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Insel der zornigen Götter – Ein düsteres Paradies

Bird of Paradise

Von Ansgar Skulme

Abenteuer // André Laurence (Louis Jourdan) hat am College den Studenten Tenga (Jeff Chandler) kennengelernt, der von einer Insel in der Südsee stammt. Der junge Laurence will die Heimat seines Freundes entdecken und begibt sich gemeinsam mit Tenga auf die lange Seereise zu dem beschaulichen Eiland, wo ihn herrliche Natur, traumhafte Musik und wunderschöne Frauen, aber auch diverse sonderbare Bräuche, allerlei Aberglaube und ein finsterer Hohepriester (Maurice Schwartz) erwarten. Der redet wenig, führt aber viel Grausames im Schilde. André verliebt sich in Kalua (Debra Paget), Tochter des Häuptlings und Schwester von Tenga, überquert mühsam alle Hürden und notwendigen Bräuche, um sie bekommen zu können – und dennoch droht der jungen Liebe ein tragisches Schicksal.

„Insel der zornigen Götter“ ist das Remake eines Films mit identischem Originaltitel, der unter der Regie von King Vidor entstand und 1932 veröffentlicht wurde – in Deutschland wurde dieser Film später unter dem Titel „Luana“ präsentiert. Bekanntheit erlangte die in Schwarz-Weiß realisierte Produktion von RKO Pictures unter anderem durch den Ruf, der erste Tonfilm mit komplett sinfonisch komponierter Musik gewesen zu sein. Zudem wurden einige Aufnahmen aus diesem Film im Horrorklassiker „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ (1932) zweitverwertet. Das Remake hat den Vorzug, in Technicolor produziert worden zu sein, was der Geschichte und den Schauplätzen sehr gelegen kommt. Der Drehort Hawaii wird einmal mehr recht ansehnlich als Südsee-Paradies verkauft.

Die Rückkehr des gebrochenen Pfeils

Gleichzeitig wirkt „Insel der zornigen Götter“ wie eine Adaption von Delmer Daves‘ berühmtem Western „Der gebrochene Pfeil“ (1950), den er unmittelbar zuvor gedreht hatte. Dieser Film konnte drei Oscar-Nominierungen erringen – eine davon für Jeff Chandler als besten Nebendarsteller, in der Rolle des Apachen-Häuptlings Cochise. Die Produktionen folgten so dicht aufeinander, dass „Insel der zornigen Götter“ sogar schon im Kino startete, bevor die Oscars für 1950 überhaupt vergeben waren. Daves holte Jeff Chandler für sein Südsee-Abenteuer erneut ins Boot und besetzte ihn nochmals als gelehrten, mit der westlichen Welt vertrauten Ureinwohner – nun also in der Rolle eines Südsee-Insulaners. Zudem wurde auch Debra Paget erneut engagiert, sie spielte ebenfalls eine sehr ähnliche Rolle wie in dem vorausgegangenen Western – als gutmütige, liebe und recht naive Ureinwohner-Frau. Daves hatte in Paget und Chandler offenbar seine Musen gefunden, wenn es um die Darstellung der Gegensätze innerhalb eines Stammes – zwischen hohem Bildungsstand und fataler Leichtgläubigkeit – ging. Lediglich James Stewart kehrte, als einziger unter den drei Hauptdarstellern aus „Der gebrochene Pfeil“, nicht zurück. Der Besucher bei den Eingeborenen wurde stattdessen diesmal von Louis Jourdan gespielt, nachdem zuvor auch Sterling Hayden für die Rolle gehandelt worden war. Für den in Frankreich geborenen Jourdan war es der erste Farbfilm seit seiner Übersiedelung nach Hollywood und insofern ein Meilenstein seiner Karriere.

Ein Südsee-Film mit allem, was dazu gehört

Südsee-Filme aus dem klassischen Hollywood-Kino haben erzählerisch gewisse Eigenheiten, da sie häufig fast komplett auf abgeschotteten Inseln spielen und die Schauplätze und narrativen Möglichkeiten dadurch eingeschränkt werden. Zudem werden die Ureinwohner der Südsee – im Vergleich zu (sogenannten) Indianern in Nordamerika, Völkern aus Afrika, aufbrausenden Kulturen im indischen Raum oder der „gelben Gefahr“ im Fernen Osten – im US-Abenteuerfilm zwar meist relativ wohlwollend und überwiegend friedfertig dargestellt, allerdings in einer Art und Weise, die sie gleichzeitig ausgesprochen naiv erscheinen lässt. „Insel der zornigen Götter“ reiht typische Versatzstücke eines Südsee-Films geradezu wie an einer Perlenkette auf und eignet sich daher gut um die Funktionsweisen dieser Filme zu definieren. Der Film ist im Grunde voll von Klischees – Klischees allerdings, die dieses Subgenre des Abenteuerfilms durchweg prägen und letztlich auch seinen Reiz ausmachen.

Zunächst einmal sind in diesen Filmen meist so gut wie alle Eingeborenen in ihren abergläubischen Weltanschauungen gefangen. Selbst der am College ausgebildete Tenga folgt den Bräuchen seines Stammes ohne Wenn und Aber – mögen sie noch so barbarisch sein. Hinzu kommt eine Hülle und Fülle an betörender Musik, anmutigen Tänzen und Festen mit Speis und Trank. Auf den ersten Blick ein Schlaraffenland, obendrein mit vielen schönen Frauen in farbenfrohen Kleidern, die im Südsee-Film traditionell aber auch sehr viel Haut zeigen, vor Hingabe, Liebe, Demut nur so strotzen, gern Blumen im Haar tragen und den Männern völlig untergeben sind. Da ist also die eine traumhafte, paradiesische, wenn auch von einem äußerst fragwürdigen Frauenbild konterkarierte Seite des Südsee-Abenteuers und die andere alptraumhafte und fatalistische: Rituale und Bräuche legen den Menschen Lasten auf oder bedingen den Tod, Naturkatastrophen wie Taifune, Monsune, Hurrikane oder Vulkanausbrüche suchen die Inseln heim; und mögen die sonstigen Inselbewohner auch noch so naiv und selbst die jungen Männer überwiegend sehr friedliebend sein, so gibt es doch meist einen finsteren und berechnenden Schamanen, Medizinmann, Hohepriester – wie auch immer man es bezeichnen will –, der die Bewohner der Insel mit den Bräuchen und Ritualen unter Druck setzt und sich das von Naturkatastrophen verursachte Leid zunutze zu machen versucht, indem er diese „Strafen der Götter“ benutzt, um seinen Einfluss noch weiter zu stärken, damit alle seinen Geboten bedingungslos Folge leisten.

Was den Unterschied macht

All diese Versatzstücke vereint auch „Insel der zornigen Götter“. Der Film ist hinsichtlich seiner Bildsprache sicherlich eher den düsteren Exemplaren des Südsee-Films im klassischen Hollywood zuzuordnen, hebt sich jedoch vor allem durch die melodisch komplexe und berührende Musik des russischen Komponisten Daniele Amfitheatrof ab, die an rhythmische wie auch harmonische Motive angelehnt ist, welche für den gezeigten Kulturkreis typisch sind. Amfitheatrofs Musik befördert das Eintauchen in die Lebenswelt der Ureinwohner in wundervoller Weise. Der Zuschauer geht die Reise von André Laurence in die fremde Welt gewissermaßen mit und versinkt nicht zuletzt auch akustisch in der zunächst traumhaft anmutenden Kultur mit all ihren sich in der Geschichte zeigenden Widersprüchlichkeiten. Louis Jourdan spielt die Hauptrolle mit einer am Ende regelrecht tragischen Warmherzigkeit und Offenheit. Sein André Laurence versucht die fremde Kultur voller Interesse zu verstehen, agiert mit dem Vorsatz, sich anzupassen und zu integrieren, entdeckt seine Liebe zu der Insel und einer Frau, versteht aber trotzdem zu wenig und zu langsam, so dass er am Ende alles zu verlieren droht. Kein Held, der das Kind schon schaukeln wird, sondern ein normaler Mensch von nebenan, der von einem Konflikt eingeholt wird, den er nicht rechtzeitig kommen sieht – eine für den damaligen Hollywood-Abenteuerfilm recht ungewöhnliche Rolle. Ein dritter Punkt, neben der Musik und der verhältnismäßig düsteren Bildsprache, der den Film in die Reihe der besten Exemplare des Südsee-Films der klassischen Hollywood-Ära erhebt.

Kann nicht ewig unterschlagen werden

In Deutschland hat es der Film bisher dennoch nicht auf DVD geschafft und auch in den USA ist er weit im Schatten von „Der gebrochene Pfeil“ versunken, konnte weder Oscar-Nominierungen noch sonstige Preise ergattern. Immerhin gibt es in den Staaten seit 2013 nun doch eine DVD. Der Kritik waren die klischeebeladenen Mechanismen des Südsee-Films teils einfach zu plakativ, um den Film positiv zu besprechen. Dies hat auch seine Berechtigung, da der Blick auf die Eingeborenen im Südsee-Film gerade durch das ständige Betonen ihrer Gutgläubigkeit und Naivität doch recht abwertend ist. Man hat im Südsee-Film mehr als in so gut wie jedem anderen Abenteuerfilm-Subgenre des klassischen Hollywood-Kinos ständig das Gefühl, dass die gezeigten Kulturen demonstrativ als überholt und in der sogenannten modernen Welt nicht überlebensfähig dargestellt werden. Es fehlt gerade im Südsee-Film ganz besonders an kritischen Figuren aus der Mitte dieser Völker, es fehlt an Charakteren, deren Welt darüber hinaus reichen würde, einfach zu machen, was ihnen gesagt wird, Gäste zu bedienen, zu singen, zu tanzen, Bräuchen zu folgen und ständig zu lächeln – bezüglich des letztgenannten Punktes stehen die Südsee-Ureinwohner übrigens im deutlichsten nur denkbaren Gegensatz zum Klischee vom niemals lächelnden Ureinwohner Nordamerikas im Western. Der in dieser Form verklärende Blick von außen ist jedoch ein allgemeines Problem des Südsee-Films und nichts, was speziell gegen „Insel der zornigen Götter“ spricht.

Eine Veröffentlichung auf DVD in Deutschland hat das Werk in jedem Fall verdient, allein schon als Exemplar aus Delmer Daves‘ erfolgreichster Phase als Regisseur. Die Synchronfassung ist auf alle Fälle noch erhalten und absolut hörenswert, obwohl es sich um einen der wenigen Filme handelt, in denen Jeff Chandler nicht von Curt Ackermann synchronisiert wurde; Ackermann hatte sich so früh in Chandlers Karriere noch nicht als dessen Stammsprecher durchgesetzt. Carl Raddatz – bekannt unter anderem als Hauptdarsteller der UFA-Filme „Immensee“ (1943) und „Opfergang“ (1944) des berüchtigten „Jud Süß“-Regisseurs Veit Harlan, die 2016 in Deutschland auf DVD erschienen sind – ist eine würdige Alternativbesetzung als Synchronstimme von Jeff Chandler und passt aus meiner Sicht besser als andere Variationen wie Wolfgang Lukschy, Heinz Engelmann und Arnold Marquis, die ebenfalls vereinzelt für Chandler zum Einsatz kamen.

Veröffentlichung (USA): 11. Juni 2013 als DVD

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Bird of Paradise
USA 1951
Regie: Delmes Daves
Drehbuch: Delmer Daves, nach einem Theaterstück von Richard Walton Tully
Besetzung: Debra Paget, Louis Jourdan, Jeff Chandler, Everett Sloane, Maurice Schwartz, Jack Elam, Prince Leilani, Otto Waldis, Alfred Zeisler, Mary Ann Ventura
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use

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Stunden des Terrors – Der Albtraum aller Spießer

A Day of Fury

Von Ansgar Skulme

Western // Marshal Allan Burnett (Jock Mahoney) wird in einem Hinterhalt beinahe von einem Gesetzlosen erschossen. Der mysteriöse Jagade (Dale Robertson) bewahrt ihn im letzten Moment vor dem Schlimmsten. Wenig später treffen sich die beiden in West End wieder – der Stadt, in der Burnett die Verantwortung trägt. Als der Marshal dort eintrifft, hat Jagade sich bereits mit rauen Mitteln Eindruck verschafft. Er hält den Spießbürgern den Spiegel vor Augen, nimmt ihnen ihr Hab und Gut beim Kartenspielen ab, wiegelt manch einen zu Gewalttaten auf oder treibt sie in moralische Sackgassen. Burnett jedoch steht in Jagades Schuld und versucht den Konflikt so gering wie möglich zu halten, ohne Jagade aus der Stadt jagen zu müssen. Lange kann das nicht gut gehen.

Mit Jagades Ankunft ändert sich die Stadt

Harmon Jones‘ „Stunden des Terrors“ ist ein Kleinod des 50er-Jahre-Westerns. Ein Film, so vergessen, dass Koch Films ihn weltweit erstmals in einer in HD restaurierten Fassung veröffentlicht. Auch wenn mit Dale Robertson und Jock Mahoney gleich zwei Schauspieler zu sehen sind, die damals häufig Hauptrollen in Western spielten und die Konstellation, zwei Helden-Darsteller des Genres gegeneinander auszuspielen, eher ungewöhnlich ist, hat es lange gedauert, bis der Film endlich wiederentdeckt wurde. Sicher auch, weil Robertson und Mahoney aus heutiger Sicht zu den weniger bekannten Genre-Helden der 50er gehören, was für Regisseur Jones ebenfalls gilt. Jones hatte bereits drei Jahre zuvor mit „Die silberne Peitsche“ (1953) einen Western inszeniert, der zwei Helden-Darsteller des Genres – in dem Falle Robertson und Rory Calhoun – Seite an Seite zeigte. Beider Popularität entwickelte sich vornehmlich allerdings erst in den Folgejahren. „Stunden des Terrors“ hingegen zeigt Robertson und Mahoney mehr oder minder auf dem Zenit ihres Erfolges in den 50ern.

Ein Hauch von „El Perdido“

Was diesen Film so besonders macht, ist das relativ ambivalente Auftreten des Schurken, da er sich eben nicht durch wüste Prügeleien oder Schießereien Eindruck verschafft, sondern die Bevölkerung auf recht subtile Weise einschüchtert und gegeneinander ausspielt. Zudem haben viele seiner Kritikpunkte am in West End üblichen Spießbürgertum sogar Hand und Fuß, was ihn in gewisser Weise sympathisch macht. Jagade ist ehrlich und direkt, nutzt die Macht, die er dadurch über die leicht einzuschüchternden Menschen im Städtchen bekommt, aber auch rücksichtslos für seine Zwecke aus. Gleichzeitig ist die Rolle des Marshals, der weder aus Schuldgefühlen in blinden Gehorsam noch aus Gründen der beruflichen Verantwortung in Aktionismus gegenüber Jagade verfällt, recht klug geschrieben und hält den Film bis zum Schluss spannend. Es bleibt bis zuletzt offen, wie sich der Konflikt regeln wird, da beide Figuren einen cleveren Eindruck machen und zudem einen gewissen Respekt füreinander hegen. Der Film braucht sich vor Melvin Franks „Der Herrscher von Kansas“ (1959) und Robert Aldrichs „El Perdido“ (1961) nicht zu verstecken, in denen Jeff Chandler bzw. Kirk Douglas ähnlich schlaue, doppelbödig angelegte Antagonisten spielen wie hier Dale Robertson.

Eine Stadt zerbricht

Jagade ist zudem nicht die einzige Figur, die überrascht. Da sind ein Richter (Carl Benton Reid), der das Gesetz mit dem Schießeisen in die eigene Hand zu nehmen versucht, und ein Priester (John Dehner), der zum Aufstand aufruft und sogar bereit ist, sein Priestergewand abzulegen, um Meinungsverschiedenheiten mit den Fäusten zu klären. Auch wie schonungslos anhand der prüden Miss Timmons (Dee Carroll) die Macht öffentlicher Meinung demonstriert wird, deren spießbürgerliche Angst davor, dass sie jemand in einem unvorteilhaften Licht sehen könnte, größer als ihr Lebenswille ist, ist ein gekonnter Kniff des Drehbuchs. Der Film ist sehr darum bemüht, sein Publikum zum Nachdenken anzuregen und einem jeden den Spiegel vorzuhalten – wie es auch Jagade mit den Bürgern von West End tut. Umso besser, dass die Erzählung bis zum Schluss stimmig bleibt. Für eine Dauer von nicht einmal 80 Minuten ist das Werk erstaunlich anspruchsvoll und ein Musterbeispiel für effizientes Erzählen ohne Hänger. Ein Drehbuch, das für einen B-Western der 50er das Prädikat „Extraklasse“ verdient!

Für die Schießwütigen gibt es endlich neue Herausforderungen

Dem Regisseur Harmon Jones gebührt zusätzliches Lob dafür, wie gekonnt er die schauspielerischen Möglichkeiten von Dale Robertson und Jock Mahoney aufeinander abstimmte. Während sich bei Robertson gerade in diesem Film zeigt, dass er im Allgemeinen wohl als unterschätzt bezeichnet werden kann, gelang es gleichzeitig auch sehr gut, die eher limitierten Möglichkeiten Mahoneys passend zur Rolle auszunutzen. Die Mahoney als Schauspieler eigene Passivität fügt sich gut in die Handlung und trägt dazu bei, dass der Film bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt, da man gerade deswegen umso mehr immer auf der Rechnung haben muss, dass jeder der beiden als Western-Helden bekannten Schauspieler am Ende als Sieger hervorgehen könnte oder dass ein Patt bestehen bleibt. Den Marshal zu souverän zu verkörpern, und sei es nur durch die Präsenz etwa eines John Wayne, hätte dem Film geschadet. Und als ob das alles noch nicht genug des Guten wäre, bietet der Film auch noch ein Finale, das fast schon eine Verbeugung vor einigen Mythen des Westerns ist – mit einem der besten Einsätze einer Kirchenglocke, die es jemals in einem Film des Genres auf dem Höhepunkt der Anspannung gegeben hat. Spätestens hier zeigt sich in aller Größe, dass neben den starken Leistungen der Drehbuchautoren und des Regisseurs auch Kamera und Schnitt vom Lob nicht ausgenommen werden dürfen. Was wäre ein wirklich guter Western ohne eine denkwürdige Abschlussszene?

Western-Fans aus aller Welt: Greift zu!

Man kann jedem Western-Fan nur ans Herz legen, sich diese weltweit erste Veröffentlichung in erstklassiger Bild- und Tonqualität zuzulegen. Der Film gehört ohne jeden Zweifel zu den 50 besten, meiner persönlichen Meinung nach vielleicht sogar zu den 25 besten Hollywood-Western der 50er-Jahre – und bei kaum einem Western des Jahrzehnts ist die Spanne zwischen der weit überdurchschnittlichen Qualität und dem geringen Bekanntheitsgrad zu Ungunsten des Films so groß. Die deutschen Western-Fans werden zudem mit einer durchweg stimmigen, zeitgenössischen Synchronfassung belohnt, die mit Axel Monjé den damaligen Stammsprecher von Jock Mahoney aufbietet und Arnold Marquis als Stimme von Dale Robertson in petto hat – genau wie in dem in den USA im selben Jahr erschienenen, ebenfalls sehr, sehr guten Western „Die Todesschlucht von Laramie“, der im Juli 2016 von Filmjuwelen auf DVD veröffentlicht wurde. Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch Wolfgang Eichberger, der die ungewöhnliche Priesterrolle stimmlich hervorragend ausfüllte. An Bild und Ton gibt es nichts zu kritisieren und zudem als Bonus neben Bildergalerie und Booklet auch noch den Originaltrailer. Genau wie „Schüsse peitschen durch die Nacht“ (1956) eine weitere lohnende Wiederentdeckung mit Jock Mahoney, die uns Koch Films hier beschert. Mehr Filme mit diesem für die Universal-Western in der zweiten Hälfte der 50er durchaus wichtigen Star dürfen gern folgen!

Marshal Burnett hat Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten

Die „Edition Western Legenden“ von Koch Films:

01. Die weiße Feder (White Feather, 1955)
02. Rache für Jesse James (The Return of Frank James, 1940)
03. Der letzte Wagen (The Last Wagon, 1956)
04. Union Pacific (Union Pacific, 1939)
05. Rio Conchos (Rio Conchos, 1964)
06. Schieß zurück Cowboy (From Hell to Texas, 1958)
07. Herrin der toten Stadt (Yellow Sky, 1948)
08. Die schwarze Maske (Black Bart, 1948)
09. Ritt zum Ox-bow (The Ox-Bow Incident, 1943)
10. 100 Gewehre (100 Rifles, 1969)
11. Shoot Out – Abrechnung in Gun Hill (Shoot Out, 1971)
12. Der große Aufstand (The Great Sioux Uprising, 1953)
13. Der Tag der Vergeltung (Untamed Frontier, 1952)
14. Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge, 1955)
15. Grenzpolizei Texas (The Texas Rangers, 1936)
16. El Perdido (The Last Sunset, 1961)
17. Trommeln des Todes (Apache Drums, 1951)
18. Drei Rivalen (The Tall Men, 1955)
19. Quantez, die tote Stadt (Quantez, 1957)
20. Reiter ohne Gnade (Kansas Raiders, 1950)
21. Die Höhle der Gesetzlosen (Cave of Outlaws, 1951)
22. Western Union (Western Union, 1941)
23. Ritt in den Tod (Walk the Proud Land, 1956)
24. Vorposten in Wildwest (Two Flags West, 1950)
25. Santiago der Verdammte (The Naked Dawn, 1955)
26. Verschwörung auf Fort Clark (War Arrow, 1953)
27. Vom Teufel verführt (The Rawhide Years, 1955)
28. Der große Bluff (Destry Rides Again, 1939)
29. Gold aus Nevada (The Yellow Mountain, 1954)
30. Rivalen im Sattel (Bronco Buster, 1952)
31. Feuer am Horizont (Canyon Passage, 1946)
32. Noch heute sollst du hängen (Star in the Dust, 1956)
33. Frisco Express (Wells Fargo, 1937)
34. Schieß oder stirb (Gun for a Coward, 1957)
35. Der große Minnesota Überfall (The Great Northfield, Minnesota Raid, 1972)
36. Mit roher Gewalt (The Spoilers, USA 1955)
37. Die Welt gehört ihm (The Mississippi Gambler, USA 1953)
38. Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass, USA 1949)
39. Der Vagabund von Texas (Along Came Jones, USA 1945)
40. Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)
41. California (California, USA 1947)
42. Der blaue Mustang (Black Horse Canyon, USA 1954)
43. Die Meute lauert überall (Raw Edge, USA 1956)
44. Rächer der Enterbten (The True Story of Jesse James, USA 1957)
45. Schüsse peitschen durch die Nacht (Showdown at Abilene, USA 1956)
46. Flucht vor dem Tode (The Cimarron Kid, USA 1952)
47. Stunden des Terrors (A Day of Fury, USA 1956)
48. Der große Zug nach Santa Fé (Cattle Drive, USA 1951)
49. Der eiserne Kragen (Showdown, USA 1963)
50. Garten des Bösen (Garden of Evil, USA 1954)

Immer mehr Bürger sind zum Töten bereit

Veröffentlichung: 11. Mai 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 78 Min. (Blu-ray), 75 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch & Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: A Day of Fury
USA 1956
Regie: Harmon Jones
Drehbuch: James Edmiston, Oscar Brodney
Besetzung: Dale Robertson, Mara Corday, Jock Mahoney, Carl Benton Reid, Jan Merlin, John Dehner, Dee Carroll, Sheila Bromley, James Bell, Dani Crayne
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Bildergalerie, Booklet
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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Flucht vor dem Tode – Budd Boettichers erster Western

The Cimarron Kid

Von Ansgar Skulme

Western // Kaum ist Bill Doolin (Audie Murphy) mit besten Vorsätzen aus dem Gefängnis entlassen worden, gerät er zufällig in einen Überfall seiner ehemaligen Bande. Als er daraufhin prompt von dem bösartigen Eisenbahn-Mitarbeiter Swanson (David Wolfe), der Doolin am liebsten hängen sehen will, beschuldigt wird, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, ist es aus und vorbei mit dem neuen Leben. Doolin muss fliehen und schließt sich, da er sonst nirgendwo hin kann, wieder der Bande an, die ihm das alles eingebrockt hat. Fortan hört er, so wie früher, auf den Namen „Cimarron Kid“. Durch seine Liebste (Beverly Tyler) und deren verständnisvollen Vater (Roy Roberts) jedoch, ist er stetig hin und her gerissen, es vielleicht noch einmal mit der Rechtschaffenheit zu probieren oder doch als ewiger Bandit in die Geschichte einzugehen.

Noch hat Doolin (l.) gute Vorsätze

Der Film, den Budd Boetticher aus dieser Handlung machte, ist nicht zuletzt der Bilder von Kameramann Charles P. Boyle wegen durchaus angenehm anzuschauen und vor allem für Technicolor-Liebhaber so oder so definitiv zu empfehlen. Die Geschichte weiß allerdings nur mäßig zu überzeugen, so wie es meist bei Filmen der Fall ist, die ihre Story ausgehend von unglücklichen Zufällen entwickeln und allzu überdeutlich Motive wie das der Läuterung zum Zentrum des Interesses erheben. Wer jegliche kleine Spoiler umgehen will, wechsle jetzt bitte zum Absatz „Alles auf eine Karte“. Vorab muss allen anderen etwas zu einigen Details des Plots gesagt werden, denn dieser ist einfach zu plakativ gestrickt und nur so lassen sich die Probleme, die der Film aufweist, einigermaßen transparent machen.

Wo fangen wir an?

Doolin ist reumütig, hat aber kaum das Gefängnis verlassen, als ihn sofort das Pech heimsucht, in den Überfall zu geraten. Gleich in unmittelbarer Folge ist er dann obendrein der uferlosen Böswilligkeit eines Widersachers ausgesetzt, der sich Doolins Pech zunutze machen will. Dass ihm das wiederum als Grund genügt, schon nach wenigen Tagen, gefühlt nur ein paar Stunden, fast wieder genau da weiterzumachen, wo er vor seiner Haftstrafe aufgehört hat, macht das Ganze allerdings auch nicht plausibler, sondern eher noch abstruser. Dann ist da aber diese eine Frau, für die er sich eigentlich ändern will, es dann aber doch immer wieder nicht tut. Das alles klingt genauso konstruiert, wenig überzeugend, klischeebehaftet und nach einem holzhammerartig vorgetragenen Moralstück, wie es sich auch im Film gestaltet. Es wird jedoch noch vom Finale getoppt, wenn Doolin kurz vor Ende urplötzlich einen erneuten Sinneswandel hinlegt, der den Betrachter mit dem Beigeschmack zurücklässt, dass man sich die gesamte Erzählung eigentlich auch hätte sparen können, wenn die – sowieso von vornherein absehbare – Läuterung am Ende dann doch so dermaßen einfach und ohne jeglichen neuen Anlass funktioniert.

Manche Dinge verlernt man nie

Ursprünglich sollte der Film tragisch enden, doch das Studio entschied sich für die Variante, dass Doolin auf alles gute Zureden am Ende plötzlich einfach doch positiv reagiert und sich dem Pfad der Tugend auf eine Weise öffnet, für die er vorher schon 80 Minuten lang jederzeit die Möglichkeit gehabt hätte. Man hätte dem Autor – zumindest an dieser Stelle – besser nicht ins Handwerk gefuscht. Murphys damals gerade merklich wachsender Popularität als Filmstar damit Rechnung tragen zu wollen, dass man den Film in den Schlussminuten mit zusätzlicher Inkonsequenz strafte – binnen weniger Momente überlegt er sich gewissermaßen beim Laufen von A nach B plötzlich doch noch einmal alles anders –, war eine reichlich absurde und widersprüchliche Idee. Ein episches Ende mit angemessener Tragik hätte ihm sicher mehr positive Mundpropaganda verschafft als ein banales ohne jeglichen Wiedererkennungswert. Als ob ein Film nur dann ein positives Fazit hinterlassen kann, wenn der Held am Ende überlebt – leider alles sehr kurzsichtig geplant.

Alles auf eine Karte

Nein, es stimmt nicht, sondern ist ein Gerücht, dass klassische Filme oder Western häufig so simpel gestrickt sind. Dieser Film ist schlicht und ergreifend, zumindest von der Glaubwürdigkeit der Handlung her, einer der eher schwachen Vertreter, die das Genre in den 50ern hervorgebracht hat. Zumindest unter den auf den ersten Blick eigentlich nach mehr aussehenden Technicolor-Farbfilmen handelt es sich bei „Flucht vor dem Tode“ um eine Produktion, die qualitativ tendenziell ins untere Mittelfeld gehört, auch wenn es zweifelsohne trotzdem eine Reihe weitaus mehr enttäuschender, wesentlich billiger produzierter Western aus der damaligen Zeit gibt, welche, im Gegensatz zu diesem Film, zudem auch visuell nicht überzeugen. Nichtsdestotrotz sind es Filme wie „Flucht vor dem Tode“, die dem klassischen Kino unverdient den Ruf einbringen, dass es seine Geschichten zu oft zu naiv erzählt hat.

Kann seine Liebste ihn zur Vernunft bringen?

Von manchen Filmen erwartet man vielleicht auch einfach nicht mehr und muss auch nicht mehr erwarten – billig abgespulte Streifen gab es damals wie heute in rauen Mengen –, aber von einer Regiearbeit von Budd Boetticher für Universal, mit einem bekannten Westernstar und in Technicolor kann man mehr erwarten. Gerade Murphy hat durchaus beträchtlichen Anteil am Scheitern des Films, da er weder als Bandit in Aktion noch als läuterungswilliger Bandit überzeugt – abgesehen von der ersten Szene vielleicht, in den wenigen Minuten bevor die Figur anfängt sich in einer Reihe von Widersprüchlichkeiten und einer Kette von Zufällen und Fehlentscheidungen zu verstricken. Der Film ist so massiv auf die Hauptfigur zugeschnitten, dass er selbst abgesehen von den Oberflächlichkeiten, die sich im Drehbuch tummeln, ohne überzeugenden Hauptdarsteller, dem man den geschilderten Leidensweg abkauft, hoffnungslos verloren ist. Rory Calhoun oder Dale Robertson wäre die Rolle zuzutrauen gewesen, Murphy jedoch gelingt es nicht, ein Interesse am Schicksal der Figur zu wecken – und das wäre selbst im Falle einer ansonsten überzeugend erzählten Geschichte noch problematisch. Wer mehr zu Audie Murphy als Person und Schauspieler wissen möchte, dem sei an dieser Stelle Dirk Ottelübberts Text zu „Sieben Wege ins Verderben“ (1960) ans Herz gelegt.

Versteckspiel mit den Daltons

Wenn die Chemie mit dem Hauptdarsteller nicht passt, orientiert man sich als Zuschauer naturgemäß an anderen Figuren. Der Film hat davon einige zu bieten, geht aber leider wenig in die Tiefe. Eine positive Ausnahme bildet der vom afro-amerikanischen Schauspieler Frank Silvera verkörperte Stacey Marshall – eine Figur, die sich bemerkenswert weit abseits aller Klischees für Rollen im klassischen US-Kino bewegt, die sonst häufig von Afro-Amerikanern erfüllt wurden. Was die Hauptfigur an bodenständigen Idealen und vor allem Konsequenz vermissen lässt, bietet immerhin dieser Stacey Marshall in den wenigen Szenen, die ihm zur Verfügung standen. Sehenswert ist auch Yvette Duguay in der Rolle der Cimarron Rose, die für die tragischen Entwicklungen im Film das meiste Mitgefühl weckt. Sonstige Nebenrollen sind zwar mit diversen wirklich verdienstvollen bekannten Namen wie Noah Beery Jr., Leif Erickson, Roy Roberts, Frank Ferguson, James Best, Hugh O’Brian und John Bromfield gespickt, die ihre Rollen nach Kräften spielen, aber denen das Drehbuch kaum Spielräume für Tiefgründigkeit oder wenigstens Kabinettstückchen jedweder Art an die Hand gab.

Die Bande auf dem Weg zum nächsten Coup

Dass man in der deutschen Fassung zudem die Daltons – eine historisch berüchtigte Banditenfamilie, die später in den Lucky-Luke-Comics ein Denkmal gesetzt bekam – in Kingstons umbenannte, passt bei diesem in einfach zu vielen Belangen oberflächlichen Film ins Gesamtbild. So wurde er hierzulande auch noch des einzigen Faktors beraubt, der ihn auf eine einigermaßen realitätsnahe Ebene zu befördern vermochte. Ansonsten ist die Synchronfassung immerhin sehr gelungen und wertet den Film unter dem Strich eher auf, als dass sie ihm schadet. Bemerkenswert, dass Eckart Dux, der damals als Stammsprecher von Audie Murphy etabliert wurde, heute immer noch aktiv ist und zuletzt die Rolle des Gandalf in der „Hobbit“-Trilogie vom verstorbenen Joachim Höppner übernommen hat. Zuvor war er beispielsweise jahrelang als Stimme von Jerry Stiller in „King of Queens“ zu hören. Dux, der seit 1950 regelmäßig als Synchronsprecher zu erleben ist, steht kurz vor seinem 70-jährigen Dienstjubiläum hinter dem Mikrofon – von sonstigen Tätigkeiten als Schauspieler ganz zu schweigen. Hut ab!

Für eingefleischte Western-Fans empfehlenswert

Wer die Bildsprache klassischer Technicolor-Western liebt oder sich an den vielen guten Charakterdarstellern des Genres nicht sattsehen kann, macht mit dem Film trotz allem nichts verkehrt. Und für filmhistorisch Interessierte ist er als erster Genre-Beitrag und erster Farbfilm von Budd Boetticher sogar ein absolutes Muss – Boetticher erlangte später durch den Ranown-Zyklus den Ruf, einer der wichtigsten Regisseure des B-Westerns im Hollywood der 50er-Jahre gewesen zu sein. Highlight des Bonusmaterials ist bei der „Edition Western Legenden“ von Koch Films wie üblich das Booklet. Etwas schade für Liebhaber des klassischen Filmgenusses ist lediglich, dass das restaurierte Bild zwar vollständig, aber – wie leider bei einigen Restaurationen von US-Filmen der 50er, aber auch anderen Klassikern zu erleben – nur noch zentriert in einem 16:9-Bildkader wiedergegeben wird, obwohl der Film in 1,37:1 gedreht wurde; dem Format also, das im Volksmund besser als „Vollbild“ bekannt ist. Mit anderen Worten: Spielt man die DVD über einen Röhrenfernseher oder sonstigen am 4:3-Format orientierten Bildschirm ab, wird das Bild nicht etwa bildfüllend wiedergegeben, sondern hat stattdessen an allen vier Seiten dicke schwarze Balken, während ein in 16:9 gedrehter Film selbige Balken nur oben und unten hätte. Das Bild ist also praktisch kleiner als es sein müsste. Warum manche Klassiker restauriert nur in dieser Form veröffentlicht werden, während andere bildfüllend im richtigen Format und in restaurierter Qualität auf dem Bildschirm erscheinen, ohne dass man extra den Zoom betätigen muss, erschließt sich mir nicht. Auch in der „Edition Western Legenden“ war es bisher eigentlich üblich, dass restaurierte, in 1,37:1 gedrehte Filme auf DVD nicht in einer für 16:9 optimierten Bildfassung veröffentlicht wurden. Dieses Phänomen ist wohlgemerkt nicht damit zu verwechseln, dass manche in Vollbild gedrehte Klassiker im Fernsehen zuweilen mit fehlenden Bildinhalten am oberen und unteren Rand gezeigt werden, damit sie auf einem 16:9-Fernseher bildfüllend erscheinen. In diesem Fall sind die oberen und unteren Ränder des Bildes abgeschnitten bzw. wird der Film praktisch so weit gezoomt, dass rechts und links die Bildränder des 16:9-Fernsehers erschlossen werden, was allerdings dazu führt, dass oben und unten Bildinhalte verschwinden. Dies ist ein ähnlich geartetes, noch größeres Problem. Das Bild ist beim vorliegenden Film, wie gesagt, immerhin durchaus vollständig enthalten, jedoch gewissermaßen in der Mitte eines 16:9-Bildes zentriert, das rechts und links mit schwarzen Balken vervollständigt wird. Das macht auf einem Breitbild-Fernseher letztlich keinen Unterschied zu jedem anderen Vollbild-Film, da diese dort sowieso immer automatisch so zentriert wiedergegeben werden, sieht auf älteren Geräten oder vollbildnahen Computerbildschirmen aber leider merkwürdig nach Guckkasten-Kino aus, wenn sich an allen vier Seiten des Bildes schwarze Balken befinden. Wohl dem, der eine gute Zoom-Funktion an seinem Gerät zur Verfügung hat, um die Größe seines Bildschirms voll ausnutzen zu können, ohne es qualitativ ausbaden zu müssen. Da diese Filme nicht in 16:9 gedreht wurden, ist es schade, dass sich die Bildausgabe nicht zumindest bei der DVD – wenn schon nicht bei den per se für 16:9-TV optimierten Blu-rays – am Original orientiert. Was bildfüllend gedacht war, sollte wenigstens auf dem passenden Bildschirm auch wirklich bildfüllend aussehen. Wenn es allerdings nicht einmal auf dem passenden Bildschirm so aussieht, ist das bedauerlich.

Eine Kleinigkeit zu übersehen, kann tödlich enden

Die „Edition Western Legenden“ von Koch Films:

01. Die weiße Feder (White Feather, 1955)
02. Rache für Jesse James (The Return of Frank James, 1940)
03. Der letzte Wagen (The Last Wagon, 1956)
04. Union Pacific (Union Pacific, 1939)
05. Rio Conchos (Rio Conchos, 1964)
06. Schieß zurück Cowboy (From Hell to Texas, 1958)
07. Herrin der toten Stadt (Yellow Sky, 1948)
08. Die schwarze Maske (Black Bart, 1948)
09. Ritt zum Ox-bow (The Ox-Bow Incident, 1943)
10. 100 Gewehre (100 Rifles, 1969)
11. Shoot Out – Abrechnung in Gun Hill (Shoot Out, 1971)
12. Der große Aufstand (The Great Sioux Uprising, 1953)
13. Der Tag der Vergeltung (Untamed Frontier, 1952)
14. Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge, 1955)
15. Grenzpolizei Texas (The Texas Rangers, 1936)
16. El Perdido (The Last Sunset, 1961)
17. Trommeln des Todes (Apache Drums, 1951)
18. Drei Rivalen (The Tall Men, 1955)
19. Quantez, die tote Stadt (Quantez, 1957)
20. Reiter ohne Gnade (Kansas Raiders, 1950)
21. Die Höhle der Gesetzlosen (Cave of Outlaws, 1951)
22. Western Union (Western Union, 1941)
23. Ritt in den Tod (Walk the Proud Land, 1956)
24. Vorposten in Wildwest (Two Flags West, 1950)
25. Santiago der Verdammte (The Naked Dawn, 1955)
26. Verschwörung auf Fort Clark (War Arrow, 1953)
27. Vom Teufel verführt (The Rawhide Years, 1955)
28. Der große Bluff (Destry Rides Again, 1939)
29. Gold aus Nevada (The Yellow Mountain, 1954)
30. Rivalen im Sattel (Bronco Buster, 1952)
31. Feuer am Horizont (Canyon Passage, 1946)
32. Noch heute sollst du hängen (Star in the Dust, 1956)
33. Frisco Express (Wells Fargo, 1937)
34. Schieß oder stirb (Gun for a Coward, 1957)
35. Der große Minnesota Überfall (The Great Northfield, Minnesota Raid, 1972)
36. Mit roher Gewalt (The Spoilers, USA 1955)
37. Die Welt gehört ihm (The Mississippi Gambler, USA 1953)
38. Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass, USA 1949)
39. Der Vagabund von Texas (Along Came Jones, USA 1945)
40. Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)
41. California (California, USA 1947)
42. Der blaue Mustang (Black Horse Canyon, USA 1954)
43. Die Meute lauert überall (Raw Edge, USA 1956)
44. Rächer der Enterbten (The True Story of Jesse James, USA 1957)
45. Schüsse peitschen durch die Nacht (Showdown at Abilene, USA 1956)
46. Flucht vor dem Tode (The Cimarron Kid, USA 1952)
47. Stunden des Terrors (A Day of Fury, USA 1956)
48. Der große Zug nach Santa Fé (Cattle Drive, USA 1951)
49. Der eiserne Kragen (Showdown, USA 1963)
50. Garten des Bösen (Garden of Evil, USA 1954)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Budd Boetticher sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Audie Murphy in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 11. Mai 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: The Cimarron Kid
USA 1952
Regie: Budd Boetticher
Drehbuch: Louis Stevens
Besetzung: Audie Murphy, Beverly Tyler, James Best, Yvette Duguay, John Hudson, Hugh O’Brian, Roy Roberts, David Wolfe, Noah Beery Jr., Leif Erickson
Zusatzmaterial: Bildergalerie, Booklet
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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