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Schlagwort-Archive: Vincent Price

Gewinnspiel: 1 x Der Horla – Tagebuch eines Mörders als limitierte 2-Disc Edition DVD im Schuber

Verlosung

Nachdem ein Mörder kurz vor seiner Hinrichtung in der Todeszelle starb, gerät sein Richter (Vincent Price) in den Bann eines Dämons. Das kleine Label Ostalgica hat „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ (1963) als auf 499 Exemplare limitierte 2-Disc Edition mit DVD und AVCHD veröffentlicht und uns ein Exemplar zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerin oder des kommenden Gewinners.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 21. Juni 2020, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen hat Karl Abundzu. Herzlichen Glückwunsch! Du wirst benachrichtigt.

Die Rezension von „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

 

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Der Horla – Tagebuch eines Mörders: Im Banne des Dämonen

Diary of a Madman

Von Volker Schönenberger

Horror // O, der Geier hat die Taube verzehrt, der Wolf hat das Schaf gefressen, der Löwe den Büffel trotz seiner spitzen Hörner verschlungen. Der Mensch wieder hat den Löwen mit Pfeil, Schwert, Pulver und Blei getötet. Aber der Horla wird aus uns Menschen machen, was wir aus Pferd und Ochsen gemacht haben: seine Sache, seinen Diener, seine Speise, allein durch die Kraft seines Willens. Wir unglücklich Unseligen! Mit dieser Texteinblendung beginnt „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“. Die Zeilen stammen aus der Erzählung „Le Horla“ („Der Horla“) des bedeutenden französischen Schriftstellers Guy de Maupassant (1850–1893), die zusammen mit der Erzählung „Un fou“ („The Diary of a Madman“) die Grundlage von „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ von 1963 bildet, im Original „Diary of a Madman“ betitelt.

Richter Cordier spürt nahendes Unheil

Die erste Szene des Films zeigt die Beerdigung von Simon Cordier (Vincent Price). Der unerwartet Verstorbene galt dem Priester (Lewis Martin) zufolge als einer der angesehensten Richter Frankreichs und als guter Mensch. Doch eine der Trauernden, die junge Jeanne D’Arville (Elaine Devry), bekundet ihrem Vater Andre D’Arville (Edward Colmans) gegenüber, froh zu sein, dass Cordier tot ist. Vater und Tochter erfüllen nun den letzten Wunsch des Verstorbenen – ein Treffen, zu welchem alle Trauergäste zusammenkommen. Monsieur D’Arville öffnet einen Kasten, den Cordier in der Nacht seines Todes Jeanne übergab. Darin befindet sich Cordiers Tagebuch. Der erste Eintrag datiert vom 17. September 1886.

Der Mörder und der Dämon

Mit dem Vorlesen der ersten Zeilen des Tagebuchs setzt die Haupthandlung ein – drei Tage vor der Hinrichtung des vierfachen Mörders Louis Girot (Harvey Stephens). Polizeihauptmann Robert Rennedon (Stephen Roberts) sucht Richter Cordier mit einer Bitte des Todeskandidaten auf: Der hat den Juristen um einen Besuch gebeten. In der Zelle beteuert Girot, die Bluttaten unter dem Einfluss eines Dämons begangen zu haben. Dann greift er auch Cordier an, um ihn zu erwürgen. Der Richter kann sich losreißen, und der Mörder bricht tot zusammen. Dies ist der Beginn einer Reihe beunruhigender Ereignisse im Hause des Richters. Bald darauf lernt der seit zwölf Jahren verwitwete Jurist das Model Odette Mallotte (Nancy Kovack) kennen. Da er als Hobby Skulpturen modelliert, bittet er die junge Frau, ihm Modell zu stehen.

Der Jurist fühlt sich der …

Nicht erst seit William Friedkins „Der Exorzist“ (1973) spielt dämonische oder teuflische Besessenheit eine prägende Rolle im Horrorfilm. „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ gehört zu den eher harmlosen Vertretern dieses Subgenres, bietet aber immerhin eine stilvolle Rolle für Vincent Price, den Grandseigneur des Gruselfilms. Der darf einmal mehr seine ausdrucksstarke Mimik einsetzen, was er gar nicht mal so übertrieben tut wie in manch anderer Rolle.

… holden Weiblichkeit zugetan

Größtes Manko des Films sind die mangelnden Konturen des Dämons, der wenig Profil gewinnt. Das meiste erfahren wir über ihn, wenn er als innere Stimme des Besessenens in Erscheinung tritt, und das mit vergleichsweise neutralem Timbre. Da kommt recht wenig Horror auf, zumal die Horrorelemente über weite Strecken des Films nur peu à peu eingestreut werden. Der Dämon nennt sich Horla, aber das war es auch schon. Hier wäre es in puncto Horror zielführend gewesen, zumindest in Grundzügen einen gewissen dämonischen Mythos zu skizzieren. Einiges gerät zudem etwas vorhersehbar, was nicht zuletzt an der erzählerischen Klammer und dem Einstieg mit Cordiers Beerdigung liegt. Wenn sich die Handlung in der Rückblende entfaltet und wir schon wissen, dass der Protagonist am Ende tot sein wird, müssen andere Aspekte die Spannung am Köcheln halten. Das klappt nur bedingt. So bleibt „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ ein routiniert inszeniertes und immerhin gediegen ausgestattetes Gruselstück ohne echte Höhepunkte und ohne herausragende Stellung in Vincent Prices Filmografie. Regisseur Reginald Le Borg wiederum hat ohnehin keine herausragenden Arbeiten in seiner Filmografie, sein bekanntestes Werk mag „Die Schreckenskammer des Dr. Thosti“ („The Black Sleep“, 1956) sein. Guy de Maupassants Vorlage „Der Horla“ kann im Übrigen online in deutscher Übersetzung gelesen werden.

Limitierte Edition von Ostalgica

Das kleine Label Ostalgica hat „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ in ansprechender Edition als DVD im Schuber veröffentlicht, wobei mir besonders die unterschiedlichen Covermotive sehr gut gefallen – mit Schuber, Cover und Wendecover gibt es drei davon. Die auf 499 Exemplare limitierte Edition enthält als zweite Disc eine AVCHD, ein Format, das mir – Asche auf mein Haupt – zuvor gar kein Begriff war. Diese Disc enthält eine HD-Version des Films, sie lässt sich allerdings nicht auf Standalone-Blu-ray-Playern abspielen, sondern laut Ostalgica lediglich auf in Computern installierten Blu-ray-Laufwerken. Da ich darüber nicht verfüge, kann ich über die Bildqualität keine Angaben machen. Das Bild der DVD hat mir gut gefallen, die Qualität der beiden Tonspuren war solide. Leider fehlen Untertitel. Die AVCHD Das mag manchen Interessierten einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten, ebenso die beiden Hörbücher im Bonusmaterial. „Der Horla – Tagebuch eines Mörders“ gehört für Vincent-Price-Sammler natürlich zum Pflichtprogramm. Wer klassischen Gruslern etwas abgewinnen kann, darf ebenfalls einen Blick riskieren, ohne allzu viel zu erwarten. Die 2016er-Auflage des Films enthält übrigens mit dem Endzeitfilm „The Last Man on Earth“ (1964) – der ersten Verfilmung von Richard Mathesons Roman „I Am Legend“ – einen höchst wertigen Bonus.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vincent Price haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet. Über welche dort noch nicht aufgeführten Filme mit Price würdet Ihr hier gern etwas lesen?

Besessen?

Veröffentlichung: 13. Dezember 2019 als limitierte 2-Disc Edition im Schuber (DVD & AVCHD, limitiert auf 499 Exemplare), 13. Mai 2016 als DVD, 4. Dezember 2015 als 2-Disc Special Edition DVD

Länge: 93 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Diary of a Madman
USA 1963
Regie: Reginald Le Borg
Drehbuch: Robert E. Kent, nach einer Vorlage von Guy de Maupassant
Besetzung: Vincent Price, Nancy Kovack, Chris Warfield, Elaine Devry, Ian Wolfe, Stephen Roberts, Lewis Martin, Mary Adams, Edward Colmans, Nelson Olmsted, Harvey Stephens, Dick Wilson
Zusatzmaterial 2019: Originaltrailer, 2 Hörbücher, Bildergalerie, Musikvideo, Trailershow, Wendecover mit Alternativmotiv, 4-seitiger Grafikflyer mit Artworks, Bonus-Disc im AVCHD-Format mit HD-Version des Films (abspielbar auf in Computern installierten Blu-ray-Laufwerken)
Zusatzmaterial 2016: Bonus-DVD mit „The Last Man on Earth“ (1964) und Kurzfilm „The Christmas Carol“ (1949), Originaltrailer, 2 Hörbücher, Bildergalerie, Musikvideo, Trailershow, Booklet mit Miniposter, Wendecover mit Alternativmotiv
Zusatzmaterial 2015: Originaltrailer, 2 Hörbücher, Bildergalerie, Musikvideo, Trailershow, Wendecover mit Alternativmotiv
Label: Ostalgica
Vertrieb: Media Target Distribution GmbH

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2019 Ostalgica

 
 

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Horror für Halloween (XXXI): Das Grab der Lygeia – Krönender Abschluss von Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Zyklus

