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I Am Not Your Negro – Rassismus und Kapitalismus

I Am Not Your Negro

Von Lucas Gröning

Gesellschafts-Doku // „Ich glaube wirklich nicht, dass es besser wird, solange man weiter solche Formulierungen benutzt. Es geht nicht darum, was mit den Schwarzen passiert. Dies ist eine brennende Frage, die mich interessiert. Aber noch mal: Es geht viel mehr darum, was mit diesem Land geschieht.“ Dies sind Sätze, die der US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin (1924–1987) einem Talkshow-Moderator entgegensetzt, als dieser Aussagen präsentiert, die darauf hindeuten, die Lebensverhältnisse von schwarzen Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika hätten sich doch schon enorm verbessert. Es gebe doch inzwischen schwarze Bürgermeister, Schwarze seien in allen Sportarten vertreten, sie seien Teil des öffentlichen Diskurses in der Politik und (etwas scherzhaft gemeint) sogar Teil der Fernsehwerbung. Aussagen, welche einen weltoffenen, liberalen, bürgerlichen Menschen tatsächlich zu der Annahme verleiten könnten, dass das Rassismusproblem in den USA auf dem Weg sei, beseitigt zu werden.

James Baldwin jedoch zeigt, nicht zuletzt mit diesen einleitenden Sätzen, dass das Gegenteil der Fall ist und dass diese Ideologie viel tiefere Wurzeln hat, als die bloße Ablehnung der Hautfarbe des Gegenübers. Der haitianische Regisseur Raoul Peck hat Baldwin 2016 die Dokumentation „I Am Not Your Negro“ gewidmet. Bereits in vorherigen Produktionen seines filmischen Schaffens hatte sich Peck mit Themen wie systematischer Unterdrückung, Protestbewegungen und den Strukturen von Gesellschaften auseinandergesetzt, dabei auch mit den Mythen, auf denen diese beruhen. Genannt seien an dieser Stelle der Dokumentarfilm „Lumumba“ (1991), in welchem es um den kongolesischen Freiheitskämpfer und späteren Ministerpräsidenten Patrice Lumumba geht (auch drehte Peck im Jahr 2000 einen Spielfilm mit dem Titel „Lumumba“), sowie „Als das Morden begann“ („Sometimes in April“, 2005), welcher den Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 zum Thema macht. „I Am Not Your Negro“ stellt in dieser Reihe den bisherigen Höhepunkt im Œuvre des Regisseurs dar, thematisiert er hier doch nicht bloß den Umgang mit Rassismus in den USA, sondern reflektiert auch klug über die amerikanische Gesellschaft als Ganzes und über die Rolle des Mediums Film in dieser Entwicklung.

Baldwin und das moderne Amerika

Im Zentrum der Dokumentation stehen, wie bereits angedeutet, der Schriftsteller James Baldwin sowie insbesondere ein unvollendetes, dreißigseitiges Romanskript des Autors mit dem Titel „Remember this House“. Baldwin hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich in dieser Schrift mit dem Rassismus in den USA auseinanderzusetzen und eine Geschichte der nebeneinander existierenden schwarzen und weißen Gesellschaften Amerikas zu beschreiben. Dies tat er, indem er drei seiner Freunde und zugleich zentrale Personen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung ins Zentrum des Interesses rückte: Medgar Evers (1925–1963), Malcom X (1925–1965) und Martin Luther King Jr. (1929–1968). Grundlage für Raoul Pecks Doku bilden neben Auszügen aus dieser Schrift vor allem Briefe, welche Baldwin an seinen Agenten Jay Acton geschrieben hatte. Die darin getätigten Aussagen Baldwins werden im englischen Original von Schauspieler Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“, „Jackie Brown“) verlesen, in der deutschen Synchronisation übernimmt der Hip-Hop-Musiker Samy Deluxe diesen Job. Die Bilder von „I Am Not Your Negro“ wiederum wurden zum Großteil nicht von Peck selbst aufgenommen, sondern entstammen Archivmaterial aus den vergangen Jahrzehnten. Diese umfassen zum einen Sequenzen aus Reden von beispielsweise Martin Luther King, Malcom X und James Baldwin selbst, TV-Aufnahmen aus verschiedenen Berichten oder Talkshows sowie Material aus Spielfilmen. Dabei beschränkt sich Raoul Peck nicht bloß auf Beobachtungen und Aufnahmen, welche James Baldwin zu seinen Lebzeiten gemacht hat oder in dieser Zeit entstanden sind. Dies hätte lediglich eine historische Einordnung zufolge, als ginge es um eine Erzählung aus längst vergangener Zeit. Vielmehr geht es dem Regisseur darum, den Bogen zum Amerika des 21. Jahrhunderts zu spannen und zu verdeutlichen, wie rassistisch die Gesellschaft der Vereinigten Staaten auch heute noch immer ist.

