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Der geheimnisvolle Doktor X – Wenn Bestien sich mit Fleisch einschmieren

Doctor X

Von Ansgar Skulme

Horror // In New York City treibt ein brutaler Mörder sein Unwesen. Über Monate hat sich herausgestellt, dass der Täter offenbar nur bei Vollmond zuschlägt. Die enormen Würgemale an den Hälsen der Opfer, die auf riesige Hände schließen lassen, und Hinweise auf Kannibalismus werfen jedoch die Frage auf, was für ein Mensch dazu überhaupt fähig ist. Angeblich wurde eine im Gesicht grausig entstellte Gestalt beobachtet, die sich allerdings auf zwei Beinen und auch ansonsten wie ein Mensch bewegte. Die Polizei vermutet den Täter im Umfeld eines von Doktor Xavier (Lionel Atwill) geleiteten Instituts. Dort finden sich mehrere Wissenschaftler, die durch eigenartiges Auftreten, verdächtige Vita oder auch sonderbare Marotten, Ansichten und Überzeugungen auffallen. Xavier glaubt, den Täter selbst entlarven zu können, erbittet sich für seine Tests aber 48 Stunden Handlungsfreiheit von der Polizei. Die Beamten willigen ein, doch der Reporter Lee Taylor (Lee Tracy) beschattet die Vorgänge heimlich weiterhin.

Das Zwei-Farben-Verfahren von Technicolor gelangte 1917 erstmals auf die Leinwände und wurde dann über verschiedene Prozesse hinweg bis in die 30er-Jahre hinein weiterentwickelt, ehe sich ab 1932 langsam das erste Drei-Farben-Verfahren etablierte. „Becky Sharp“ (1935) wurde schließlich der erste komplett in diesem Verfahren gedrehte abendfüllende Spielfilm – die Drei-Farben-Prozesse dominierten Hollywood fortan für Jahrzehnte. Zwei der letzten großen, berühmt gebliebenen Filme, die im Zwei-Farben-Verfahren entstanden waren: „Der geheimnisvolle Doktor X“ (1932) und „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ (1933) – zwei unter Federführung der Warner Brothers produzierte Horrorfilme mit Lionel Atwill in der Hauptrolle, unter der Regie von Michael Curtiz. Wenn man so will, sieht man das Zwei-Farben-Verfahren in diesen Filmen auf seinem Höhepunkt angekommen. Auf guten Kopien fallen die farblichen Nachteile gegenüber dem frühen Drei-Farben-Verfahren im Grunde nur wenig auf. Mit diesem Farbprozess erfahrene Regisseure wussten die Stärken des Zwei-Farben-Verfahrens zudem geschickt zu nutzen. So wird in „Der geheimnisvolle Doktor X“ beispielsweise clever mit schaurig-düsteren Farbkontrasten, aber auch grellen Farbeffekten gearbeitet, die die wissenschaftlichen Gerätschaften und Experimente der Figuren geradezu lebendig werden lassen – begünstigt auch durch eindrucksvolle Kulissen, die dem deutschen expressionistischen Stummfilm verbunden sind, und durch für die damalige Zeit unglaublich gute Soundeffekte, die die gezeigten Maschinen erst recht realistisch machen. Was hier aus dem lediglich zur Verfügung stehenden Mono-Ton etwa fünf Jahre nach Erscheinen des ersten abendfüllenden Tonfilms der Filmgeschichte an Nuancen herausgekitzelt wurde, ist nicht nur bemerkenswert, sondern sucht geradezu seinesgleichen.

Sehr gute Schauspieler

Eine weitere große Stärke dieses Films sind die ziemlich abgedrehten Figuren, die im wirklich beängstigenden Finale, wenn der Täter in voller Maskerade entlarvt wird, dann sogar überboten werden. Eine ganze Reihe von „verrückten Professoren“, denen man die Taten durch die Bank zutraut. Das Broadway-Stück, auf dem dieser Film basiert, dürfte allein schon angesichts der Figuren ein echtes Erlebnis gewesen sein. Besonders Preston Foster überrascht, wenn man ihn aus seinen Gentleman-Rollen kennt, mit stilbildenden irren Blicken und dabei gefletschten Zähnen – als sei eine finstere Cartoon-Figur mit den Grimassen eines Freaks in Fleisch und Blut zum Leben erwacht. Man merkt in beinahe jeder Sekunde, dass der Film vor Einführung des Hays Codes produziert wurde, der die Freiheiten des US-Kinos bei Darstellung von Gewalt, Erotik und anderen Tabuthemen wenig später arg begrenzte.

Da der Hays Code durch Zufall exakt an der Schnittstelle aufkam, als gerade die letzten großen Filme im Zwei-Farben-Verfahren von Technicolor erschienen waren und bevor der erste abendfüllende Film im Drei-Farben-Verfahren realisiert wurde, wirken speziell die späten Filme im Zwei-Farben-Verfahren ganz besonders spektakulär, da sie auch inhaltlich Maßstäbe setzten, die danach über Jahrzehnte nicht mehr erreicht werden durften und dafür bereits sowohl Ton als auch Farbe zur Verfügung hatten. Dieser Vorzug trifft letztlich nur auf sehr wenige US-Filme zu, die vor der endgültigen Abschaffung des Hays Codes im Jahr 1968 entstanden sind. „Der geheimnisvolle Doktor X“ und „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ gelten als die letzten beiden dramatischen Spielfilme im Zwei-Farben-Verfahren – und somit handelt es sich hierbei streng genommen auch um die letzten abendfüllenden Farbfilme vor 1968, die gänzlich ohne inhaltliche Reglementierung durch den Hays Code zu Werke gehen konnten; der wurde zwar schon vor 1934 formell in die Wege geleitet, jedoch erst dann zur Pflicht – gegen Ende seines Bestehens aber natürlich zunehmend weniger streng ausgelegt. Aufgrund der Tatsache, dass der erste in exakt demselben Farbprozess entstandene Film zudem auch erst 1931 in die Kinos gekommen war – „The Runaround“, allerdings eine romantische Komödie, produziert von RKO Radio Pictures –, spielen „Der geheimnisvolle Doktor X“ und „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ gewissermaßen in einer völlig eigenen filmstilistischen Liga des dramatischen Spielfilms.

Irrungen und Wirrungen

Um das kluge Konzept dieses Films noch eine Etage weiter zu erklären, sind an dieser Stelle auch ein paar Spoiler notwendig. Alle, die den Film noch nicht gesehen haben, sollten daher erst ab der nächsten Zwischenüberschrift weiterlesen. Achtung – jetzt! Besonders clever ist der Schachzug, dass der Titel des Films zwar auf Dr. X als Täter schließen lässt, dieser sich letztlich aber wirklich nur als der Polizei behilflicher Wissenschaftler entpuppt. Dies scheint oberflächlich betrachtet kaum zu rechtfertigen, dass der Film einzig seinen Namen im Titel trägt. Zumal er wiederum auch nicht als klassische Spürnase/Ermittlerfigur dargestellt wird, nach denen seinerzeit auch des Öfteren Spannungsfilme benannt wurden. Verstärkt wird diese Irreführung umso mehr, wenn man Atwill bereits aus seinen vielen anderen in den 30ern und 40ern entstandenen Horrorfilmen und Mysterythrillern kennt, in denen er häufig bösartige Schurken oder undurchsichtige Gestalten verkörperte.

Atwill spielte die Rolle des Dr. X im vorliegenden Film bereits in ähnlicher Art und Weise zwielichtig wie seine späteren Horror- und Mystery-Parts, es war allerdings erst sein zweiter abendfüllender Tonfilm als Hauptdarsteller, und auch im vorausgegangenen „The Silent Witness“ war sein späteres Image noch nicht herausgebildet worden. Dennoch glaube ich, dass die Irreführung – des Titels und Atwills Darstellung wegen – auch in den 30ern schon gut funktioniert haben dürfte. Genial ist zudem, wie die Wandlung von Preston Foster, der hier ohnehin von Anfang an ungewöhnlich schräg und durchgeknallt spielt, vor allem am Ende durch die Maskierung sogar noch wesentlich weiter getrieben wird, in der er ähnlich aussieht wie der berühmte Horrordarsteller Rondo Hatton, der an Akromegalie litt. Ausgerechnet Foster – der jüngste unter den Wissenschaftlern in diesem Film und Typ „Liebling aller Schwiegermütter“! Vermutlich haben einige junge Kinobesucherinnen nach Sichtung dieses Films verängstigt ihre Star-Fotos und Poster mit Fosters Konterfei unter dem Kopfkissen hervorgeholt und weggeworfen. Das Finale, in dem er immer wieder die Worte „Synthetisches Fleisch“ vor sich hin raunt und damit seine Erfindung anpreist, mit der er Menschen gewissermaßen neu formen kann, während er sich gleichzeitig damit einschmiert und langsam in ein Monster verwandelt, zählt zu den düstersten Errungenschaften des Horrorfilms im klassischen Hollywood.

Zwei Filme – eine Einheit

Auffällig sind ferner die vielen inhaltlichen Parallelen zum nachfolgenden Atwill/Curtiz/Zwei-Farben-Technicolor-Horrorstreifen „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ – einer Produktion, die als zweiter Teil des Filmabends geradezu alternativlos zu sein scheint. Angefangen bei dem Motiv, Menschen neu erschaffen zu wollen, das hier mit künstlich erzeugtem Fleisch und dort mit Wachsfiguren bedient wird – wobei auch schon in „Doctor X“ Wachsfiguren auftauchen, mit denen die bisherigen Opfer nachgebildet sind, um die potenziellen Täter beim Experiment damit zu konfrontieren –, gelangt man zu den in beiden Filmen wirklich gruselig entstellten Täterfiguren, der eifrig ermittelnden Journalistenfigur als Identifikationsperson und auch zu handwerklich-stilistischen Parallelen, wie etwa, dass sich die im Freien spielenden Settings zu Beginn beider Filme deutlich ähneln.

