RSS

Schlagwort-Archive: Science-Fiction

The Machine – They Rise. We Fall. Haben Roboter eine Seele?

The Machine

Von Volker Schönenberger

Science-Fiction // Durch den Kalten Krieg mit China befindet sich die westliche Welt in der tiefsten Rezession der Geschichte. Im Fokus des Rüstungswettlaufs steht die Entwicklung immer leistungsfähigerer intelligenter Maschinen. Wie wir von dieser Texteinblendung zu Beginn erfahren, befinden wir uns in einer nahen Zukunft oder etwas alternativen Gegenwart. Der britische Wissenschaftler Vincent McCarthy (Toby Stephens) hat dem Soldaten Paul Dawson (John-Paul Macleod), der im Gefecht schwere Hirnverletzungen erlitten hat, ein kybernetisches Implantat eingesetzt, das eine Hirnhälfte ersetzen soll. Doch das Experiment in dem unterirdischen Forschungskomplex gerät auf tödliche Weise außer Kontrolle.

Gelingt das Experiment?

Zu seiner Unterstützung engagiert Vincent die begabte junge Ingenieurin Ava (Caity Lotz). Sie hat zwar Hemmungen, weil seine Arbeit vom Militär finanziert wird, kann aber der Versuchung nicht widerstehen, an der Erschaffung superintelligenter Maschinen mitzuwirken – und sei es, um sie als Waffen einzusetzen. Die Krise mit China spitzt sich derweil zu, der asiatische Riese steht kurz davor, das abtrünnige Taiwan zu annektieren. Das Vereinigte Königreich braucht dringend schnelle Fortschritte in der militärischen Forschung. Vincent gelingt ein entscheidender Durchbruch – doch zu einem hohen Preis.

Filmpreise für Independent-Science-Fiction

Ansehnlich für einen Independent-Science-Fiction-Film: Drei BAFTA Cymru Awards (Waliser Ableger der britischen BAFTA Awards 2013 stehen für „The Machine“ zu Buche – als bester Film, fürs Kostümdesign und die Originalmusik. Zudem gab’s im selben Jahr bei den British Independent Film Awards den Raindance Award. Die Lorbeeren sind durchaus berechtigt, haben wir es doch mit einer intelligenten Vision zu tun, deren Skizzierung der gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Zustände gar nicht so fern erscheint.

Mensch oder Maschine? Oder Maschinenmensch?

Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Drehbuchautor und Regisseur Caradog W. James hat seine Science-Fiction-Hausaufgaben gemacht, nimmt bei der Frage nach dem Wesen künstlicher Intelligenz Anleihen bei Ridley Scotts Philip-K.-Dick-Verfilmung „Blade Runner“ (1982) und fügt auch Details aus der Realität wie den Turing-Test hinzu. In Verbindung mit dem Titelzusatz „They Rise. We Fall.“ enthält die Story gegen Ende sogar einen Hauch „Terminator“ (1984), wobei es weniger um einen Aufstand der Maschinen geht als um die Erkenntnis, dass künstliche Intelligenz womöglich einen Evolutionsschritt der Menschheit darstellt, wenn auch einen kybernetisch produzierten. Kann daraus so etwas wie eine Seele enstehen?

Im Retro-Look

Der Regisseur setzt Actionelemente sparsam dosiert und dabei überzeugend ein. Zur Untermalung des düsteren Retro-Looks in den unterirdischen Räumen wählte Caradog W. James einen passenden Synthie-Sound, beides versetzt „The Machine“ ein wenig in die 80er. Stark ist obendrein die in erster Linie aus dem Fernsehen bekannte Caity Lotz („Arrow“, „Legends of Tomorrow“), über deren Rolle ich allerdings nicht mehr verraten kann, ohne ein paar überraschende Wendungen im ersten Drittel des Films zu verraten.

Tödliche Eskalation

Erstmals 2014 bei uns erschienen, hat splendid film „The Machine“ zwei Jahre später als Bonus dem Mediabook des Science-Fiction-Films „400 Days – The Last Mission“ beigelegt, in welchem Caity Lotz ebenfalls mitwirkt. Eine schöne Veröffentlichung, die zudem vergleichsweise preiswert erworben werden kann. „The Machine“ sei allen Freunden intelligenter Science-Fiction ans Herz gelegt.

Veröffentlichung: 26. Februar 2016 als Blu-ray-Bonus-Disc im Mediabook von „400 Days – The Last Mission“, 25. April 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: The Machine
GB 2013
Regie: Caradog W. James
Drehbuch: Caradog W. James
Besetzung: Toby Stephens, Caity Lotz, Denis Lawson, Sam Hazeldine, Pooneh Hajimohammadi, John-Paul Macleod, Helen Griffin, Siwan Morris, Nicola Reynolds, Jade Croot, Jonathan Byrne
Zusatzmaterial: Trailershow
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Fotos, Blu-ray-Packshot & Trailer: © 2014 splendid film / WVG Medien GmbH

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Singularity – Endzeitstimmung im Logikloch

Singularity

Von Philipp Ludwig

Science-Fiction // Schaut man sich das Langfilm-Regiedebüt des mittlerweile 25-jährigen Schweizer Filmemachers Robert Kouba an, so empfiehlt sich zu Beginn ein Blick auf dessen besondere Entstehungsgeschichte: Der damals 20-Jährige und frischgebackene Absolvent des SAE Institute für angehende Filmemacher drehte sein Werk nämlich bereits 2013 unter dem Titel „Aurora“. Das Drehbuch dazu hatte er zusammen mit seinem Kumpel Sebastian Cepeda geschrieben – es basiert auf einer von ihnen früher erdachten Geschichte. Der mit den damaligen Nachwuchsschauspielern Julian Schaffner und Jeannine Wacker (die später durch ihre Rolle in der ARD-Endlos-Telenovela „Sturm der Liebe“ Bekanntheit erlangte) in der Schweiz und den wunderschönen Landschaften der böhmischen Wälder Tschechiens gedrehte Low-Budget-Endzeit-Survival-Abenteuer-Mix im Science-Fiction-Gewand schaffte es damals jedoch nicht direkt zur Vollendung.

Der Low-Budget-Studentenfilm, der mehr sein wollte

Denn der junge Regisseur Kouba wünschte sich vor allem die entsprechenden visuellen Spezialeffekte, um seinen Vorstellungen vom Endzeitszenario einer Welt nach der nahezu vollständigen Ausrottung der Menschheit durch eine künstliche Intelligenz und deren anschließende Kontrolle über den Planeten auch einen angemessenen Touch zu verleihen. Um die nötigen Gelder hierfür zu generieren, griff er unter anderem auch auf Crowdfunding-Plattformen zurück, und so kam sein Erstling erst 2017 auf den Markt, nun unter dem Titel „Singularity“ und mittlerweile bereichert um eine ganze Reihe der gewünschten (und mehr oder weniger gelungenen) Spezialeffekte sowie der nachträglichen Hinzufügung von nachgedrehten Szenen mit der Hollywood-Größe John Cusack. Und damit begannen auch die Probleme …