Vergangenheit und Moderne

Hierzu bedient er sich vor allem der Montage. Es sind nicht durchgängig Aufnahmen aus der Zeit von Baldwins öffentlichem Wirken, also grob dem Zeitraum der 1950er- bis 1970er-Jahre, welche von den Texten des Schriftstellers begleitet werden. Häufig wird durch die Montage der Eindruck erweckt, Baldwin kommentiere das Amerika der 1990er-Jahre oder Ereignisse des 21. Jahrhunderts. Dieser Eindruck eines kontinuierlichen Fortbestehens einer Gesellschaft, die sich seit jeher mit Rassismus auseinandersetzen muss, wird vor allem dann verstärkt, wenn beispielsweise Proteste aus den 1960er-Jahren mit Protesten aus den 2010ern gegengeschnitten werden. Sowohl auf Seiten der Schwarzen, als auch auf Seiten des weißen Amerika. Wenn uns der Film Proteste zeigt, in denen deutlich wird, dass Menschen aus dem bürgerlichen Millieu, gläubige Christen und sowie Anhänger des Nationalsozialismus für dieselbe Sache streiten, fühlen wir uns zwangsläufig an Bilder erinnert, welche ähliche Eindrücke vom modernen Amerika, aber auch von anderen westlichen Staaten wie Deutschland vermitteln.

Gleiches zeigt uns der Film, wenn er das rigorose, unverhältnismäßig brutale Vorgehen der Polizei gegen Schwarze zu Zeiten der Rassentrennung mit dem Durchgreifen der Staatsmacht in der Moderne vergleicht. Die augenscheinliche Botschaft hinter dieser Form der Montage: Eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert. Die Gewissheit, den Rassismus in der Gesellschaft hinter sich gelassen zu haben, durch politisch erreichte Gleichberechtigung und das Aufheben der Rassentrennung beispielsweise, wird hier Lügen gestraft. Kleine Veränderungen führen dementsprechend nicht zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz aller Ethnien. Der Rassismus in den USA hat viel tiefere Wurzeln, wie der Regisseur uns zeigt. Raoul Peck liefert mit seiner Dokumentation nämlich nicht nur eine Analyse des Rassismus der jüngeren und der älteren Vergangenheit, sowie einen Vergleich. Er geht obendrein auch den Ursachen auf den Grund und stellt dar, inwiefern der Rassismus in den USA nicht bloß durch plumpe Fremdenfeindlichkeit begründet ist, sondern dass er sogar einen elementarer Bestandteil der Identität des weißen Amerika darstellt und für den Zusammenhalt der weißen Gesellschaft unabdingbar ist.

