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Der Vater meiner besten Freundin – Ein Moment der Verwirrung

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Un moment d’égarement

Von Volker Schönenberger

Liebeskomödie // Zwei alte Freunde im gemeinsamen Sommerurlaub mit den Töchtern, der eine lässt sich auf eine Nacht mit der Tochter des anderen ein – dieses Motiv verfilmte erstmals Claude Berri 1977 in der französischen Komödie „Un moment d’égarement“, deutscher Titel: „Ein Moment der Verwirrung“. 1984 folgte Stanley Donens US-Remake „Schuld daran ist Rio“ mit Michael Caine. Nun gibt es ein weiteres Remake, diesmal aus dem Ursprungsland Frankreich.

Sex on the Beach

„Der Vater meiner besten Freundin“, das ist Laurent (Vincent Cassel, „Black Swan“), der mit seinem Kumpel Antoine (François Cluzet, „Ziemlich beste Freunde“) zum Sommerurlaub in Antoines Ferienhaus auf Korsika fährt. Im Schlepptau haben die beiden ihre halbwüchsigen Töchter Marie (Alice Isaaz) und Louna (Lola Le Lann). Während Antoine mit seiner Louna eher streng ist und parallel dazu am Telefon versucht, seine im Scheitern begriffene Ehe zu retten, geht es Laurent mit Marie eher locker an. Eines Nachts nach dem Besuch einer Party passiert es: Der alkoholisierte Laurent lässt sich am Strand von Louna verführen. Am nächsten Morgen würde er am liebsten alles ungeschehen machen, Louna hingegen ist heftig in den Vater ihrer besten Freundin verknallt …

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Der Urlaub von Antoine (l.) und Laurent verläuft anders als gedacht

Komödie oder Drama? So recht weiß man es nicht, auch wenn Cassel und Cluzet den Film im Interview im Bonusmaterial der Blu-ray und DVD eindeutig als Komödie klassifizieren. Die beiden ziehen auch Parallelen zum Original von 1977 und räumen ein, dass man das Thema heute anders, ernsthafter bearbeiten müsste als damals, als in der Zeit nach der sexuellen Befreiung manche Tabus wackelten.

Wie die Wildschweine

Die Aufteilung in dramatisch und komödiantisch erfolgt dann auch über die beiden Väter: Während sich Laurent windet und nach dem nächtlichen Fehltritt (wohl eher Fiasko) den Avancen des Teenager-Mädchens erwehren muss, versucht er gleichzeitig, die Tat vor seinem Kumpel zu verheimlichen. Seine Tochter Marie allerdings ahnt gleich, was Sache ist. Antoine hingegen gibt sich hektisch und ungelenk, was zu diversen komischen Momenten führt. Seine Ehe liegt in Trümmern, Wildschweine verwüsten seinen Garten – über diese Probleme übersieht er ganz, was sich in seiner unmittelbaren Nähe abspielt.

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Louna verknallt sich in Laurent

Als schließlich herauskommt, dass sich das liebe Töchterlein in einen alten Knacker verguckt hat, macht der ahnungslose, aber erboste Antoine den Bock zum Gärtner, indem er seinen Kumpel Laurent bittet, herauszufinden, wer der Übeltäter ist. Auch das birgt einige Komik, die aber einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. So aufreizend 17-Jährige auch wirken können, lustig wird eine solche Situation wohl kein Vater finden – Mütter auch nicht.

Darf der das?

Andererseits ist der Tabubruch schwierig zu greifen. Müssen wir unbedingt politisch korrekt bleiben? Immerhin ist das Verhältnis eines Mittvierzigers zu einer 17-Jährigen legal – also sollen sie doch! Leicht gesagt … Aber selbst dann fällt es schwer zu bewerten, ob man „Der Vater meiner besten Freundin“ als Komödie oder als Drama sehen soll. Da müssen wir uns wohl an Cassel und Cluzet (siehe oben) halten: Komödie!

Überzeugendes Darsteller-Quartett

Schauspielerisch ist das von den alten Hasen Cassel und Cluzet wie von den Nachwuchs-Darstellerinnen Le Lann und Isaaz gleichermaßen überzeugend – für Lola Le Lann war es gar das Filmdebüt. So recht hat sich mir ihr Reiz auf den viel älteren Laurent zwar nicht erschlossen, aber wer sich im Angesicht von Sommer, Sonne, Party und Alkohol von jeder Versuchung freisprechen kann, der werfe den ersten Stein.

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Antoine ahnt nichts, Laurents Tochter Marie schon

So ist „Der Vater meiner besten Freundin“ alles in allem zwar etwas unausgegoren, dafür aber immerhin mal vergnüglich, mal nachdenklich. Etwas mehr Charme hätte ich mir von den Franzosen erhofft, aber vielleicht ist das eine zu klischeehafte Erwartung.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vincent Cassel haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 26. Februar 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Un moment d’égarement
F 2015
Regie: Jean-François Richet
Drehbuch: Lisa Azuelos, Jean-François Richet
Besetzung: Vincent Cassel, François Cluzet, Lola Le Lann, Alice Isaaz, Noémie Merlant, Philippe Nahon, Annelise Hesme
Zusatzmaterial: Interview mit François Cluzet und Vincent Cassel, Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Universum Film / Weltkino

 

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Sex on the Beach 2 – Lahmer Zweitaufguss einer tollen Serie

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The Inbetweeners 2

Kinostart: 30. Oktober 2014

Teenagerkomödie // Eine Gruppe männlicher Teenager will unbedingt dazugehören und beim anderen Geschlecht landen, tritt dabei aber von einem Fettnäpfchen ins andere, das Ganze wird garniert mit Zoten und Körperflüssigkeiten-Gags – zugegeben: Aus dem Alter für diese Art Film sollte ich eigentlich vor langer Zeit rausgewachsen sein. Aber die „American Pie“-Reihe beispielsweise ist überaus gelungen und randvoll mit brüllend komischen Szenen und geht bei aller Fremdscham doch sehr liebevoll mit ihren Protagonisten um.

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Kann Will bei Katie landen?

Very british, aber ebenso unterhaltsam: die englische TV-Serie „The Inbetweeners – Unsere jungfräulichen Jahre“, die 2011 mit „Sex on the Beach“ eine Kinoumsetzung erfahren hat. Einer Adaption fürs US-Fernsehen war nur eine Lebensdauer von einer Staffel beschieden. Nun kommt „Sex on the Beach 2“ in die Kinos und ist leider nur so lala geraten.

„Inbetweeners“ bezeichnet das Mittelstück der sozialen Hierarchie an der Schule – sie sind zwar nicht die extremen Nerd-Außenseiter, aber weit davon entfernt, zu den angesagten Kids zu gehören. Die vier Hauptfiguren aus der Serie haben mittlerweile die Schule hinter sich. Jay (James Buckley) hat es nach Australien verschlagen. Seinen Freunden Will (Simon Bird), Neil (Blake Harrison) und Simon (Joe Thomas) schwärmt er vom süßen Leben und den willigen Frauen Down Under vor. Das hört man gern, die drei Freunde reisen sogleich zu ihrem vierten Kumpel. Kaum angekommen, bemerkt das Trio, dass Jay etwas geflunkert hat und immer noch derselbe Loser ist wie vorher.

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Vier Freunde unterwegs im Outback

Schon „Sex on the Beach“ reichte bei Weitem nicht an den englischen Charme der Fernsehserie heran, auch der zweite Kinoaufguss ist davon ein gutes Stück entfernt. Wer die Serie kennt und mag, hat die vier Protagonisten ins Herz geschlossen, was immerhin dazu führt, dass man mit ihnen bangt, hofft und leidet. Wer „Sex on the Beach 2“ ohne vorherige Sichtung der Serie schaut, wird wenig Identifikationspotenzial vorfinden. Auch die Story dümpelt eher vor sich hin, die Handlung wirkt episodenhaft und unzusammenhängend.

Über den einen oder anderen Gag darf geschmunzelt werden, ein paar Mal sind’s der Körperflüssigkeiten etwas zu viele. Über die komplette Länge des Films sind echte Lacher leider zu rar gesät. Das ist schade, hat doch die TV-Vorlage gezeigt, dass derlei Humor auch „Made in Britain“ funktionieren kann.

Zum Ende gibt’s einen – zu kurzen – Gastauftritt des gestrengen Lehrers Mr. Gilbert (Greg Davies). Seine Figur auszubauen, wäre vielleicht hilfreich gewesen, aber sei’s drum. Wer die Serie mag und dem ersten Kinofilm etwas abgewinnen konnte, darf bei „Sex on the Beach 2“ einen Blick riskieren. Allen anderen sei eher die Serie ans Herz gelegt – und die „American Pie“-Filme.

Länge: 96 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Inbetweeners 2
GB 2014
Regie: Damon Beesley, Iain Morris
Drehbuch: Damon Beesley, Iain Morris
Besetzung: Simon Bird, James Buckley, Blake Harrison, Joe Thomas, Emily Berrington, Belinda Stewart-Wilson, Tamla Kari, Freddie Stroma, Greg Davies
Verleih: SquareOne Entertainment / Universum Film

Copyright 2014 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 SquareOne Entertainment / Universum Film

 

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Die lahmste Strandparty der Welt: Surf Party – Bikini-Babes und kaltes Bier

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Gastrezension von Matthias Holm

Teenie-Komödie // Gegen Ende der 80er-Jahre machen JD (Khan Chittenden) und seine Freunde in Ventura, Kalifornien ihren Schulabschluss. Während die beiden Mädels in der Clique schon ans College denken und Zukunftspläne schmieden, denkt JD nur ans Surfen und lebt in den Tag hinein. Als ihm eines Tages ein von seinem Vorbild Mooney (Matthew Lillard) extra angefertigtes Surfbrett geklaut wird, begeben sich alle ein letztes Mal auf einen Road Trip, um den Dieb zu finden.

Leider ist diese Reise, die den Figuren als eine Art Katharsis dienen soll, nicht wirklich interessant. Wer der Dieb ist, steht schnell fest, seine Bestrafung fällt überaus lächerlich aus.

Apropos lächerlich: Für einen Film, der „Surf Party“ heißt, kommt erstaunlich wenig von beidem vor. Es gibt genau eine Strandfeier, gesurft wird auch nur ein wenig zu Beginn. Zur Einstimmung auf eine Partynacht ist „Project X“ (2012) die bessere Wahl.

Die Jungdarsteller wirken mit ihren schablonenhaften Figuren allesamt überfordert. Gerade der junge Colton James nervt enorm mit seiner Figur Sparky, die draufgängerisch tut. Lediglich Matthew Lillard gibt seinem Mooney etwas Profil, ist er doch für die Kids ein großes Vorbild, muss als junger Vater aber selbst noch einiges lernen.

Die FSK-Freigabe passt. Obwohl es keine großen Partys zu bestaunen gibt, wird einiges an Bier getrunken und illegale Substanzen werden konsumiert. Einmal sieht man sogar weibliche Brüste! Allerdings liegen die 16-Jährigen eher am Ende des Altersspektrums der Zielgruppe dieses Films. Ob ihn viele Ältere gut finden werden?

Immerhin gibt es einen recht fetzigen Soundtrack und einige lustige Sprüche (Stichwort: lange Hosen). Und „Surf Party“ geht recht schnell vorbei. Ob der Drehbuchautor John Drury mit diesem Film Jugenderlebnisse aufarbeiten wollte, ließ sich nicht herausfinden, die Vermutung liegt aufgrund des gemeinsamen Spitznamens mit der Hauptfigur nahe. Leider ist das Ergebnis recht öde und langweilig geworden.

Veröffentlichung: 3. April 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 101 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: National Lampoon Presents: Surf Party
USA 2013
Regie: Sam Pillsbury
Drehbuch: John „J. D.“ Drury, John F. Sullivan, Sam Pillsbury
Besetzung: Richmond Arquette, Vanessa Angel, Andrew Caldwell, Joan Jett, Matthew Lillard, Ray Santiago, Allison Scagliotti
Zusatzmaterial:
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2014 by Matthias Holm
Packshot: © 2014 Tiberius Film

 

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