RSS

Schlagwort-Archive: Science-Fiction

Risen – End of Days: Sie sind da!

Risen

Von Volker Schönenberger

Science-Fiction // Eine vierköpfige Familie begibt sich an den Abendbrottisch. Aber zu mehr als dem Tischgebet reicht es nicht. Eine große Explosion erschüttert das Haus, das Licht fällt aus. Im Chaos kommen Vater, Mutter und die beiden Töchter zusammen – und sterben. Nicht nur sie: Die gesamte Einwohnerschaft des Örtchens Badger im Norden von Pennsylvania fällt der Gaswolke zum Opfer, die von dem Meteoriten von der Größe eines Basketballs ausgeht, der in der Gegend niedergegangen ist. Der Ort wird von der Außenwelt abgeriegelt.

Beim Tischgebet ahnt Familie Windsor noch nichts Böses

Colonel Roger Emmerich (Jack Campbell) vom US-Militär lässt die Exobiologin Dr. Lauren Stone (Nicole Schalmo) zwangsrekrutieren und zum Ort des Geschehens bringen. Als Nobelpreisträgerin genoss sie bis vor einiger Zeit hohes Ansehen, doch für ihre Thesen erhielt sie viel Gegenwind, und Alkoholmissbrauch brachte sie auf den absteigenden Ast. Nun soll sie mit dem Astrobiologen Professor David Santiago (Kenneth Trujillo) in das Katastrophengebiet vordringen und das Ereignis untersuchen. Im Krater der Einschlagstelle entdeckt Lauren einen merkwürdigen kleinen Pflanzentrieb.

Der Leichnam mit dem guten Heilfleisch

Bald darauf wohnen sie, Santiago und andere einer Autopsie bei, die Dr. Maria Paselo (Buffy Anne Littaua) und ihr Assistent Dr. Keith Herd (John Brown) am Leichnam von Robert Windsor (Dominic Stone) vornehmen (der Familienvater vom Anfang). Als die Gerichtsmedizinerin dem Toten die Brust aufschneidet, beginnt eine sonderbare dunkle Flüssigkeit aus dem Körper herauszufließen. Die Schnittwunde schließt sich, und plötzlich schlägt der Leichnam die Augen auf und setzt sich aufrecht hin.

Lauren und David wagen sich ins Katastrophengebiet

Independent-Science-Fiction merkt man sehr oft ihr beschränktes Budget an. Sei es aufgrund qualitativ und quantitativ beschränkter Settings, so unbekannter wie unerfahrener Darstellerinnen und Darsteller oder suboptimaler Tricktechnik. Kommen mangelnde Erfahrung und/oder mangelndes Talent des Regisseurs hinzu, wird es schwierig, aus einer guten Prämisse einen guten Film zu machen. Das ist auch im Falle von „Risen – End of Days“ das Problem. Zu viele handwerkliche Mängel trüben das Gesamtergebnis.

Eine Autopsie läuft aus dem Ruder

So krankt der Gesamteindruck stark an einer Hauptdarstellerin, zu der ich als Zuschauer einfach keinerlei Verbindung aufbauen konnte. Lauren Stone hat mit inneren Dämonen und Traumata zu kämpfen, so viel wird nach und nach deutlich. Nicole Schalmo kann die Zerrissenheit ihrer Figur in ihrem bislang einzigen Film leider zu keinem Zeitpunkt vermitteln, sie wirkt permanent völlig teilnahmslos, selbst wenn sie einmal minutenlang stumm an einer Wand lehnt, was wohl Angegriffenheit demonstrieren soll. Lauren trägt einerseits schwer an ihrer Last, und selbst ihr wissenschaftlicher Blick ins All wird gegen Ende damit erklärt – als Flucht vor dem Naheliegenden suchte sie die größtmögliche Ferne. Andererseits gibt es für ihr teilnahmsloses Gebaren am Ende eine Erklärung, sodass es als Teil der Auflösung gesehen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt hat Lauren Stone das Publikum allerdings schon längst verloren. Eine interessante Charakterzeichnung, die mehr Sorgfalt verdient hätte. Schade drum, ich mache ungern Schauspielerinnen oder Schauspieler nieder. Für weitere Rollen hat sich Schalmo aber nicht empfohlen.

Produktion, Drehbuch, Regie, Schnitt

Einen Teil der Verantwortung dafür trägt sicher Eddie Arya, der für Drehbuch und Regie veranwortlich zeichnet, denn Schauspielerführung gehört auch zu den Aufgaben von Regisseuren. Ihm fehlt zudem offenbar ein Händchen für Dramaturgie und Spannungsbögen, was sich in Szenenwechseln äußert, die phasenweise willkürlich aneinandergereiht wirken. In seiner Eigenschaft als Produzent hat sich der Regisseur auch gleich die Aufgabe des Cutters/Editors zugeteilt, doch der Schneidetisch ist nicht sein Metier.