Aus Freund …

Worum genau geht es? In einer nahen Zukunft gelingt dem genialen K.I.-Entwickler und CEO von VA Industries, Elias VanDorne (Cusack), ein entscheidender Durchbruch in der Robotertechnologie, wodurch hochentwickelte Maschinen ab sofort allerlei Tätigkeiten für den Menschen übernehmen können. Leider wird der technische Fortschritt in erster Linie für militärische Zwecke missbraucht, und statt die Welt und das Leben darin zu verbessern, verschlimmert sich die ohnehin angespannte Weltlage (kommt uns das gerade irgendwie bekannt vor?) umso mehr. Doch VanDorne hat erneut eine scheinbar perfekte Lösung parat: Er entwickelt ein bisher nie dagewesenes und unvorstellbar leistungsstarkes Programm einer künstlichen Intelligenz mit dem Namen Kronos, das die Ursache allen Übels auf der Welt ermitteln und beseitigen soll. Dumm nur, dass Kronos direkt den Menschen selbst als diese Ursache entschlüsselt und innerhalb von wenigen Stunden nahezu die gesamte Weltbevölkerung eliminiert. Die wenigen Überlebenden versuchen auch Jahrzehnte später noch, sich vor den überall nach den letzten Menschen suchenden, überdimensionalen und von Kronos kontrollierten Kampfrobotern zu verstecken und zudem die sagenumwobene letzte Festung der Menschheit, Aurora, zu finden – einen Ort, den die Maschinen angeblich nicht aufspüren können. VanDorne und sein Assistent Damien Walsh (Carmen Argenziano), die sich am Tag der Menschheitsvernichtung anscheinend selbst in Kronos hochladen konnten, versuchen ebenfalls mit aller Macht, diesen mythischen Ort aufzuspüren, um das Ziel von Kronos endgültig zu erreichen. Hierzu heften sie den neuesten, hochentwickelten und mit den genretypischen Identitätsproblemen ausgestatteten Androiden Andrew (Julian Schaffner) an die Fersen der jungen Überlebenskünstlerin Calia (Jeannine Wacker), die verzweifelt auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater ist, den sie in der Siedlung Aurora vermutet.

So weit, so gut. Die Grundstory klingt ja zumindest eigentlich gar nicht mal so verkehrt, auch wenn sich hier natürlich eine ganze Reihe an Storyelementen wiederfinden, die man so schon sehr oft und in vielen anderen Filmen des Genres selbstverständlich deutlich interessanter und besser dargestellt gesehen hat, wie etwa, ganz offensichtlich, in der „Terminator“-Reihe sowie „Blade Runner“ und dessen Fortsetzung „Blade Runner 2049“.

… wird Feind

Aber das Scheitern an übermächtigen Vorbildern muss nicht zwingend zum Scheitern des Films an sich führen. Gerade die Einstiegssequenz etwa ist wirklich sehr interessant (trotz der leider hier bereits doch eher billig anmutenden visuellen Effekte) expositorisch in die Handlung einführend inszeniert, die Einführung des Systems Kronos mit dem anschließenden Beginn der Vernichtung der Menschheit somit ansehnlich in Szene gesetzt. Doch bereits im Anschluss beginnen die ersten Probleme im gut gemeintem Grundplot des ansonsten mit etlichen Logiklöchern versehenen Drehbuchs.

Interessante Idee – „interessante“ Umsetzung

Erster Fehlgriff ist zunächst einmal die schier unvorstellbare Zeitspanne von 97 (!) Jahren, zu der die Haupthandlung nach der einführend gezeigten Zerstörungswelle des Prologs erst einsetzt. Denn die Vielzahl der auch hier leider nicht besonders ansehnlich animierten und darüber hinaus überdimensionierten Kampfroboter, die nahezu permanent die Wälder auf der Suche nach letzten Überlebenden durchstreifen, lassen einen doch stark daran zweifeln, dass nach knapp 100 Jahren Überlebende überhaupt noch existieren können. Insbesondere wenn man dann auch noch sieht, wie sorglos diese mitunter in ihren völlig sichtbaren Siedlungen zu leben scheinen, wenn man denn mal überhaupt etwas mehr von dem rar gesäten Input zur Tiefengestaltung des Endzeit-Settings zu sehen bekommt, statt dass man Calia und Andrew beim schier endlosen Durchstreifen der Wälder beobachten darf. Ebenfalls arg überzogen erscheint ebenso der allgemeine Zustand der Überlebenden, sei es etwa in Sachen Kleidung, körperlicher Zustand und Aussehen oder der weiterhin hohen Qualität sämtlicher Gebrauchsgegenstände. Etwas sonderbar angesichts einer Situation dieser Menschen, die an sich seit Jahrzehnten wie Ratten in ihren Löchern ums nackte Überleben kämpfen müssten. Sogar die Protagonisten am Ende der ersten Staffel der Zombie-Horror-Survival-Serie „The Walking Dead“, die ja nur wenige Wochen nach dem Ausbruch der dort behandelten Zombie-Apokalypse spielt, erscheinen verwahrloster als unsere „Singularity“-Helden Jahrzehnte später.