The Tomb of Ligeia

Von Volker Schönenberger

Horror // Wenn schon Vincent Price „Das Grab der Lygeia“ als seinen Lieblingsfilm aus Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Zyklus bezeichnet hat, kann man dagegen natürlich überhaupt nichts mehr sagen. Mein Favorit bleibt „Das Pendel des Todes“ („Pit and the Pendulum“) von 1961, gefolgt vielleicht von „Lebendig begraben“ („Premature Burial“, 1962), in welchem Ray Milland den vertraglich verhinderten Price ausnahmsweise ersetzte, aber meine Reihung hat persönliche Gründe. In einer IMDb-Rangliste mit den Wertungen dort angemeldeter Filmfreunde befindet sich „Das Grab der Lygeia“ nur auf dem achten und damit letzten Rang, allerdings schwanken die Wertungen aller acht Filme auf der Zehnerskala denkbar gering zwischen 6,6 und 6,9. Das passt auch, da ich alle Filme hoch einschätze, wobei „Der grauenvolle Mr. X“ („Tales of Terror“, 1962) und „Der Rabe – Duell der Zauberer“ („The Raven“, 1963) noch der Sichtung harren. An Roger Cormas Poe-Regiearbeiten inklusive des Lovecraft-Wolf-im-Poe-Schafspelz-Beitrags „Die Folterkammer des Hexenjägers“ („The Haunted Palace“, 1963) gibt es jedenfalls kein Vorbeikommen, will man sich mit dem Horrorfilm der 1960er-Jahre befassen.

Lady Lygeia wird zu Grabe getragen

1960 mit „Die Verfluchten“ („House of Usher“) begonnen, setzte Roger Corman den Schlusspunkt seines Edgar-Allan-Poe-Zyklus vier Jahre später mit „The Tomb of Ligeia“. Zu Beginn muss Lord Verden Fell (Vincent Price) seine geliebte Gemahlin Lygeia (Elizabeth Shepherd) zu Grabe tragen. Offenbar hat sie Selbstmord begangen, man will dem trauernden Witwer die Beerdigung auf dem geweihten Friedhof verweigern. Eine schwarze Katze springt auf den Sarg, die Tote schlägt die Augen auf. Nur ein Reflex des Leichnams? Lord Fell gerät aus dem Häuschen.

Vom Pferd in den Hafen der Ehe gestürzt

Bald darauf nähert sich eine Reitgesellschaft auf Fuchsjagd dem Gottesacker. Das Pferd von Lady Rowena Trevanion (ebenfalls Shepherd) scheut vor einer schwarzen Katze, sie stürzt zu Boden. Der Lord kommt hinzu und versorgt die leicht Verletzte. Beide sind voneinander fasziniert, Verden von der Lady nicht zuletzt deswegen, weil sie ihn sehr an seine Frau erinnert. Nach einiger Zeit heiraten die beiden, doch mysteriöse Geschehnisse künden von drohendem Unheil. Was hat die schwarze Katze damit zu tun?

Außenaufnahmen in Stonehenge

Angeblich war es Vincent Price, der Roger Corman zu Außenaufnahmen überzeugte, weil er gern mal in einer Burgruine drehen wollte. Die Wahl fiel auf das Castle Acre Priory in der ostenglischen Grafschaft Norfolk. Auch zwischen den Monolithen von Stonehenge wurde gefilmt. Ein reizvoller Kontrast zu den wie gewohnt im Studio entstandenen Szenen, die im Innern der von Lord Fell bewohnten Abtei spielen. In seiner einzigen Zusammenarbeit mit Roger Corman schuf Hammer-Films-Kameramann Arthur Grant („Sie sind verdammt“, „Nächte des Grauens“) betörende Bilder, an denen wir uns kaum sattsehen können, Eine verfallene Abtei und die Steinkreise von Stonehenge sind natürlich auch eine Bank. Die aufwendige Ausstattung reichert die Motive zusätzlich an. So klar und kräftig die Bildgestaltung, so rätselhaft gibt sich die Geschichte, was aber nicht als Kritik gemeint ist. Welches Band spinnt sich da im Dreieck mit Lord Verden Fell, Lady Lygeia und Lady Rowena? Ein übernatürliches Band, so viel wird bald deutlich, aber etwas Wahn mag auch dabei sein.

Lord Verden Fell kann seine erste Frau nicht vergessen

Price war aufgrund seines Alters gar nicht mal erste Wahl für Corman und dessen Drehbuchautor Robert Towne, aber weil American International Pictures als US-Verleih im Boot war und den Film mitfinanzierte, wurde der 53-jährige US-Star für die englische Produktion gecastet und mithilfe von Perücke und Make-up etwas verjüngt. Corman hatte sich wohl mehr als genug mit Edgar Allan Poe befasst, wollte zu neuen Ufern aufbrechen. Seine nächste Regiearbeit nach „Das Grab der Lygeia“ bestätigt diese Annahme: „Die wilden Engel“ (1966) mit Peter Fonda und Bruce Dern spielt im kalifornischen Rockermilieu, denkbar weit entfernt vom Gothic Horror Lygeias.

Roger Corman nimmt sich Freiheiten

Wer den Film mit der literarischen Vorlage vergleichen will, kann dies online sowohl anhand einer deutschen Übersetzung als auch mit dem englischsprachigen Originaltext erledigen. Wenig überraschend: Man wird Unterschiede feststellen. Corman nahm sich einige Freiheiten und fügte diverse Elemente hinzu, das tut bei Edgar Allan Poe auch bitter Not, der Regisseur hat es im gesamten Zyklus so gehandhabt. Wer will es ihm angesichts der brillanten Resultate verdenken?

Was meint Robert Zion zu Lygeia?

In seinem 2018 in Eigenregie veröffentlichten Buch „Roger Corman – Die Rebellion des Unmittelbaren“ schreibt der Publizist Robert Zion im Kapitel über „Das Grab der Lygeia“, kein Gegenstand, kein Handlungselement, kein Bild nehme nicht eine symbolische Bedeutung an. Buchstäblich alles verweise auf die Anwesenheit des Geistes Lygeias, alles sei Symbol, Verweis, Allegorie. Glücklicherweise lässt sich der Film genießen, ohne jedes Detail diesbezüglich zu analysieren, aber Zion belegt damit, welch kluger Filmemacher Roger Corman war und ist. Sein umfangreiches Buch über den Regisseur hat im Übrigen das Zeug zum Standardwerk. Die Lektüre des „Lygeia“-Kapitels empfiehlt sich nach Sichtung des Films, da Zion die Handlung bis zum Ende erzählt. Aber das gilt ja generell für solche analytischen Betrachtungen.

Mediabook mit zwei Covermotiven

Weshalb „Das Grab der Lygeia“ erst 1981 – mithin 17 Jahre nach der Premiere im Vereinigten Königreich – in die bundesdeutschen Kinos kam, entzieht sich meiner Kenntnis. Mit dem Mediabook von Koch Films in zwei Covervarianten hat Cormans Poe-Finale nun hierzulande eine angemessene Veröffentlichung erhalten. Für die Lektüre des Booklet-Texts von Nicolai Bühnemann gilt dasselbe wie für das Kapitel im Buch von Robert Zion: erst nach Sichtung des Films! Glücklicherweise gibt es in Deutschland keinen Mangel an fachkundigen Autoren. Mir kommt in Veröffentlichungen wie dieser kaum mal ein missratener Essay vor die Augen, und auch der von Bühnemann hält das gewohnte Niveau. Die Cover des Mediabooks gefallen mir beide, da wird manch ein Sammler doppelt zuschlagen oder bereits zugeschlagen haben. Am Bonusmaterial auf den Discs ist ebenfalls nichts auszusetzen, auch Bild- und Tonqualität haben einen nach oben gereckten Daumen verdient. Also spricht viel dafür, sich „Das Grab der Lygeia“ in die Sammlung zu stellen – ob ins Corman-Regal, ins Price-Regal oder schlicht ins Mediabook-Regal (auch wenn der eine oder andere Sammler dieses Formats die geringe Höhe der Koch-Editionen missbilligt). Gothic Horror in Reinkultur – schauderhaft gut.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roger Corman sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Vincent Price unter Schauspieler. Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Regiearbeiten haben wir auch in der Rubrik Filmreihen aufgelistet.

Lady Rowena erlebt Beängstigendes

Veröffentlichung: 6. Dezember 2018 als limitiertes 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD in zwei Covervarianten), 11. Oktober 2005 als DVD (unter dem Titel „Das Grab des Grauens“)

Länge: 82 Min. (Blu-ray), 79 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Tomb of Ligeia
GB 1964
Regie: Roger Corman
Drehbuch: Robert Towne, nach einer Erzählung von Edgar Allan Poe
Besetzung: Vincent Price, Elizabeth Shepherd, John Westbrook, Derek Francis, Oliver Johnston, Richard Vernon, Frank Thornton, Ronald Adam
Zusatzmaterial Mediabook: Audiokommentar, Trailer, Interviews, Bildergalerie, 20-seitiges Booklet mit Texten von Nicolai Bühnemann
Label/Vertrieb Mediabook: Koch Films
Label/Vertrieb DVD: MGM Home Entertainment

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2018 Koch Films

 

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