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Truthähne auf Zeitreise: Free Birds – Esst uns an einem anderen Tag

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Gastrezension von Matthias Holm

Kinostart: 6. Februar 2014

Computertrick-Abenteuer // Dass Animationsfilme nicht bloß Kinderunterhaltung sind, sollte inzwischen bei so jedem angekommen sein, der gern Filme schaut. Nun versucht mit Reel FX ein neues Animationsstudio, den perfekten Mix aus kindgerechter Story und erwachsenen Themen zu verbinden. Leider stolpert es dabei ein oder zwei Mal zu häufig über seine eigenen Füße.

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Reggie (l.) und Jake haben eine Mission

Truthahn Reggie hat gerade noch mal Glück gehabt: Er wurde vom Präsidenten ausgewählt, an Thanksgiving nicht auf dem Teller zu landen (übrigens mittlerweile eine Publicity-trächtige Tradition im Weißen Haus). Stattdessen lungert er den gesamten Tag in Camp David herum, schaufelt Pizza in sich hinein und guckt schlechte Telenovelas. Doch das hält nicht lange vor: Der muskulöse Jake hat von einer Art Truthahn-Gott den Auftrag bekommen, mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen und das erste Thanksgiving zu verhindern, damit die Truthähne nicht jedes Jahr geschlachtet werden. Und Reggie soll dabei eine wichtige Rolle spielen.

Diese Prämisse ist so bescheuert, dass sie schon wieder genial ist. Und im Grunde genommen kann man mit „Free Birds“ durchaus seinen Spaß haben, wenn nicht so viele kleine Fehler wären. So werden etwa einfach sämtliche Regeln von Zeitreisen ignoriert. Da stehen sich dann plötzlich vier Reggies gegenüber. Sinn ergibt das wahrlich nicht. Nächstes Beispiel: Um rechtzeitig zu Hilfe zu kommen, beeilt sich Reggie, was die Frage aufwirft: Warum lässt er seine Zeitmaschine nicht einfach zwei bis drei Minuten früher ankommen?

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Psychedelische Zeitmaschine

Nun kann man bei einem spaßigen Film wie „Free Birds“ in puncto Zeitreisen-Logik sicher ein Auge zudrücken. Aber selbst die Figuren sind nicht recht ausgereift. Völlig unverständlich ist, dass Reggie sich mit seinem Entführer Jake anfreundet, obwohl der ohne Zweifel gehörig einen an der Waffel hat. Der Bösewicht ist obendrein so fiese drauf weil … ja warum eigentlich? Dass er Jäger ist, reicht als Begründung heutzutage einfach nicht mehr aus, haben manche Animationsfilme doch sogar Elternkomplexe („Ich – Einfach Unverbesserlich“) oder das Streben nach Anerkennung („Ratatouille“) als Motiv für böse Taten. Nun ja – jedenfalls sind die Küken niedlich gestaltet.

Immerhin passt der Humor, wenn man von einem doofen Running Gag mit dem Auge von Reggies Herzensdame absieht. Reggie kriegt zwar meist eins auf dem Deckel, aber Jakes – oft unzusammenhängende – Kommentare sind schon ziemlich gut geschrieben. Highlight ist ein spontanes Tänzchen, das plötzlich aus militärischen Handzeichen entsteht.

„Free Birds“ geht trotz all seiner Macken völlig in Ordnung. Es ist kein Film, den man sich unbedingt im Kino anzusehen braucht; eher eignet er sich für einen trägen Sonntag-Nachmittag. Einfach auf die Blu-ray oder DVD warten, auf die Couch lümmeln und sich berieseln lassen.

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Nicht lustig …

In der Originalfassung werden Reggie und Jake übrigens von Owen Wilson und Woody Harrelson gesprochen. Als deutsche Synchronsprecher fungieren Rick Kavanian und Christian Tramitz. In der Rolle der Jenny hören die deutschen Zuschauer Nora Tschirner, als künstliche Intelligenz S.T.E.V.E. Oliver Kalkofe.

Abschließend doch noch eine Beschwerde (Vorsicht, SPOILER): Es ist eine Frechheit, dass als Lösung des Problems keine Truthähne mehr geschlachtet werden, sondern Pizza gemampft wird! Und die Pizza im Film ist definitiv nicht vegetarisch. Welche Botschaft dahinter stecken soll, wissen wohl nur die Macher und der Truthahn-Gott …

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Free Birds
USA 2013
Regie: Jimmy Hayward
Drehbuch: Jimmy Hayward, Scott Mosier
Originalstimmen: Owen Wilson, Woody Harrelson, Amy Poehler, George Takei, Colm Meany, Keith David, Dan Fogler,
Verleih: Senator Film Verleih

Copyright 2014 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2013 Senator Film Verleih

 

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Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen: Muss das mit der Liebe immer so schwierig sein?

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Von Volker Schönenberger

Liebeskomödie // Bei all dem Horror, der Gewalt und der Exploitation, die auf „Die Nacht der lebenden Texte“ zur Genüge zu finden sind, tut hin und wieder etwas Warmherziges als Ausgleich gut. Der 1979 geborene Josh Boone verfilmte mit „Stuck in Love“, so der Originaltitel, sein eigenes Drehbuch. Greg Kinnear spielt den erfolgreichen Schriftsteller William Borgens, den vor drei Jahren seine Frau Erica (Jennifer Connelly) verlassen hat. Nun lebt sie mit einem knackigen jungen Kerl zusammen. Während sich Sohn Rusty (Nat Wolff) mit der Situation einigermaßen arrangiert hat und im Zweifel auch zwei Thanksgiving-Festessen über sich ergehen lässt, zeigt sich Tochter Samantha (Lily Collins) ihrer Mutter gegenüber unversöhnlich.

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Von Erica kann sich William nicht lösen

Auch William hat die Scheidung nicht überwunden: Er schleicht ums Haus seiner Ex-Frau herum und hofft, durchs Fenster Anzeichen einer Beziehungskrise zu erhaschen. Ab und zu tauscht er mit seiner Nachbarin Tricia (Kristen Bell) zwar Körperflüssigkeiten aus, doch insgeheim hofft er inständig, Erica möge zu ihm zurückkehren. Während William zudem an Schreibblockade leidet, treten immerhin seine Kinder in seine schriftstellerischen Fußstapfen. Derweil erleben die beiden allerdings ebenfalls, wie die Hormone in Wallung kommen: Samantha tobt beziehungsunfähig durch die Betten und lernt eines Tages den ruhigen Louis (Logan Lerman) kennen, den sie anfangs für einen Langweiler hält. Ihr Bruder Rusty verliebt sich bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Kate (Liana Liberato). Sowohl Louis als auch Kate bringen jedoch auch ihre persönlichen Traumen mit ins Leben der Borgens-Kinder.

Auf die Familie kommt es an

Es geht drunter und drüber in der Borgens-Familie. Glücklicherweise erspart uns Regisseur Josh Boone komplizierte Dreiecksdramen und faden Verwechslungsklamauk. Das Liebesleben des Nachwuchses entfaltet sich eher parallel zur Lebenskrise des Vaters. Das ist frei von Zynismus und bei allen – auch tragischen – Begleitumständen doch stets hoffnungsvoll. Es sind die Dramen von Samanthas Verehrer Louis und Rustys Freundin Kate, die den Borgens vor Augen führen, worauf es ankommt: auf die Familienwerte. „Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen“ überzeugt nicht zuletzt dank der hervorragenden Besetzung als gelungene Mischung aus Drama und Komödie. An sich frei von Rührseligkeit, ist im Einzelfall das Bereitlegen eines Taschentuchs unter Umständen keine schlechte Entscheidung.

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Tochter Samantha macht dem Autor Sorgen

Die gelegentliche Erwähnung von Stephen King als Lieblingsautor von Sohn Rusty kommt nicht von ungefähr: Fans des Horror-Großmeisters sollten auf die Original-Sprachfassung des Films zurückgreifen …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Connelly haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Greg Kinnear unter Schauspieler.

Veröffentlichung:
22. November 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Stuck in Love
USA 2012
Regie: Josh Boone
Drehbuch: Josh Boone
Besetzung: Greg Kinnear, Jennifer Connelly, Lily Collins, Kristen Bell, Logan Lerman
Zusatzmaterial: BD-Live-Funktionen, Trailer, Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2013 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Senator Home Entertainment

 

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