Von vielen Logiklöchern kann ich gar nicht erst anfangen, da ich sonst zu viel von der Handlung verraten würde. Ein paar seien noch genannt: Selbst gegen hochentwickelte Maschinen, ausgestattet mit allerlei fortschrittlicher Technologie, scheint das klassische Verstecken hinter einer alten Holzbank weiterhin ein probates Mittel zu sein. Und warum durch eine absolut rational-logisch denkende künstliche Intelligenz, deren Ziel die Rettung des Planeten mittels Auslöschung des Auslösers für das gesamte Übel auf der Welt war, nun wiederum selbst diese Welt malträtiert wird, indem etwa riesige Kampfroboter ganze Waldabschnitte platttrampeln oder Roboter-Megacitys entstehen, die mehr Smog produzieren als Peking, Tokio und Los Angeles zusammen, erschließt sich zumindest mir nicht so ganz. Ganz zu schweigen von der als toughen Survivalexpertin inszenierten Calia, die den einsamen und geheimnisvollen Andrew quasi einfach so aufgabelt, sofort als Begleitung duldet und auch noch dessen doch schon ziemlich fadenscheinig anmutende Lebensgeschichte ebenfalls einfach so akzeptiert. Ok, ok, ich höre ja schon auf. Aber vielleicht muss in einem Film ja auch nicht immer alles logisch sein, wer weiß? Wer dies jedoch erwartet, der dürfte in „Singularity“ leider eher häufig als selten ein klein wenig verdutzt die Augenbrauen hochziehen. Nett ausgedrückt.

Katniss Everdeen mit „Sturm der Liebe“-Charme

Von den darüber hinaus, erneut noch positiv formuliert, eher bescheidenen Schauspielfertigkeiten der beiden Jungschauspieler/-innen möchte ich an dieser Stelle ebenfalls gar nicht erst groß beginnen, wobei sich allerdings zumindest Jeannine Wacker (Achtung, schlechter Wortwitz voraus) halbwegs wacker schlägt, gerade im Vergleich zu ihrem steif agierenden Kollegen Schaffner. Vielmehr möchte ich diese jedoch als Aufhänger für das zentrale Problem des Films nehmen: dessen fehlende Konsequenz in seiner eigenen Identität und dem damit verbundenen „Betrug“ an den Zuschauern. Denn etwa drei Viertel von „Singularity“ bestehen aus dem 2013 abgedrehten Material zu „Aurora“, der, wie eingangs schon beschrieben, ursprünglich den Charakter eines Low-Budget-Studentenfilms innehatte. Den Film unter diesem Aspekt angemessen zu bewerten, wäre deutlich einfacher gewesen, denn mit einem gewissen, diesen Produktionen innewohnenden Charme hätte man über die zahlreichen Mängel mitunter hinwegsehen können, vor allem, da zudem eine ganze Reihe guter Ansätze zu erkennen sind. Der Soundtrack etwa ist geradezu außergewöhnlich gut und in seiner Gestaltung absolut stimmig für ein Endzeit-Szenario im Science-Fiction-Gewand. Ebenso deutet Kouba trotz der mitunter klaffenden Logiklöcher und Plotholes im Skript sowie dem latenten Hang zu Continuity-Fehlern an, dass er dennoch das Zeug zu einem guten Filmemacher hat. So bietet er nicht nur eine solide Kameraarbeit, auch in der Inszenierung mancher Szenen schimmert Potenzial durch. Insbesondere die aufwendig gefilmten Panoramaaufnahmen der böhmischen Waldlandschaften lassen sich sehen, vor allem vor dem Hintergrund eines billig produzierten Studentenfilms, in dem man diese hochwertigen Aufnahmen nicht erwarten konnte.

