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Horror für Halloween (X): Terrifier – Ihr seid so berechenbar!

Terrifier

Von Volker Schönenberger

Horror // Lassen wir den Hype vorab einmal Revue passieren oder – wie es Horst Hrubesch ausdrücken würde – Paroli laufen: Das auf Genrefilme der zweiten und dritten Reihe spezialisierte Label Tiberius Film hatte „Terrifier“ für den deutschen Markt lizenziert und zwecks Altersfreigabe der FSK vorgelegt. Das dort zuständige Gremium schüttelte energisch den Kopf, und das erneut, als Tiberius Berufung einlegte. Erst zwei zensierte Fassungen des Slasherfilms um den Clown Art (David Howard Thornton) erhielten die Freigabe ab 16 Jahren für die Auswertung über Video-on-Demand-Kanäle beziehungsweise ab 18 Jahren für Blu-ray und DVD.

Uncut-Editionen zügig out of print

Die Kunde machte erwartungsgemäß zügig die Runde, sodass unter den hiesigen Horrorfans die Hoffnung auf eine Auswertung der Uncut-Fassung wuchs, zu der es erwartungsgemäß auch kam: Nameless Media veröffentlichte den Film in ganzer blutiger Pracht als Mediabook mit fünf Covervarianten sowie in großer Hartbox, und das ohne FSK-Prüfung, was für den Verkauf die gleichen Beschränkungen mit sich bringt wie eine Indizierung, etwa Werbeverbot und Verbot öffentlicher Auslage im Verkaufsregal. Aber da Uncut-Fans ihre Bezugsquellen kennen, kam es, wie es kommen musste – diese limitierten Editionen gingen weg wie geschnitten Brot und stiegen auf dem Sammlermarkt zügig im Preis. Manch ein Händler mag darauf spekuliert und Teile seines Kontingents von vornherein gebunkert haben, um nach dem Signal „Out of Print!“ mit Mondpreisen die Umsatzrendite zu steigern. Viele Privatleute kaufen ohnehin auf Verdacht gleich doppelt oder dreifach (ein Exemplar zum Schauen, eins fürs Regal der verschweißt bleibenden Sammlerstücke und eins zum Refinanzieren der Käufe), von den Komplettisten, die jede Covervariante besitzen müssen, fange ich gar nicht erst an (hoppla, doch von ihnen angefangen). Und angesichts der Vielzahl regelmäßiger Verkäufer in Mediabook- und sonstigen Filmgruppen bei Facebook, die als Bezahlkanal nur PayPal im Freundemodus anbieten und ganz sicher keine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer ausstellen, ist es ja ein offenes Geheimnis, dass sich in diesem Bereich etliche schwarze Schafe tummeln, sprich: in gewerblicher Dimension tätige Händler, die sich als Privatleute ausgeben, um Kunden Rechte vorenthalten zu können und Gewerbe- und Einkommensteuer zu vermeiden (um es ganz deutlich zu schreiben: Steuerhinterzieher, mithin Straftäter). Bei vielen solcher Verkäufer waren überraschenderweise plötzlich auch „Terrifier“-Mediabooks im Angebot. Für je 30 Euro fünf Exemplare vorbestellen und diese für je 80, 100 oder 120 Euro wieder verkaufen – da kommt gut was bei rum, erst recht, wenn Bruttogewinn gleich Nettogewinn, da am Finanzamt vorbei. Dadurch bleiben die Filmfreunde auf der Strecke, die einfach nur mal den ungeschnittenen Film sehen wollen, bei der Vorbestellung leer ausgingen und keine Mondpreise zu zahlen bereit sind.

Aber ich schweife ab, zurück zu Art, dem Clown. Die Bewertungen in den Facebook-Filmgruppen kontrastierten erwartungsgemäß stark. Manche meinten, ein Meisterwerk gesehen zu haben, andere kanzelten „Terrifier“ als „Rotz“ ab. Ob sich einige Mediabook-Käufer in die eigene Tasche gelogen haben, um ihren womöglich überteuerten Kauf vor sich selbst zu rechtfertigen? Für andere mag die brutale Gewalt ausreichen, um sich vor Freude die Unterbüchs nass zu machen. Je blutiger, desto besser, nur darauf kommt es einigen Horrorfans auf der Suche nach dem nächsten Extrem an. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern nicht der eigene Geschmack als das Maß der Dinge herausposaunt wird.

Gehypter Film? Muss mies sein

Auch die Verächter sind mit Vorsicht zu genießen, führen sie ihre harschen Urteile doch gern darauf zurück, dass gehypte Filme zwangsläufig überbewertet sein müssen. So auch in diesem Fall zu beobachten: Je lauter Fans „Terrifier“ über den grünen Klee lobten, desto energischer erwiderte die Gegenfraktion, wie mies der Streifen doch sei.

Selfie mit Art – ob das eine gute Idee ist?

Wer sich während der Debatte um „Terrifier“ ein wenig nüchterner damit befasst hat, konnte noch vor eigener Sichtung zügig zu dem Schluss gelangen, dass wir es weder mit dem von manchen Fans postulierten Meisterwerk zu tun haben noch mit dem „Rotz“, als den andere den Film bezeichneten, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen grundsoliden Slasher, der den Clown Art zwar nicht zu Ikonen wie Michael Myers und Jason Vorhees aufschließen lässt, aber Horrorfans genau das liefert, was sie sich erhoffen (sofern sie zu realistischen Hoffnungen fähig sind). Und genau so ist es dann auch, wobei mir Art mit seiner Furcht einflößenden Clownsmaske tatsächlich so gut gefallen hat, dass er im Lauf der Jahre vielleicht doch ikonischen Charakter bekommen wird. Die Zeit wird es zeigen.

Die User-Wertungen der IMDb haben sich mittlerweile bei soliden 5,6 eingependelt, bei Rotten Tomatoes steht der Tomatometer mit den Kritikerwertungen bei recht hohen 70 Prozent mit allerdings nur kaum repräsentativen zehn Kritiken in der Zählung und der Audience Score mit den User-Wertungen bei nicht ganz so hohen, aber ebenfalls anständigen 56 Prozent (Stand Oktober 2019). 5,6 – das erscheint als realistische Einordnung.

Von „The 9th Circle“ zu „Terrifier“

Seine ersten kurzen Auftritte hatte Clown Art in Damien Leones Kurzfilmen „The 9th Circle“ (2008) und „Terrifier“ (2011) sowie etwa 20 Minunten lang in seinem 2013er-Anthologiefilm „All Hallows’ Eve – Komm raus und spiel!“. „Terrifier“ zeigt den Meuchelmörder nun in voller Länge. Zu Beginn interviewt eine Talkshow-Moderatorin eine grausam entstellte Frau, die ein Jahr zuvor in der Halloween-Nacht Opfer des Psychopathen im Clownskostüm geworden war. Als sich die Moderatorin kurz darauf in der Garderobe am Telefon abfällig über das Gesicht ihrer Gesprächspartnerin äußert, hört diese das zufällig mit. Ihre Reaktion fällt heftig aus …

Tara (Jenna Kanell) and Dawn (Catherine Corcoran) sind am Halloween-Abend auf der Suche nach Spaß. Auf der Straße treffen sie einen Clown mit eher bedrohlicher als lustiger Maske. Er folgt ihnen in eine Pizzeria und benimmt sich sonderbar. Dass er unter Spaß etwas Blutrünstiges und Mörderisches versteht, bekommen zunächst zwei Pizzabäcker zu spüren …

Was mag den Clown antreiben?

Schon mit der Sequenz im Gastraum der Pizzeria schraubt Damien Leone die Spannung gekonnt nach oben. In ein paar Sequenzen habe ich schon mit einer überraschenden und blutigen Attacke des Clowns gerechnet, doch vorerst blieb sie aus. Der Elektro-Score mit seinen eindringlichen, gelegentlich hämmernden Klängen folgt dabei bekannten Pfaden, dies aber jederzeit der Szene dienlich. Über Clown Art, seinen Werdegang und die Ursachen seines mörderischen Triebs erfahren wir nichts, das ist auch gut so, weil es ihm die mystische Aura bewahrt.