In einem Punkt allerdings setzt sich „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ leider auf ganzer Linie gegen seinen Vorgänger durch: Während Glenda Farrell die Reporterin im Wachsfiguren-Horror energisch, mitreißend, geschwätzig, humorvoll, aber auch schlau und glaubwürdig verletzlich spielt, gelingt es Lee Tracy in „Der geheimnisvolle Doktor X“ bedauerlicherweise nicht, dass man ihm die Rolle des Helden, der den Fall am Ende sicher in den Hafen schaukelt, abkauft, obwohl er nach dem Ausscheiden der Polizisten als letzte wirklich positive Identifikations- und potenzielle Heldenfigur in der Handlung verbleibt. Tracy spielt die Rolle zwar lustig und lockert damit immer wieder die abgründige Handlung und die ansonsten fast durchweg ziemlich irren Figuren auf, man hat jedoch die ganze Zeit das Gefühl, dass er in der Realität keine fünf Minuten in seiner heimlichen Beobachterposition überleben würde. Man stelle sich vor, die Welt sei von einem brutalen Verrückten bedroht, dessen Kollegen ebenfalls zumindest nicht vor dem einen oder anderen fragwürdigen Experiment zurückschrecken – und die Rettung der Menschheit liege einzig in den Händen eines Kaspers, der von Anfang an mehr Glück als Verstand hat. God save the Queen! Das Ganze mutet ähnlich an, als hätte man beispielsweise Eddi Arent nicht als spaßigen Gehilfen der Inspektoren in den deutschen Edgar-Wallace-Filmen der 60er besetzt, sondern ihm einfach gleich selbst die Rolle des Ermittlers, der die Täter zur Strecke bringt, und die Konfrontation mit Figuren wie dem Buckligen von Soho, dem Frosch mit der Maske oder dem feuerroten Mönch mit der Peitsche überlassen. Für einen sogenannten Pre-Code-Film, der noch ohne die Zwänge des Hays Codes entstand, ist das enttäuschend.

Großartige Kopie als Grundlage der DVD

Obwohl Technicolor dieses Vorgehen eigentlich untersagte, wurde von dem Film parallel auch eine schwarz-weiße Version gedreht. Während für die Farbversion Ray Rennahan als Kamermann zuständig war, der später für „Vom Winde verweht“ (1939) und „König der Toreros“ (1941) zwei Oscars gewann, wurde die Schwarz-Weiß-Version von Richard Towers gefilmt. Die übliche Vorgehensweise hierbei war, dass beide Kameras parallel liefen und die Farbkamera den Vorzug hinsichtlich der besten Positionen zum Geschehen bekam. Die Szenen wurden im Normalfall also nicht allein deswegen mehrmals gedreht, um beide Versionen zu ermöglichen, sondern beide Versionen gleichzeitig eingefangen. Ein deutlicher Unterschied zu der damals ebenfalls üblichen Praxis, ausgewählte Filme in verschiedenen Sprachfassungen zu drehen, wo es dann wirklich von Nöten war, die meisten Szenen mehrmals zu drehen – nicht nur allein der Sprachen wegen, sondern auch weil die Darsteller der meisten Rollen von Version zu Version wechselten und man in der Regel maximal die Stars beibehielt, wenn die Sprachbarriere nicht unüberwindlich war, oder Nebendarsteller, die mehrere der Sprachen beherrschten.

Der Grund für das Erstellen der Schwarz-Weiß-Version kann in verschiedenen Aspekten gesucht werden. Zum einen wäre es sehr teuer gewesen, für jede Kleinstadt Farbkopien zu produzieren, selbst wenn man diese dort bereits überall hätte vorführen können, und außerdem hätte es sich zweifellos als problematisch herausgestellt, eine solche Vielzahl an Kopien pünktlich in ordnungsgemäßer Qualität bereitzustellen. Zum anderen wollte man den Abnehmern auch die Option lassen, sich selbst für eine preisgünstigere Alternative zu entscheiden. Ferner dürften die Schwarz-Weiß-Fassungen auch als eine Art von Sicherheitskopien fungiert haben, da der Farbfilm damals eine recht neue Errungenschaft war und man jederzeit mit Problemen beim Kopieren oder der Haltbarkeit rechnen musste. Technicolor hingegen wollte seine Vormachtstellung auf dem Markt natürlich so eindeutig wie möglich gestalten und arbeitete daher mit Auflagen für die Studios, die die Technicolor-Farbfilmprozesse nutzten. Dass die Warner Brothers von dem Film einfach trotzdem eine Schwarz-Weiß-Version erstellten, geriet zum unmittelbaren Grund dafür, dass sich Technicolor aus der Zusammenarbeit zurückzog, weshalb „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ schließlich zum letzten dramatischen Spielfilm überhaupt im Zwei-Farben-Verfahren wurde. Bei Warner dachte man sich dann aber offensichtlich „Wenn schon, denn schon!“ und drehte, ganz dreist, auch von „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“ eine Schwarz-Weiß-Fassung.

