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Horror für Halloween (XII): Prom Night – Die Nacht des Schlächters: Terror beim Abschlussball

Prom Night

Von Volker Schönenberger

Horror // Der Mörder kommt! Der Mörder kommt! Etwas makaber, aber letztlich spielen die vier lieben Kleinen in dem verfallenen Schulgebäude ja nur Verstecken. Als die zehnjährige Robin dazukommt, ängstigt das Quartett der Älteren das Mädchen: Tötet sie! Tötet sie! Der Mörder wird dich töten. Der Mörder wird dich töten. Der Mörder wird dich töten … Kinder können grausam sein. Robin stürzt aus einem Fenster und stirbt. Die vier schließen einen Pakt: Sie schwören, niemandem etwas zu verraten, und verlassen den Ort des Geschehens fluchtartig. Doch jemand hat etwas beobachtet.

Ein Versteckspiel …

Genau sechs Jahre später, wir schreiben 1980. Wendy Richards (Anne-Marie Martin), Jude Cunningham (Joy Thompson), Kelly Lynch (Mary Beth Rubens) und Nick McBride (Casey Stevens) tragen immer noch an ihrer Schuld. Die „Prom“ steht bevor, der Abschlussball am Ende des Highschool-Jahrs, der ausgerechnet an Robins Todestag stattfindet. Die vier erhalten anonyme Anrufe mit rätselhaften, bedrohlichen Ankündigungen. Nick und Wendy waren eine Weile ein Paar, aber nun geht er mit Robins älterer Schwester Kim (Jamie Lee Curtis). Die beiden sind als Königspaar des Balls auserkoren worden. Auch Kims jüngerer Bruder Alex (Michael Tough) – Robins Zwillingsbruder – wird den Abschlussball besuchen. Wendy will sich nicht damit abfinden, dass ihr Nick den Laufpass gegeben hat, und hat sich kurzerhand dem Rowdy Lou (David Mucci) an den Hals geworfen. Die jungen Leute ahnen nicht, dass ein Maskierter in schwarzen Klamotten auf Mord aus ist …

Ein „Halloween“-Epigone

Klar im Fahrwasser von „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (1978) zu verorten und sogar mit dessen Hauptdarstellerin im Cast, kam „Prom Night – Die Nacht des Schlächters“ 1980 zwei Monate nach „Freitag, der 13.“ in die Kinos. Beide Slasherfilme waren rechtschaffen erfolgreich und zogen diverse Fortsetzungen nach sich, doch nachhaltigere Wirkung entfaltete nicht der Abschlussballfilm, sondern der Sommercamp-Streifen um den Killer Jason Vorhees. Gleichwohl reicht der Einfluss von „Prom Night“ immerhin bis zu Reihen wie „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ und bietet Oldschool-Slasherkino mit gehöriger 80er-Schlagseite – und Horrorfans halten jenes Jahrzehnt ja zu Recht in Ehren.

… nimmt ein fatales Ende

1983 landete „Prom Night – Die Nacht des Schlächters“ auf dem Index, 25 Jahre später folgt turnusmäßig die Listenstreichung. 2009 ergab eine Neuprüfung der FSK eine Altersfreigabe ab 16 Jahren, die trotz einiger blutiger Szenen völlig gerechtfertigt erscheint. Bevor das Gemetzel seinen Anfang nimmt, lernen wir die Figuren und ihre Beziehungsgemengelage ausführlich kennen. Als Schuldirektor und Vater von Kim, Alex und der toten Robin ist Leslie Nielsen („Die nackte Kanone“) zu sehen.

Geklaute Disco-Sounds

Die Bluttaten spielen sich ab, während in der Aula der Schule der Abschlussball auf vollen Touren läuft, dementsprechend untermalen Discoklänge die Jagd des Killers auf seine Opfer – ein reizvoller Kontrast. Wer meint, echte Hits jener Zeit zu hören, liegt falsch und dann wieder doch nicht: Anfangs sollten diese enthalten sein, bis die Produzenten merkten, dass die Lizenzrechte jedes Budget gesprengt hätten. Flugs ließ man innerhalb weniger Tage neue Titel komponieren und einspielen, die sich nah an den Originalen bewegen sollten. Leider zu nah – es kam zu einer Copyright-Klage, die mit einem Vergleich endete. Der Soundtrack war lange Zeit gesucht und verbreitete sich als Bootleg, bis 2019 endlich eine offizielle CD erschien.

Die designierte Prom Queen Kim und ihr …

Zusätzliche Spannung generiert die Story dadurch, dass die Frage nach der Identität des Mörders lange offen bleibt. Das verstärken einige falsche Fährten wie ein ausgebrochenener Sexualstraftäter, dem seinerzeit Robins Tod angekreidet worden war. Obendrein stellt er sich nicht immer sonderlich geschickt an, was einige Jagdszenen verlängert. Die Auflösung lässt am Ende allerdings eine psychologische Entwicklung vermissen. Den Vergleich mit Carpenters stilbildendem „Halloween“ verliert „Prom Night“ natürlich, der mit „Freitag, der 13.“ gestaltet sich ausgeglichen. Regisseur Paul Lynch hat zweifellos auch Brian De Palmas Abschlussball-Klassiker „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ (1976) gesehen. „Prom Night – Die Nacht des Schlächters“ markiert seinen mit Abstand bekanntesten Film.

Drei Sequels und ein Remake

Die Fortsetzungen „Mary Lou“ („Hello Mary Lou – Prom Night II“,1987), „Prom Night III – Das letzte Kapitel“ („Prom Night III – The Last Kiss“, 1990) und „Prom Night – Evil of Darkness“ („Prom Night IV – Deliver Us from Evil“, 1990) haben mich nie interessiert, weshalb ich über deren Qualität nichts äußern kann. Sie fügen dem Abschlussball-Setting übernatürliche Elemente hinzu. Nelson McCormicks Remake „Prom Night – Eine gute Nacht zum Sterben“ („Prom Night – A Night to Die For“, 2008) ist dem Vernehmen nach nicht der Rede wert.

… Vater Direktor Hammond ahnen nicht …

Koch Films hat sich mittlerweile als ernsthafter Player auf dem Mediabook-Markt etabliert, auch wenn das im Vergleich zu anderen Publishern kleine Format manchen Sammlern sauer aufstößt. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein sorgfältig aufgemachtes Mediabook, das den Film auf Blu-ray und DVD sowie eine DVD mit Zusatzmaterial enthält. Dessen Herzstück: das knapp 40-minütige „The Horrors of Hamilton High – The Making of Prom Night“. Das ansprechend layoutete Booklet enthält einen „Slasher – Der erste Slasher-Zyklus 1978–1988“ betitelten langen Text von Peter Osteried, der sich der Goldenen Ära des Slasherfilms widmet. Lesenswert, auch wenn man bei der Lektüre merkt, dass man als diesem fiesen kleinen Subgenre des Horrorfilms zugeneigter Filmgucker viele Filme jener Zeit schon gesehen hat – und die ungesehenen womöglich auch nicht zu sehen braucht. „Prom Night – Die Nacht des Schlächters“ hat seinen Klassikerstatus jedenfalls völlig zu Recht und seit Oktober 2018 auch eine würdige deutsche Veröffentlichung.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jamie Lee Curtis sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt.

… was der Highschool bevorsteht

Veröffentlichung: 25. Oktober 2018 als Mediabook (Blu-ray & 2 DVDs), 11. Oktober 2018 als DVD in der „Prom Night Box“ mit den drei Fortsetzungen, 23. September 2013 als DVD in der „Die Prom Night Box“ mit den drei Fortsetzungen, 25. September 2009 als DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Prom Night
KAN 1980
Regie: Paul Lynch
Drehbuch: William Gray
Besetzung: Jamie Lee Curtis, Leslie Nielsen, Casey Stevens, Anne-Marie Martin, Antoinette Bower, Michael Tough, Robert A. Silverman, Mary Beth Rubens, Joy Thompson, David Mucci
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Regisseur Paul Lynch, Drehbuchautor William Gray und Moderator Paul Jankiewicz, Featurette „The Horrors of Hamilton High – The Making of Prom Night“ (39:23), zusätzliche Szenen aus der TV-Fassung mit Intro von Cutter Michael MacLaverty (10:43), Outtakes (22:18), original Kinotrailer, TV-Spots, Radiospots, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Label/Vertrieb 2018: Koch Films
Label 2009 & 2013: splendid film
Vertrieb 2009 & 2013: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot „Prom Night Box“: © 2018 Koch Films

 

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The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning: Leatherfaces Geburt im Schlachthaus

The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning

Von Volker Schönenberger

Horror // Vorab zur Einordnung, um Verwirrung zu vermeiden: Bei dem im Dezember 2017 hierzulande veröffentlichten „Leatherface – The Source of Evil“ handelt es sich um das Prequel zu Tobe Hoopers 1974er-Original „The Texas Chainsaw Massacre“, hierzulande auch mit dem schönen Titel „Blutgericht in Texas“ versehen. Jonathan Liebesmans „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ von 2006 hingegen erzählt die Vorgeschichte von „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ (2003), den Michael Bay allerdings nicht inszeniert, sondern produziert hat. Auf dem Regiestuhl saß seinerzeit der Deutsche Marcus Nispel.

Geburt im Schlachthaus

Ein texanisches Schlachthaus im August 1939. Die Arbeiterin Sloane (L. A. Calkins) bricht plötzlich zusammen – und bringt ein entstelltes Baby zur Welt. Ihr Chef (Tim DeZarn) entsorgt das Neugeborene im Müll, doch Luda Mae Hewitt (Marietta Marich) entdeckt es und nimmt es auf. Im Juli 1969 arbeitet Thomas Hewitt (Andrew Bryniarski) im Schlachthof, doch die Gesundheitsbeörde macht den Betrieb dicht. Seinen Unmut darüber tut der 30-jährige Maskenträger gegenüber seinem Boss – demselben, der ihn als Säugling einst entsorgte – mit einem großen Hammer kund.

Zur selben Zeit sind Eric (Matthew Bomer), seine Freundin Chrissie (Jordana Brewster), sein Bruder Dean (Taylor Handley) und dessen Freundin Bailey (Diora Baird) per Auto unterwegs zu einer Kaserne, von der aus die beiden Männer nach Vietnam aufbrechen sollen. Ein Aufeinandertreffen mit einigen Motorradrockern führt das Quartett geradewegs in die Hölle der Hewitts.

Die Kettensäge röhrt kräftig

„The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ ist ein beinhartes Brett geworden, das nicht mit Splatter geizt und mittels Ausstattung und Sounddesign eine finstere Atmosphäre der Ausweglosigkeit im Hinterland erschafft. Wenn Leatherface erstmals die Kettensäge anwirft, spritzt das Blut in heftigen Strömen. Die Story kann da erwartungsgemäß nicht mithalten, aber nach einer ausgefeilten Geschichte verlangen Gorehounds ohnehin nicht. So verwundert es nicht, dass in diesem Fall Kritikerstimmen und Publikumsmeinung etwas auseinanderklaffen, zumal Filmgucker ohne Horror-Affinität das Werk ohnehin meiden dürften. Bei „Rotten Tomatoes“ ergab die Auswertung von 84 Kritiken einen Durchschnittswert von 3,4/10 und eine Tomatometer-Wertung von zwölf Prozent, während bei der Publikumswertung „Audience Score“ immerhin 53 Prozent positiver Stimmen mit einer Durchschnittswertung von 3,1/5 herauskamen (Stand Februar 2018).

Viele Fans gepflegter – wahlweise auch ungepflegter – Torture-Porn- und Backwoods-Slasher-Exzesse werden das Prequel liebgewonnen haben, und für die ist „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ schließlich auch gemacht. Viele andere werden sich mit Grausen abwenden. Ich habe den Film nunmehr zum zweiten Mal gesehen und mich als Horrorfan immerhin anständig unterhalten gefühlt. Pflichtprogramm in meiner Sammlung stellt er allerdings nicht dar.

Selbst gekürzt auf dem Index

Da die Unrated-Fassung in Deutschland indiziert ist und offiziell überhaupt keine ungekürzte Version erschienen ist, verzichte ich auf Hinweise zu hiesigen Veröffentlichungen – über Bootlegs sei ohnehin der Mantel des Schweigens gedeckt. Perfiderweise ist 2007 sogar eine deutsche DVD mit Coveraufdruck „Unrated“ erschienen, bei der es sich tatsächlich um eine gekürzte R-Rated-Fassung handelt. Sie ist aber ebenfalls indiziert. Um die Verwirrung vollständig zu machen, prangt auf der Rückseite der in den USA erschienenen New-Line-Platinum-Series-DVD der Unrated-Fassung eine Lauflänge von 89 Minuten – tatsächlich ist der Film auf der Disc 96 Minuten lang. Damit handelt es sich meines Wissens um die längste existierende Fassung.

Länge: 96 Min. (Unrated-US-DVD), 90 Min. (R-Rated US-DVD),83 Min. (dt. Kinofassung)
Altersfreigabe: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (gekürzte und indizierte R-Rated-Fassung)
Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning
USA 2006
Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Sheldon Turner
Besetzung: Jordana Brewster, Matt Bomer, Diora Baird, Matt Bomer, R. Lee Ermey, Andrew Bryniarski, Lee Tergesen, Terrence Evans, Kathy Lamkin, Marietta Marich, L. A. Calkins, Lew Temple, Cyia Batten

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 
 

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Horror für Halloween (XX) – Das zweite Gewinnspiel: 4 x Clown Town auf Blu-ray

Verlosung

Nicht erst seit dem neuen Pennywise in „Es“ haben Clowns Konjunktur im Horrorgenre. Tiberius Film hat uns vier Blu-rays des Slasherfilms „Clown Town“ zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort bis Sonntag, 29. Oktober 2017, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Fallen euch keine Filme ein, die Ihr nennen könnt, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung nicht von Minderjährigen entgegengenommen werden kann. Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Janek Hachenberger,
– Lacy Leech,
– Rhode,
– Melanie Wehrmann.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Clown Town“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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