Mit diesem Clown ist nicht zu spaßen

Eine Story existiert eher in Grundzügen. Da gibt es eben einen Killer, der bedauernswerte Opfer dahinmeuchelt – das reicht im Slashergenre oft aus, so auch hier. Entscheidend ist, was blutig dabei herauskommt, aus den diversen Wunden beispielsweise. Und das ist heftig. Nun kann man dem Jugendschutz in Gestalt von FSK und in der Folge gern mal Bundesprüfstelle natürlich zu Recht Erwachsenenbevormundung vorwerfen, wenn für eine FSK-18-Freigabe Schnittauflagen gemacht werden. Überraschen durfte das Tiberius Film im Falle von „Terrifier“ aber an sich nicht. Die Gewalt wirkt selbstzweckhaft, da kennt die FSK bisweilen kein Pardon. Jugendschutz geht dafür auch völlig in Ordnung, aber FSK 18 ist nun mal für Erwachsene freigegeben. So oder so geizt „Terrifier“ nicht mit Blut und Zerstückelungen in handgemachter Pracht. Spitze Gegenstände und scharfe Klingen dringen in menschliche Körper ein, dass der Slasher-Fan vor Freude juchzt. Das ist genau das, was es sein will, und dafür kann man „Terrifier“ auch gern haben, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen – außer bei denjenigen Personen im privaten Umfeld, die uns ob unserer kruden Filmvorlieben ohnehin misstrauisch beäugen.

Fortsetzung folgt

Wer sich für die Unterschiede zwischen der ungeprüften und der FSK-18-Fassung interessiert, kann sich den Schnittbericht der Kollegen von – genau! – Schnittberichte zu Gemüte führen. Damien Leone hatte für die Langfassung seines „Terrifier“-Kurzfilms übrigens Crowdfunding bemüht. Den Zielbetrag erreichte er damit zwar nicht, aber fürs Restbudget sprang überraschend sein Kumpel Phil Falcone ein, der dafür Produzenten-Credits erhielt. Richtig gemacht, sei bedankt. Falcone wird auch „Terrifier 2“ produzieren, den Leone gerade in der Mache hat – der auch dafür ins Leben gerufenen Crowdfunding-Kampagne war schon mal deutlich mehr Erfolg beschieden als der für den Vorgänger. Freuen wir uns drauf! Der Regisseur hat verlauten lassen, „Terrifier“ mit dem Sequel in mancherlei Hinsicht toppen zu wollen. Bei all den großen Ikonen, die das Slashergenre hervorgebracht hat, strotzt es doch auch vor unterdurchschnittlichen Gestalten, die nach ihrem einmaligen Auftritt zu Recht der Vergessenheit anheimgefallen sind. Clown Art hingegen hat das Zeug, im Gedächtnis zu verweilen, und sei es nur wegen seiner fiesen Maske und der ebenso fiesen Metzeleien.

Veröffentlichung: 7. Dezember 2018 als Limited 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD in fünf Covervarianten à 2 x 222, 2 x 444 und 1 x 333 Exemplare) und Blu-ray in großer Hartbox, 6. Dezember 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18 (Mediabook & Hartbox: ungeprüft)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Terrifier
USA 2016
Regie: Damien Leone
Drehbuch: Damien Leone
Besetzung: Jenna Kanell, Samantha Scaffidi, David Howard Thornton, Catherine Corcoran, Pooya Mohseni, Matt McAllister, Katie Maguire, Gino Cafarelli, Cory DuVal, Michael Leavy, Erick Zamora, Clifton Dunn, Xiomi, Frans-Cuber, Julie Asriyan, Magaret Reed
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover, nur Mediabooks: 24-seitiges Booklet mit einem Text von Wolfgang Brunner
Label zensierte Blu-ray & DVD: Tiberius Film
Vertrieb zensierte Blu-ray & DVD: Sony Pictures Home Entertainment
Label/Vertrieb Mediabook & Hartbox: Nameless Media

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 

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Horror für Halloween (VIII): Phonomanie – Schauermär vom schleichenden Slasher

Phonomanie

Von Marco Kraus

Horror // Ein maskierter Mörder geht um. Zuerst fallen ihm die Teilnehmer eines gemütlichen Halloween-Videoabends zum Opfer. Einige Wochen später stellt eine Gruppe von Freunden auf einem Wochenendtrip fest, das dies wohl nicht die einzige Tat des wahnsinnigen Killers war, denn der Täter zieht eine gewaltige Spur aus Blut und Gedärmen hinter sich her. Die Gruppe beschließt, sich der Sache selbst anzunehmen, ohne zu ahnen, das sie damit den ersten Dominostein einer langen Kette umwirft. Die Hobbydetektive katapultieren sich selbst in einen Horrortrip, der für einige von ihnen tödlich enden wird. Je tiefer sie in die Sache hineingeraten, desto mehr müssen sie sich die Frage stellen: Kann man seinen Freunden vertrauen?

Was ist ein „Stealth Slasher“?

Lang mussten wir auf Stefan Peschmanns neuestes Werk „Phonomanie“ warten und die Erwartungen waren bei mir nach „Lock the Doors – Trügerische Sicherheit“ (2016) recht hoch angesiedelt. Denn schon der Vorgänger hatte durchdachtes Storytelling, gute Kamerarbeit und anständige Splatter-Effekte zu bieten. Lediglich im schauspielerischen Bereich war das eine oder andere Manko zu erkennen. Aber gut – behalten wir immer im Hinterkopf, dass wir nicht über professionelle Darsteller reden. Kann „Phonomanie“ das steigern?

Und wer macht die Schweinerei nachher wieder weg?

Zunächst einmal bezeichnet Stefan Peschmann alias Mr. Zito „Phonomanie“ als Stealth Slasher. Bitte was? Genau das habe ich mich auch gefragt: Was bitte ist ein Stealth Slasher? Aufklärung gab mir letztlich ein beim Ittenbach Movie Club geführtes Interview, in welchem Stefan den Begriff wie folgt erläuterte: Zuerst einmal bin ich großer Fan von Games wie „Splinter Cell“, „Metal Gear Solid“, „Hitman“, „Velvet Assassin“, „Tenchu“, „Manhunt“ uvm., also alle Stealth-Games, wo man sich taktisch an den Gegner heranschleicht, ihn belauscht, den passenden Augenblick abwartet und ihn schließlich um die Ecke bringt. Du kannst mir glauben, dass ich bei solchen Games richtig abgehe, bis ich quasi den perfekten Kill hingelegt habe, ohne dass auch nur einer einen Schatten gesehen hat. Weißt du, was ich meine? Slasher verehre ich mindestens ebenso, leider rennen bzw. „laufen“ da die Killer immer der schreienden Meute hinterher und das wollte ich anders machen, also was liegt da näher, als beide Genres miteinander zu verbinden? Und so ist der Begriff „Stealth Slasher“ geboren bzw. entstanden. Bei mir gibt es keine schreienden und rennenden Opfer. Mein Killer hat einen Plan, er infiltriert, belauscht, wartet auf den perfekten Augenblick und räumt dann systematisch einen nach dem anderen aus dem Weg. Man würze das Ganze mit einer gestörten (nachvollziehbaren) Geschichte, garniere es mit einem absoluten Overkill an Gore-Gräueltaten, einem Maximum an Kills und man hat den ersten >Stealth Slasher< überhaupt!! Als Bonus sozusagen eliminiert man auf diese Weise auch den Hauptkritikpunkt eines jeden Slasherfilmes, nämlich, dass die Opfer sich zu dämlich verhalten, denn dazu haben sie bei mir nicht mal die Gelegenheit.

Nachdem diese Frage geklärt war konnte ich mich endlich ganz tiefenentspannt und voller Vorfreude an „Phonomanie“ wagen. Und ich sollte absolut nicht enttäuscht werden.

Kurzweiliges von Fans für Fans

Mit Phonomanie ist es Mr. Zito gelungen eine interessante und vor allem kurzweilige Story zu erschaffen, die die Elemente Slasher und Roadmovie miteinander verbindet. Wir begegnen vielen interessanten, teil skurillen und durchgeknallten Charakteren, die von ihren Darstellern sehr gelungen, zum Teil gewollt übertrieben, verkörpert werden. Man merkt allen Schauspielern an, das sie mit Spaß bei der Sache sind. Positiv fällt auf, dass die Texte nicht wie auswendig gelernt heruntergerasselt, sondern locker und frei gesprochen werden. Hier konnte man sich im Vergleich zu „Lock the Doors“ schon einmal deutlich steigern.

Heimwerken mal anders

Gut gemachte Effekte und kreative Kills (ich persönlich feiere die Kreissägen-Szene) garnieren die Handlung. Auch muss man die vielen kleinen Tribute und Anspielungen zu Genreklassikern wie „Halloween – Die Nacht des Grauens“, „The Texas Chainsaw Massacre“ oder „Wrong Turn“ erwähnen, die Mr. Zito im gesamten Film, teils offensichtlich, teils versteckt platziert hat. Genau dieser Aspekt macht „Phonomanie“ in meinen Augen zu einem Film von Fans für Fans. Abgerundet wird das Ganze durch eine tolle musikalische Untermalung, für die Stefan Ortlepp (Musica Non Grata) verantwortlich zeichnet.

Bestens zum Einstieg in den Bereich Underground geeignet

Cast und Crew um Stefan Peschmann haben mit „Phonomanie“ einen hervorragenden Job gemacht und präsentieren uns ein Ergebnis, das den Vorgänger „Lock the Doors – Trügerische Sicherheit“ zu toppen weiß, besonders was die Darsteller betrifft. Zu keiner Sekunde kommt Langeweile auf, die Story baut sich gut auf und nimmt interessante, nicht vorhersehbare Wendungen. Aufgrund dessen ist „Phonomanie“ der perfekte Éinstieg für all jene, die sich bisher nicht an das Thema Underground herangetraut haben. Und auch eingefleischte Anhänger werden keinesfalls enttäuscht und kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Vielleicht der Independent-Film des Jahres aus Deutschland – das Potenzial dafür ist jedenfalls gegeben. „Phonomanie“ erscheint als DVD im limitierten Steelbook und kann direkt bei DCE Media vorbestellt werden. Besucher des House of Horrors in der Turbinenhalle Oberhausen am 12. und 13. Oktober können ihr vorbestelltes Exemplar auf Wunsch dort am Stand von DCE Media abholen, um die Versandkosten zu sparen.

Ist Jason auferstanden?

Veröffentlichung: 12. Oktober 2019 als DVD

Länge: 97 Min.
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Englisch, Französisch
Originaltitel: Phonomanie
D 2019
Regie: Mr. Zito
Drehbuch: Mr. Zito
Besetzung: Marie Richter, Sabine Wedde, Philipp Pietsch, Robert Müller, Daniel Broßman, Kay Herrmann, Matthias Rink, Thomas Goersch
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: DCE Media

Copyright 2019 by Marco Kraus
Szenenfotos & Covermotiv: © 2019 DCE Media

 
 

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Central Park – Massaker in New York: Tod in der grünen Lunge

Central Park

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Majestätisch ragen die Wolkenkratzer von Manhattan von der Morgensonne beleuchtet in den Himmel. Vom Chrysler Building schweift der Blick der Kamera langsam zur grünen Lunge New York Citys – dem Central Park. Das Radio berichtet von einem gigantischen Betrug mit einem Schneeballsystem der gerade aufgeflogen ist. In einer dunklen Ecke des Parks erlegt jemand (Regisseur Justin Reinsilber) mit einem Messer ein Tier – nicht ungeschickt.

Die Freunde verabreden sich

Wir lernen Harold (Justiin A. Davis) kennen, dessen Vater offenbar der Rädelsführer des erwähnten Betrugs ist und sogar seine eigenen Freunde um viel Geld erleichtert hat. Mit seiner Clique, bestehend aus Leyla (Grace Van Patten), Sessa (Ruby Modine), Mikey (Deema Aitken) und Felix (Guillermo Arribas), hängt er gern ab, das Quintett zieht auch schon mal einen durch. Ein lauer Sommerabend führt die jungen Leute mit der neu hinzugekommenen Donna (Malika Samuel) in den Central Park, nicht ahnend, dass sie von einer dunklen Gestalt beobachtet werden, die es auf sie abgesehen hat. Und während sie eine Runde „Truth or Dare“ („Wahrheit oder Pflicht“ oder auch „Tat oder Wahrheit“) spielen, senkt sich langsam die Dunkelheit über den Central Park und bereitet der Mann ganz in der Nähe bereits seine Mordwerkzeuge vor.

Die jungen Leute und der Killer

So weit, so Slasher. Ein paar leichtsinnige Jungspunde, ein psychopathischer Killer – das kennt man schon. Allerdings wirken die Protagonisten nicht wie das übliche Frischfleisch, dem man keine Träne nachweint, nachdem es niedergemetzelt wurde. Guten Darstellerleistungen geschuldet, wirken sie recht authentisch. Trotz der kurzen Dauer von knapp unter anderthalb Stunden nimmt sich Regisseur Justin Reinsilber Zeit für die Einführung seiner Figuren und den Aufbau einer bedrohlichen Atmosphäre, zu der nicht zuletzt der geschickt eingesetzte Elektro-Score beiträgt, der mit minimalistischen Klängen die Spannung am Köcheln hält.

Harold und Leyla lieben einander

Weitere Figuren kommen hinzu, etwa der wohlmeinende Lehrer Mr. Shaw (Michael Lombardi), der Mikey seine Handynummer gegeben hat, weil er spürt, dass den Jungen etwas bedrückt. Abends dreht er mit dem Rennrad ein paar Runden, als sein Schüler ihn per Kurznachricht tatsächlich um Hilfe bittet. Das Verbrechen von Harolds Vater schwebt als Damoklesschwert über dem Schüler und seinen Freunden, doch was hat das mit dem Unheil im Central Park zu tun?

Der Central Park als heimlicher Hauptdarsteller

Walter Hill inszenierte den Central Park in seinem wegweisenden Gang-Actionthriller „The Warriors“ 1979 lediglich als einen von diversen Schauplätzen New York Citys. In „Central Park – Massaker in New York“ dient die Grünanlage als Hauptschauplatz. Dem Vernehmen nach lebt Justin Reinsilber, der auch das Drehbuch seiner bislang einzigen Regiearbeit schrieb, in unmittelbarer Nähe des Central Parks, was ihn zu seinem Film inspirierte, den er angemessen vor Ort „on location“ drehte.

Das Morden hat begonnen …

„Central Park – Massaker in New York“ bekam von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren, die angemessen erscheint. Lediglich ein paar Trailer mit FSK-18-Freigabe im Zusatzmaterial machten auf der Veröffentlichung von Pierrot Le Fou das 18er-Logo erforderlich. Der Horrorthriller lebt dann auch nicht von blutigen Effekten, sondern von den recht unvermittelt erfolgenden Morden, die sich nicht ankündigen und auf diese Weise umso nachhaltiger ihre schockierende Wirkung entfalten.

Erinnerung an „Night Fare“

Auch Sozialkritik findet sich, allerdings recht verklausuliert eingebaut. Ein wenig erinnerte mich „Central Park – Massaker in New York“ an den französischen „Night Fare – Bezahl mit deinem Leben“ von 2015, den ich als noch etwas besser in Erinnerung habe. Beide eint neben einer dräuend-pulsierenden Atmosphäre, dass sie dem ausgelutschten Slasher-Subgenre ein paar neue Facetten abgewinnen und dabei durchaus Armlehnenkraller-Qualitäten entwickeln, auch wenn „Central Park – Massaker in New York“ nach einiger Zeit doch im bekannten Fahrwasser schwimmt. Pierrot Le Fou hat den Slasher auch im Mediabook als Nummer 15 der „Uncut Edition“ veröffentlicht. Obwohl der Film keinerlei Probleme mit Schnittauflagen hatte und die Reihe deutlich brutalere Werke zu bieten hat, ist er darin sehr gut aufgehoben.

… und will nicht enden

Veröffentlichung: 18. April 2019 als limitiertes 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Central Park
USA 2017
Regie: Justin Reinsilber
Drehbuch: Justin Reinsilber
Besetzung: Justin Reinsilber, Grace Van Patten, Justiin A. Davis, Deema Aitken, Ruby Modine, Guillermo Arribas, Malika Samuel, Michael Lombardi, Sarah Mezzanotte
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Pierrot Le Fou
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Mediabook: © 2019 Pierrot Le Fou

 

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