Die Illusion von Reinheit

Rassismus in den USA gibt es bereits seit 400 Jahren. Schwarze Menschen haben inzwischen die gleichen Rechte wie Menschen weißer Hautfarbe. Und obwohl sich die Idee von Gleichberechtigung damit auf politischer Ebene durchgesetzt hat, so legt der Film nahe, ist die Ideologie des Rassismus immer noch ein Kernbestandteil Amerikas. Raoul Peck und James Baldwin erklären dies damit, dass es trotz dieser rechtlichen Gleichstellung keine echte Aufarbeitung dieser 400-Jahre umfassenden Geschichte gab. Nein, und viel schlimmer, es gab vielmehr eine Verdrängung der vergangenen Ereignisse rund um Unterdrückung und Sklaverei. Inmitten einer Illusion eines reinen und sündenfreien Amerikas gab es keinen Platz für die grausamen Handlungen der Sklavenhändler, die dieses Bild beschmutzt hätten. Viel lieber konstituierten die Amerikaner eine bunte, makellose Fantasiewelt. Das Problem hierbei sei, dass die schwarze Bevölkerung in dieser Fantasiewelt nie einen Platz gehabt hätte. Wie soll man auch Menschen in diese Makellosigkeit integrieren, deren Existenz als eine Form der Erweckung vergangener Dämonen fungiere und dem weißen Amerika vergangene Gräueltaten in Erinnerung ruft, vor allem, da der Wohlstand der Amerikaner nicht zuletzt auf deren Ausbeutung beruht. Die Folge ist eine Ignoranz schwarzer Geschichte, einhergehend mit der Eingliederung schwarzer Menschen in eine neu geschriebene weiße Geschichte, welche sich im Film vor allem als eine Geschichte des Kapitalismus und der Konsumgesellschaft darstellt. James Baldwin behauptet dann auch an einer Stelle indirekt, gerade die zum Egoismus treibenden Kräfte des Konsums seien ein Nährboden dafür, eben nicht auf die Schwächeren und Unterdrückten der Gesellschaft zu schauen, sondern sich ganz dem Kaufrausch hinzugeben. Die amerikanische Gesellschaft wird hier also nicht als echte Gemeinschaft illustriert, sondern als Ansammlung einzeln und für sich existierender Egoisten, deren einziger Zusammenhalt in der ständigen Rekonstruktion derselben weiß-geprägten Fantasiewelt besteht, in der die Schwarzen als Individuen keinen Platz haben, sondern bloß als homogene Masse betrachtet werden können, welcher man lediglich durch das Zuschreiben von Stereotypen begegnen kann.

Eine Eingliederung in die kapitalistische Logik

Der Film zeigt uns, zur Unterstreichung dieses Eindrucks, vor allem Werbeclips und Aufnahmen aus dem US-amerikanischen Showgeschäft. Präsentiert wird oftmals eine klassische weiße, bürgerliche Familie. An einer Stelle sieht man eine solche beispielsweise im Supermarkt beim Einkaufen. Lachende, glückliche Gesichter dominieren das Bild im Einklang mit hellen, sauberen Farben. Es ist eine Art Idealbild, eine Norm, was uns hier in mehreren Formen als Ansammlung glücklicher Konsumenten verkauft wird. Hier wird allerdings nicht nur eine Norm konstruiert, die als Kennzeichnung für das weiße, reine Amerika zu verstehen ist, sondern auch als Kennzeichnung dessen dient, was eben nicht zu diesem Gesellschaftsentwurf dazugehört. Es sind dabei die Bilder gepeinigter schwarzer Sklaven aus den Geschichtsbüchern, welche sich nicht mit diesem angestrebten Typus vereinbaren lassen. Vielmehr sind die Schwarzen in der amerikanischen Gesellschaft das Gegenstück, geduldet, allerdings nie vollends akzeptiert, gerade in Bezug auf einen eigenen kulturellen, alternativen, nicht-konsumorientierten Hintergrund. Wirkliche Akzeptanz kann daher nur stattfinden, wenn sich auch die Schwarzen diesen Logiken unterwerfen und die Bereitschaft zeigen, den vorgegebenen Lebensstil zu übernehmen.

Damit einhergehend, so legt „I Am Not Your Negro“ nahe, findet diese Aufnahme in die Gesellschaft oftmals nur unter der Prämisse von Verwertbarkeit statt. Das wird anhand der Präsidentschaft Barack Obamas im Film deutlich. Während James Baldwin auf der Tonebene den Begriff „Onkel Tom“ benutzt, – eine Bezeichnung für Afroamerikaner, welche sich angepasst und unterwürfig Weißen unterordnen, sodass er von diesen nicht als Bedrohung angesehen werden kann –, zeigt der Film den 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika mit seiner Ehefrau Michelle Obama. Beide lächeln auf diesen Bildern und die Aufnahmen erinnern nicht zufällig an die weiße Konsumentenfamilie aus dem Supermarkt. Hier findet also kein Hinterfragen des weißen Idealtypus durch Barack und Michelle Obama statt, sondern ganz im Gegenteil: dessen Bestätigung. Der naheliegende Schluss: Obama wurde nicht trotz seiner Hautfarbe Präsident, sondern gerade wegen ihr. Er wurde zu einer Art Symbolfigur für die Demokraten, welche sich durch seine Präsidentschaft Freiheit und Diversität auf die Fahne schreiben konnten, während sie die Gewissheit hatten, an den tatsächlichen Lebens- und Machtverhältnissen nicht das Geringste ändern zu müssen. Im Kapitalismus und der Sprache des Marktes spricht man von einem Unique Selling Point, also einem Alleinstellungsmerkmal.

