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The Prisoner – Island of Fire: Tod und Gewalt im Knast

Huo shao dao

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Der Polizist Wang Wei (Tony Leung Ka-fai) lässt sich undercover ins Gefängnis einschleusen, nachdem der Vater seiner Freundin ermordet wurde. Der Täter starb unmittelbar danach durch eine Autobombe. Es stellte sich heraus, dass er eigentlich schon vorher hätte tot sein müssen: Er war drei Monate zuvor im Knast hingerichtet worden. In der Strafanstalt erwartet Wang Wei eine Stimmung aus Angst und Gewalt. Insassen und Aufsichtspersonal geben sich dabei nicht viel.

Kaum im Knast, bezieht Wang Wei sogleich Prügel

Einstmals leicht zensiert mit 18er-Freigabe auf dem Index gelandet, wurde „The Prisoner – Island of Fire“ 2014 von der Liste gestrichen. In diesem Jahr nun hat Koch den Film erneut der FSK vorgelegt und für die ungeschnittene Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erreicht. Als besonderes Extra hat der Publisher für die Special Edition sogar die um eine halbe Stunde längere Taiwan-Fassung des Films organisiert – wenn auch nur in deutsch untertitelter Originalfassung und in eher bescheidener Qualität. Eine detaillierte Schilderung der Unterschiede beider Fassungen findet sich im Schnittbericht. Nicht jede der 30 Minuten mehr erscheint unbedingt notwendig, insgesamt bringt die Langfassung aber mehr Klarheit in die bisweilen etwas zusammengeschusterte Handlung.

Auftritt Jackie Chan

Nach etwas mehr als 20 Minuten kommt plötzlich ein ganz anderer Handlungsstrang hinzu, als die Freundin von Steve Lung (Jackie Chan) von einem Gangster niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wird. Beim Versuch, in einer Spielhölle das Geld für ihre Operation zusammenzubekommen, tötet er versehentlich einen anderen Verbrecher und landet daraufhin ebenfalls im Knast. Dort sind schon ein paar Mörder auf ihn angesetzt.

Auch Steve Lung gerät mehr als einmal …

Die knallharte Knast-Action und die triste bis tragische Atmosphäre der Ausweglosigkeit werden ab und zu durch ein paar Albernheiten aufgelockert – keine Seltenheit in fernöstlichen Thrillern. Der rote Faden geht dabei ein paar Mal verloren. Die Kampfeinlagen hingegen überzeugen auf ganzer Linie, bei Jackie Chan fallen sie natürlich gewohnt akrobatisch aus. Eine finale Schießerei gerät dann mit etlichen Opfern noch derber als die Auseinandersetzungen zuvor, zumal einige zuvor nicht unbedingt als derart skrupellos eingeführte Figuren überraschend gnadenlos um sich ballern.

Asien-Superstar Andy Lau ist auch dabei

In einer Nebenrolle als Gangsterboss Lee ist Andy Lau zu sehen, in Ostasien als Sänger und Schauspieler ein Superstar, hierzulande bekannt durch „Infernal Affairs – Die achte Hölle“, „House of Flying Daggers“ und zuletzt „The Great Wall“ mit Matt Damon. Die gute Besetzung und der in jedem Moment hohe Unterhaltungswert helfen „The Prisoner – Island of Fire“ über die Klippen der etwas krummen Handlung hinweg. Die Erstveröffentlichung auf Blu-ray und Neuveröffentlichung auf DVD ist ein mehr als adäquater Ersatz für die vergriffene, wenn auch auf dem Gebrauchtmarkt preiswert zu findende DVD von 2005. Schön auch wieder die bei Jackie Chan üblichen Outtakes zu Beginn des Abspanns – ein paar mehr hätten es ruhig sein dürfen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jackie Chan sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… in heftige Auseinandersetzungen

Veröffentlichung: 28. September 2017 als Special Edition Blu-ray (+ DVD) und 2-Disc Special Edition DVD, 12. Juli 2005 als DVD (splendid film)

Länge: 125 Min. (Taiwan-Fassung), 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Huo shao dao
TAIW 1990
Regie: Yen-Ping Chu (als Lawrence Full)
Drehbuch: Li Fu, Yun Chiao Yeh
Besetzung: Jackie Chan, Andy Lau, Sammo Hung, Tony Leung Ka-fai, Yu Wang, Chun Hsiung Ko, Chung-Hua Tou, Barry Wong, Chuan-Chen Yeh, Jack Kao
Zusatzmaterial: Taiwan-Fassung (125 Min.), Interviews, Trailer, Bildergalerie
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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Zombie Fight Club – Untote in die Arena!

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Zombie Fight Club

Horror-Action // Ein Hochhaus, das einer Drogengang als Zentrale dient, eine Polizeieinheit, die es stürmen will – das erinnert stark an die indonesische Action-Granate „The Raid“ von 2011. Ob das Zufall ist? In „Zombie Fight Club“ steht das Gebäude in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Und wie der Titel schon andeutet, geht der Film dann doch in eine ganz andere Richtung. Denn just während die Polizei das Gebäude stürmt, bricht aus nicht näher erklärten Gründen eine Zombie-Pandemie aus.

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Gealtert oder untot?

Wo bleibt er eigentlich, der titelgebende „Zombie Fight Club“? Nach exakt einer Stunde hat der Film einen Bruch, springt er ein Jahr weiter. Die Zivilisation in der Stadt und wo auch immer sonst noch ist zusammengebrochen. Skrupellose Banden halten im Untergrund das Zepter in der Hand, Überlebende müssen in der Arena gegen die Untoten kämpfen, damit die Kriminellen bei Brot und Spielen die gute Laune behalten und anständig wetten können.

Und – Action!

Das Motiv dieser Arenakämpfe kann man als fürs Zombiegenre einigermaßen originell nennen, dient aber nur als Aufhänger für ein paar weitere Actionszenen. Identifikationspotenzial bietet keine der ums Überleben kämpfenden Figuren. Letztlich ist der Film ohnehin nur eine Aneinanderreihung von Zombie-Action- und Gewaltszenen ohne weitergehenden Anspruch. Ein paar inszenatorische Schlampereien muss man auf diesem C-Niveau wohl hinnehmen. Eine Bewohnerin mit Kopfhörern auf den Ohren, die gerade das Mittagessen zubereitet, soll von dem seit einer ganzen Weile tobenden Inferno nichts mitbekommen haben? Das erscheint absurd. Verständlicher ist da schon der Vater, der seine zombiefizierte Tochter am Leben erhält. Seine weitere charakterliche Entwicklung hingegen – na ja. Aber man muss auch nicht alles hinterfragen.

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Ein paar Bitches dürfen nicht fehlen

Die FSK-18-Freigabe erhielt die ungeschnittene Fassung von „Zombie Fight Club“ erst im zweiten Anlauf, aber immerhin. Die Farbsättigung ist etwas herabgesetzt, die Splattereffekte sind eine Mischung aus CGI und Make-up. Das wirkt recht billig, besonders bei Schusstreffern und Explosionen, einige blutige Einstellungen, Verletzungen und Verstümmelungen gefallen aber. Dass die FSK etwas hin und her gerissen war, ist schon verständlich. Ach ja – nackte Haut gibt’s zur Genüge zu betrachten, die jungen Frauen sind durchweg leicht bekleidet.

Da der Fokus auf der Action liegt, dürften sich Untotenfans an der wenig durchdachten Geschichte nicht groß stören. „Zombie Fight Club“ ist eben ein weiterer kostengünstig produzierter Genrebeitrag, dem man mit etwas gutem Willen ein paar im Ansatz originelle Ideen zubilligen kann. Immerhin etwas.

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Sieht so ein moderner Gladiator aus?

Veröffentlichung: 31. Juli 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zombie Fight Club
HK/TW 2014
Regie: Joe Chien
Drehbuch: Joe Chien
Besetzung: Andy On, Jessica Cambensy, Michael Wong, Terence Yin, Jack Kao, Han Chang, Abby Fung
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2015 Al!ve AG / Mad Dimension

 

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