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A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands: Mörderische Hatz in den schottischen Bergen

A Lonely Place to Die

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Die erfahrene Bergsteigerin Alison (Melissa George) ist mit ihren Freunden Ed (Edward Speleers) und Rob (Alec Newman) in den schottischen Bergen unterwegs. Bald stoßen Alex (Garry Sweeney) und Jenny (Kate Magowan) zu ihnen. Der Klettertrip nimmt eine unerwartete Wendung, als die Gruppe während einer Pause im Wald Hilferufe vernimmt, ein Belüftungsrohr entdeckt und die etwa zehnjährige Anna (Holly Boyd) aus einer Grube befreit. Das Mädchen spricht kein Wort Englisch, und natürlich beschließen die Bergwanderer, Anna umgehend in Sicherheit zu bringen. Sie bleiben nicht lange allein – eine tödliche Jagd hat begonnen.

Im Wald entdecken die Bergsteiger Erschreckendes

Das Skript schrieben die Brüder Julian und Will Gilbey gemeinsam, auf dem Regiestuhl nahm dann nur Julian Platz – vier Jahre, nachdem er mit dem Krimidrama „Rise of the Footsoldier“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. Mit „A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands“ beweist er, wie kräftig er an der Spannungsschraube zu drehen vermag. Dabei setzt der Regisseur die schottische Landschaft visuell atemraubend in Szene, um nach einiger Zeit die Szenerie zu wechseln – ein Dorf samt einem dort gerade laufenden Folklore-Festival wird Schauplatz der gnadenlosen Jagd, bei der bis zum actionreichen Finale weitere Akteure auftauchen.

Alison und Rob müssen fliehen

Der konsequente Mix aus Survival-Abenteuer und Entführungs-Thriller kommt mit guten Darstellern daher, die glaubwürdige Figuren verkörpern, allen voran die Australierin Melissa George („Triangle – Die Angst kommt in Wellen“) als Alison. Die Gnadenlosigkeit der Mörder mag Auslöser der FSK-18-Freigabe für die ungekürzte Fassung der britischen Produktion sein. Fürs deutsche Fernsehen wurde auch eine FSK-16-Schnittfassung erstellt. Wer dieser Art moderner Menschenjagd-Filme etwas abgewinnen kann, bekommt mit „A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands“ einen grimmigen Überlebenskampf mit einigen originellen Einschüben geboten.

Völlig verängstigt: Entführungsopfer Anna (l.)

Veröffentlichung: 17. Januar 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: A Lonely Place to Die
GB 2011
Regie: Julian Gilbey
Drehbuch: Julian Gilbey, Will Gilbey
Besetzung: Alec Newman, Ed Speleers, Melissa George, Kate Magowan, Holly Boyd, Douglas Russell, Sean Harris, Alan Steele, Stephen McCole, Karel Roden, Eamonn Walker, Paul Anderson
Zusatzmaterial: deutscher Trailer, Originaltrailer, alternativer Trailer, Trailershow, Wendecover, Vertikalschuber
Label: Ascot Elite Home Entertainment
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Im Berg gerät Alison in Lebensgefahr

Szenenfotos: © 2012 Ascot Elite Home Entertainment

 

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Planet der Affen – Survival: Caesars Leid

War for the Planet of the Apes

Von Volker Schönenberger

SF-Action // 15 Jahre zuvor hatte ein wissenschaftliches Experiment Affen mit unerhörter Intelligenz hervorgebracht und gleichzeitig mit einem Virus einen Großteil der Menschheit ausgelöscht („Planet der Affen – Prevolution“, 2011). Die verbliebenen Reste der menschlichen Spezies versuchten in der Folge, mit den von Caesar (Andy Serkis) geführten Affen eine Art Koexistenz hinzubekommen, was aber von erbitterten Auseinandersetzungen mit Opfern auf beiden Seiten begleitet war („Planet der Affen – Revolution“, 2014). Von einer Militärbasis im Norden der USA setzten US-Soldaten zum Gegenschlag an. Der Frieden ist in weite Ferne gerückt.

