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Wes Craven’s Wishmaster – Beim Wünschen ist Vorsicht geboten

Wishmaster

Von Volker Schönenberger

Horror // Once in a time before time, God breathed life into the universe. And the light gave birth to angels. And the earth gave birth to man. And the fire gave birth to the djinn, creatures condemned to dwell in the void between the worlds. One who wakes a djinn shall be given three wishes. Upon the granting of the third, the unholy legions of the djinn shall be freed upon the earth. Fear one thing only in all that is … Fear the djinn.

Nach diesen Texteinblendungen zu Beginn von „Wes Craven’s Wishmaster“ können wir trefflich darüber streiten, weshalb dem allmächtigen und barmherzigen Gott bei der Schöpfung des Universums ein solcher Fauxpas unterlaufen konnte, böse Geister und Dämonen in die Lage zu versetzen, Unheil über die Menschheit zu bringen. Aber immerhin ermöglichen solche Logiklöcher Horrorfilmern, das Grauen über die Leinwand zu bringen.

Der Geist aus dem Feueropal

Wir kennen Dschinns aus den „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“. In „Aladin und die Wunderlampe“ beispielsweise verhilft ein guter Geist dem Helden zu seinem Lebensglück. In „Wes Craven’s Wishmaster“ hingegen ist der Dschinn (Andrew Divoff) ganz und gar nicht wohlgesonnen. Im Jahr 1127 n. Chr. entlockt er einem persischen Regenten Wünsche. Der zweite klingt an sich harmlos: „Lass mich staunen, Dschinn! Lass mich Wunder schauen!“ Damit entfesselt er ein Inferno, welches zahlreiche seiner Untertanten im Palast das Leben kostet. Erstaunlich, fürwahr! Der König ist alles andere als angetan, doch bevor er den fatalen dritten Wunsch aussprechen kann, den zweiten Wunsch umzukehren, greift ein Zauberer ein und bannt den Dschinn in einem Feueropal.

In den USA der Gegenwart trifft eine wertvolle Fracht im Hafen ein, auf die Raymound Beaumont (Robert Englund) schon lange gewartet hat: eine große Statue des Götzen Ahura Mazda. Ein unachtsamer Arbeiter verursacht dabei einen Unfall, der Beaumonts Assistenten (Ted Raimi) das Leben kostet und die Statue bersten lässt. Beim Wegräumen des Schutts entdeckt ein anderer Arbeiter einen großen Feueropal und lässt ihn mitgehen. Über einen Pfandleiher landet der Stein bei einem Auktionshaus, dessen beste Sachverständige Alexandra „Alex“ Amberson (Tammy Lauren) ihn unter die Lupe nimmt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Dschinn kann sich aus seinem Miniaturgefängnis befreien und beginnt sein unheilvolles Werk – er hat die lästige Angewohnheit, ihm gegenüber geäußerte Wünsche überaus eigenwillig zu interpretieren.

Einstmals indiziert, nun ab 16

Wes Craven fungierte als Executive Producer der zweiten Regiearbeit von Robert Kurtzman, der als Make-up-Spezialist (u. a. „From Dusk Till Dawn“) allerdings größere Bekanntheit erlangte. Auch bei „Wishmaster“ gehörte er zum Effektteam, das sich gehörig austoben durfte, um den grimmigen Dschinn zu entfesseln und ihm die Ausübung seiner Taten zu ermöglichen. Der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien war das 1999 eine Indizierung wert, die allerdings 2016 aufgehoben wurde. Die anschließende Neuprüfung durch die FSK ergab sogar eine Freigabe der ungeschnittenen Fassung ab 16 Jahren. Beim Kauf ist aber Vorsicht geboten, es kursieren noch FSK-18-Fassungen mit Zensurschnitten.

Wo der Dschinn hausieren geht, wächst kein Gras mehr. Leichen pflastern seinen Weg, darunter Kane „Jason Vorhees“ Hodder und Tony Todd („Candymans Fluch“). Mit Robert „Freddy Krueger“ Englund ist ohnehin eine echte Ikone des Horrorgenres am Start. Es dürfte nicht zuletzt diesem personellen Fan-Service zu danken sein, dass „Wishmaster“ in der Horrorgemeinde hohes Ansehen genießt. Auch Kurtzman selbst gab sich einen Cameo-Auftritt als Opfer. Schauspielerische Höchstleistungen bekommen wir bei all dieser Prominenz natürlich trotzdem nicht zu sehen. Das Gezeigte erfüllt aber seinen Zweck.

Drei „Wishmaster“-Sequels folgten

Die Story will ihre Zuschauer immerhin nicht für dumm verkaufen. Die erneute Sichtung nach Jahren ließ bei mir aber das Gefühl aufkommen, das noch mehr drin gewesen wäre, das Szenario der sich auf bizarr-blutige Weise erfüllenden Wünsche mit Leben zu erfüllen. Aber dafür sorgten ja die drei Fortsetzungen „Das Böse stirbt nie“ (1999), „Der Höllenstein“ (2001) und „Die Prophezeiung erfüllt sich“ (2002), auch wenn die Qualitätskurve der Sequels doch arg nach unten ausschlug. „Wes Craven’s Wishmaster“ jedenfalls bringt effektvollen Horror ohne ironischen Firlefanz in die gute Stube.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert Englund und Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 30. März 2018 als Blu-ray im Futurepak, 3. August 2007 als DVD und DVD im Steelbook (beide mit Zensurkürzungen)

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD), 85 Min. (geschnittene DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: deutsch, englisch
Untertitel: deutsch
Originaltitel: Wishmaster
USA 1997
Regie: Robert Kurtzman
Drehbuch: Peter Atkins
Besetzung: Tammy Lauren, Andrew Divoff, Robert Englund, Tony Todd, Kane Hodder, Chris Lemmon, Wendy Benson-Landes, Tony Crane, Jenny O’Hara, Ricco Ross, John Byner, Ted Raimi
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb Blu-ray: NSM Records
Label/Vertrieb DVDs: Kinowelt Home Entertainment GmbH (Rechtsnachfolger: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Packshot BR: © NSM Records

 

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Zombies! Überlebe die Untoten – Tony Todd in Endzeitstimmung

Zombies

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Mensch, mal wieder eine Zombie-Apokalypse! Hatten wir lange nicht. Diesmal ist zur Abwechslung der US-Staat Minnesota Schauplatz der Handlung. Zu Beginn sitzt Luke (Steven Luke) auf irgendeiner Polizei-Revierwache in einer Zelle, doch glücklicherweise holt ihn Detective Stanley Sommers (Tony Todd) dort raus. Der kann jede helfende Hand gebrauchen, um die Untoten zu bekämpfen, die die Stadt überrannt haben.

Detective Sommers kommt zur rechten Zeit

Auf der Suche nach Überlebenden trifft Luke auf Haley (Heidi Fellner), eine alte Bekannte. Leider erweist sich die Augenklappen-Trägerin als etwas durchgeknallt. Mehr Glück hat Luke mit Bena (Raina Hein) und ihrer Schwester Tala (Amanda Day), die ihn aus misslicher Lage retten. Gemeinsam schlagen sie sich zur Farm des Vaters (Todd Vance) der beiden jungen Frauen durch.

Die Zombies haben das Land überrannt

„Zombies! Überlebe die Untoten“ fügt dem Untotengenre keinerlei neue Aspekte hinzu – mit einer Ausnahme, auf die ich gleich komme. Drehbuchautor und Regisseur Hamid Torabpour erzählt in seinem ersten Spielfilm einfach eine simple Story, die er als Aufhänger nutzt, um blutige Aufeinandertreffen zwischen Menschen und Zombies zu inszenieren. Immerhin hat er seinen Film so schlicht wie konsequent „Zombies“ betitelt. Um mehr geht es eben nicht. Die Dramaturgie läuft dabei nicht ganz rund, größenteils haben wir es mit einer Aneinanderreihung von Szenen zu tun, ohne dass sich Spannung groß aufbaut. Die im Verlauf der Zombie-Invasion offenbar wahnsinnig gewordene Haley wird sonderbarerweise selbst nicht von den blutrünstigen Kreaturen attackiert. Weshalb das so ist, erfahren wir nicht. Aber was fange ich auch von Logik an?

CGI-Kopfschüsse für FSK 16

Die Effekte von Kopfschüssen und Lukes Machetenhieben sind am Computer entstanden und sehen so aus, wie billiges CGI nun mal aussieht. Ein paar vereinzelte Make-up-Effekte gefallen da schon besser. Von der FSK gab es dafür eine Freigabe ab 16 Jahren für die ungeschnittene Fassung. Das rote FSK-18-Logo auf dem Cover dürfte einigen FSK-18-Trailern im Zusatzmaterial geschuldet sein. Die Zombies sind in diesem Fall Traditionalisten – sie schlurfen eher.

Haley hat sie nicht mehr alle

Am Ende will Torabpour seiner Geschichte mit einer überraschenden Wendung eine Tiefe geben, die leider überhaupt nicht zum vorher Gesehenen passt. Schade eigentlich, diese Wendung ist tatsächlich originell, wirkt aber wie ein Fremdkörper, da der Film bis dahin an der Oberfläche geblieben war. In ihrer Radikalität erinnerte sie mich an das Finale von Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung „Der Nebel“ („The Mist“, 2007), doch der Monsterfilm hatte zuvor schon Tiefe gehabt, da passte es und ließ die Zuschauer geplättet zurück. In diesem Fall hingegen habe ich mich schlicht gefragt, was das denn soll. Hätte der Regisseur zuvor mehr Wert auf Beziehungsaufbau und eine bewegende Endzeit-Atmosphäre gelegt, wäre sein Schlusspunkt womöglich das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Schade um eine verschenkte Idee. So geht „Zombies! Überlebe die Untoten“ als einer von vielen 08/15-Zombiefilmen ins Ziel, den man sich als anspruchsloser Allesgucker schon anschauen kann, der aber zügig der Vergessenheit anheimfallen wird. Wenn schon Zombies und Tony Todd, dann lieber Tom Savinis Romero-Remake „Night of the Living Dead“ von 1990.

Luke verteilt Kopfschüsse

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Bena steht ihm in nichts nach

Veröffentlichung: 3. Mai 2018 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Fassung), Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16 (Veröffentlichung FSK 18 wg. 18er-Trailern)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zombies
USA 2017
Regie: Hamid Torabpour
Drehbuch: Hamid Torabpour
Besetzung: Tony Todd, Steven Luke, Raina Hein, Amanda Day, Aaron Courteau, Marcus Dee, Heidi Fellner, Jim Westcott, Amber Rhodes, Todd Vance
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 
 

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Gewinnspiel: 3 x Hatchet – Victor Crowley auf Blu-ray

Verlosung

Mit „Hatchet – Victor Crowley“ geht das beliebte Slasher-Franchise aus den Sümpfen Louisianas in die vierte Runde. Tiberius Film hat uns davon drei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Andreas’ Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 18. März 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die beiden Fragen am Ende des Textes.

Fallen euch keine Antworten ein, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Sascha Mrowka,
– Samara,
– Fabian Seibel.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Hatchet – Victor Crowley“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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