Die auf der deutschen DVD von „Der geheimnisvolle Doktor X“ befindliche Kopie ist das Ergebnis einer fantastischen Restaurierung durch die UCLA Archives und sieht besser aus als die Kopie von „Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“, die man unter anderem auf der deutschen DVD des zugehörigen Remakes „Das Kabinett des Professor Bondi“ findet, welche den Originalfilm von 1933 in der englischen Sprachfassung als Bonus enthält. Etwas schade ist, dass die Schwarz-Weiß-Fassung von „Doctor X“, für die es sogar eine komplett eigenständige deutsche Synchronfassung gibt, nicht auf der DVD enthalten ist. Vielleicht wird diese ja zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen oder irgendwann Teil einer größeren Special Edition sein. Da die DVD auch ansonsten jegliches Bonusmaterial vermissen lässt, besteht auf alle Fälle viel Spielraum. Der Film, noch dazu in dieser Bild- und vor allem Farbqualität, ist den Kauf aber so oder so ohne jede Frage wert – auch ohne Blu-ray. Für alle, die sich fragen, was Humphrey Bogart auf dem auf der DVD befindlichen Aufdruck zu suchen hat, zudem noch die abschließende Erklärung: Das hier verwendete Artwork gehört zu dem Film „Die Rückkehr des Dr. X“ (1939), einem lose auf „Der geheimnisvolle Doktor X“ basierenden Horrorfilm, in dem der in diesem Genre schon aus damaliger Sicht ungewöhnlich besetzte Bogart die Hauptrolle spielte. Es handelt sich allerdings nicht um eine Fortsetzung im eigentlichen Sinne.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Lionel Atwill sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. Dezember 2017 als DVD

Länge: 73 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch & Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Doctor X
USA 1932
Regie: Michael Curtiz
Drehbuch: Robert Tasker & Earl Baldwin, nach einem Theaterstück von Howard Warren Comstock & Allen C. Miller
Besetzung: Lionel Atwill, Fay Wray, Lee Tracy, Preston Foster, John Wray, Harry Beresford, Arthur Edmund Carewe, Leila Bennett, Robert Warwick, George Rosener
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Studio Hamburg Enterprises

Copyright 2018 by Ansgar Skulme

Fotos & Packshot: © 2018 Studio Hamburg Enterprises

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Insel der zornigen Götter – Ein düsteres Paradies

Bird of Paradise

Von Ansgar Skulme

Abenteuer // André Laurence (Louis Jourdan) hat am College den Studenten Tenga (Jeff Chandler) kennengelernt, der von einer Insel in der Südsee stammt. Der junge Laurence will die Heimat seines Freundes entdecken und begibt sich gemeinsam mit Tenga auf die lange Seereise zu dem beschaulichen Eiland, wo ihn herrliche Natur, traumhafte Musik und wunderschöne Frauen, aber auch diverse sonderbare Bräuche, allerlei Aberglaube und ein finsterer Hohepriester (Maurice Schwartz) erwarten. Der redet wenig, führt aber viel Grausames im Schilde. André verliebt sich in Kalua (Debra Paget), Tochter des Häuptlings und Schwester von Tenga, überquert mühsam alle Hürden und notwendigen Bräuche, um sie bekommen zu können – und dennoch droht der jungen Liebe ein tragisches Schicksal.

„Insel der zornigen Götter“ ist das Remake eines Films mit identischem Originaltitel, der unter der Regie von King Vidor entstand und 1932 veröffentlicht wurde – in Deutschland wurde dieser Film später unter dem Titel „Luana“ präsentiert. Bekanntheit erlangte die in Schwarz-Weiß realisierte Produktion von RKO Pictures unter anderem durch den Ruf, der erste Tonfilm mit komplett sinfonisch komponierter Musik gewesen zu sein. Zudem wurden einige Aufnahmen aus diesem Film im Horrorklassiker „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ (1932) zweitverwertet. Das Remake hat den Vorzug, in Technicolor produziert worden zu sein, was der Geschichte und den Schauplätzen sehr gelegen kommt. Der Drehort Hawaii wird einmal mehr recht ansehnlich als Südsee-Paradies verkauft.

Die Rückkehr des gebrochenen Pfeils

Gleichzeitig wirkt „Insel der zornigen Götter“ wie eine Adaption von Delmer Daves‘ berühmtem Western „Der gebrochene Pfeil“ (1950), den er unmittelbar zuvor gedreht hatte. Dieser Film konnte drei Oscar-Nominierungen erringen – eine davon für Jeff Chandler als besten Nebendarsteller, in der Rolle des Apachen-Häuptlings Cochise. Die Produktionen folgten so dicht aufeinander, dass „Insel der zornigen Götter“ sogar schon im Kino startete, bevor die Oscars für 1950 überhaupt vergeben waren. Daves holte Jeff Chandler für sein Südsee-Abenteuer erneut ins Boot und besetzte ihn nochmals als gelehrten, mit der westlichen Welt vertrauten Ureinwohner – nun also in der Rolle eines Südsee-Insulaners. Zudem wurde auch Debra Paget erneut engagiert, sie spielte ebenfalls eine sehr ähnliche Rolle wie in dem vorausgegangenen Western – als gutmütige, liebe und recht naive Ureinwohner-Frau. Daves hatte in Paget und Chandler offenbar seine Musen gefunden, wenn es um die Darstellung der Gegensätze innerhalb eines Stammes – zwischen hohem Bildungsstand und fataler Leichtgläubigkeit – ging. Lediglich James Stewart kehrte, als einziger unter den drei Hauptdarstellern aus „Der gebrochene Pfeil“, nicht zurück. Der Besucher bei den Eingeborenen wurde stattdessen diesmal von Louis Jourdan gespielt, nachdem zuvor auch Sterling Hayden für die Rolle gehandelt worden war. Für den in Frankreich geborenen Jourdan war es der erste Farbfilm seit seiner Übersiedelung nach Hollywood und insofern ein Meilenstein seiner Karriere.

Ein Südsee-Film mit allem, was dazu gehört

Südsee-Filme aus dem klassischen Hollywood-Kino haben erzählerisch gewisse Eigenheiten, da sie häufig fast komplett auf abgeschotteten Inseln spielen und die Schauplätze und narrativen Möglichkeiten dadurch eingeschränkt werden. Zudem werden die Ureinwohner der Südsee – im Vergleich zu (sogenannten) Indianern in Nordamerika, Völkern aus Afrika, aufbrausenden Kulturen im indischen Raum oder der „gelben Gefahr“ im Fernen Osten – im US-Abenteuerfilm zwar meist relativ wohlwollend und überwiegend friedfertig dargestellt, allerdings in einer Art und Weise, die sie gleichzeitig ausgesprochen naiv erscheinen lässt. „Insel der zornigen Götter“ reiht typische Versatzstücke eines Südsee-Films geradezu wie an einer Perlenkette auf und eignet sich daher gut um die Funktionsweisen dieser Filme zu definieren. Der Film ist im Grunde voll von Klischees – Klischees allerdings, die dieses Subgenre des Abenteuerfilms durchweg prägen und letztlich auch seinen Reiz ausmachen.

Zunächst einmal sind in diesen Filmen meist so gut wie alle Eingeborenen in ihren abergläubischen Weltanschauungen gefangen. Selbst der am College ausgebildete Tenga folgt den Bräuchen seines Stammes ohne Wenn und Aber – mögen sie noch so barbarisch sein. Hinzu kommt eine Hülle und Fülle an betörender Musik, anmutigen Tänzen und Festen mit Speis und Trank. Auf den ersten Blick ein Schlaraffenland, obendrein mit vielen schönen Frauen in farbenfrohen Kleidern, die im Südsee-Film traditionell aber auch sehr viel Haut zeigen, vor Hingabe, Liebe, Demut nur so strotzen, gern Blumen im Haar tragen und den Männern völlig untergeben sind. Da ist also die eine traumhafte, paradiesische, wenn auch von einem äußerst fragwürdigen Frauenbild konterkarierte Seite des Südsee-Abenteuers und die andere alptraumhafte und fatalistische: Rituale und Bräuche legen den Menschen Lasten auf oder bedingen den Tod, Naturkatastrophen wie Taifune, Monsune, Hurrikane oder Vulkanausbrüche suchen die Inseln heim; und mögen die sonstigen Inselbewohner auch noch so naiv und selbst die jungen Männer überwiegend sehr friedliebend sein, so gibt es doch meist einen finsteren und berechnenden Schamanen, Medizinmann, Hohepriester – wie auch immer man es bezeichnen will –, der die Bewohner der Insel mit den Bräuchen und Ritualen unter Druck setzt und sich das von Naturkatastrophen verursachte Leid zunutze zu machen versucht, indem er diese „Strafen der Götter“ benutzt, um seinen Einfluss noch weiter zu stärken, damit alle seinen Geboten bedingungslos Folge leisten.

Was den Unterschied macht

All diese Versatzstücke vereint auch „Insel der zornigen Götter“. Der Film ist hinsichtlich seiner Bildsprache sicherlich eher den düsteren Exemplaren des Südsee-Films im klassischen Hollywood zuzuordnen, hebt sich jedoch vor allem durch die melodisch komplexe und berührende Musik des russischen Komponisten Daniele Amfitheatrof ab, die an rhythmische wie auch harmonische Motive angelehnt ist, welche für den gezeigten Kulturkreis typisch sind. Amfitheatrofs Musik befördert das Eintauchen in die Lebenswelt der Ureinwohner in wundervoller Weise. Der Zuschauer geht die Reise von André Laurence in die fremde Welt gewissermaßen mit und versinkt nicht zuletzt auch akustisch in der zunächst traumhaft anmutenden Kultur mit all ihren sich in der Geschichte zeigenden Widersprüchlichkeiten. Louis Jourdan spielt die Hauptrolle mit einer am Ende regelrecht tragischen Warmherzigkeit und Offenheit. Sein André Laurence versucht die fremde Kultur voller Interesse zu verstehen, agiert mit dem Vorsatz, sich anzupassen und zu integrieren, entdeckt seine Liebe zu der Insel und einer Frau, versteht aber trotzdem zu wenig und zu langsam, so dass er am Ende alles zu verlieren droht. Kein Held, der das Kind schon schaukeln wird, sondern ein normaler Mensch von nebenan, der von einem Konflikt eingeholt wird, den er nicht rechtzeitig kommen sieht – eine für den damaligen Hollywood-Abenteuerfilm recht ungewöhnliche Rolle. Ein dritter Punkt, neben der Musik und der verhältnismäßig düsteren Bildsprache, der den Film in die Reihe der besten Exemplare des Südsee-Films der klassischen Hollywood-Ära erhebt.

Kann nicht ewig unterschlagen werden

In Deutschland hat es der Film bisher dennoch nicht auf DVD geschafft und auch in den USA ist er weit im Schatten von „Der gebrochene Pfeil“ versunken, konnte weder Oscar-Nominierungen noch sonstige Preise ergattern. Immerhin gibt es in den Staaten seit 2013 nun doch eine DVD. Der Kritik waren die klischeebeladenen Mechanismen des Südsee-Films teils einfach zu plakativ, um den Film positiv zu besprechen. Dies hat auch seine Berechtigung, da der Blick auf die Eingeborenen im Südsee-Film gerade durch das ständige Betonen ihrer Gutgläubigkeit und Naivität doch recht abwertend ist. Man hat im Südsee-Film mehr als in so gut wie jedem anderen Abenteuerfilm-Subgenre des klassischen Hollywood-Kinos ständig das Gefühl, dass die gezeigten Kulturen demonstrativ als überholt und in der sogenannten modernen Welt nicht überlebensfähig dargestellt werden. Es fehlt gerade im Südsee-Film ganz besonders an kritischen Figuren aus der Mitte dieser Völker, es fehlt an Charakteren, deren Welt darüber hinaus reichen würde, einfach zu machen, was ihnen gesagt wird, Gäste zu bedienen, zu singen, zu tanzen, Bräuchen zu folgen und ständig zu lächeln – bezüglich des letztgenannten Punktes stehen die Südsee-Ureinwohner übrigens im deutlichsten nur denkbaren Gegensatz zum Klischee vom niemals lächelnden Ureinwohner Nordamerikas im Western. Der in dieser Form verklärende Blick von außen ist jedoch ein allgemeines Problem des Südsee-Films und nichts, was speziell gegen „Insel der zornigen Götter“ spricht.

Eine Veröffentlichung auf DVD in Deutschland hat das Werk in jedem Fall verdient, allein schon als Exemplar aus Delmer Daves‘ erfolgreichster Phase als Regisseur. Die Synchronfassung ist auf alle Fälle noch erhalten und absolut hörenswert, obwohl es sich um einen der wenigen Filme handelt, in denen Jeff Chandler nicht von Curt Ackermann synchronisiert wurde; Ackermann hatte sich so früh in Chandlers Karriere noch nicht als dessen Stammsprecher durchgesetzt. Carl Raddatz – bekannt unter anderem als Hauptdarsteller der UFA-Filme „Immensee“ (1943) und „Opfergang“ (1944) des berüchtigten „Jud Süß“-Regisseurs Veit Harlan, die 2016 in Deutschland auf DVD erschienen sind – ist eine würdige Alternativbesetzung als Synchronstimme von Jeff Chandler und passt aus meiner Sicht besser als andere Variationen wie Wolfgang Lukschy, Heinz Engelmann und Arnold Marquis, die ebenfalls vereinzelt für Chandler zum Einsatz kamen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jeff Chandler sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung (USA): 11. Juni 2013 als DVD

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Bird of Paradise
USA 1951
Regie: Delmes Daves
Drehbuch: Delmer Daves, nach einem Theaterstück von Richard Walton Tully
Besetzung: Debra Paget, Louis Jourdan, Jeff Chandler, Everett Sloane, Maurice Schwartz, Jack Elam, Prince Leilani, Otto Waldis, Alfred Zeisler, Mary Ann Ventura
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use

 

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Stunden des Terrors – Der Albtraum aller Spießer

A Day of Fury

Von Ansgar Skulme

Western // Marshal Allan Burnett (Jock Mahoney) wird in einem Hinterhalt beinahe von einem Gesetzlosen erschossen. Der mysteriöse Jagade (Dale Robertson) bewahrt ihn im letzten Moment vor dem Schlimmsten. Wenig später treffen sich die beiden in West End wieder – der Stadt, in der Burnett die Verantwortung trägt. Als der Marshal dort eintrifft, hat Jagade sich bereits mit rauen Mitteln Eindruck verschafft. Er hält den Spießbürgern den Spiegel vor Augen, nimmt ihnen ihr Hab und Gut beim Kartenspielen ab, wiegelt manch einen zu Gewalttaten auf oder treibt sie in moralische Sackgassen. Burnett jedoch steht in Jagades Schuld und versucht den Konflikt so gering wie möglich zu halten, ohne Jagade aus der Stadt jagen zu müssen. Lange kann das nicht gut gehen.

Mit Jagades Ankunft ändert sich die Stadt

Harmon Jones‘ „Stunden des Terrors“ ist ein Kleinod des 50er-Jahre-Westerns. Ein Film, so vergessen, dass Koch Films ihn weltweit erstmals in einer in HD restaurierten Fassung veröffentlicht. Auch wenn mit Dale Robertson und Jock Mahoney gleich zwei Schauspieler zu sehen sind, die damals häufig Hauptrollen in Western spielten und die Konstellation, zwei Helden-Darsteller des Genres gegeneinander auszuspielen, eher ungewöhnlich ist, hat es lange gedauert, bis der Film endlich wiederentdeckt wurde. Sicher auch, weil Robertson und Mahoney aus heutiger Sicht zu den weniger bekannten Genre-Helden der 50er gehören, was für Regisseur Jones ebenfalls gilt. Jones hatte bereits drei Jahre zuvor mit „Die silberne Peitsche“ (1953) einen Western inszeniert, der zwei Helden-Darsteller des Genres – in dem Falle Robertson und Rory Calhoun – Seite an Seite zeigte. Beider Popularität entwickelte sich vornehmlich allerdings erst in den Folgejahren. „Stunden des Terrors“ hingegen zeigt Robertson und Mahoney mehr oder minder auf dem Zenit ihres Erfolges in den 50ern.

Ein Hauch von „El Perdido“

Was diesen Film so besonders macht, ist das relativ ambivalente Auftreten des Schurken, da er sich eben nicht durch wüste Prügeleien oder Schießereien Eindruck verschafft, sondern die Bevölkerung auf recht subtile Weise einschüchtert und gegeneinander ausspielt. Zudem haben viele seiner Kritikpunkte am in West End üblichen Spießbürgertum sogar Hand und Fuß, was ihn in gewisser Weise sympathisch macht. Jagade ist ehrlich und direkt, nutzt die Macht, die er dadurch über die leicht einzuschüchternden Menschen im Städtchen bekommt, aber auch rücksichtslos für seine Zwecke aus. Gleichzeitig ist die Rolle des Marshals, der weder aus Schuldgefühlen in blinden Gehorsam noch aus Gründen der beruflichen Verantwortung in Aktionismus gegenüber Jagade verfällt, recht klug geschrieben und hält den Film bis zum Schluss spannend. Es bleibt bis zuletzt offen, wie sich der Konflikt regeln wird, da beide Figuren einen cleveren Eindruck machen und zudem einen gewissen Respekt füreinander hegen. Der Film braucht sich vor Melvin Franks „Der Herrscher von Kansas“ (1959) und Robert Aldrichs „El Perdido“ (1961) nicht zu verstecken, in denen Jeff Chandler bzw. Kirk Douglas ähnlich schlaue, doppelbödig angelegte Antagonisten spielen wie hier Dale Robertson.

Eine Stadt zerbricht

Jagade ist zudem nicht die einzige Figur, die überrascht. Da sind ein Richter (Carl Benton Reid), der das Gesetz mit dem Schießeisen in die eigene Hand zu nehmen versucht, und ein Priester (John Dehner), der zum Aufstand aufruft und sogar bereit ist, sein Priestergewand abzulegen, um Meinungsverschiedenheiten mit den Fäusten zu klären. Auch wie schonungslos anhand der prüden Miss Timmons (Dee Carroll) die Macht öffentlicher Meinung demonstriert wird, deren spießbürgerliche Angst davor, dass sie jemand in einem unvorteilhaften Licht sehen könnte, größer als ihr Lebenswille ist, ist ein gekonnter Kniff des Drehbuchs. Der Film ist sehr darum bemüht, sein Publikum zum Nachdenken anzuregen und einem jeden den Spiegel vorzuhalten – wie es auch Jagade mit den Bürgern von West End tut. Umso besser, dass die Erzählung bis zum Schluss stimmig bleibt. Für eine Dauer von nicht einmal 80 Minuten ist das Werk erstaunlich anspruchsvoll und ein Musterbeispiel für effizientes Erzählen ohne Hänger. Ein Drehbuch, das für einen B-Western der 50er das Prädikat „Extraklasse“ verdient!

Für die Schießwütigen gibt es endlich neue Herausforderungen

Dem Regisseur Harmon Jones gebührt zusätzliches Lob dafür, wie gekonnt er die schauspielerischen Möglichkeiten von Dale Robertson und Jock Mahoney aufeinander abstimmte. Während sich bei Robertson gerade in diesem Film zeigt, dass er im Allgemeinen wohl als unterschätzt bezeichnet werden kann, gelang es gleichzeitig auch sehr gut, die eher limitierten Möglichkeiten Mahoneys passend zur Rolle auszunutzen. Die Mahoney als Schauspieler eigene Passivität fügt sich gut in die Handlung und trägt dazu bei, dass der Film bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt, da man gerade deswegen umso mehr immer auf der Rechnung haben muss, dass jeder der beiden als Western-Helden bekannten Schauspieler am Ende als Sieger hervorgehen könnte oder dass ein Patt bestehen bleibt. Den Marshal zu souverän zu verkörpern, und sei es nur durch die Präsenz etwa eines John Wayne, hätte dem Film geschadet. Und als ob das alles noch nicht genug des Guten wäre, bietet der Film auch noch ein Finale, das fast schon eine Verbeugung vor einigen Mythen des Westerns ist – mit einem der besten Einsätze einer Kirchenglocke, die es jemals in einem Film des Genres auf dem Höhepunkt der Anspannung gegeben hat. Spätestens hier zeigt sich in aller Größe, dass neben den starken Leistungen der Drehbuchautoren und des Regisseurs auch Kamera und Schnitt vom Lob nicht ausgenommen werden dürfen. Was wäre ein wirklich guter Western ohne eine denkwürdige Abschlussszene?

Western-Fans aus aller Welt: Greift zu!

Man kann jedem Western-Fan nur ans Herz legen, sich diese weltweit erste Veröffentlichung in erstklassiger Bild- und Tonqualität zuzulegen. Der Film gehört ohne jeden Zweifel zu den 50 besten, meiner persönlichen Meinung nach vielleicht sogar zu den 25 besten Hollywood-Western der 50er-Jahre – und bei kaum einem Western des Jahrzehnts ist die Spanne zwischen der weit überdurchschnittlichen Qualität und dem geringen Bekanntheitsgrad zu Ungunsten des Films so groß. Die deutschen Western-Fans werden zudem mit einer durchweg stimmigen, zeitgenössischen Synchronfassung belohnt, die mit Axel Monjé den damaligen Stammsprecher von Jock Mahoney aufbietet und Arnold Marquis als Stimme von Dale Robertson in petto hat – genau wie in dem in den USA im selben Jahr erschienenen, ebenfalls sehr, sehr guten Western „Die Todesschlucht von Laramie“, der im Juli 2016 von Filmjuwelen auf DVD veröffentlicht wurde. Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch Wolfgang Eichberger, der die ungewöhnliche Priesterrolle stimmlich hervorragend ausfüllte. An Bild und Ton gibt es nichts zu kritisieren und zudem als Bonus neben Bildergalerie und Booklet auch noch den Originaltrailer. Genau wie „Schüsse peitschen durch die Nacht“ (1956) eine weitere lohnende Wiederentdeckung mit Jock Mahoney, die uns Koch Films hier beschert. Mehr Filme mit diesem für die Universal-Western in der zweiten Hälfte der 50er durchaus wichtigen Star dürfen gern folgen!

Marshal Burnett hat Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten

Die „Edition Western Legenden“ von Koch Films:

01. Die weiße Feder (White Feather, 1955)
02. Rache für Jesse James (The Return of Frank James, 1940)
03. Der letzte Wagen (The Last Wagon, 1956)
04. Union Pacific (Union Pacific, 1939)
05. Rio Conchos (Rio Conchos, 1964)
06. Schieß zurück Cowboy (From Hell to Texas, 1958)
07. Herrin der toten Stadt (Yellow Sky, 1948)
08. Die schwarze Maske (Black Bart, 1948)
09. Ritt zum Ox-bow (The Ox-Bow Incident, 1943)
10. 100 Gewehre (100 Rifles, 1969)
11. Shoot Out – Abrechnung in Gun Hill (Shoot Out, 1971)
12. Der große Aufstand (The Great Sioux Uprising, 1953)
13. Der Tag der Vergeltung (Untamed Frontier, 1952)
14. Duell mit dem Teufel (The Man from Bitter Ridge, 1955)
15. Grenzpolizei Texas (The Texas Rangers, 1936)
16. El Perdido (The Last Sunset, 1961)
17. Trommeln des Todes (Apache Drums, 1951)
18. Drei Rivalen (The Tall Men, 1955)
19. Quantez, die tote Stadt (Quantez, 1957)
20. Reiter ohne Gnade (Kansas Raiders, 1950)
21. Die Höhle der Gesetzlosen (Cave of Outlaws, 1951)
22. Western Union (Western Union, 1941)
23. Ritt in den Tod (Walk the Proud Land, 1956)
24. Vorposten in Wildwest (Two Flags West, 1950)
25. Santiago der Verdammte (The Naked Dawn, 1955)
26. Verschwörung auf Fort Clark (War Arrow, 1953)
27. Vom Teufel verführt (The Rawhide Years, 1955)
28. Der große Bluff (Destry Rides Again, 1939)
29. Gold aus Nevada (The Yellow Mountain, 1954)
30. Rivalen im Sattel (Bronco Buster, 1952)
31. Feuer am Horizont (Canyon Passage, 1946)
32. Noch heute sollst du hängen (Star in the Dust, 1956)
33. Frisco Express (Wells Fargo, 1937)
34. Schieß oder stirb (Gun for a Coward, 1957)
35. Der große Minnesota Überfall (The Great Northfield, Minnesota Raid, 1972)
36. Mit roher Gewalt (The Spoilers, USA 1955)
37. Die Welt gehört ihm (The Mississippi Gambler, USA 1953)
38. Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass, USA 1949)
39. Der Vagabund von Texas (Along Came Jones, USA 1945)
40. Auf verlorenem Posten (The Lone Hand, USA 1953)
41. California (California, USA 1947)
42. Der blaue Mustang (Black Horse Canyon, USA 1954)
43. Die Meute lauert überall (Raw Edge, USA 1956)
44. Rächer der Enterbten (The True Story of Jesse James, USA 1957)
45. Schüsse peitschen durch die Nacht (Showdown at Abilene, USA 1956)
46. Flucht vor dem Tode (The Cimarron Kid, USA 1952)
47. Stunden des Terrors (A Day of Fury, USA 1956)
48. Der große Zug nach Santa Fé (Cattle Drive, USA 1951)
49. Der eiserne Kragen (Showdown, USA 1963)
50. Garten des Bösen (Garden of Evil, USA 1954)

Immer mehr Bürger sind zum Töten bereit

Veröffentlichung: 11. Mai 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 78 Min. (Blu-ray), 75 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch & Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: A Day of Fury
USA 1956
Regie: Harmon Jones
Drehbuch: James Edmiston, Oscar Brodney
Besetzung: Dale Robertson, Mara Corday, Jock Mahoney, Carl Benton Reid, Jan Merlin, John Dehner, Dee Carroll, Sheila Bromley, James Bell, Dani Crayne
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Bildergalerie, Booklet
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Ansgar Skulme
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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