Der Film als Spiegel der Gesellschaft

Raoul Peck hat auf diese Weise also herausgearbeitet, inwiefern der Rassismus der amerikanischen Gesellschaft auch ökonomische Wurzeln hat und inwiefern der Kapitalismus diese Machtverhältnisse verhärtet. Einen wesentlichen Beitrag zur Verfestigung dieser Verhältnisse leistet nach Peck neben der reinen Unterhaltungsindustrie allerdings auch das Medium Film. Gezeigt werden zur Demonstration dieser Tatsache vor allem alte Western mit John Wayne. Wir bekommen Szenen zu sehen, in denen der heldenhafte Cowboy sich gewaltsam gegen aggressive Indianerstämme verteidigt. Hier findet, so zeigt es „I Am Not Your Negro“, eine Assoziation zu den Schwarzen statt, genauso wie eine Umdeutung der amerikanischen Geschichte, sodass diese eben wieder in das reine, amerikanische Traumbild passt. Somit trägt auch das Medium Film wesentlich dazu bei, dass ein Umdenken in der amerikanischen Geschichte niemals stattfinden kann.

Auch in späteren Filmen, in denen schwarze Schauspieler an der Seite von Weißen spielten, findet eine echte Begegnung auf Augenhöhe nie statt. Oftmals sind Schwarze hier Bedienstete von weißen Herren wie in „Vom Winde verweht“ (1939) und „Song of the South“ (1946). Die aktuelle Debatte um die Entfernung von „Vom Winde verweht“ aus dem Sortiment eines US-Streamingsenders passt da perfekt ins Bild, zeigt das Südstaaten-Melodram doch Sklaverei in stark verharmlosender Art und Weise.

Selbst in Filmen mit zum Beispiel Sidney Poitier ab den 1950er-Jahren änderte sich nicht allzu viel. Zwar bewegt sich der Protagonist hier schon eher auf Augenhöhe mit den weißen Darstellern, eine echt innige Begegnung kann jedoch auch hier nicht stattfinden. Stattdessen herrschen Distanz und stille, vorsichtig akzentuierte Akzeptanz. Diese Verhältnisse lassen sich jedoch nicht bloß auf Filme längst vergangener Zeiten beziehen. Auch hier spannt Raoul Peck den Bogen zur Gegenwart. So zeigt „I Am Not Your Negro“ Actionfiguren aus dem Marvel Cinematic Universe. Wir müssen uns die Frage stellen, ob die diversen Casts aus diesen Filmen nicht ebenfalls bloß für den Erhalt einer sauberen, reinen, heilen Welt dienen? Dienen die Schwarzen hier nicht auch bloß dem Erhalt des Status Quo, sodass ja keine Veränderung der dargestellten, von Weißen konstruierten Lebenswelt stattfindet? Somit würde auch der Film, zumindest der massentaugliche, konventionelle Film, keine Gegenwelt zu den dargestellten Verhältnissen aufbauen, sondern diese im Gegenzug eher verstärken. Der Film fungiert hier im wahrsten Sinne des Ausdrucks von Siegfried Kracauer als Spiegel der bestehenden Gesellschaft.

Einer der wichtigsten Filme der vergangenen Jahre

Das kluge Zusammendenken von Rassismus, Kapitalismus und die Reflexion über das Medium, in dem diese Auseinandersetzung stattfindet, machen Raoul Pecks Werk zu einer herausragenden Dokumentation. Voller virtuoser und intelligent zusammengestellter Montagen gelingt dem Regisseur das Erklären der Hintergründe einer rassistischen Gesellschaft; er zeigt uns, warum sture Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung eben nicht reichen, um eine vielfältige Gesellschaft zu bilden. „I Am Not Your Negro“ zeigt uns, was für einen enorm langen Weg westliche Gesellschaften noch vor sich haben, ehe man auch nur im Ansatz von einer Beendigung der rassistischen Ideologie reden kann. Der Bezug zu den ökonomischen Verhältnissen und der Weckruf, diese als Voraussetzung ändern zu müssen, um eine Verbesserung der Situation zumindest annähernd erreichen zu können, machen „I Am Not Your Negro“ zu einem der wichtigsten und besten Filme der vergangenen Jahre. James Baldwin hat vollkommen recht, wenn er sagt, es gehe nicht um die Zukunft der Schwarzen, es gehe um die Zukunft einer ganzen Gesellschaft, welche sich befreien muss aus der Illusion, welche sie aufrechterhält. Als sehr wahrscheinlich erachtete der Schriftsteller diese Utopie nicht. Doch so pessimistisch Baldwins Worte auch geklungen haben mögen, so kommt doch ab und zu heraus, dass auch er noch einen Funken Hoffnung in seinem Herzen trug. Und mit aufklärerischen und intelligenten Filmen wie Raoul Pecks „I Am Not Your Negro“ kommen wir Baldwins Utopie in jedem Fall ein kleines Stück näher.

Veröffentlichung: 30. Juni 2017 als DVD

Länge: 93 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch. Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: I Am Not Your Negro
CH/F/BEL/USA 2016
Regie: Raoul Peck
Drehbuch: James Baldwin, Raoul Peck
Mitwirkende: Samuel L. Jackson, Archivbilder: James Baldwin, Martin Luther King, Malcom X, Medgar Evers, Barack Obama, George W. Bush, Rodney King, Robert F. Kennedy, Harry Belafonte, Billy Dee Williams, Sidney Poitier, Ray Charles, Arnold Schwarzenegger, John Wayne, Audrey Hepburn, J. Edgar Hoover, Paul Weiss
Salzgeber & Co. Medien GmbH

Copyright 2020 by Lucas Gröning
Packshot: © Salzgeber & Co. Medien GmbH

 

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Gewinnspiel: 5 x Duell in Diablo auf DVD

Verlosung

Vier Jahre vor seinem ultrabrutalen „Das Wiegenlied vom Totschlag“ („Soldier Blue“) inszenierte Ralph Nelson 1966 mit „Duell in Diablo“ bereits einen Western, der einige Härten aufwies. Koch Films hat den Film mit James Garner gerade als 52. Beitrag der schönen „Edition Western Legenden“ veröffentlicht und uns fünf DVDs zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns dafür herzlich im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 6. Mai 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die beiden Fragen am Ende des Textes.

Fallen euch keine Antworten ein, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Jens Albers,
– Dirk Busch,
– Mike Hennig,
– Krautkopp,
– Mike Patzer.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Duell in Diablo“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Duell in Diablo – Soldaten gegen Apachen

Duel at Diablo

Von Volker Schönenberger

Western // Eine Frau – Ellen Grange (Bibi Andersson) – wankt erschöpft durch die Wüste. Aus der Ferne erblickt der Scout Jess Remsberg (James Garner) einige Apachen, die ihr auf den Fersen sind. Er rettet sie und bringt sie zu ihrem Ehemann Willard Grange (Dennis Weaver) zurück, der sie nur widerwillig entgegennimmt. Weil sie nach wiederholter Gefangenschaft bei den Apachen nicht Selbstmord begangen hat, wird Ellen im Ort wie eine Aussätzige behandelt. Sie flieht kurz darauf und kehrt zu den Apachen zurück.

Jess Remsberg sucht den Mörder seiner Frau

Remsberg trägt die Last des Todes seiner Frau mit sich herum. Sie gehörte zum Stamm der Comanche und wurde von einem unbekannten Weißen ermordet und skalpiert. Remsbergs alter Freund Lieutenant McAllister (Bill Travers) berichtet ihm, der Sheriff von Concho wisse etwas über die Tat. Bald darauf bricht McAllister mit einem Munitionstransport in Richtung Concho auf, begleitet von jungen und unerfahrenen Rekruten, Remsberg als Scout sowie dem Pferdehändler und -zureiter Toller (Sidney Poitier). Doch der Apachenhäuptling Chata (John Hoyt) lauert schon.

