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Gewinnspiel: Lebendig skalpiert – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Jochen Taubert anyone? Im deutschen Independent-Film ist der Name durchaus ein Begriff. Mit „Lebendig skalpiert“ hat der Gute nunmehr einen blutigen Western inszeniert, angesiedelt zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs, gedreht stilecht im Münsterland. Die Busch Media Group hat die trashige Horror-Westernkomödie kürzlich fürs Heimkino veröffentlicht und uns eine Blu-ray und eine DVD zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 31. Mai 2020, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray bzw. DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Christoph Blahowetz (der die Wahl zwischen Blu-ray und DVD hat),
– Christina (die den Film im verbleibenden Format erhält).

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Lebendig skalpiert“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

 

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Lebendig skalpiert – Der Western aus dem Münsterland

Lebendig skalpiert

Von Volker Schönenberger

Horror-Westernkomödie // Eine junge Apachenjägerin (Taynara Wolf) schleicht sich an eine Herde Wasserbüffel heran. Doch gerade als sie ihren Bogen anlegen will, wird sie von einer Kompanie Soldaten der Konföderierten Armee gestört. Zwei üble Gesellen nehmen sie gefangen, doch bevor die beiden die Apachin vergewaltigen, greift immerhin der Südstaaten-General (Ralf Richter) mit seinem Adjutanten Brutus ein und bewahrt die junge Frau vor dem Schlimmsten. Die Indianerin ist zwischen die Fronten des Amerikanischen Bürgerkriegs geraten.

Auf der Jagd

Die Südstaaten-Armee erleidet gegen die Unionstruppen eine vernichtende Niederlage. Der General bekommt einen Schuss in den Bauch. Seinen baldigen Tod ahnend, trägt er seinem Adjutanten auf, die Fahne der Einheit und die Tochter des Generals in Sicherheit zu bringen. Als er schwer verletzt wird, rettet ihm die dankbare Indianerin mit einem Serum aus Klapperschlangengift das Leben. Nebenwirkung: Sein Gesicht wird entstellt, und er entwickelt grenzenlose Mordlust.

Erstkontakt mit Jochen Taubert

Deinen ersten Taubert vergisst du nie! Natürlich war mir der Name Jochen Taubert schon zuvor ein Begriff, aber da ich mich bis 2019 nie ausgiebig mit dem deutschen Amateur- und Undergroundfilm beschäftigt hatte, ist sein Werk bislang an mir vorbeigegangen. Die Heimkino-Veröffentlichung von Tauberts jüngster Regiearbeit „Lebendig skalpiert“ durch die Busch Media Group war nun willkommener Anlass, das zu ändern.

Der General vor seiner letzten Schlacht

Die Horror-Westernkomödie bietet Trash in Reinkultur gepaart mit großer Schauspielkunst. Okay, beim zweiten Punkt habe ich etwas übertrieben, um nicht zu schreiben: hemmungslos gelogen. Taubert drehte mit bewährtem Team im schönen Münsterland rund um seine Heimatstadt Stadtlohn. Ebenfalls von dort stammt Hauptdarstellerin Taynara Wolf, vormals Kandidatin bei „Germany’s next Topmodel“ – da weiß man sogleich, wo der schauspielerische Hase langläuft. Wolf hatte ein Jahr zuvor auch eine kleine Rolle in „Tal der Skorpione“ (2019) innegehabt, der im selben Segment anzusiedeln ist wie „Lebendig skalpiert“. Spätestens dort hat sie wohl Jochen Taubert kennengelernt, der darin ebenfalls eine Rolle hatte – genau wie Ralf Richter („Das Boot“). Im deutschen Undergroundfilm unterstützt man sich eben gegenseitig.

Der Liebste ist tot!

Wer Filme wie diesen ernst nimmt, dem ist nicht zu helfen. Sie sind hemmungslos und leidenschaftlich amateurhaft und erheben gar nicht erst irgendeinen höheren Anspruch. Angesichts der Dialoge rollen sich einem natürlich schon die Zehennägel auf, erst recht bei der Stimme aus dem Off, die einiges erklärt, was bei „Lebendig skalpiert“ doch vermutlich keinen Zuschauer interessiert. Andererseits machen die stümperhaften Worte für Trashfans einen Gutteil des Reizes aus.

Er mag es blutig und gut abgehangen

Lebendig skalpiert wird eher selten – mir ist nur eine einzige solche Tat aufgefallen. Gleichwohl geht es blutig zur Sache, die FSK-18-Freigabe der ungeschnittenen Fassung ist berechtigt. Da wird nach Herzenslust gemetzelt, niedergestochen, erschossen, totgeschlagen und -gehackt. Der Lebenssaft fließt in Strömen. Auch das zwar nicht auf höchstem Niveau, aber doch ansehnlich genug und handgemacht, sodass Freude aufkommt. Auch einige nackte Tatsachen werden geboten, hübsch zusammenhanglos, wie sich das in diesem filmischen Segment gehört. Wer nach ernsthafter Westernware sucht, möge anderswo weitersuchen, Trash- und Underground-Freunde kommen auf ihre Kosten.

Skalpieren – ein Hobby für Genießer

Mit Filmen wie „Ich piss’ auf deinen Kadaver“ (1999), „Piratenmassaker“ (2000), „Turbo Zomi – Tampons of the Dead“ (2011) und „Spiel mir am Glied bis zum Tod“ (2014) hat sich Jochen Taubert seinen Ruf im deutschen Independent-Film wacker erarbeitet – worin auch immer dieser Ruf bestehen mag. Da ich mit seinen Arbeiten wie erwähnt nicht vertraut bin: Welche seiner Regiearbeiten sind unverzichtbar, will man Jochen Tauberts Œuvre ergründen?

Ob er eine gespaltene Persönlichkeit entwickelt?

Veröffentlichung: 24. April 2020 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: Lebendig skalpiert
D 2020
Regie: Jochen Taubert
Drehbuch: Jochen Taubert
Besetzung: Taynara Wolf, Ralf Richter, Alina Lina, Christian Stock, Heiko Bender, Texas Patti, Sabrina Arnds, Elisabeth Habicht, Uwe Choroba, Giovanna Pepe, Ingo Kunert, Ramona Groth, Sascha Goldbach, Hans Schulte, Markus Beyer, Jochen Taubert
Zusatzmaterial: Filmmusik live on Stage (11:04), Interview mit Alina Lina (1:08), Premierenparty (8:12), Musikvideo „Es war einmal im Weste(r)n (3:48), Behind the Scenes 1 (1:33), Behind the Scenes 2 (7:54), Interview mit Jochen Taubert (3:32), Trailershow, Wendecover
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos, Packshot & Trailer: © 2020 Busch Media Group

 
 

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Horror für Halloween (XVI): Class of Nuke ’em High – Neben dem Kernkraftwerk geht’s rund

Class of Nuke ’em High

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Manche Cineasten rümpfen die Nase, aber unter Trash- und Exploitationfans genießt die im Staat New York ansässige Independent-Filmschmiede Troma Entertainment Kultstatus – und das ausgelutschte „Kult“ ist hier einmal berechtigt. Das Unternehmen wurde 1974 von den Produzenten und Regisseuren Lloyd Kaufman und Michael Herz gegründet, gehört. Zu den bekanntesten Werken aus dem Hause Troma gehört „Atomic Hero“ („The Toxic Avenger“, 1985) um einen chronischen Loser, der aufgrund radioaktiver Verseuchung zum Superhelden mutiert. Auch die ein Jahr später entstandene Horrorkomödie „Class of Nuke ’em High“ thematisiert die Bedrohung durch nukleare Kontamination. Es war die Zeit, in welcher der Reaktorunfall im Kernkraftwerk Three Mile Island in Pennsylvania im März 1979 und die
Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 der Welt die Gefahren der Nutzung der Kernkraft vor Augen führten, was sich zwangsläufig auch im Film niederschlug, und das eben nicht nur in ernsthaften Dramen wie „Das China-Syndrom“ („The China Syndrome“, 1979), sondern auch in der Exploitation. Für „Class of Nuke ’em High“ setzte sich Troma-Gründer Kaufman einmal mehr selbst auf den Regiestuhl, den er sich in diesem Fall mit Richard W. Haines teilte.

It could contaminate the whole town.

That’s not so bad.

Hm – ob „Halb so wild“ die passende Antwort auf die Befürchtung ist, dass die ganze Stadt radioaktiv verseucht werden könnte? Im Kernkraftwerk von Tromaville (!) in New Jersey kommt es zu einem nuklearen Zwischenfall. Einem Bedenkenträger erwidert Kraftwerks-Leiter Finley (Pat Ryan) unwirsch: I don’t give a wet fart what you think. („Ich gebe einen feuchten Furz darauf, was Sie denken“.) Derlei Dialoge geben von Anfang an den derben Ton von „Class of Nuke ’em High“ vor.

Mikrowellen sind gefährlich!

Die in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks gelegene Highschool von Tromaville bekommt die Auswirkung des radioaktiven Lecks umgehend zu spüren: Als ein Schüler verseuchtes Wasser trinkt, erleidet er daraufhin einen grausamen Tod. Finley lenkt von seiner Anlage ab, indem er darauf hinweist, der Schüler habe daheim gleich zwei Mikrowellenöfen (!) stehen.

Die vormaligen Mitglieder der „Honour Society“ der Highschool sind bereits vor einiger Zeit zu aufmüpfigen und brutalen Punks mutiert – Folge der Nähe zum Kernkraftwerk? Jedenfalls terrorisiert die Gang, die sich passenderweise „Cretins“ nennt, seitdem ihre Mitschüler. Ein Kraftwerksarbeiter verkauft ihnen Marihuana, das er auf dem Werksgelände anbaut. Super Idee: Die „Cretins“ verkaufen die Joints als „Atomic High“ weiter. Vielleicht aber doch keine so super Idee …

„Class of Nuke ’em High“ bedient ein paar Klischees aus Highschool-Szenarien von Teenie-Komödien, das aber auf dermaßen überkandidelte Weise, dass es eine wahre Freude ist. Das geht selbstverständlich mit eher laienhafter Schauspielkunst einher. Zwar haben einige spätere Stars wie Kevin Costner und Samuel L. Jackson in der Frühzeit ihrer Karrieren in Troma-Produktionen mitgewirkt, hier jedoch tritt niemand in Erscheinung, den wir später in prominenteren Rollen bemerkt hätten.

Verstrahlung kann sonderbare Folgen haben

Zwar sind die Auswirkungen nuklearer Kontamination bis hin zur Strahlenkrankheit und zum Tod weitgehend bekannt, das muss im Trash-Sektor aber niemanden hindern, hemmungslos bizarre Mutationen, derbste Hautausschläge und fiese Wesensveränderungen herbeizufantasieren. In „Class of Nuke ’em High“ ist all dies zu beobachten. Die Schülerinnen und Schüler – ob verstrahlt oder nicht – rennen bisweilen wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend. Und wenn das gerade erst geborene Monster zügig zu stattlicher Größe herangewachsen ist, kennt das ausgelassene und tödliche Treiben endgültig kein Halten mehr.

„Class of Nuke ’em High“ hatte einige Fortsetzungen zur Folge, die ich nicht gesehen habe. Es gibt ohnehin zu viele Filme, ich muss mir nicht jedes Franchise vollständig zu Gemüte führen. Vermutlich sind die Sequels ähnlich überdreht wie der Erstling, der seinen Kultstatus als Troma-Highlight und Exploitation- und Trash-Klassiker völlig zu Recht genießt. 1992 indiziert, wurde der Streifen 2016 von der Liste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gestrichen. Neuveröffentlichungen lassen aber auf sich warten. Ob die zuvor erschienenen ungeprüften Hartboxen und Mediabooks von ’84 Entertainment zu erschwinglichen Preisen lieferbar sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir reicht meine 2-Disc Edition mit Blu-ray und DVD aus dem englischen Hause Arrow Video, die in puncto Bild- und Tonqualität sowie Bonusmaterial gewohnt vorbildlich abgeliefert hat und im Booklet einen interessanten Text über den Troma-Gründer Lloyd Kaufman enthält.

Veröffentlichung: 14. Mai 2012 als DVD in limitierter kleiner und großer Hartbox (je drei Covervarianten), 23. September 2015 als limitiertes 3-Disc Ultimate Edition Mediabook (Blu-ray & 2 DVDs) und als Blu-ray in limitierter großer Hartbox (zwei Covervarianten)

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Class of Nuke ’em High
USA 1986
Regie: Richard W. Haines, Lloyd Kaufman (als Samuel Weil)
Drehbuch: Richard W. Haines, Mark Rudnitsky, Lloyd Kaufman, Stuart Strutin
Besetzung: Janelle Brady, Gil Brenton, Robert Prichard, Pat Ryan, James Nugent Vernon, Brad Dunker, Gary Schneider, Théo Cohan, Gary Rosenblatt, Mary Taylor, Anthony Ventola, Arthur Lorenz, Lauren Heather McMahon
Zusatzmaterial u. a.: Audiokommentar mit Lloyd Kaufman, Originaltrailer, Vollbild-Fassung, Interviews mit den Darstellern, entfernte Szenen, „Der Mann der das AKW baute“, Artworks & Photos, Tromavilla-Cafe: Highschool Losers, Aroma du Troma, PSA: Gratis & Geil, nur Blu-ray und Mediabook: Audiokommentar mit Kai Naumann und Marcel Barion, Kurzfilm „Tannenberg“ (Regie: Danilo Vogt, 15 Min.), nur Mediabook: 12-seitiges Booklet mit einem Text von Ivo Ritzer
Label/Vertrieb: ’84 Entertainment

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

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