Ein Film mit Patchworkcharakter

Die Probleme in Koubas Werk beginnen insbesondere in dem Moment, in dem der Regisseur den Versuch unternimmt, daraus mehr zu machen, als es schließlich ist. So wirken gerade die nachträglich eingefügten Spezialeffekte durch ihre Schlichtheit eher kontraproduktiv, verleihen sie „Singularity“ doch den Charme alter „Command & Conquer“-Teile auf dem PC oder von eher durchschnittlichen PS2-(mit Wohlwollen vielleicht PS3-)Spielen. Und auch der nachträgliche Einbau des von John Cusack dargestellten VanDorne fühlt sich irgendwie nie wirklich richtig an. So interagiert dieser daher während des gesamten Films nur mit einer weiteren Figur der Welt von „Singularity“, nämlich seinem Assistenten Walsh, der von dem ebenfalls nicht gerade unbekannten Carmen Argenziano verkörpert wird. Da dieser bereits 2013 bei den Dreharbeiten dabei war, ist Walsh im Gegensatz zu VanDorne auch in der Lage, mit den anderen Figuren wie Andrew und Calia zu interagieren, sodass Cusacks Rolle dagegen nahezu ausschließlich als Beobachter aus dem Programm Kronos heraus fungiert und somit mitunter eher zu einer Art aufhübschendes Beiwerk des Gesamtwerks degradiert wird. Ein prominenter Name fürs Cover eben. Schauspielerisch ist Cusack natürlich dennoch über Zweifel erhaben. Auch wenn er, wahrscheinlich den Umständen entsprechend, vornehmlich nach Schema F zu agieren scheint, sticht er damit in Relation zum Rest des Films immer noch meilenweit heraus.

Sieht so etwa die optimierte Zukunft aus, liebes Kronos?

Man kann sich daher alles in allem des Anscheins nicht erwehren, es im Grunde genommen mit zwei verschiedenen Filmen mit jeweils unterschiedlichem Anspruchsdenken zu tun zu haben, sodass neben den zuvor aufgeführten Mängeln ein ganz entscheidender hinzukommt: Man kommt nicht umhin, sich als Zuschauer vom Film und dessen Macher ein Stück weit hinters Licht geführt zu fühlen, weil man einen Film vorgesetzt bekommt, der nie die Balance zu finden scheint, ob er nun ein fehlerhafter, dafür aber sympathischer Low-Budget-Film sein oder am Ende doch noch den Eindruck erwecken will, größer zu sein, als er eigentlich ist. So ist er im Endeffekt zumindest eines leider nicht: ein guter und vor allem sehenswerter Film. Unabhängig vom jeweiligen Anspruchsdenken, mit dem jeder Zuschauer persönlich im Endeffekt an „Singularity“ herangeht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit John Cusack sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Offenbar kein Menschenfreund: Elias VanDorne

Veröffentlichung: 6. Juni 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Singularity
CH/USA 2017
Regie: Robert Kouba
Drehbuch: Robert Kouba, Sebastian Cepeda
Musik: Scott Kirkland, Tobias Enhus
Besetzung: Jeannine Wacker, Julian Schaffner, John Cusack, Carmen Argenziano, Eileen Grubba
Zusatzmaterial: Wendecover
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2018 by Philipp Ludwig

Fotos, Packshot & Trailer: © 2018 EuroVideo Medien GmbH

 

Schlagwörter: , , , , ,

Alien Hunter – Auf die Spitze getriebener Etikettenschwindel

Welcome to Willits

Von Simon Kyprianou

Horror // Im englischsprachigen Original heißt der Film „Welcome to Willits“, und dort spielt der Alien-Invasions-Film auch, in diesem beschaulichen Örtchen im Cannabis-geschwängerten Emerald-Dreieck, einer schön bewaldeten Gegend im Norden Kaliforniens. Eine ganze Reihe von Teenagern will dort die Ferien verbringen, zum einen Courtney (Anastasia Baranova), eine Studentin, die aus dem Ort stammt und die Ferien bei ihrem Onkel Brock (Bill Sage) und ihrer Tante Peggy (Sabina Gadecki) verbringt; zum anderen eine Gruppe von Studenten (u. a. Rory Culkin, Garrett Clayton, Chris Zylka), die bei den heißen Quellen in der Nähe kampieren will.

Brock sieht überall Anzeichen einer Alien-Invasion …

Onkel Brock und Tante Peggy haben die Angewohnheit, ab und zu mal Meth zu rauchen. Jahre zuvor hat Brock im Drogenrausch imaginiert, von Außerirdischen entführt zu werden. Seither quälen ihn Träume, in welchen er in der Alien-Welt festsitzt. Er und Peggy verstehen sich als letzte menschliche Bastion im Kampf gegen die feindlichen Invasoren. Und gegen diese Invasoren setzt er sich nur zu gern feindlich zur Wehr. Dumm nur, dass er, wenn er nachts high ist, quasi jeden fremden Menschen als Alien wahrnimmt und ihm die Rübe wegpustet. Das wird im Laufe einer schicksalshaften Nacht, in der die Reisegruppe versehentlich in der Nähe seiner Farm ihre Zelte aufschlägt statt an den heißen Quellen, ungemütlich für die Teenies – und auch für Courtney, die irgendwann begreift, dass ihre Familie durchgedreht ist, und etwas dagegen unternehmen will.

Kein Interesse für die Paranoia des Junkies

„Alien Hunter“ erzählt holprig und von der Anzahl seiner Figuren merklich überfordert den Plot in grauenvoll ungelenken Dialogen. Der Film interessiert sich nicht wirklich für Brock, der in seiner Paranoia und der Isolation, in die er sich hineinmanövriert, eine potenziell interessante Figur wäre, wie beispielsweise die ähnlich angelegten Figuren in William Friedkins „Bug“. Regisseur Trevor Ryan, der hier seinen ersten Langfilm inszeniert, geht lieber dem schlecht erzählten Plot nach und dezimiert nach und nach die Jugendlichen.

… gegen die er sich mit Gewalt verteidigt

Es ist ein freudlos schlechter Film, der sich nichts und niemandem hingeben will, nicht der potenziell schön cheesigen Lovestory, die er inszeniert, nicht der Figur des paranoiden Drogis, nicht Splatter-Effekten die er unelegant andeutet, nur um sie dann doch zu umgehen, alles Sachen die den Film vielleicht nicht gut, aber wenigstens freudvoll machen würden.

Dolph Lundgren läuft kurz durchs Bild

Ach ja, Dolph Lundgren ist für zwei Minuten zu sehen, als TV-Cop Derek in einer Serie die Brock im Fernsehen schaut, in unzusammenhängenden Szenen, in denen er Verdächtige verprügelt. Die deutsche Titelschöpfung „Alien Hunter“ setzt den Film in die Nähe zu Lundgrens „The Demon Hunter“, was aber ebenso in die Irre führt wie die an die deutsche Blu-ray von „Arrival“ erinnernde Gestaltung des Covers. Die Alienfratze im Hintergrund vervollständigt diesen Etikettenschwindel. Insgesamt ist „Alien Hunter“ leider eine zähe, freudlose Angelegenheit.

Darunter leidet auch Courtney …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… vor allem aber all jene, die seiner Hütte zu nahe kommen

Veröffentlichung: 7. Juni 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Welcome to Willits
USA 2016
Regie: Trevor Ryan
Drehbuch: Tim Ryan
Besetzung: Bill Sage, Chris Zylka, Anastasia Baranova, Sabina Gadecki, Garrett Clayton, Thomas Dekker, Karrueche Tran, Keelin Woodell, Rory Culkin, Dolph Lundgren
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 
 

Schlagwörter: , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: