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Sechs schwarze Pferde – Drei ritten zusammen

Six Black Horses

Von Volker Schönenberger

Western // Einsam schleppt der Cowboy Ben Lane (Audie Murphy) seinen Sattel durch die mexikanische Wüste. Als sei es nicht genug, unberitten durch die Ödnis wanken zu müssen, wird er kurz darauf fälschlicherweise des Pferdediebstahls beschuldigt, nachdem er ein herumstreunendes Pferd gefangen hat. Mit dem Strick um den Hals wähnt er sich schon am Ende, doch dann rettet ihn der Revolverheld Frank Jesse (Dan Duryea). Die beiden gelangen nach Perdido, wo die attraktive Kelly (Joan O’Brien) das ungleiche Duo anheuert, sie zu ihrem Ehemann zu geleiten. Der lange Trip führt durch ein Gebiet feindlich gesinnter Indianer. Das Trio trifft auf seinem Weg zudem auf eine Bande Gesetzloser.

Ben Lane droht der Tod am Strick

Kriegsheld Audie Murphy gibt gewohnt überzeugend den aufrechten Westernhelden, der einer Frau zu Hilfe eilt. Dan Duryea allerdings stiehlt ihm als undurchsichtiger Revolverschwinger beinahe die Schau. Ein Kuriosum stellt der Collie dar, den Ben Lane zu sich nimmt und der sogar ein Packpferd reitet. Die knisternde Gemengelage einer Frau zwischen zwei Männern in feindseliger Umgebung vermag zu fesseln und birgt einige Überraschungen, die den ansonsten lediglich routiniert inszenierten Western etwas über den Durchschnitt heben. Sechs schwarze Pferde kommen allerdings nicht darin vor, der Filmtitel bezieht sich auf den Wunsch Frank Jesses, nach seinem Tod ein angemessenes Begräbnis inklusive eines von sechs schwarzen Pferden gezogenen Leichenwagens zu erhalten.

Die holde Kelly heuert …

Nach „Sieben Wege ins Verderben“ (1960) markiert „Sechs schwarze Pferde“ Audie Murphys zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Harry Keller („Quantez, die tote Stadt“). Drehbuchautor Burt Kennedy war ein ausgewiesener Westernspezialist, saß auch selbst auf dem Regiestuhl, unter anderem für „Der gnadenlose Rächer“ (1969) und die Parodie „Latigo“ (1971). Er schrieb auch das Skript zum Budd-Boetticher-Western „Auf eigene Faust“ mit Randolph Scott, den Koch Films gleichzeitig mit „Sechs schwarze Pferde“ in der „Edition Western Legenden“ veröffentlicht. Eine echte Westernlegende stellt Harry Kellers Regiearbeit nicht dar, sie ist sicher nicht zwingend ins Westernregal aufzunehmen, lässt sich insgesamt aber gut anschauen und sei Audie-Murphy-Sammlern ans Herz gelegt. Für Komplettisten der schönen Reihe mit den dünnen Mediabooks natürlich Pflichtprogramm, wenn auch nur als DVD und mangels HD-Master nicht als Blu-ray. Welche Audie-Murphy-Filme würdet Ihr gern in der „Edition Western Legenden“ entdecken?

… den Cowboy und den Revolverhelden …

Die „Edition Western Legenden“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Audie Murphy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… als Geleitschutz an

Veröffentlichung: 27. Juni 2019 als DVD

Länge: 77 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Six Black Horses
USA 1962
Regie: Harry Keller
Drehbuch: Burt Kennedy
Besetzung: Audie Murphy, Dan Duryea, Joan O’Brien, George Wallace, Roy Barcroft, Bob Steele, Henry Wills, Phil Chambers, Charlita, Dale Van Sickel
Zusatzmaterial: Trailer, Bildergalerie, Booklet
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Koch Films

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Auf eigene Faust – Highlight des „Ranown-Zyklus“

Ride Lonesome

Von Volker Schönenberger

Western // Ein Mann kommt in einer Felslandschaft durch eine schmale Schlucht geritten, sitzt dann ab. Ein anderer sitzt an diesem sonnigen Morgen beim Kaffee am Lagerfeuer und erwartet seinen Häscher bereits. Kopfgeldjäger Ben Brigade (Randolph Scott) stößt zu Billy John (James Best), der in den Straßen von Santa Cruz einen Mann von hinten erschossen hat. Kurz frohlockt der Mörder, weil seine Leute Brigade im Visier haben, aber der Kopfgeldjäger lässt sich nicht beirren, und schließlich schickt Billy seine Spießgesellen fort, gibt ihnen mit lauten Rufen noch mit auf den Weg, sie sollen seinem Bruder Frank (Lee Van Cleef) Bescheid sagen, um ihn zu retten.

Wehrhaft: Carrie Lane

Mit dieser Szene inklusive eines ruhigen, aber scharfen Wortgefechts zwischen den beiden Gegenspielern startet „Auf eigene Faust“, und in den kurzen 73 Minuten wird es nicht der einzige knackige Dialog bleiben. Auf dem Weg nach Santa Cruz treffen Brigade und sein Gefangener an einer Postkutschenstation die Ganoven Boone (Pernell Roberts, der Adam Cartwright aus „Bonanza“) und Whit (James Coburn in seinem Kinodebüt). Die beiden verfolgen ihre eigenen Absichten mit Billy John. Weil Mescalero-Apachen die Gegend unsicher machen, schließt sich auch Carrie Lane (Karen Steele), die Frau des abwesenden Stationsleiters, den vier Männern an. Bald sind ihnen nicht nur die Indianer auf den Fersen, sondern auch Billys Bruder Frank und seine Kumpane. Dennoch erhöht Ben Brigade keineswegs das Tempo …

Budd Boetticher und Randolph Scott

„Auf eigene Faust“ markiert den fünften Western der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Regisseur Budd Boetticher und Hauptdarsteller Randolph Scott, über die auch mein geschätzter Autor Dirk Ottelübbert in seiner Rezension des 1957 entstandenen „Um Kopf und Kragen“ ein paar Worte verloren hat. Sieben gemeinsame Western entstanden von 1956 bis 1960, Höhepunkte und Essenz ihrer beider Karrieren nennt Dirk das in seinem Text. Mit formidabler Besetzung und einer auf das Quintett aus vier Männern und einer Frau verdichteten Handlung spinnt sich dank intelligenter Wendungen und Offenbarungen ein feiner Spannungsbogen bis zum kurzen, aber umso intensiveren Showdown. Budd Boetticher liegt nichts an überbordender Action, er gibt seinen Figuren Raum zur Entfaltung, nimmt auch die vermeintlich wenig bedeutsamen Ganoven Boone und Whit ernst.

Frank schwant Böses

Das mag auch am uneitlen Hauptdarsteller Randolph Scott liegen, der keine Probleme damit hatte, seinen Mitspielern Raum zu geben. Der 1898 Geborene hatte im Lauf der Jahre seine Gagen klug angelegt, war ein schwerreicher Mann und ahnte, dass sich seine Karriere langsam dem Ende zuneigte. Und so bekommen auch Pernell Roberts und der noch völlig unbekannte James Coburn ihre Szenen. Lediglich Karen Steeles Part wirkt etwas unterrepräsentiert, prägnante Frauenrollen waren im Western der 1950er-Jahre leider rar gesät. Carrie Lane ist schon mehr als Staffage, aber das wäre ausbaufähig gewesen.

Grandioser Karriereausklang

Obwohl ebenfalls eine Boetticher-Scott-Kooperation, wird der etwas später im selben Jahr entstandene „Messer an der Kehle“ gemeinhin nicht zum berühmten „Ranown-Zyklus“ gezählt, der nach der von Randolph Scott und Harry Joe Brown geführten Produktionsfirma benannt ist. Daher gilt „Auf eigene Faust“ als vorletzter Teil des Zyklus und gehört auch zu dessen Höhepunkten. Bei „Telepolis“ (Heise Online) finden sich mit „Ride Lonesome“ und „Budd Boetticher und die Ranown-Western“ zwei 2010 veröffentlichte, lange und überaus lesenswerte Texte darüber, auch wenn ich nicht allen Interpretationen des Autoren folgen kann. Randolph Scott ließ dem „Ranown-Zyklus“ nur noch einen Film folgen: Sam Peckinpahs „Sacramento“ („Ride the High Country“, 1962). Viel besser als mit diesen acht Filmen kann man seine Laufbahn nicht beenden.

Doch er will seinen Bruder nicht im Stich lassen

Das Zusatzmaterial dieses 59. Teils der „Edition Western Legenden“ von Koch Films hat es in sich: Eine knapp dreiviertelstündige Doku „Budd Boetticher und seine Western“, in der der Regisseur ausführlich selbst zu Wort kommt. Überaus aufschlussreich sind auch die mehrminütigen Beiträge von Martin Scorsee und John Sayles, die sich kenntnisreich über „Auf eigene Faust“ äußern. Das Booklet des für die Reihe typischen schmalen Mediabooks lag mir leider nicht vor, weshalb ich über dessen Inhalt und Qualität nichts anmerken kann, es dürfte das Niveau der Booklets der bisherigen Veröffentlichungen halten. „Auf eigene Faust“ jedenfalls schürt als unmittelbarer Nachfolger von „Um Kopf und Kragen“ in der Reihe die Hoffnung, dass Koch Films der „Edition Western Legenden“ weitere „Ranown-Zyklus“-Western einverleiben wird. Welche Randolph-Scott-Filme würdet Ihr gern in der Reihe entdecken?

Die „Edition Western Legenden“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Budd Boetticher sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Lee Van Cleef und Randolph Scott unter Schauspieler.

Showdown am Galgenbaum

Veröffentlichung: 27. Juni 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 73 Min. (Blu-ray), 70 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Ride Lonesome
USA 1959
Regie: Budd Boetticher
Drehbuch: Burt Kennedy
Besetzung: Randolph Scott, Karen Steele, Pernell Roberts, James Best, Lee Van Cleef, James Coburn
Zusatzmaterial: Audiokommentar des Filmhistorikers Jeremy Arnold, Dokumentation „Budd Boetticher und seine Western“ (43:37), Martin Scorsese über „Auf eigene Faust“ (5:25), John Sayles über „Auf eigene Faust“ (2:23), Trailer, Bildergalerie, Booklet
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Koch Films

 

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Gewinnspiel: 5 x Als Jim Dolan kam auf Blu-ray

Verlosung

„Als Jim Dolan kam“ zeigt Dean Martin in einer seltenen Rolle als Schurke – als Ex-Sheriff terrorisiert er die Kleinstadt Jericho. Ein anderer ehemaliger Gesetzeshüter (George Peppard) stellt sich ihm nach einigem Zögern entgegen – der titelgebende Jim Dolan. Koch Films hat den Western von 1967 jüngst erstmals auf Blu-ray veröffentlicht und uns fünf Exemplare zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Lucas Grönings Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 16. Juni 2019, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung nicht von Minderjährigen entgegengenommen werden kann. Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Doreen,
– Frank Hillemann,
– Andreas Michaelis,
– PrettyinPink,
– renesnerdcave.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Eine als Gewinnerin gezogene Teilnahmerin wurde gestrichen. Als nachrückenden Gewinner habe ich Kevin Aßmann ausgelost. Herzlichen Glückwunsch! Auch du wirst benachrichtigt.

Die Rezension von „Als Jim Dolan kam“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

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