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Videospielverfilmungen (XII): It Came from the Desert – Angriff der Riesenameisen

It Came from the Desert

Von Andreas Eckenfels

Horrorkomödie // Beim Namen Cinemaware werden bei Retro-Gamern Erinnerungen wach: Die kalifornische Videospielschmiede bewies 1986 mit dem Adventure „Defender of the Crown“, welche Grafikleistung im Commodore Amiga und anderen Heimcomputern steckte. Bis zum Bankrott der Firma im Jahr 1991 folgten eine Handvoll weiterer Spiele, die famos aussahen und gleichzeitig Erzählungen klassischer Filme als Ausgangssituation nutzten. Darunter war auch das erstmals 1989 veröffentlichte Action-Adventure „It Came from the Desert“, welches mit seiner Riesenameisen-Thematik auf dem legendären Creature-Feature „Formicula“ und weiteren B-Movies aus den 1950er-Jahren basierte.

Jorge (l.) und sein Freund werden von einer Riesenameise überrascht

Als Fan des Spiels trug der finnische Regisseur Marko Mäkilaakso („War of the Dead – Band of Zombies“) die Idee einer Adaption schon länger mit sich herum. Wie er im Gespräch mit dem Filmmagazin „Deadline“ erklärte, war er dann durchaus überrascht darüber, dass Cinemaware ihm für die filmische Umsetzung keine Steine in den Weg legte und er die Rechte problemlos übertragen bekam. Allerdings entschied sich Mäkilaakso dazu, nicht die Geschichte des im Jahr 1951 angesiedelten Spiels zu verfilmen. Stattdessen verlegte er die Handlung in die Gegenwart und schuf so eine Quasi-Fortsetzung zu „It Came from the Desert“.

Hungrige Riesenameisen stören die Wüstenparty

Draufgänger Lukas (Alex Mills) ist zwar nicht gerade der hellste Kopf unter der Mittagssonne, dafür ist er aber ein Ass auf seinem Motocross-Bike. Sein Kumpel Brian (Harry Lister Smith) ist dagegen das krasse Gegenteil. Er ist ein cleverer Kerl und Tüftler, dem es allerdings gehörig an Selbstvertrauen mangelt. Deshalb ist Brian auch zunächst nicht gerade darüber erfreut, dass Lukas auf ihrer gemeinsamen Fahrt zum Motocross-Rennen durch die Wüste mit anschließender Party auch noch Lisa (Vanessa Grasse, „Leatherface – The Source of Evil“) einsammelt. Brians heimliche Flamme sieht nicht nur hübsch aus und ist intelligent, sie teilt obendrein auch seine Vorliebe für die knallharten „Eradicator“-Actionfilme, dessen kerniger Hauptdarsteller nach dem Wettbewerb als Stargast geladen wurde. Eine echte Traumfrau also, vor der er allerdings kaum ein sinnvolles Wort herausbekommt.

Ein Motocross-Rennen in der Wüste macht durstig

Nach dem Rennen entdecken Lukas und Brian mitten in der Wüste eine unterirdische militärische Forschungseinrichtung, in der offensichtlich kürzlich ein Unglück passiert ist. Auf ihrer Erkundungstour trauen sie ihren Augen nicht: Sie treffen auf mehrere mutierte Riesenameisen, die schon bald ihre frisch gewonnene Freiheit genießen und sich das Partyvolk als Leckerbissen einverleiben wollen.

Trash mit Leidenschaft

Zwar erinnern die mauen Effekte eher an eine Produktion aus dem Hause Asylum, doch diese sind eindeutig dem geringen Budget von etwa 400.000 Euro geschuldet, die Mäkilaakso laut eigenen Worten zur Verfügung standen. Denn ansonsten hat „It Came from the Desert“ nicht viel mit den Machwerken des US-Studios zu tun, das billigsten Trash wie „Megashark versus Kolossus“ am Fließband auf den Markt schmeißt. Keine Frage, dass man sich diese zwischendurch auch mal ansehen kann, wenn man gerade Lust darauf hat und die Qualitäts-Messlatte weit nach unten legt. Doch diesen Produktionen fehlt es eben meist an Leidenschaft für das jeweilige Projekt. Eine wichtige Zutat, die den Unterschied zwischen guten und schlechten Trash- oder besser Low-Budget-Werken nun mal ausmacht.

Und somit macht die Mischung aus CGI- und praktischen Effekten, mit der die Riesenameisen zum Leben erweckt wurden, natürlich auch den besonderen Charme des Creature-Features von Mäkilaakso aus. Man merkt jederzeit, dass er eben nicht eine der vielen seelenlosen Videospiel-Adaptionen abliefern wollte – dem Regisseur liegt der Stoff am Herzen. Sein „It Came from the Desert“ ist eine unterhaltsame Hommage an den Spieleklassiker für alle Fans, wie er selbst einer ist. Bei den 20 Tage andauernden Dreharbeiten in Spanien und Finnland wollten er und seine mit Absicht recht holprig agierenden Darsteller einfach eine gute Zeit haben, die sich schnell auch auf die Zuschauer überträgt. Auch wenn nicht alle Scherze zünden und dem Film etwas mehr schauspielerische Klasse gutgetan hätte.

Keine deutsche Heliumstimme

Etwas schade ist es, dass in der deutschen Synchronisation zumindest ein gelungener Gag verloren geht, der mir durch Zufall aufgefallen ist. Als Lisa von einem angetrunkenen Biker-Konkurrenten angemacht wird, tritt sie ihm kurzerhand in die Weichteile. Während er in der deutschen Fassung am Wüstenboden kauernd normal weiterspricht, redet er in der englischen Originalfassung nach dem schmerzhaften Tritt mit einer Heliumstimme weiter. Keine Ahnung, warum dies nicht angepasst wurde.

Brian (l.) und Lukas entdecken eine geheime Forschungseinrichtung

Obwohl die Riesenameisen schnell und präzise zuschlagen und unzählige Kugeln auf die mutierten Insekten abgefeuert werden, sollte man kein großes Gemetzel à la Paul Verhoevens blutiger Käferjagd in „Starship Troopers“ (1997) erwarten. Es herrscht eine lockere, nie bedrohliche Grundstimmung vor. Die FSK gab „It Came from the Desert“ somit folgerichtig bereits ab zwölf Jahren frei. Wer darüber etwas die Nase rümpft, sei an ein anderes spaßiges Creature-Feature erinnert, mit dem Mäkilaaksos Werk nicht nur die Grundthematik gemeinsam hat: „Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster“ (2002) von Ellory Elkayem, der hierzulande ebenfalls eine Einstufung ab 12 Jahren erhielt.

Für Liebhaber des Spiels hat sich Mäkilaakso für den Abspann noch etwas Besonderes einfallen lassen: Währenddessen läuft parallel das komplette Videospiel „It Came from the Desert“ von Cinemaware im Schnelldurchlauf mit. Welche bislang nicht berücksichtigten Videospiel-Verfilmungen sollen wir bei „Die Nacht der lebenden Texte“ noch beackern?

Ungebetene Riesenameisen sorgen auf der Party für Angst und Schrecken

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

It Came from the Desert (Horrorkomödie, FIN/GB/KAN 2017)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Computertrick-Fantasy-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Street Fighter – Assassin’s Fist (Action, GB 2014)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Alone in the Dark (SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)

Lisa setzt sich zur Wehr

Veröffentlichung: 5. April 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: It Came from the Desert
FIN/GB/KAN 2017
Regie: Marko Mäkilaakso
Drehbuch: Marko Mäkilaakso, Trent Haaga, Hank Woon Jr.
Besetzung: Vanessa Grasse, Mark Arnold, Harry Lister Smith, Alex Mills, Claudia Trujillo, Callum McGowan, Andrew Horton
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb/Label: Tiberius Film

Copyright 2018 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2018 Tiberius Film

 
 

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Videospiel-Verfilmungen (III): Hitman – Jeder stirbt alleine: Besser als die neue Umsetzung

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Hitman

Von Simon Kyprianou

Actionthriller // Profikiller Agent 47 (Timothy Olyphant) erledigt für die mysteriöse „Agentur“ einen Auftrag in Russland. Obwohl er sein Opfer, den russischen Präsidenten Belicoff (Ulrich Thomsen), mit einem gezielten Schuss tötet, hat dieser angeblich überlebt – so jedenfalls erfährt es Agent 47 kurze Zeit später. Gejagt von Europol, seiner eigenen Agentur und dem russischen Geheimdienst trifft er auf Nika (Olga Kurylenko), deren Rolle in dem Komplott undurchsichtig ist. Die beiden versuchen, die Drahtzieher des Verwirrspiels zu finden.

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Präsident Belicoff fällt einem Attentat zum Opfer – oder doch nicht?

Den Kinostart von „Hitman – Agent 47“ nehmen wir zum Anlass, um auch einmal einen Blick auf diese frühere Verfilmung der „Hitman“-Spieleserie zu werfen. Ebenso wie die aktuelle Adaption ist auch der Film von 2007 keine wirklich adäquate Umsetzung der derzeit fünf Spiele umfassenden Serie – ein sechstes steht kurz vor Veröffentlichung. In den Spielen muss man nach Möglichkeit Missionen zum Abschluss bringen, ohne Aufsehen zu erregen und ohne Kollateralschäden zu verursachen. Das wird in beiden Filmen eher missachtet.

Vom Regisseur von „Frontière(s)“

Im Gegensatz zum aktuellen Film, der leider in wirklich jeder Hinsicht misslungen ist, gibt „Hitman – Jeder stirbt alleine“ eine gute Figur als Actionthriller ab, der sich in seiner sterilen, Hochglanz-Oberflächlichkeit gut gefällt. Regisseur Xavier Gens, der zuvor den berüchtigten Terrorfilm „Frontière(s)“ gedreht hat, inszeniert manch druckvollen Action-Moment, genießt das an die Bond- und Bourne-Filme anknüpfende Locationhopping, ebenso die körperlichen Reize von Olga Kurylenko, die hier schön charmant mit Agent 47 flirtet und um die Welt jettet.

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Killer trifft …

Der im Vergleich zur Kinofassung wenige Minuten längere Extended Cut hat es ungeschnitten mit FSK-18-Freigabe auf Blu-ray und DVD geschafft. Die zusätzlichen Szenen bestehen in erster Linie aus Gewalt. „Hitman – Jeder stirbt alleine“ ist natürlich kein großer Wurf, aber Xavier Gens bemüht sich um annehmbares, druckvoll inszeniertes Genrekino, das innerhalb seiner Möglichkeiten gefällt. Was man von der neuen Verfilmung leider nicht mehr behaupten kann.

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… auf Schönheit

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

It Came from the Desert (Horrorkomödie, FIN/GB/KAN 2017)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Computertrick-Fantasy-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Street Fighter – Assassin’s Fist (Action, GB 2014)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Alone in the Dark (SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)

Und vielleicht auch mal der eine oder andere Film der „Resident Evil“-Reihe …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Xavier Gens sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Olga Kurylenko in der Rubrik Schauspielerinnen.

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Nika und Agent 47 tun sich zusammen

Veröffentlichung: 23. Oktober 2009 als Blu-ray (Hollywood Collection), 24. Oktober 20008 als DVD (Hollywood Collection), 2. Mai 2008 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Niederländisch, Türkisch
Originaltitel: Hitman
F/USA 2007
Regie: Xavier Gens
Drehbuch: Skip Woods
Besetzung: Timothy Olyphant, Dougray Scott, Olga Kurylenko, Robert Knepper, Ulrich Thomsen, Henry Ian Cusick, Eriq Ebouaney, Joe Sheridan, James Faulkner
Zusatzmaterial: Featurette: Im Fadenkreuz, Featurette: Digitale Treffer: vom Spiel zum Film, Featurette: Werkzeuge der Zerstörung, Featurette: Entstehung der Filmmusik, 5 entfallene Szenen, Spaß am Set
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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Videospielverfilmungen (II): Hitman – Agent 47: Der Killer mit der Glatze

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Hitman – Agent 47

Kinostart: 27. August 2015

Von Matthias Holm

Actionthriller // Es kommt ein neues „Hitman“-Spiel. Das Internet jubelt. Es kommt ein neuer „Hitman“-Film. Das Internet schweigt still. Die erste Verfilmung des glatzköpfigen Profi-Killers aus dem Jahre 2007 mit Timothy Olyphant als Hauptdarsteller genießt unter Fans der Reihe einen fragwürdigen Ruf. Nun kommt das Reboot in unsere Kinos, für dessen Hauptrolle Paul Walker vorgesehen war. Nach dessen Unfalltod am 30. November 2013 wurde die Produktion verschoben und Walker durch Rupert Friend ersetzt.

Emotionslose Tötungsmaschine

Das zwielichtige Unternehmen „Syndicate International“ versucht, den Wissenschaftler Litvenko (Ciarán Hinds) ausfindig zu machen. Der hatte entdeckt, wie man mittels Genmanipulation Supersoldaten erschaffen kann, die keine Emotionen empfinden und somit ultimative Tötungsmaschinen darstellen. Doch Litvenko verschwand und mit ihm seine Arbeit. Die Spur führt zu seiner Tochter Katia van Dies (Hannah Ware). Dem Syndicate-Agenten John Smith (Zachary Quinto) kommt immer wieder ein glatzköpfiger Mann in die Quere: Agent 47 (Rupert Friend), ein Ergebnis von Litvenkos Supersoldaten-Programm, ist ebenfalls hinter Katia her.

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Agent Smith und …

Wer allergisch auf Product Placement in Filmen reagiert, sollte einen großen Bogen um „Hitman – Agent 47“ machen. Das beginnt bereits in der ersten Szene, in der auf dem Tablet von Agent 47 groß eine bestimmte Automarke ins Bild kommt. Man nenne mich kleinkariert, aber in diesem Film ist die Produktplatzierung wirklich penetrant.

Ein paar nette Action-Ideen

Sieht man gnädig darüber hinweg, ist festzustellen: Dem Regie-Debütanten Aleksander Bach gelingt es recht gut, den Agenten als kalten Killer zu etablieren. Er geht systematisch vor und hat jeden Schritt perfekt geplant – wie man auch in den Videospielen vorgehen sollte. Leider beugt sich der Film zu häufig den aktuellen Blockbuster-Gesetzen: Es muss schnell geschnittene Action und Schusswechsel geben. Das ist schade, allerdings geht der Agent auch hier enorm kompromisslos vor – die Altersfreigabe ab 16 Jahren geht völlig in Ordnung. Immerhin hat der Film den einen oder anderen netten visuellen Einfall, was ihn ein wenig vom Action-Einheitsbrei abhebt.

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… Agent 47 suchen beide …

Denn die Story schafft das nicht. Auch im Grundmaterial der Videospiele ist die Geschichte nur dafür gedacht, die Missionen halbwegs sinnvoll miteinander zu verbinden. Im Film drehen die Autoren völlig am Rad – es gibt nicht nur die emotionslosen Agenten, sondern auch Menschen mit besonders ausgeprägtem Fluchtinstinkt oder solche mit Metall im Körper, sodass Schusswunden ihnen nichts anhaben können. Logikfreunde bleiben also bitte draußen.

Wer ist Angelababy?

Dementsprechend haben die Schauspieler auch keine besonderen Aufgaben. Rupert Friend passt optisch gut in die Rolle, Hannah Ware schaut meist gehetzt durch die Gegend. Eine Überraschung war für mich, dass die Darstellerin Angelababy dabei ist – bei der Pressevorführung wurde tatsächlich gelacht, als der Name eingeblendet wurde. Es ist der Künstlername der Chinesin Angela Yeung, welche die undurchsichtige Auftraggeberin von Agent 47 spielt. Allerdings bekommt sie deutlich zu wenig Zeit auf der Leinwand. Wer mehr von ihr sehen möchte, sollte sich „Tai Chi Zero“ und „Tai Chi Hero“ angucken. Auch in Tsui Harks „Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers“ hat sie mitgewirkt.

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… Katia

In einer weiteren Nebenrolle als Boss von „Syndicate International“: Thomas Kretschmann („King Kong“, „Dario Argentos Dracula“). Auch Jürgen Prochnow („Das Boot“, „Die Mächte des Wahnsinns“) darf in einer Szene als Passfälscher auftauchen. Beide Auftritte bringen den Film nicht voran, aber das konnte man auch nicht zu erwarten.

„Hitman – Agent 47“ ist keine anspruchsvolle Kost und auch nicht unbedingt für Fans des Videospiels – dafür gibt es zu viele wilde Action-Sequenzen. Aber der hauptsächlich in Berlin und Singapur gedrehte Film bietet durchaus solide Filmkost. Vielleicht nicht unbedingt kinoreif, aber auf den Heimbildschirmen sicher gut für einen Abend mit den Kumpels.

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Ob man Agent 47 auf diese Weise aufhalten kann?

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

It Came from the Desert (Horrorkomödie, FIN/GB/KAN 2017)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Computertrick-Fantasy-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Street Fighter – Assassin’s Fist (Action, GB 2014)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Alone in the Dark (SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)

Länge: 108 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Hitman – Agent 47
D/USA 2015
Regie: Aleksander Bach
Drehbuch: Skip Woods, Michael Finch
Besetzung: Rupert Friend, Hannah Ware, Zachary Quinto, Thomas Kretschmann, Ciarán Hinds, Angelababy, Jürgen Prochnow, Mona Pirzad
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2015 Twentieth Century Fox of Germany GmbH

 

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