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Gewinnspiel: 2 x Tag der Gesetzlosen auf Blu-ray

Verlosung

Einen überaus sehenswerten, im Schnee Wyomings angesiedelten Western brachte Regisseur Andrè de Toth 1959 in die Kinos. explosive media hat den Film kürzlich erstmals als Blu-ray und in Neuauflage als DVD veröffentlicht. Der Vertrieb Koch Films hat uns davon zwei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 29. März 2020, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rezension von „Tag der Gesetzlosen“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

 

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Nordwest-Passage – Bis zum Horizont und weiter

Northwest Passage (Book I – Rogers’ Rangers)

Von Ansgar Skulme

Western // Nachdem er einige obrigkeitskritische Äußerungen gemacht hat, muss Langdon Towne (Robert Young) seine Heimatstadt Portsmouth an der amerikanischen Ostküste, nahe der kanadischen Grenze, Hals über Kopf verlassen. In Begleitung seines Freundes „Hunk“ Marriner (Walter Brennan) stößt er auf Major Robert Rogers (Spencer Tracy). Sie helfen Rogers dabei, einen indianischen Scout wieder auf die Beine zu bekommen, doch ehe sie sich versehen, gehören sie schon selbst zu den „Rangers“, die Rogers um sich geschart hat, um gefährliche Missionen in der noch zu erschließenden Wildnis zu bestehen. Mitten im Siebenjährigen Krieg sind Wege in die Weiten des Westens 1759 noch weitestgehend unbekanntes Terrain, zunächst die Sicherung des Lebensraums im Osten das Thema und feindliche Franzosen der zu besiegende Gegner. Um die Eroberung des Kontinents erfolgreich zu gestalten, müssen jedoch vor allem die zahlreichen Indianer-Völker entweder zu Verbündeten gemacht oder unterworfen werden. Landnehmende Pionierarbeit in unwegsamem Gelände und gegen alle kriegerischen Widerstände ist das Kerngeschäft von Major Rogers; das gemeinsame Bestehen gefährlicher Abenteuer ein Anreiz für viele, dabei mitzumachen.

Bei der Berlinale 2020 wurde Hollywood-Regielegende King Vidor die Retrospektive gewidmet. Andere Festivals und Filmmuseen mit hauseigenen Kinos wollten das Thema in den nächsten Monaten aufgreifen. Der vielseitige Regisseur, dessen Portfolio eine große Spannbreite an Genres aufweist, beeindruckt vor allem mit einer bis in kleine Rollen sehr guten Schauspielerführung. Man hat immer wieder das Gefühl, dass Vidor Schauspielern ihr Bestes abzugewinnen vermochte und unbedingten Wert darauf legte, dabei niemanden im Team außen vor zu lassen. Ein Film, der wie „Nordwest-Passage“ einen großen Einsatztrupp mit vielen Menschen bei der Erfüllung einer Mission bis hin zur völligen Erschöpfung zeigt, ist dafür natürlich wie geschaffen. Kaum eine Produktion des klassischen Hollywoods zeigt die mit solch einer Expedition verbundenen Strapazen so gut nachfühlbar und spürbar wie „Nordwest-Passage“. Vidor, der schon im Stummfilm maßgebliche Werke hinterlassen hat, ist aus heutiger Sicht auch, wenn nicht gar im Besonderen, für seine bildgewaltigen Farbfilm-Errungenschaften in Technicolor berühmt – beispielsweise „Duell in der Sonne“. Allerdings erschloss er sich dieses Feld erst ab den 40er-Jahren, wobei dem von Juli bis September 1939 gedrehten „Nordwest-Passage“ hier die richtungsweisende Erstlingsrolle zukommt.

Eine malerische Wucht

Seine einzige Oscar-Nominierung errang „Nordwest-Passage“ bezeichnenderweise für die Farbkameraarbeit, hatte mit „Der Dieb von Bagdad“ allerdings herausragende Konkurrenz, gegen die nur schwer anzukommen war. Ebenfalls in dieser Kategorie nominiert: Cecil B. DeMilles „Die scharlachroten Reiter“ – ein Film, der wie auch DeMilles nächstes Western-Abenteuer „Die Unbesiegten“ (1947) zu den Genre-Beiträgen gehört, die Vidors „Nordwest-Passage“ hinsichtlich ihres Flairs am ähnlichsten sind. Zwei klare Empfehlungen, wenn man nach der Sichtung von „Nordwest-Passage“ das Gefühl hat, „mehr davon“ sehen zu wollen, obwohl nicht alle drei Filme im selben Zeitfenster spielen. Wobei auch wieder zu betonen ist, dass man den Begriff „Western“ hierbei nicht zu eng sehen darf, da der Western im Verständnis des US-Amerikaners in erster Linie einmal die Filme betrifft, die auch wirklich im Wilden Westen Amerikas spielen, also nicht in Kanada oder zu Zeiten des mittleren 18. Jahrhunderts, als es in den späteren Vereinigten Staaten von Amerika noch gar nicht so weit war, überhaupt wirklich in den Westen vorstoßen zu können. Dennoch beschreibt der Genre-Begriff „Western“ die Kernkompetenzen derartiger Filme aber besser, als es mit dem sehr allgemein gehaltenen Begriff „Abenteuerfilm“ der Fall wäre. Zu einem nicht unwesentlichen Teil ist dies sicherlich schlichtweg der maßgeblichen Beteiligung von Indianern am Handlungsgeschehen geschuldet.

Als Stärke von „Nordwest-Passage“ sollten des Weiteren die für die damalige Zeit teils durchaus beeindruckenden Kamerabewegungen und -fahrten, insbesondere in den Actionszenen, hervorgehoben werden. Der Film enthält zudem sogar eine Einstellung, die an heutige Ego-Shooter-Spiele erinnert – das ist für eine Veröffentlichung von 1940 bemerkenswert, war aber noch nicht einmal die erste dieser Art in Vidors Filmografie. Ferner entwickelt „Nordwest-Passage“ enorme Schauwerte durch das Drehen in der freien Natur. Dieser Film strahlt eine Naturgewalt aus, die von den Farben und der Beweglichkeit der Kameraarbeit zwar veredelt wird, aber auch für sich stehend schon beeindruckend ist; dabei werden auch Wetterveränderungen in eindrucksvollen Bildern dokumentiert. Die wuchtige Gesamterscheinung wird durch eine Vielzahl an agilen Statisten in den Kampfpassagen komplettiert. Als riskanteste Szene gilt allerdings die Durchquerung reißender Stromschnellen, für die sehr viele ortsansässige, mit der Gegend vertraute Menschen als Mitwirkende engagiert wurden, die die Rangers wohl zum Teil gewissermaßen doubelten, während man mit den Stars schließlich auch Passagen im heimischen Studio ergänzend zur Szene drehte, da sich das Drehen vor Ort als zu gefährlich herausstellte. Die Einheimischen wurden nach dem eiskalten Dreh in beheizten Zelten mit Whiskey wieder aufgewärmt. Dennoch mussten aber auch die Hauptdarsteller soweit wie möglich an ihre Grenzen gehen. Es hält sich das Gerücht, die Realisierung dieser Szene sei die bis dato größte körperliche Herausforderung für Spencer Tracy an einem Filmset gewesen.

Hervorgehoben werden sollte außerdem die Musik von Herbert Stothart, der damals gerade die Musik zu „Der Zauberer von Oz“ (1939) fertiggestellt hatte, für die er schließlich einen Oscar gewann. Stotharts Klänge nehmen die Gefühle von Aufbruchstimmung, Abenteuerlust, von der Faszination der Entdeckung des mysteriösen, sagenumwobenen Unbekannten, von emotionaler Zermürbung bis hin zu erlösender Erleichterung wunderbar mit, und sind zudem, in spannender Art und Weise, teils ungewöhnlich instrumentiert. Dass Herbert Stothart von 1939 bis 1946 durchgängig jedes Jahr für den Oscar nominiert war – 1939 und 1944 sogar jeweils gleichzeitig für zwei verschiedene Filme –, kommt nicht von ungefähr. Seiner Arbeit an „Nordwest-Passage“ wurde diese Ehre allerdings nicht zuteil.

Das Ergebnis, das entsteht, während man andere Pläne schmiedet

King Vidor war nicht der einzige Regisseur, der an „Nordwest-Passage“ arbeitete. Zunächst sollte es ein Projekt für W. S. Van Dyke werden, der sich insbesondere durch den als Hollywood-Produktion zu weiten Teilen in Afrika realisierten Abenteuerfilm „Trader Horn“ (1931) – als solches eine bahnbrechend aufwendige Pionierarbeit im Tonfilm – bereits hinreichend als geeignet für teure Produktionen in freier Wildbahn empfohlen hatte. Van Dyke hielt schon 1938 Ausschau für geeignete Landschaften, unter seiner Ägide wurden auch etliche Hintergrundaufnahmen fertiggestellt, die man ergänzend nutzen konnte – und die wahrscheinlich auch für Rückprojektionen genutzt worden sind. Er musste das Projekt aber schließlich aus terminlichen Gründen verlassen. King Vidor übernahm, aber auch Jack Conway war mit ergänzenden Szenen beauftragt, der unter anderem federführender Regisseur des Pancho-Villa-Films „Schrei der Gehetzten“ (1934) gewesen war. Hinzu kommen einige Second-Unit-Regisseure bzw. Regie-Assistenten. Die Zahl der Autoren, die damit befasst waren, den Roman von Kenneth Roberts in ein Drehbuch umzumünzen, fiel sogar noch deutlich höher aus. Letztlich wurden zwei von ihnen in den Credits genannt – vermutlich die, die am finalen Ergebnis den größten Anteil hatten.

All die bisher im Text benannten Faktoren erklären dann wohl auch recht deutlich, warum „Nordwest-Passage“ der bis dahin angeblich teuerste MGM-Tonfilm war, selbst obwohl er innerhalb der USA gedreht worden ist. Die entstandenen Kosten dürften einer der wesentlichen Gründe sein, warum es entgegen King Vidors ursprünglichem Wunsch nicht zu einer Verfilmung der zweiten Hälfte des Romans kam. Die Zweiteilung der Verfilmung hatte neben Längenaspekten vor allem den Grund, dass die erste Hälfte Major Rogers als Helden zu verkaufen vermochte und in sich geschlossen daher im vorliegenden Film gut erzählt werden konnte, wohingegen Rogers in der Folge an den Herausforderungen zerbricht. Demnach hätte Rogers im zweiten Film dann wohl sein dunkles Gesicht gezeigt und zunehmend Gräueltaten angerichtet. Dieses Gesamtbild dürfte sich letztlich auch recht gut mit der historischen Wahrheit decken, da es Robert Rogers wirklich gab.

Als problematisch gestaltete sich die Realisierung einer Fortsetzung auch insofern, als Spencer Tracy wohl bereits nach dem ersten Teil kein Interesse mehr daran hatte, noch einmal mit King Vidor zusammenzuarbeiten, King Vidor allerdings die treibende Kraft hinter den Plänen um das Sequel war. Schon Tracys Start in das Projekt war schwierig. Er beklagte sich bereits am ersten Tag über die mäßige Qualität des Essens, das der Film-Crew an den abgelegenen Drehorten unter freiem Himmel geboten wurde, und weigerte sich daraufhin, mit der Arbeit zu beginnen. Der verantwortliche „Unit Manager“ wurde deshalb innerhalb eines Tages ausgetauscht. Ein solcher Vorfall dürfte von vornherein Spuren zwischen Regisseur und Hauptdarsteller hinterlassen haben. Möglich allerdings, dass Tracy während der Dreharbeiten auch etwas unter dem Eindruck seiner Anreise Richtung Idaho stand, auf der dem Privatflugzeug, mit dem er unterwegs war, der Treibstoff ausgegangen war – was eine Notlandung in einem Canyon zur Folge hatte. Zwecks Weiterflugs erfolgte eine Notbetankung auf einer abgelegenen Ranch in dem Canyon, die spontan als Landeplatz hatte herhalten müssen. Letztlich scheiterte der Dreh einer Fortsetzung wohl schlichtweg daran, dass sich MGM weigerte, grünes Licht zu geben beziehungsweise die finanzielle Verantwortung zu übernehmen. Anderenfalls wäre der Film vermutlich auch ohne Vidor oder ohne Tracy gemacht worden.

Die Geschichte vor der Geschichte

Die Tatsache, dass der zweite Teil letztlich nicht gedreht wurde, hat das Kuriosum zur Folge, dass der Titel „Nordwest-Passage“ eigentlich irreführend ist, da es in der gezeigten Handlung noch gar nicht um das Erschließen der Nordwest-Passage geht, sondern hauptsächlich um eine als St. Francis Raid in die Geschichte eingegangene Attacke auf die Franzosen und den Stamm der Abenaki als Herzstück einer richtungsweisenden Mission, die dem Aufbruch Richtung Nordwest-Passage vorausgeht und Rogers vorab zu Ruhm und Ehre verhilft. Im Grunde schildern die Geschehnisse in „Nordwest-Passage“ also nur die Begebenheiten, aufgrund derer Rogers schließlich das Vertrauen ausgesprochen bekommt, sich mit seinen Männern auf die Mission „Nordwest-Passage“ begeben zu dürfen. Mag man den Film stellenweise als recht pathetisch und patriotisch erachten, scheint er sich bei der Schilderung der Attacke auf die Abenaki aber doch recht nah an der historischen Wahrheit zu orientieren. Am Ende der Handlung kommt es allerdings zu einer amüsanten Abänderung. Wer diesbezüglich auf einen kurzen Spoiler verzichten will, liest nun bitte ab der nächsten Zwischenüberschrift weiter.

In der historischen Wahrheit zur Geschichte erreichten die verbliebenen Rangers das rettende Fort, in dem sie Verpflegung und Erholung zu finden hofften, nicht vor, sondern nach den Truppen, die sie dort mit allem Nötigen erwarten sollten. Allerdings fanden sie das Fort ebenfalls verlassen, denn die wartenden Soldaten hatten sich zurückgezogen, da sie die ankommenden Rangers für französische Truppen hielten. Rogers verfolgte die Flüchtigen daraufhin mit ein paar Männern und holte sie ein. Im Zuge dessen wurde der Proviant binnen zehn Tagen zurück in das Fort, den noch dort wartenden Rangers, gebracht. Der Verantwortliche wurde wegen Feigheit vor dem Feind vor Gericht gestellt und von den Rangers ausgeschlossen. Denn selbst wenn es wirklich Franzosen gewesen wären, hätte schließlich die Option bestanden zu kämpfen – möglicherweise aber zu Lasten der Verpflegung, die auf der Flucht zweifelsohne besser in Sicherheit gebracht werden konnte. Ob er dieses Argument nun vorbrachte oder nicht – die entehrende Niederlage bei Gericht musste er hinnehmen.

Nun macht aber mal einen Punkt

Es scheint, mit dem Blick auf die heutige Zeit sowie dem Rückblick auf die damalige, beinahe unvermeidlich, dass „Nordwest-Passage“ mittlerweile auch den einen oder anderen Vorwurf bezüglich einer angeblich rassistischen Darstellung der Indianer hat einstecken müssen. Gerade bei diesem Film ist es allerdings wichtig, klar differenzierend das Wort zu ergreifen. Denn derartige Vorwürfe vermögen zuweilen genauso oberflächlich zu sein wie die angeblichen Tatsachen, die sie zu kritisieren vorgeben. Mögen solche Kritiken und Anschuldigungen ja sicher edlen Motiven folgen und auch oft in Teilen ihre Richtigkeit haben, halte ich die im vorliegenden Fall damit einhergehende Ignoranz für ausgesprochen ärgerlich, wenn nicht sogar gefährlich. Wie oberflächlich ist es bitte, ausgerechnet King Vidor, der 1929 als seinen ersten Tonfilm ein Projekt ausgewählt hatte, das vollständig mit afro-amerikanischen Darstellern auf die Beine gestellt wurde, und für diesen Verdienst unter anderem vom damaligen Hauptdarsteller Daniel L. Haynes in den höchsten Tönen gepriesen wurde, durch derartige Vorwürfe an seinen Film „Nordwest-Passage“ in den Kontext rassistischen Gedankengutes zu rücken? Ausgerechnet Vidor, der sogar anbot diesen für die afro-amerikanische Gemeinschaft im Film so wichtigen und wegbereitenden Meilenstein, „Hallelujah“, ohne Gage zu realisieren, nur damit er ihn in der ersehnten Form mit der gewünschten Besetzung machen durfte, da er im brandneuen Tonfilm endlich alle notwendigen Voraussetzungen gegeben sah.

Der besagte Film war darüber hinaus im Jahr 1929 einer der beiden frühesten Hollywood-Filme, die überhaupt mit einer durch die Bank aus Afro-Amerikanern rekrutierten Besetzung realisiert wurden. King Vidor war ein Pionier bei der Durchbrechung rassistischer Tendenzen und Überzeugungen im klassischen Hollywood – das genaue Gegenteil eines Rassisten oder tatenlosen Zusehers. Ihm oder einem seiner Filme Rassismus zu unterstellen, nur weil er beispielsweise bei der Inszenierung von „Nordwest-Passage“ einigen im damaligen Hollywood-Genrefilm gängigen Stereotypen folgte, ist eine ernst zu nehmende Albernheit sogenannter politischer Korrektheit, die diesem Sektor beileibe mehr schadet als nützt. Sogar in Bezug auf sein Herzensprojekt „Hallelujah“ ist tatsächlich gelegentlich einmal von rassistischen Stereotypen die Rede. Wenn man den Film allerdings anschaut und etwas Ahnung vom damaligen Hollywood hat, wird man schnell erkennen, dass die gezeigten Stereotype sich genauso auch in Filmen mit hellhäutigen Schauspielern finden.

Auch die Tatsache, ein Gemetzel an Indianern, das historisch nun einmal so stattgefunden hat, als solches zu zeigen, hat mit Rassismus selbstredend nicht das Geringste zu tun. Ebenso wenig ist es Rassismus, wenn Figuren im Film, die den Indianern gegenüber negativ eingestellt sind – und zudem einer historischen Vorlage folgen –, Worte wie „Rothäute“ verwenden. Und dass diese Figuren von ihrem Umfeld glorifiziert werden, entspricht der Würdigung, die ihrem Ansehen Mitte des 18. Jahrhunderts nahekommt, kann also auch keine angeblich rassistische Eigenschaft des Films sein. Egal, in welche Richtung auch immer man schaut – dass die Macher des Films hier irgendwelche rassistischen Tendenzen aus sich selbst heraus erschaffen haben sollen, die nicht hätten sein müssen, ist ganz dünnes Eis. All das dann auch noch im Kontext der Tatsache, dass Spencer Tracys letzter Film „Rat mal, wer zum Essen kommt“ (1967) ein berühmtes Plädoyer gegen Rassismus ist und dieser sich in „Nordwest-Passage“ als Mann der klaren Worte, der er war, mit Sicherheit nicht zum Spielball eines Konglomerats mit unnötig rassistischen Untertönen gemacht hätte, sondern zweifelsohne lieber von einem Tag auf den anderen das Set verlassen hätte, statt sich zum Instrument von irgendwem zu machen. Da tut es einem, bei allem Respekt, in der Filmhistoriker-Seele weh, dann derartig grobschlächtige Urteile lesen zu müssen. Es ist bei Licht betrachtet wirklich ziemlich beschämend, kurzsichtig und hanebüchen oberflächlich, ausgerechnet in Zusammenhang mit King Vidor und Spencer Tracy, noch dazu im Zusammenhang mit der Aufarbeitung einer historischen Begebenheit, das Wort Rassismus in den Mund zu nehmen. Rassismus ist oberflächlich – und wenn es eines gibt, womit man oberflächliches Brandstiften niemals bekämpfen wird, dann ist es oberflächliches, reflexartiges Draufhauen.

Hätte man das Gemetzel entschärft und die Wortwahl beschönigt, wäre es allerdings angemessen, dass man dem Film Relativierung oder Verharmlosung hätte vorwerfen können. Und anscheinend ist es genau das, was sich die Kritiker hier erhoffen – eine Relativierung mit dem Ziel, dass möglichst jeder rassistisch geprägte Kontext in der filmischen Adaption eines historischen Vorgangs, der allerdings selbstverständlich schlichtweg rassistisch geprägt war, annulliert wird. Womöglich soll das sogar am besten im gesamten Western-Genre, immer wenn irgendwo Indianer auftauchen, gelten? Als ob ein Film, wenn er Gräueltaten zeigt oder Beleidigungen beinhaltet, sich diese immer sofort als eigene Überzeugung aneignen und automatisch als solche vermitteln würde. Natürlich ist das völlig abwegig – und das sollte eigentlich ganz selbstverständlich sein. So funktioniert Anti-Rassismus nicht, sondern mit derartigem Gezeter gibt man sich lediglich der Lächerlichkeit preis. Klar ist eines: Der Sinn von Rassismus-Bekämpfung sollte am allerwenigsten Geschichtsvergessenheit, Relativierung oder Verharmlosung sein. „Nordwest-Passage“ im Kontext anderer Western als negativ hinsichtlich seines Umgangs mit Indianern hervorheben zu wollen, zeugt von Unkenntnis der US-Historie, der Vita von King Vidor und Spencer Tracy sowie – was mit Blick auf Filmkritiker eigentlich fast der schlimmste beziehungsweise peinlichste all dieser Aspekte ist – Unkenntnis der tatsächlich erschreckend selten hinreichend differenziert aufgezeigten Diversität des gesamten Korpus des klassischen Hollywood-Tonfilmwesterns der 30er- bis 50er-Jahre.

Der Film, die Serie, die Legende

Glücklicherweise zählt „Nordwest-Passage“ zu der überschaubaren Anzahl an US-Filmen der 30er und 40er, die bereits mitten in den 50ern für eine Auswertung in Deutschland wiederentdeckt worden sind. Der Synchronfassung von 1954 gelingt es daher noch, die Illusion zu erzeugen, dass sie zur Entstehungszeit des Films entstanden hätte sein können. Filme aus der Frühzeit des Hollywood-Tonfilms, die erst in den 70ern oder 80ern oder gar noch später neu oder erstmals synchronisiert wurden, schaffen diese Illusion in diesen deutschen Fassungen nicht. Zudem ermöglichte die frühzeitige Wiederentdeckung dieses Films eben auch einen Kinostart und nicht nur eine Wiederentdeckung im Fernsehen, wie es in den folgenden Jahrzehnten hierzulande dann der Regelfall für viele andere Filme wurde. Paul Klinger, der Spencer Tracy auch schon 1950 in der Synchronfassung von „Fesseln der Liebe“ (1947) gesprochen hatte, erweist sich als sehr interessante Idee für Tracy, die aber mit Klingers Stimme Mitte der 50er-Jahre nur deswegen noch vollauf funktioniert, weil Tracy zum Zeitpunkt des Drehs deutlich jünger aussah als zu dem Zeitpunkt, als der Film synchronisiert wurde. Eine Besetzung, die somit gewissermaßen dazu verdammt war, weitestgehend eine Eintagsfliege zu bleiben, da sie nur für eine gewisse Zeit und lediglich für verspätet nachgeschobene Synchronfassungen früherer Filme in Frage kam. Der heute immer noch aktive und nunmehr seit 70 Jahren als Synchronschauspieler tätige Eckart Dux ist für Robert Young zu hören, und wird auch diesem vollauf gerecht. Daneben finden sich viele weitere höchst charismatische Besetzungen, wie etwa Alfred Balthoff für Walter Brennan, Franz Nicklisch für Donald MacBride (als Sergeant McNott, die rechte Hand von Major Rogers), Walter Werner für Hugh Sothern (als weißhaariger Ranger Jesse Beacham), Hans Wiegner in einer Doppelrolle als Stimme von Robert Barrat (Langdon Townes Vater) und Addison Richards (als verrückt werdender Ranger Crofton), Herbert Weißbach für Andrew Pena (als Konkapot), Siegfried Schürenberg für Lumsden Hare (als General Amherst), Harry Wüstenhagen für Douglas Walton (als auffällig junger Ranger Avery), Clemens Hasse für John Merton (als Lieutenant Dunbar), Klaus Miedel für Truman Bradley (als Captain Ogden) und Stanislav Ledinek für Edward Gargan (als Captain Butterfield). Auch die eher für ihre Arbeiten vor der Kamera bekannten Günter Pfitzmann und Martin Held sind in kleinen Rollen mit von der Partie. Fritz Tillmann für Regis Toomey in der Rolle des Webster wirkt gar ein wenig, als sei er aufgrund seiner eigenen optischen Ähnlichkeit mit der Rolle besetzt worden. Man ist geneigt, dieser Synchronfassung das Prädikat „stilbildend“ zu verleihen, da sie sehr vielen Sprechern Gelegenheit gibt, sich in für sie typischen Rollenprofilen zu zeigen. Zweifelsohne eine besonders atmosphärische Errungenschaft der Synchronisationsarbeit der 50er-Jahre in Deutschland. Wenn man beginnen will, sich mit klassischen Synchronfassungen zu beschäftigen und prägnante Stimmen zu erkennen sowie zuzuordnen, ist „Nordwest-Passage“ ganz klar einer der Filme, mit denen es sich ergiebig starten lässt.

1958 wurde „Northwest Passage“ als TV-Serie neu aufgelegt, von der 26 Episoden zu 25 Minuten produziert wurden. Keith Larsen, der leider nur selten Gelegenheit bekam, sich auch im Kino als Hauptdarsteller zu beweisen, schlüpfte in die Rolle eines etwas verjüngten Major Rogers (das historische Vorbild war Mitte/Ende der 1750er-Jahre sogar noch jünger), Buddy Ebsen – der bereits in einer ähnlichen Rolle bei Disney als treuer Freund von Davy Crockett (Fess Parker) zu sehen gewesen war – knüpfte an Walter Brennans Rolle im Film an. Von der Serie wurden damals recht bald auch drei Kompilationen in Spielfilmlänge erstellt, die jeweils drei Episoden enthielten. Diese gelangten – im Gegensatz zur Serienversion – auch nach Deutschland und wurden seinerzeit für eine Kinoauswertung synchronisiert, allerdings mit wechselnden Stimmen bei den Hauptrollen. Bemerkenswerterweise hatte hierbei wieder MGM seine Finger im Spiel – wie auch schon bei der Filmversion von 1940. Man sollte diese Serie daher nicht als allzu lapidar oder nach dem Motto „Hat mit dem Film nichts zu tun!“ beiseite wischen. Auch die Tatsache, dass sie vollständig in Farbe gedreht wurde, war selbst für Western-Serien Stand 1958 keine Selbstverständlichkeit.

Eine Veröffentlichung des Films von 1940 sowie der vollständigen Serie von 1958/1959, inklusive aller Spielfilm-Kompilationen, wäre eine schöne Errungenschaft für den deutschen DVD-Markt, mit der man eine ganze Box füllen könnte. Auf Blu-ray ist der Film von King Vidor bisher offenbar allerdings noch nicht einmal in den USA erschienen. Etwas fraglich erscheint auch, wieviel das bisher aufbereitete Filmmaterial an Qualität aufweist und eventuell noch herzugeben vermag, denn auch mit Blick darauf, was man so an Meinungen über die Veröffentlichungen anderer Länder mitbekommt, scheint hinsichtlich Bildqualität noch einiges an Luft nach oben zu sein. Sicherlich aber kein Problem, was sich nicht lösen ließe.

Mag die Sachlage bezüglich des Hauptfilms und einer qualitativ hochwertigen Veröffentlichung zumindest etwas kompliziert sein, überrascht dafür ein anderer Aspekt positiv, der nicht als alltäglich gelten kann: Für einen Grundbestand an Bonusmaterial wurde schon damals gesorgt. Am Rande der Dreharbeiten entstand zu Werbezwecken die zehnminütige Behind-the-Scenes-Dokumentation „Northward, Ho!“, unter der Regie von Harry Loud. Filmhistorisch wertvoller Stoff – nicht nur mit Blick auf die herausfordernden Außenaufnahmen, während denen das Featurette entstand.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von King Vidor haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Spencer Tracy unter Schauspieler.

Veröffentlichung (USA): 13. Dezember 2011 als DVD

Länge: 126 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Northwest Passage (Book I – Rogers’ Rangers)
USA 1940
Regie: King Vidor u. a.
Drehbuch: Laurence Stallings, Talbot Jennings u. v. m., nach einem Roman von Kenneth Roberts
Besetzung: Spencer Tracy, Robert Young, Walter Brennan, Donald MacBride, Hugh Sothern, Addison Richards, Lumsden Hare, Ruth Hussey, Isabel Jewell, Robert Barrat
Verleih: Metro-Goldwyn-Mayer / Warner Bros.

Copyright 2020 by Ansgar Skulme
Filmplakat: Fair Use

 

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Tag der Gesetzlosen – Tod im Schnee Wyomings

Day of the Outlaw

Von Volker Schönenberger

Western // Western im Schnee – da sticht als Referenz natürlich sogleich Sergio Corbuccis bahnbrechende Regiearbeit „Leichen pflastern seinen Weg“ (1968) mit Klaus Kinski und Jean-Louis Trintignant hervor. Aus jüngerem Datum fallen einem zügig Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ und „The Revenant – Der Rückkehrer“ (beide 2015) von Alejandro González Iñárritu ein, wobei erstgenannter Film fast ausschließlich in einer Hütte spielt. Einen ebenfalls reizvollen Beitrag zum Schnee-Western lieferte André De Toth („Zwischen zwei Feuern“) 1959 mit „Tag der Gesetzlosen“ ab, Originaltitel: „Day of the Outlaw“. Die vorzüglichen Schwarz-Weiß-Bilder dafür lieferte ihm Kameramann Russell Harlan („Hatari“, „Wer die Nachtigall stört“).

Wird Captain Bruhn die Operation überstehen?

Schon mit dem ersten Bild erschließt sich die ganze Faszination der verschneiten Motivlage: Zwei dick eingepackte Männer lassen ihre Pferde mühsam durch den tiefen Schnee stapfen. Die kleine Siedlung Bitters im winterlichen Wyoming steht vor einer Zerreißprobe: Der Farmer Hal Crane (Alan Marshal) hat Stacheldraht besorgt, um sein Weideland einzuzäunen und auf diese Weise vor den Rindern des Ranchers Blaise Starrett (Robert Ryan) zu schützen. Zusätzliche Dramatik bekommt die Rivalität der beiden Platzhirsche dadurch, dass Cranes Frau Helen (Tina Louise) einst mit Starrett liiert war. Helen ahnt, dass ihr an der Schusswaffe ungeübter Ehemann seinem Kontrahenten kaum gewachsen sein wird.

Ankunft der Outlaws

Die Situation der nur etwa 20 Einwohner gleicht einem Pulverfass, dessen Zündschnur durch einen Haufen Neuankömmlinge in Brand gesteckt wird: Deserteure der Unionsarmee unter ihrem Anführer Captain Jack Bruhn (Burl Ives) dringen ins Örtchen ein und bringen alle Menschen in ihre Gewalt. Zum Zeichen, dass sie es ernst meinen, erschießt einer von ihnen sogleich einen Mann. Die Outlaws haben bei einem Überfall auf eine Lohnkutsche der Armee 40.000 Dollar erbeutet. Ihnen ist eine Einheit der Kavallerie auf den Fersen. Bruhn hält seine Männer im Zaum und hindert sie mühsam daran, sich über den Alkohol und die vier Frauen im Ort herzumachen. Doch er hat bei dem Überfall eine Kugel abgekommen. Der Tierarzt Doc Langer (Dabbs Greer) soll sie ihm aus dem Leib holen.

Robert Ryan und Burl Ives im Psychoduell

Mit wie gemeißelt wirkenden Gesichtern, statischen Einstellungen und sparsam eingesetztem Score strotzt „Tag der Gesetzlosen“ nur so vor Atmosphäre und Spannung. Robert Ryan („Das dreckige Dutzend“, „Die fünf Geächteten“) und Burl Ives („Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Weites Land“) liefern sich ein grandioses Psychoduell auf trotz weiter Landschaft engem Raum. Zu deren überzeugender Schauspielkunst gesellen sich die Leistungen der Nebendarsteller. Genannt sei beispielhaft Elisha Cook Jr. – der im Film noir gern Schurken verkörpernde Akteur spielt den Barbier Larry Teter. Auch die Ganovenvisage von Jack Lambert bleibt gut im Gedächtnis. Der Name mag uns nicht gleich einfallen, aber er hat die Besetzung solcher Klassiker wie „Die Killer“ (1946) „Meuterei am Schlangenfluss“ (1952) und „Vera Cruz“ (1954) durchaus bereichert.

Vergeblich versucht Starrett, die Frauen in Sicherheit zu bringen

Zum Finale setzt Regisseur De Toth das winterliche Setting dann auch in eisiger Konsequenz ein. Klasse! In seiner trotz gleißender Schneemassen bedrückenden Düsternis hat das Werk beinahe größere Nähe zum Film noir als zum klassischen Western herkömmlicher Prägung. Vielleicht der Grund, weshalb ihm an den Kinokassen kein Erfolg beschieden war. Es mangelt auch an den strahlenden Helden, die das Genre so gern gezeichnet und gezeigt hat. In Bitters regiert der Eigennutz.

Inspiration für Quentin Tarantino

Quentin Tarantino hat „Day of the Outlaw“ neben „Leichen pflastern seinen Weg“ als eine seiner Inspirationen für „The Hateful Eight“ genannt, und das erscheint jederzeit nachvollziehbar. So sehr ich Tarantino schätze, im Vergleich zu seinem Winter-Western gewinnt „Tag der Gesetzlosen“ bei mir sogar. Tatsächlich hat der Film in meinen Augen das Zeug zu absolutem Klassikerstatus. Weshalb er an Bekanntheit und Rang nicht zu anderen Western-Großtaten seiner Zeit aufgeschlossen hat, erschließt sich mir nicht. Joe Hembus beispielsweise hat in seinem Standardwerk „Das Western-Lexikon“ geschrieben: Anthony Mann, der beste Inszenator der Yordanschen Geschichten, hätte den Film kaum besser machen können. Zur Erläuterung: Philipp Yordan, Drehbuchautor von „Tag der Gesetzlosen“ und für sein Skript zu „Die gebrochene Lanze“ 1955 mit dem Oscar prämiert, lieferte zwischen 1949 und 1964 die Drehbücher für sieben von Anthony Manns Regiearbeiten, darunter den Western „Der Mann aus Laramie“ und das Kriegsdrama „Tag ohne Ende“. Westernspezialist Mann gilt im Genre als deutlich größerer Name als der ungarischstämmige André De Toth.

Erstmals in HD

Die 2011er-DVD von EuroVideo ist nicht mehr lieferbar, umso besser, dass explosive media sich des Werks angenommen und „Tag der Gesetzlosen“ in Neuauflage auf DVD und erstmals auf Blu-ray veröffentlicht hat. Wer dem Westerngenre etwas abgewinnen kann, sollte Andrè De Toths Regiearbeit unbedingt kennen. Welche hier noch nicht genannten Western im Schnee fallen euch ein?

Dafür soll er eine Lektion erhalten

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von André De Toth haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Robert Ryan unter Schauspieler.

Mühsame Flucht durch den Schnee

Veröffentlichung: 27. Februar 2020 als Blu-ray und DVD, 14. Juli 2011 als DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Day of the Outlaw
USA 1959
Regie: André De Toth
Drehbuch: Philip Yordan, nach einem Roman von Lee E. Wells
Besetzung: Robert Ryan, Burl Ives, Tina Louise, Alan Marshal, Venetia Stevenson, David Nelson, Nehemiah Persoff, Jack Lambert, Frank DeKova, Lance Fuller, Elisha Cook Jr., Dabbs Greer, Betsy Jones-Moreland, Helen Westcott, Donald Elson
Zusatzmaterial: Filmvorspann ohne Texte, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Wendecover
Label 2020: explosive media
Vertrieb 2020: Koch Films
Label/Vertrieb 2011: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2020 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2020 explosive media

 
 

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