Der Krisenstab tagt

Die Tricktechnik gehört ebenfalls zu den Minuspunkten von „Risen – End of Days“. Sie wirkt bisweilen geradezu unfertig, als sei das Budget für Computerzeit zu früh verbraucht gewesen. Das schadet beispielsweise auch sehr dem Finale, das inhaltlich angetan war, zu beeindrucken, was jedoch von der visuellen Umsetzung konterkariert wurde. Wer im Übrigen nur etwas aufmerksam auf Ausstattung und Kostümierung achtet, wird auch in dem Bereich einige Defizite bemerken.

Zurück zu den Wurzeln

Zusammengenommen ergeben solche Kritikpunkte an sich einen veritablen Rohrkrepierer, und wer den Film dafür hält, tut das mit einiger Berechtigung. Gleichwohl hat die Story dieser außerirdischen Invasion auf mich eine gewisse Faszination ausgeübt (dass es sich um eine solche handelt, verrät schon der Covertext, weshalb ich es wohl erwähnen darf, ohne des Spoilerns bezichtigt zu werden). Es ist kein Alienangriff à la „Independence Day“, sondern ein nachvollziehbares Vorgehen. Wenn man will, kann man diesen Angriff auf die gesamte Menschheit sogar als Metapher für drohende Klimakatastrophe interpretieren, und ich schließe nicht aus, dass Eddie Arya seine Geschichte sogar mit diesem Gedanken im Hinterkopf entworfen hat. Hätte er daraus nur ein anständiges Drehbuch gezimmert! Der fiktive Meteoriteneinschlag zu Beginn von „Risen – End of Days“ spannt sogar einen Bogen zum realen Meteoriteneinschlag von Tscheljabinsk am 15. Januar 2013 im russischen Ural. Keine schleche Idee!

Was sind das nur für Festivals?

Eddie Aryas dritte Regiearbeit hat gemäß Internet Movie Database auf fünf Filmfestivals insgesamt neun Preise gewonnen. Ein genauer Blick offenbart allerdings, dass es sich nicht um bekannte Festivals handelt. Das wirft Fragen auf, denn auch wenn ich „Risen – End of Days“ trotz mannigfacher Mängel nicht für vollends missraten halte, kann ich mir doch nicht vorstellen, dass sich das Werk zu einem Festivalliebling entwickelt hat. Es scheinen in der jüngeren Vergangenheit etliche kleine Filmfestivals aus dem Boden zu schießen, die zum Teil – vielleicht auch pandemiebedingt – online ablaufen und ihre Preise womöglich nicht immer auf seriöse Weise vergeben. Das Filmportal Thrill and Kill hat dazu kürzlich interessante Gedanken geäußert, aber das nur am Rande. Ich hatte mir von „Risen – End of Days“ einiges versprochen. Umso größer die Enttäuschung darüber, wie viel Potenzial der Story die Umsetzung verschenkt hat. Welche eher „kleinen“ Science-Fiction-Filme um Kontakt zu Außerirdischen machen es besser?

Sie sind da

Veröffentlichung: 7. Oktober 2022 als Blu-ray und DVD

Länge: 110 Min. (Blu-ray), 105 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Risen
AUS/USA 2021
Regie: Eddie Arya
Drehbuch: Eddie Arya
Besetzung: Nicole Schalmo, Zahlee Moore, Izzy Bridger, Lily Brown Griffiths, Dominic Stone, Jay Kallaway, Wayne McDanial, Michela Carattini, Ken Welsh, Ashlee Cronin, Alex Gallant, Natasha Thomas, Jack Campbell, Kenneth Trujillo, Waata Richards, Nathan Mustafa, , Buffy Anne Littaua, John Thomas, Olga Olshansky, Elena Kozlova
Zusatzmaterial: deutscher und englischer Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Meteor Film GmbH
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & gruppierter Packshot: © 2022 Meteor Film GmbH

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Gewinnspiel: The Phone – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Aufgrund von durch Sonneneruptionen hervorgerufenen Anomalien erhält ein Rechtsanwalt einen Anruf seiner vor genau einem Jahr ermordeten Ehefrau. Nun versucht er fieberhaft, ihr zu vermitteln, wie sie ihren Tod verhindern kann. Die Busch Media Group hat den südkoreanischen SF-Thriller „The Phone“ (2015) für hiesige Heimkinos veröffentlicht und uns je eine Blu-ray und DVD zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank, auch im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Los geht’s

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 27. November 2022, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Geändert: Teilnahmebedingungen

Achtung! Aufgrund gesteigerten Portoaufkommens (auch wegen „Horror für Halloween“) gilt ab sofort für die Gewinnspiele im Gewinnfalle die Übernahme des Portos als Teilnahmevoraussetzung. In diesem Fall werden 1,60 Euro fällig. Ich versichere euch, dass „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor völlig unkommerziell ist und ich mit dem Blog keinerlei Einnahmen generiere.

