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Ouija – Ursprung des Bösen: Horror-Zitategewitter

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Ouija – Origin of Evil

Kinostart: 20. Oktober 2016

Von Matthias Holm

Horror // Alice Zander (Elizabeth Reaser) ist eine Betrügerin. Zusammen mit ihren Töchtern Paulina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson) gibt sie sich in den 60er-Jahren als Wahrsagerin und Medium aus. So kann sie zwar kaum ihr Haus abbezahlen, das ihr verstorbener Ehemann ihr hinterlassen hat, sie spendet aber Hinterbliebenen Trost. Eines Tages erweitert Alice ihr Repertoire um ein Ouija-Brett. Das okkulte Utensil beginnt allerdings bald, sich unter den Händen ihrer jüngeren Tochter Doris tatsächlich von selbst zu bewegen. Was anfangs wie ein wahres Geschenk wirkt, entpuppt sich jedoch als echter Horror – denn die Geister des Hauses sind den Lebenden nicht freundlich gesinnt.

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Paulina (l.) und Doris ahnen Böses

Eine gute Wahl, für das Prequel des missratenen „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ Mike Flanagan („Oculus – Das Böse ist in dir“, 2013) zu verpflichten. Der Regisseur merzte sämliche Kritikpunkte aus, die man an jenem Machwerk haben konnte. Das fängt bei den Figuren an. Waren das im ersten Film noch austauschbare, Klischee-behaftete Teenager, ist die Familie Zander um Längen sympathischer.

Weniger ist mehr gilt auch für Protagonisten

Das liegt in erster Linie daran, dass man sich auf drei Protagonisten beschränkt. So bekommen diese mehr Profil und wirken wie echte Figuren, deren Schicksal dem Zuschauer am Herzen liegt. Gerade Paulina macht während des Films eine Entwicklung durch, die so viel nachvollziehbarer ist als ihre Altersgenossen im Vorgänger. Dafür sorgen auch die Nebenrollen, wie der geistliche Tom (Henry Thomas), und natürlich die Leistungen der Schauspielerinnen. Gerade die junge Lulu Wilson darf ab einem bestimmten Punkt immer unheimlicher gucken, was ihr erstaunlich gut gelingt.

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Was verbirgt sich hinter dem Glas?

Dies führt uns zum nächsten Punkt – dem Grusel. Ist „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ ein vorhersehbarer Streifen voller schlechter Jump-Scares, zeigt sich sein Nachfolger in der Hinsicht um Welten verbessert. Gerade die plötzlichen Schockmomente wirken so viel durchdachter und dadurch effektiver. Da sich die Macher genau darüber Gedanken gemacht haben, können sie perfekt mit den Zuschauern spielen, die Erwartungen ausreizen und immer wieder mit kleinen Überraschungen glänzen. Ich motze gern gegen Jump-Scares, aber wenn sie richtig eingesetzt werden, sind sie einfach unterhaltsam und fördern den Horror – das ist hier gegeben.

Von „Der Exorzist“ über „Das Omen“ zum „Poltergeist“

Apropos Horror: Kenner des Genres sollten mit diesem Film ihre wahre Freude haben. Denn „Ouija – Ursprung des Bösen“ bedient sich schamlos an den Klassikern des Genres. Ob „Das Omen“, die offensichtlichen „Poltergeist“-Anleihen und eine Szene, die eins zu eins aus „Der Exorzist“ stammen könnte – der Film zitiert sich munter durch das klassische Genre-Kino. Zum Glück nimmt er sich dabei nicht allzu ernst. Wir haben es hier auf keinen Fall mit einer Horrorkomödie zu tun, aber der eine oder andere perfekt eingestreute Lacher ist dabei. Auch das ist eine Steigerung gegenüber dem ersten Film, wo das absurde Treiben bierernst genommen wurde.

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Eine unheilvolle Sitzung

Und auch wenn man am ersten „Ouija“-Film wenig gute Haare lassen kann – „Ouija – Ursprung des Bösen“ schafft es, dass man sich den Vorgänger doch noch einmal anschauen will. Der zweite Film verbindet beide auf äußerst interessante Weise und baut Schnittstellen auf, die erst spät auffallen. So dürfen ruhig mehr Prequels arbeiten! Da der erste Film eine solche Gurke war, fällt es aber schwer zu glauben, dass viele Menschen in diesen Film strömen werden. Verdient hätte er es, ist er doch im Bereich des Mainstream-Horrors einer der besten Beiträge des Jahres – sogar besser als „Conjuring 2“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mike Flanagan haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Lin Shaye unter Schauspielerinnen.

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Ouija – Origin of Evil
USA 2016
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard
Besetzung: Elizabeth Reaser, Annalise Basso, Lulu Wilson, Henry Thomas, Doug Jones, Lin Shaye
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Universal Pictures International Germany GmbH

 

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Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel: Geister-Hokuspokus mit Brett

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Kinostart: 22. Januar 2015

Von Matthias Holm

Horror // Während des Abspanns taucht kurz ein Name auf, der mir Gänsehaut bereitet: „Produced by: Michael Bay“. Das war allerdings schon das Unheimlichste an „Ouija“.

Kontakt mit dem Jenseits

Debbie (Shelley Henning) und Elaine (Olivia Cooke) sind seit der Kindheit beste Freundinnen. Umso verstörter ist Elaine, als Debbie sich wie aus dem Nichts selbst umbringt. Während der Trauerfeier findet Elaine in Debbies Zimmer ein Ouija-Brett. Mit diesen Spielen kann man angeblich Kontakt zu den Toten aufnehmen. Also versammelt Elaine ein paar Freunde, um sich von Debbie zu verabschieden – doch am anderen Ende der Ouija-Leitung wartet etwas ganz anderes.

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Die Geister, die ich rief

Ein kleines Zitat aus dem Infoblatt, dass bei der Pressevorführung ausgegeben wurde: Perfekt inszeniert gelingt es diesem Genrefilm genau die Dosis an Gänsehaut entstehen zu lassen, die das besondere Qualitätsmerkmal aller Blumhouse Produktionen ist. Eine kurze Google-Suche später weiß man, für welche Filme sich Blumhouse noch verantwortlich zeigt: Unter anderem stehen da „Paranormal Activity“, „Insidious“,„Sinister“, „The Purge – Die Säuberung“ und ihre Sequels in der Vita des Unternehmens. Jetzt weiß man immerhin, wem man die Welle an Jump-scare-getränkten Horrorfilmen zu verdanken hat.

Wer fürchtet sich in der Geisterbahn?

Davon ist bei „Ouija“ allerdings nichts zu bemerken. Der Film ist in etwa so furchteinflößend wie eine Geisterbahn auf einer billigen Kirmes. Natürlich sehen die Protagonisten gut aus, die Hauptfigur hat eine nervige Schwester und die Geister haben merkwürdige Methoden, die Teenies in den Tod zu schicken. Warum machen sie das? Niemand weiß es – aber in einem Horrorfilm müssen Teenager sterben, also sterben sie.

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Was wollte ich nochmal hier?

Solche Schlampigkeiten kommen im Drehbuch häufig vor. Zum Beispiel muss Elaines Freund Trevor (Daren Kagasoff) am Anfang des Films eine Pool-Plane richten – drei Mal darf der aufgeweckte Zuschauer raten, wie er wohl aus dem Leben scheiden wird. In einer anderen Szene möchte Trevor durch einen dunklen Tunnel radeln – warum er da längs möchte und was er dort will, wurde vorher nicht erwähnt. Aber da rollt ein leerer Einkaufswagen, das ist gruselig!

Immerhin gibt es ein paar nette Effekte, wenn die Geister dran glauben müssen. Doch das rettet die Verfilmung eines Brettspiels von Hasbro (!) auch nicht. Umso ärgerlicher, dass sich die Macher mit dem Ende auch noch eine Tür für ein Sequel offen halten – das hoffentlich nie kommen wird. Für Zwölfjährige, die zum ersten Mal einen Horrorfilm sehen, ist der Film vielleicht eingeschränkt zu empfehlen. Alle anderen sollten ihr Geld sparen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Lin Shaye haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Länge: 89 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Ouija
USA 2014
Regie: Stiles White
Drehbuch: Juliet Snowden, Stiles White
Besetzung: Olivia Cooke, Ana Coto, Daren Kagasoff, Bianca A. Santos, Shelley Hennig, Sierra Heuermann, Lin Shaye
Verleih: Universal Pictures Germany

Copyright 2015 by Matthias Holm
Filmplakat & Fotos : © 2014 Universal Pictures

 
2 Kommentare

Verfasst von - 2015/01/20 in Film, Kino, Rezensionen

 

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