Mit diesen Affen ist nicht zu spaßen

Eine schwer bewaffnete Patrouille schleicht durch den Wald – Menschen. Die Soldaten, unter ihnen sogar einige Affen, bemerken ein paar Affen zu Pferde, Wachposten einer Affensiedlung. Ein bewaffneter Primat wird per Armbrust vom Pferd geholt, dann bricht für die Affen die Hölle los – das Massaker endet erst, als berittene Primaten zurückschlagen und die Patrouille auslöschen.

Actionreicher und gewalttätiger Auftakt

So gewalthaltig beginnt „Planet der Affen – Survival“, das setzt gleich eine actionreiche Duftmarke. Kurz darauf spricht Caesar in einer ruhigen und wirkungsvollen Szene zu ein paar gefangenen Überlebenden der Patrouille inklusive eines feindlichen Affen. Jene Primaten, die sich den Menschen angeschlossen haben, waren Anhänger des Affen Koba, der seinerzeit den Krieg gegen die Menschen angezettelt hatte und dafür von Caesar getötet worden war.

Caesar (r.) führt drei Getreue an

Antagonist Caesars: Woody Harrelson als Colonel, der die intelligenten Affen und besonders Caesar vom Angesicht der Erde tilgen will. Gegenüber dem Vorgänger „Revolution“ fährt „Planet der Affen – Survival“ die Action zurück. Einen Teil der Handlung bildet Caesars Trip mit ein paar Getreuen – er will den Colonel finden und töten.

Perfekt ins Bild gesetzte Affen

Die Schauwerte sind enorm, die Blu-ray bringt die Hochglanzbilder wunderbar zur Geltung. In 4K Ultra HD mag das noch beeindruckender sein, mein Bedürfnis nach mehr Schärfe, als die herkömmliche Blu-ray hergibt, hält sich aber in Grenzen. Technisch ist „Planet der Affen – Survival“ schon mal makellos. Technik und Schauspielkunst gehen bei den Affen eine schöne Verbindung ein – besonders natürlich bei Andy Serkis, der Caesar mithilfe von Motion Capture und Performance Capture erneut viel Seele einhaucht. Gegenspieler Woody Harrelson lässt sich dadurch zu einer gewohnt charismatischen Performance anspornen.

Eine erstaunliche Entdeckung

Philosophische Exkurse über Fragen des Daseins und der Intelligenz sind Mangelware. Die Affen sind nun mal mittlerweile intelligent und dem Menschen ebenbürtig bis überlegen, diese Prämisse wird nicht mehr hinterfragt. Hier stehen sich zwei verfeindete Spezies gegenüber und kämpfen mit allen Mitteln gegeneinander. Immerhin wird deutlich, wie sich Auseinandersetzungen hochschaukeln und zum Krieg führen, der keine Gewinner kennt, wobei das mehr noch bei „Revolution“ der Fall war. Und auch politische Kommentare – etwa zu faschistoiden Führern – lassen sich ohne allzu viel Mühe entdecken.

Große Gefühle

Opfer sind zu beklagen, auch Caesar bleibt nicht von Verlusten verschont. Einige emotionale Szenen entfalten ihre Wirkung, verstärkt durch den Soundtrack. Da hätte sich Regisseur Matt Reeves durchaus etwas mehr auf seine Schauspieler verlassen können statt auf den Score.

Der Colonel führt ein hartes Regime

Das Finale von „Planet der Affen – Survival“ birgt einige Details, die einen Bogen zu „Planet der Affen“ von 1968 mit Charlton Heston schlagen. Mit etwas gutem Willen kann man die moderne Trilogie somit nicht nur als Reboot interpretieren, sondern tatsächlich als Prequel-Reihe. Der dritte Teil hält das hohe Niveau der erstaunlich stimmigen und – wenn man vom unterschiedlichen Actiongehalt absieht – einheitlichen modernen Reihe. Sehr spannend, sehr emotional, technisch herausragend – da freuen wir uns auf einen möglichen vierten Teil, der zwar noch nicht ausgemachte Sache, aber nicht auszuschließen, wenn nicht gar wahrscheinlich ist.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Woody Harrelson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 7. Dezember 2017 als 4K Ultra HD Blu-ray, Blu-ray 3D, Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 135 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Originaltitel: War for the Planet of the Apes
USA/KAN/NZ 2017
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback, Matt Reeves, nach Motiven des Romans „La planète des singes“ Pierre Boulle
Besetzung: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Karin Konoval, Amiah Miller, Terry Notary, Ty Olsson
Zusatzmaterial: „Caesars Geschichte“, Audiokommentar von Matt Reeves, Konzeptkunst, nur Blu-ray: Making-of, entfallene Szenen, Original-Kinotrailer, Featurettes: „Die visuellen Effekte“, „Die Filmmusik“, „Die Hintergründe der Planet-der-Affen-Filme“, „Eine Hommage an die klassischen Planet-der-Affen-Filme“
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshots & Trailer: © 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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Der Todesmutige – Nackt als Jagdbeute

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The Naked Prey

Von Volker Schönenberger

Survival-Abenteuer // Der landeskundige Führer Larry (Cornel Wilde) leitet im 19. Jahrhundert eine Safari im tiefen Afrika. Sein Auftraggeber ist ein skrupelloser Großwildjäger (Gert van den Bergh), der scharf auf Nervenkitzel, Elfenbein und Sklaven ist. Er begeht aber den Fehler, einer Gruppe eingeborener Krieger Gastgeschenke zu verweigern. Die Rache des Stammes ist entsetzlich: Die Safari wird angegriffen, die meisten Männer werden niedergemetzelt, die Überlebenden zur Belustigung ins Dorf gebracht, wo sie nach und nach erschlagen oder auf andere grausame Weise getötet werden – ein Mann wird gar vollständig mit Lehm umhüllt und bei lebendigem Leibe über dem offenen Feuer gebacken. Am Ende bleibt nur Larry übrig, der sogar eine Chance erhält: Nackt und ohne jedes Hilfsmittel wird er in die Savanne entlassen – als Jagdbeute einiger erfahrener Jäger des Stammes.

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Auf der Flucht

Ein paar Augen müssen wir ganz gewaltig zudrücken und „Der Todesmutige“ wohl auch etwas mit den Augen seiner Zeit sehen – ansonsten wäre er kaum als akzeptabel zu beurteilen. Dass Eingeborene aufgrund verweigerter Geschenke zu Mordbestien mutieren, ist jedenfalls mehr als fragwürdig. Auch die laxe Haltung zur Elefantenjagd erscheint nach heutigen Maßstäben kritikwürdig. Larry darf als moral integer gelten, weil er nur Elefanten erlegt hat, die Elfenbein tragen, während sein Auftraggeber auch Tiere ohne Stoßzähne erschossen hat, mithin nur aus „sportlichen“ Motiven. Dass das Larry zum ehrbareren Jäger macht, lässt sich heute wohl kaum noch halten.

Bloß keine Nacktheit zeigen!

Kurios bis spießig wirkt der Umgang mit Larrys Nacktheit: Wir sehen entweder nur seinen Oberkörper oder nur seine Beine, damit bloß nicht der Unterleib ins Bild kommt. In ein paar durch Gestrüpp gefilmten Totalen lässt sich obendrein die fleischfarbene Unterhose erahnen. Zum Glück darf sich der Fliehende nach kurzer Zeit einen Lendenschurz umbinden, sodass diese störende Form der Bildgestaltung bald vorüber ist.