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Ich benötige außerdem die Zusage, dass die Sendung nur von einem Erwachsenen entgegengenommen werden kann. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray oder DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Es gewinnen

– die Blu-ray: Bettina Osterbeck
– die DVD: Falko

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf von drei Wochen nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rezension von „The Phone“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Deus – Kommt Gott aus der Sphäre?

Deus

Von Volker Schönenberger

Science-Fiction // In der Zukunft. Die Erde ist heruntergewirtschaftet, die Menschheit kämpft ums Überleben. Auf dem Raumschiff „Achilles“ weckt die künstliche Intelligenz in Gestalt des Bordcomputers „Mutter“ die Besatzung um Commander Sen Paul (Richard Blackwood) und Officer Walsh (Charlie MacGechan) aus ihrem Kälteschlaf. Es gilt, ein mysteriöses schwarzes Objekt zu untersuchen, das in der Umlaufbahn des Mars entdeckt wurde. Von der „Sphäre“, so wird das Phänomen genannt, empfängt die „Achilles“ nach einiger Zeit einen hellen Lichtstrahl und ein Signal, ein Wort, das permanent wiederholt wird: „Deus“ – das lateinische Wort für Gott.

Die Erde ist abgerockt

Löblich, dass jenseits großer Science-Fiction-im-Weltraum-Produktionen wie „Ad Astra – Zu den Sternen“ (2019), „Alien – Covenant“ (2017), „Interstellar“ (2014) und natürlich der „Star Wars“-Reihe immer wieder auch Independent-Arbeiten ihren Raum finden. „Deus“ ist so ein Kandidat – ein „kleiner“ Film, der gleichwohl mit feinem Setting und anständiger Ausstattung punktet. Hier zeigt sich, dass man auch mit geringem Budget einen wertigen Look erschaffen kann. Es muss ja nicht überborden, nur weil wir im Weltraum sind.

Aus dem Kälteschlaf erwacht

Der Filmtitel „Deus“ deutet schon an, dass wir es mit großen existenzialistischen Fragen zu tun bekommen. Gibt es einen Gott? Oder gar eine Göttin? Das Geschlecht einer möglichen Gottheit wird tatsächlich thematisiert. Allerdings nur kurz (das sei erwähnt, um Diversitäts- und Gleichstellungsverächter vor Schnappatmung zu bewahren). Ein kleiner Film also mit einem großen Thema – das birgt zwangsläufig die Gefahr großer Fallhöhe. Und daran scheitert der britische Drehbuchautor und Regisseur Steve Stone („In Extremis“) dann auch. Zu reißbrettartig kommen die Figuren und Dialoge daher, um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Fragen aufkommen zu lassen. Die Wissenschaftlerin Karla Grey (Claudia Black) steht dabei als Skeptikerin und Agnostikerin dem Konzernchef Vance (Phil Davis) gegenüber, der gelegentlich als Hologramm in Erscheinung tritt und dem Gedanken einer höheren Macht nicht abgeneigt scheint (hier zeigt „Deus“ eine gewisse Schlampigkeit, da Besatzungsmitglieder und holografischer Firmenboss miteinander reden, obwohl ihre Kommunikationssignale zwischen Erde und Marsnähe doch eine gewaltige Distanz zurücklegen müssen, die Gespräche in Echtzeit an sich unmöglich machen).

Majestätisch gleitet die „Achilles“ durchs All

Dann ist da noch der Blogger Si Rubin (Branko Tomovic), dem als Neuling im Weltraum die körperlichen und psychischen Auswirkungen des Kälteschlafs zu schaffen machen. Ein kleiner Nebenstrang, der anscheinend in erster Linie dem Zweck dient, einen weiteren Konflikt zu etablieren. Fürs Hauptgeschehen hat das wenig Bedeutung, zumal seine Funktion an Bord vage bleibt. Er bloggt für seine Follower über die Mission der „Achilles“ – ist er der Social-Media-Beauftragte?

Die Sphäre entsendet ein Signal

„Deus“ hat schon seine Momente, bleibt aber mit Plattitüden inhaltlich zu sehr an der Oberfläche. Bedauerlich, denn Setting und Storyline haben viel Potenzial, werden aber durchs Storytelling ausgebremst. Da war mehr drin.

Karla Grey und Holo-Konzernboss Vance sind uneins

Veröffentlichung: 14. Oktober 2022 als Blu-ray, DVD und Video on Demand

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Deus
GB 2022
Regie: Steve Stone
Drehbuch: Steve Stone
Besetzung: Claudia Black, Phil Davis, David O’Hara, Richard Blackwood, Lisa Eichhorn, Charlie MacGechan, Sophia Pettit, Branko Tomovic, Crystal Yu
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Wendecover
Label/Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & gruppierter Packshot: © 2022 Pandastorm Pictures

 

Schlagwörter: , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: