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Gewinnspiel: 2 x Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland auf DVD

Verlosung

Das finnische Kriegsdrama „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ von 2017 ist bereits die dritte Verfilmung von Väinö Linnas Roman „Tuntematon sotilas“ von 1954, der in Deutschland ein Jahr später unter dem Titel „Kreuze in Karelien“ veröffentlicht worden ist. Ascot Elite Home Entertainment hat uns zwei DVDs zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 9. Dezember 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Eins noch: Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Gewonnen haben

– Christoph Leo,
– Jens.

Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland: Finnlands Aggression gegen die Sowjets

Tuntematon sotilas

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // „Tuntematon sotilas“ steht im Finnischen für „Unbekannter Soldat“ – eben „Unknown Soldier“. So lautet der Titel des bedeutendsten Romans von Väinö Linna, 1954 in Finnland veröffentlicht, ein Jahr später unter dem Titel „Kreuze in Karelien“ in Deutschland. Die erste Verfilmung des Romans datiert ebenfalls von 1955, Regie führte Edvin Laine. Bis heute der erfolgreichste finnische Film, wird „Tuntematon sotilas“ jährlich am finnischen Unabhängigkeitstag 6. Dezember vom dortigen Staatsfernsehen gesendet. Eine weitere Verfilmung unter demselben Titel entstand 1985, Regie führte Rauni Mollberg.

Dritte Verfilmung des Romans von Väinö Linna

Kein leichtes Unterfangen also für Aku Louhimies („Eisiges Land“), sich an eine dritte Kino-Umsetzung der Romanvorlage zu wagen. Heraus kam mit „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ immerhin der bis dato erfolgreichste finnische Film dieses – zugegeben noch jungen – Jahrhunderts. Die Handlung folgt einer finnischen Maschinengewehreinheit, die ab Juni 1941 an der karelischen Front durch sumpfiges Gelände auf russisches Gebiet vorrückt und schnell Petrosawodsk erreicht, die Hauptstadt der Karelo-Finnischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Anfangs ist der finnischen Armee das Kriegsglück hold.

Die finnische Offensive beginnt …

Einige der Soldaten lernen wir besser kennen, darunter den Unteroffizier Rokka (Eero Aho), einen Veteranen des Winterkriegs, der sich nicht ins Bockshorn jagen lässt und vorgesetzten Offizieren gern mal Widerworte entgegensetzt. Im Fronturlaub bei Ehefrau Lyyti (Paula Vesala) und Kindern packt er auf der heimatlichen Farm sogleich wieder mit an, doch schon bald muss er zurück an den Kriegsschauplatz und das Tötungshandwerk fortsetzen. Dort weicht sein Nachbar und Kumpel Susi (Arttu Kapulainen) nicht von seiner Seite. Lammio (Samuel Vauramo) führt seine Einheit in die Schlacht und wird nach den ersten Kämpfen sogleich befördert.

Die Schauspielkunst überzeugt, die Darstellung des Kriegsgetümmels erscheint authentisch. Hier treten keine Helden in Erscheinung, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die das Grauen einfach nur überleben wollen – was allzu vielen von ihnen nicht gelingen wird. Obwohl politische Details im Hintergrund bleiben, macht Aku Louhimies doch deutlich, dass Finnland in dem Konflikt der Aggressor war. Wir verfolgen also die Teilnehmer eines Angriffskriegs, allein das bedingt schon, dass es kein Heldenepos sein kann – und das ist „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ auch nicht geworden. Die professionelle Inszenierung glänzt nicht unbedingt durch Originalität, derlei Schlachtenszenen kennen wir zur Genüge, aber das Gezeigte auf internationalem Niveau genügt doch den Ansprüchen an ein hochwertiges Kriegsdrama.

Erst Winterkrieg, dann Fortsetzungskrieg

Zur kriegshistorischen Einordnung: Der Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion war im März 1940 mit dem Frieden von Moskau zu Ende gegangen, bei dem Finnland große Landgebiete an die UdSSR abtreten musste, aber unabhängig blieb. Als die deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 mit dem Unternehmen Barbarossa die Sowjetunion überfiel, sah Finnland seine Chance gekommen, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Drei Tage später folgte mit der finnischen Kriegserklärung der Beginn des sogenannten Fortsetzungskriegs. Väinö Linnas Romanvorlage basiert auf diesem militärischen Konflikt, der sich zum dreijährigen Stellungskrieg auswuchs, an dessen Ende nach einer sowjetischen Gegenoffensive im September 1944 der Waffenstillstand von Moskau stand. In der Folge verlor Finnland weitere Territorien, blieb aber immerhin unbesetzt. Obendrein musste sich das Land nun bereit erklären, gegen die deutsche Wehrmacht ins Feld zu ziehen. Es kommt eben selten etwas Gutes dabei heraus, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will.

… und kommt zum Stehen

Wie beim finnischen Kriegs-Epos „Winterkrieg“ (1989) existiert auch von „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ eine Langfassung – sie ist 179 Minuten lang und kam in die finnischen Kinos, während die nun in Deutschland veröffentlichte Version lediglich 133 Minuten umfasst. Obendrein soll das Kriegsdrama angeblich als fünfteilige Miniserie ins finnische Fernsehen kommen. Wenn die zusätzlichen Sequenzen nicht nur aus Schlachtenszenen bestehen, mag das sogar sinnvoll sein und dem Geschehen und den Figuren zusätzliche Tiefe geben. „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ ist mit seinem Fokus auf den nordeuropäischen Kriegsschauplatz ein sehenswerter Beitrag zum Zweiter-Weltkriegs-Kino. Mit etwas Sitzfleisch sei er als zweiter Film eines Double Features mit oben erwähntem Epos „Winterkrieg“ empfohlen. Welche Kriegsfilme aus Skandinavien und Finnland, die wir noch nicht in unserer Rubrik Krieg/Militär aufgeführt haben, könnt Ihr empfehlen?

Veröffentlichung: 26. Oktober 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 134 Min. (Blu-ray), 128 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Finnisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Tuntematon sotilas
FIN 2017
Regie: Aku Louhimies
Drehbuch: Aku Louhimies, Jari Olavi Rantala, nach einem Roman von Väinö Linna
Besetzung: Eero Aho, Johannes Holopainen, Jussi Vatanen, Aku Hirviniemi, Hannes Suominen, Arttu Kapulainen, Paula Vesala, Samuel Vauramo, Joonas Saartamo, Juho Milonoff, Andrei Alen, Matti Ristinen, Diana Pozharskaya, Max Ovaska, Kimi Vilkkula, Severi Saarinen, Eino Heiskanen, Jarkko Lahti, Akseli Kouki, Marketta Tikkanen, Eemeli Louhimies, Elias Gould, Annika Stenvall
Zusatzmaterial: Visuelle Effekte, nicht verwendete Szenen, Musikaufnahmen, 2 Originaltrailer, 2 deutsche Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2017 Elokuvaosakeyhtioe Suomi

 
 

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Winterkrieg – Das finnische Bollwerk gegen die Rote Armee

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Talvisota

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Er tobte nur kurz: Im sogenannten Winterkrieg (auch: Sowjetisch-Finnischer Krieg) kämpften zwischen dem 30. November 1939 und dem 13. März 1940 Finnland und die Sowjetunion um Teile der Karelischen Landenge, die die Sowjetunion für sich beanspruchte. Die Rote Armee wurde dabei phasenweise von den zahlenmäßig weit unterlegenen finnischen Streitkräften gestoppt.

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Das Infanterieregiment JR23 rückt zusammen

Nach erbitterten Kämpfen mit großen Verlusten auf beiden Seiten sah sich Finnland dennoch gezwungen, mit dem Friedensvertrag von Moskau große Territorien an die Sowjetunion abzutreten, behielt dafür aber seine Unabhängigkeit. Der Winterkrieg bewirkte in Finnland ein Zusammenrücken und das Erstarken des finnischen Nationalgefühls.

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In banger Erwartung …

1989 verfilmte der finnische Regisseur Pekka Parikka den Roman von Antti Tuuri über die Auseinandersetzung. Es war die bis dato teuerste finnische Kinoproduktion und in Finnland ein großer Erfolg. Der ausbleibende internationale Erfolg führte allerdings zum Bankrott der Produktionsfirma – so dachte ich in der ersten Fassung meiner Rezension. Tatsächlich war es offenbar deutlich komplizierter, wie mir Antti Tuuri, Autor des dem Film zugrundeliegenden Romans und des Drehbuchs, dankenswerterweise mitteilte. Hier bin ich einem Problem des Internets aufgesessen: Wenn sich eine Fehlinformation erst einmal ausreichend verbreitet hat, wird sie zur Wahrheit. Lest Antti Tuuris richtigstellenden Kommentar unter dieser Rezension!

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… des Ansturms der Rotarmisten

„Winterkrieg“ folgt dem finnischen Infanterieregiment JR23, das nach Karelien abkommandiert wird, um dem zu erwartenden Ansturm der Roten Armee entgegenzutreten. Dabei sind auch die Brüder Martti (Taneli Mäkelä) und Paavo Hakala (Konsta Mäkelä). Nach einer quälend langen Zeit des Ausharrens kommt es bei eisigen Temperaturen zu ersten Gefechten. Das tödliche Ringen in den Schützengräben hat begonnen. Die auch an Waffenmaterial unterlegenen Finnen müssen zu Behelfsmitteln greifen und setzen schließlich erstmals Molotowcocktails ein.

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Erbitterter Kampf …

Schon die Länge deutet an, dass es Regisseur Pekka Parikka darum ging, ein Epos zu erschaffen, den Kampf der finnischen Soldaten als Heldendrama zu inszenieren. Das Sterben ist blutig und schmutzig, wenn auch weniger drastisch als heute oft üblich. „Winterkrieg“ hat internationales Niveau und vermag mit seinem Fokus auf den einfachen Infanteristen zu fesseln, hat aber einige Längen. Mit einer Stunde zusätzlich gedrehtem Material entstand daraus später eine fünfteilige Miniserie – eine solcherart gestückelte und dramaturgisch anders aufbereitete Fassung funktioniert womöglich etwas besser. In Deutschland sind die Kinofassung und der 70 Minuten längere Director’s Cut erschienen. Obwohl „Winterkrieg“ dem Kriegsfilmgenre keine neuen Facetten gibt, ist es doch löblich, wenn auch dieser ansonsten international weniger im Fokus stehende Schauplatz des Zweiten Weltkriegs seine filmische Würdigung erhält. Etwas überambitioniert, aber beeindruckend.

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… gegen die Invasoren

Veröffentlichung: 6. November 2015 als Blu-ray und DVD (Director’s Cut) sowie als Blu-ray und DVD (Kinofassung)

Länge: 197 Min. (Director’s Cut, Blu-ray), 191 Min. (Director’s Cut, DVD), 125 Min. (Kinofassung, Blu-ray), 121 Min. (Kinofassung, DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Finnisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Talvisota
FIN 1989
Regie: Pekka Parikka
Drehbuch: Pekka Parikka, Antti Tuuri, nach einem Roman von Antti Tuuri
Besetzung: Taneli Mäkelä, Konsta Mäkelä, Vesa Vierikko, Timo Torikka, Heikki Paavilainen, Antti Raivio, Samuli Edelmann, Vesa Mäkelä, Aarno Sulkanen, Esko Kovero, Martti Suosalo, Markku Huhtamo, Matti Onnismaa, Ville Virtanen, Leea Klemola
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover, nur Director’s Cut: Interview mit Dr. Agilof Kesselring (Militärhistoriker, Lehrbeauftragter der Universität Helsinki) zu den historischen Hintergründen, Wochenschaubeiträge: Bombardement am Ladogasee & Blick in die Zukunft, Rundfunkberichte: Ansprache von Präsident Kyösti Kallio vom 6. Dezember 1939, Ankündigungen und Hinweise, Der erste Luftangriff auf Helsinki
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2015 Pandastorm Pictures

 
 

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