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Auf der Jagd

Genug herumgemäkelt, kommen wir zu den positiven Aspekten, die „Der Todesmutige“ auf jeden Fall sehenswert machen – der Originaltitel „The Naked Prey“ (englisch für „Die nackte Beute“) passt natürlich viel besser. Bei aller Unbeholfenheit in der Inszenierung ist der Film doch ein grimmiges und jederzeit fesselndes Survival-Abenteuer mit ungewissem Ausgang, zudem prächtig gefilmt, mit schönen Landschafts- und Wildtieraufnahmen in Technicolor.

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Larry hat zur Ablenkung ein Feuer gelegt …

Vom Zeitpunkt des Angriffs der Eingeborenen an kommt der Film nahezu ohne Dialoge aus. Als Score dienen minimalistische Percussion-Klänge, afrikanisch anmutende Rhythmen, die zusätzliche Authentizität suggerieren – das passt gut. Das bisweilen etwas hektisch wirkende Herumrennen der Jäger und ihrer Beute ist intensiv, Larrys Überlebenskampf jederzeit nachvollziehbar. Jäger und Gejagter schenken einander nichts, es ist ein gnadenloses Treiben, dessen Zeuge wir werden.

Erlebnis eines amerikanischen Trappers als Grundlage

Die Handlung basiert lose auf einem Erlebnis, das der amerikanische Trapper John Colter angeblich Anfang des 19. Jahrhunderts hatte, als ihn Indianer vom Stamm der Blackfoot jagten. Ursprünglich wollte Cornel Wilde seinen Film auch in Nordamerika ansiedeln und Colters Geschichte nacherzählen, das scheiterte aber an der Finanzierung, weshalb er die Story umschrieb und nach Afrika verlegte. Gedreht wurde in Südafrika, dort erhielt Wilde offenbar die nötige Unterstützung, sowie in den heutigen Zimbabwe und Botswana.

Cornel Wilde – Schauspieler und Regisseur

Cornel Wilde hat eine anständige Filmografie als Schauspieler vorzuweisen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Todsünde“ (1945) mit Gene Tierney und Vincent Price sowie Cecil B. DeMilles „Die größte Schau der Welt“, in dem er 1952 an der Seite von Charlton Heston und James Stewart zu sehen war. Als Regisseur hat er neun Credits erhalten, besetzte sich gern selbst als Hauptdarsteller. Das Kriegsdrama „Blutiger Strand“ (1967) erscheint interessant, auch „Flammen über Maracaibo“ (1958) und das Rennfahrerdrama „Die Teufelskurve“ (1957) mögen die Sichtung lohnen. Wildes letzte Regiearbeit war 1975 das Horror-Abenteuer „Mörderhaie greifen an“. Als Schauspieler war er bis in die 80er-Jahre aktiv. Er starb 1989 im Alter von 77 Jahren.

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… und kämpft um sein Leben

Pidax Film hat „Der Todesmutige“ in anständiger Bildqualität auf DVD veröffentlicht. Auf Blu-ray ist der Film in Großbritannien bei Eureka im Doppelpack mit DVD in der Reihe „Masters of Cinema“ erschienen, in den USA gibt’s eine DVD von „The Criterion Collection“ – also in absehbarer Zeit auch dort womöglich eine Blu-ray. Die Pidax-DVD mit deutscher und englischer Tonspur ist aber völlig in Ordnung, wenn auch leider ohne Untertitel und nennenswertes Bonusmaterial.

Veröffentlichung: 11. März 2016 als DVD

Länge: 92 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Naked Prey
RSA/USA 1965
Regie: Cornel Wilde
Drehbuch: Clint Johnston, Don Peters
Besetzung: Cornel Wilde, Gert van den Bergh, Ken Gampu, Morrison Gampu, Patrick Mynhardt, Bella Randles, Sandy Nkomo, Eric Mcanyana
Zusatzmaterial: Original Kinotrailer, Trailershow, Booklet (Nachdruck der Illustrierten Filmbühne Nr. 7281), Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Al!ve AG / Pidax Film

 

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