Vom Regisseur von „Das Wiegenlied vom Totschlag“

Schon vier Jahre vor seinem ultrabrutalen Western-Abgesang „Das Wiegenlied vom Totschlag“ („Soldier Blue“) zeigte Ralph Nelson 1966 in „Duell in Diablo“ einige Grausamkeiten, in diesem Fall nicht begangen von Soldaten, sondern Indianern, die Gefangene einer ausgedehnten Marter unterziehen. Er inszeniert das sehr clever, indem er das Grauen in den Köpfen der Zuschauer entstehen lässt: Zuvor zeigte er kurz einen Foltertoten, dem die Apachen die Hände verbrannt hatten. Später wird ein Weißer gefangen und über einem Feuer an ein Wagenrad gefesselt, mit dem ihn seine Folterknechte mittels Drehung über die Flammen bewegen können. Im Anschluss hören die in der Nähe von den Indianern belagerten anderen Weißen nur noch die Schmerzensschreie des Gepeinigten – sehr effektiv und seine Wirkung nicht verfehlend.

Auch Pferdehändler Toller mischt mit

Der Regisseur versucht auch, das Thema Rassismus gegenüber den Ureinwohnern Nordamerikas aufzuwerfen. Er ignoriert dabei allerdings den von Sidney Poitier verkörperten Pferdehändler Toller, der zum Zeitpunkt der Handlung als Schwarzer zweifellos einigen rassistischen Aktionen und Reaktionen ausgesetzt gewesen wäre – „Duell in Diablo“ zeigt allerdings nichts dergleichen. Wenige Jahre zuvor hatte Poitier für seine Hauptrolle in Nelsons „Lilien auf dem Felde“ als erster Schwarzer überhaupt den Oscar erhalten (erste schwarze Frau war Hattie McDaniel, die 1940 als Nebendarstellerin in „Vom Winde verweht“ prämiert worden war). So bleibt der Verdacht, dass Poitier für „Duell in Diablo“ lediglich aufgrund seiner Prominenz als Oscar-Preisträger besetzt wurde.

James Garner – von „Maverick“ zu „Duell in Diablo“

Der raue Western überzeugt mit seiner actionreichen Darstellung der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Soldaten und Indianern. Das inszeniert Nelson spannungsgeladen. Auch den Fokus auf Ellen Grange und ihre Demütigungen durch Ehemann und Kleinstädter bringt der Regisseur gut zur Geltung – wir fühlen mit der zwischen Weißen und Indianern hin und her gerissenen Frau. James „Rockford“ Garner spielt den Scout Remsberg zudem vielschichtiger und weniger glatt, als ich es vermutet hätte (vielleicht tat ich ihm ohnehin Unrecht). Seinen Durchbruch hatte er in der Titelrolle der Western-Fernsehserie „Maverick“ (1957–1962). Insgesamt ergibt das einen sehenswerten Western, dessen alte deutsche DVDs mittlerweile nicht mehr lieferbar sind, weshalb die Neuveröffentlichung als Teil der Koch-Films-Reihe „Edition Western Legenden“ gerechtfertigt erscheint. Welche Filme mit James Garner könnt Ihr empfehlen?

Was weiß der Sheriff von Concho?

Die „Edition Western Legenden“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit James Garner haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Nach erbittertem Kampf

Veröffentlichung: 12. April 2018 als Blu-ray und DVD, 14. März 2008 und 6. April 2004 als DVD (MGM)

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Duel at Diablo
USA 1966
Regie: Ralph Nelson
Drehbuch: Marvin H. Albert, Michael M. Grilikhes, nach Marvin H. Alberts Roman „Apache Rising“
Besetzung: James Garner, Sidney Poitier, Bibi Andersson, Dennis Weaver, Bill Travers, William Redfield, John Hubbard, Ralph Nelson, Bill Hart, John Hoyt, Eddie Little Sky, John Crawford
Zusatzmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Koch Films

 
 

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