eine wirklich tolle Trilogie bekommen.

Rurouni_Kenshin_Kyoto_Inferno_Sceenshot_7

Kommt ein Kenshin geflogen

Die Filme der Rurouni Kenshin Trilogy:

Rurouni Kenshin (Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan, 2012)
Rurouni Kenshin – Kyoto Inferno (Rurôni Kenshin: Kyôto taika-hen, 2014)
Rurouni Kenshin – The Legend Ends (Rurôni Kenshin: Densetsu no saigo-hen, 2014)

Veröffentlichung: 31. Juli 2015 als Blu-ray und DVD, 24. April 2015 im Mediabook als Bestandteil der Rurouni Kenshin Trilogy

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 134 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan
JAP 2014
Regie: Keishi Ohtomo
Drehbuch: Kiyomi Fujii, Keishi Ohtomo, nach einem Manga von Nobuhiro Watsuki
Besetzung: Takeru Satô, Emi Takei, Tatsuya Fujiwara, Yû Aoi, Min Tanaka, Yôsuke Eguchi, Yûsuke Iseya, Munetaka Aoki
Zusatzmaterial: Cast Interviews, Premieren & Events, Teaser, Trailer & TV-Spots, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG

Rurouni Kenshin Trilogy - Mediabook

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos: © Nobuhiro Watsuki / Shueisha & © 2014 Rurouni Kenshin Kyoto Inferno Film Partners
Packshots: © 2015 Splendid Film / WVG

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: