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Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie: Zurück aus dem Feueropal

Wishmaster 2 – Evil Never Dies

Von Volker Schönenberger

Horror // Der böse Geist aus Tausendundeiner Nacht eignet sich vorzüglich für ein Franchise, weshalb die „Wishmaster“-Reihe es auch auf vier Filme brachte. Im ersten Teil wurde der Dschinn am Ende nicht getötet, sondern zurück in seinen Feueropal verfrachtet. Dieses Schicksal prädestinierte ihn geradezu dafür, irgendwann daraus befreit zu werden. Und so kommt es in der ersten Fortsetzung auch:

Des Nachts machen sich in einem Museum drei Maskierte zu schaffen. Als einer von ihnen den Alarm auslöst und damit die Wachmänner auf den Plan ruft, beginnt sogleich ein erbitterter Schusswechsel mit Opfern auf beiden Seiten. Eine Kugel trifft eine Götzenstatue, ein Teil löst sich. Die Einbrecherin Morgana (Holly Fields) entdeckt darin einen Feueropal. Alsbald befreit sich daraus der böse Dschinn (Andrew Divoff), den wir bereits aus dem zwei Jahre älteren Vorgänger kennen. Während Morgana die Flucht gelingt, lässt sich der Wishmaster widerstandslos ins Gefängnis verfrachten, wo er zügig beginnt, anderen Insassen Wünsche zu erfüllen …

Vom Knast ins Spielcasino

Wenn ein Mitgefangener äußert, durch die Gitter hindurch in die Freiheit gelangen zu wollen, kann man ihm diesen Wunsch durchaus auch wörtlich erfüllen. Dass das schmerzhaft wird und tödlich endet – geschenkt. Weil Morgana den Dschinn befreit hat – aus dem Feueropal, nicht aus dem Knast –, ist sein Schicksal an sie gebunden. Erst muss er 1.001 Seelen sammeln, dann Morgana dazu bringen, sich von ihm drei Wünsche erfüllen zu lassen. Danach kann er ewiges Unheil über die Menschheit bringen. Im Verlauf verschlägt es den Dschinn in ein Spielcasino – dort liegen traditionell viele unerfüllte Wünsche brach, die zum Finale geradezu biblische Plagen heraufbeschwören.

Vom Regisseur von „Nightmare 2 – Die Rache“

Drehbuchautor und Regisseur Jack Sholder inszenierte auch „Nightmare 2 – Die Rache“ (1985) und „The Hidden – Das unsagbar Böse“ (1987). Sein Wünsch-dir-was-Konstrukt ist rechtschaffen albern, bringt aber einige originelle Ideen ans Tageslicht, die auf brutale bis blutige Weise umgesetzt werden. Die Story dient nur als Aufhänger und hangelt sich von einem Wunsch zum nächsten – bis zur abschließenden Konfrontation zwischen Morgana und dem Wishmaster. Sie reizt dann eher zum Schmunzeln und fällt unspektakulär aus, Sholder ging offenbar ein wenig die Kreativität für einen überzeugenden Abschluss aus, auch wenn es kurz zuvor noch überaus blutig zugeht. Dennoch völlig unverständlich, dass die ungeschnittene Fassung von „Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie“ bis heute indiziert ist. Da haben wir schon weitaus Schlimmeres und mehr selbstzweckhafte Gewalt gesehen.

Prominente Horrorgesichter wie beim Vorgänger sind diesmal Fehlanzeige. Es war ganz unterhaltsam, „Wishmaster“ und dessen erste Fortsetzung „Das Böse stirbt nie“ mal wieder zu schauen. Nun reicht es aber mit der Reihe, Teil 3 und 4 dürften ohnehin alles andere als Pflichtprogramm darstellen.

Veröffentlichung: 8. August 2008 als DVD (Kinowelt), 31. Oktober 2001 als DVD (Laser Paradise)

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD), 91 Min. (geschnittene Kinowelt-DVD), 87 Min. (geschnittene Laser-Paradise-DVD)
Altersfreigabe: FSK 16 (Laser Paradise), FSK 18 (Kinowelt)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Wishmaster 2 – Evil Never Dies
USA 1999
Regie: Jack Sholder
Drehbuch: Jack Sholder
Besetzung: Andrew Divoff, Holly Fields, Chris Weber, Al Foster, Vyto Ruginis, Randy Hall, Maria Genero, James Staszkiel, Paul Johansson, Robert LaSardo, Carlos Leon
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: Kinowelt / Laser Paradise

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Wes Craven’s Wishmaster – Beim Wünschen ist Vorsicht geboten

Wishmaster

Von Volker Schönenberger

Horror // Once in a time before time, God breathed life into the universe. And the light gave birth to angels. And the earth gave birth to man. And the fire gave birth to the djinn, creatures condemned to dwell in the void between the worlds. One who wakes a djinn shall be given three wishes. Upon the granting of the third, the unholy legions of the djinn shall be freed upon the earth. Fear one thing only in all that is … Fear the djinn.

Nach diesen Texteinblendungen zu Beginn von „Wes Craven’s Wishmaster“ können wir trefflich darüber streiten, weshalb dem allmächtigen und barmherzigen Gott bei der Schöpfung des Universums ein solcher Fauxpas unterlaufen konnte, böse Geister und Dämonen in die Lage zu versetzen, Unheil über die Menschheit zu bringen. Aber immerhin ermöglichen solche Logiklöcher Horrorfilmern, das Grauen über die Leinwand zu bringen.

Der Geist aus dem Feueropal

Wir kennen Dschinns aus den „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“. In „Aladin und die Wunderlampe“ beispielsweise verhilft ein guter Geist dem Helden zu seinem Lebensglück. In „Wes Craven’s Wishmaster“ hingegen ist der Dschinn (Andrew Divoff) ganz und gar nicht wohlgesonnen. Im Jahr 1127 n. Chr. entlockt er einem persischen Regenten Wünsche. Der zweite klingt an sich harmlos: „Lass mich staunen, Dschinn! Lass mich Wunder schauen!“ Damit entfesselt er ein Inferno, welches zahlreiche seiner Untertanten im Palast das Leben kostet. Erstaunlich, fürwahr! Der König ist alles andere als angetan, doch bevor er den fatalen dritten Wunsch aussprechen kann, den zweiten Wunsch umzukehren, greift ein Zauberer ein und bannt den Dschinn in einem Feueropal.

In den USA der Gegenwart trifft eine wertvolle Fracht im Hafen ein, auf die Raymound Beaumont (Robert Englund) schon lange gewartet hat: eine große Statue des Götzen Ahura Mazda. Ein unachtsamer Arbeiter verursacht dabei einen Unfall, der Beaumonts Assistenten (Ted Raimi) das Leben kostet und die Statue bersten lässt. Beim Wegräumen des Schutts entdeckt ein anderer Arbeiter einen großen Feueropal und lässt ihn mitgehen. Über einen Pfandleiher landet der Stein bei einem Auktionshaus, dessen beste Sachverständige Alexandra „Alex“ Amberson (Tammy Lauren) ihn unter die Lupe nimmt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Dschinn kann sich aus seinem Miniaturgefängnis befreien und beginnt sein unheilvolles Werk – er hat die lästige Angewohnheit, ihm gegenüber geäußerte Wünsche überaus eigenwillig zu interpretieren.

Einstmals indiziert, nun ab 16

Wes Craven fungierte als Executive Producer der zweiten Regiearbeit von Robert Kurtzman, der als Make-up-Spezialist (u. a. „From Dusk Till Dawn“) allerdings größere Bekanntheit erlangte. Auch bei „Wishmaster“ gehörte er zum Effektteam, das sich gehörig austoben durfte, um den grimmigen Dschinn zu entfesseln und ihm die Ausübung seiner Taten zu ermöglichen. Der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien war das 1999 eine Indizierung wert, die allerdings 2016 aufgehoben wurde. Die anschließende Neuprüfung durch die FSK ergab sogar eine Freigabe der ungeschnittenen Fassung ab 16 Jahren. Beim Kauf ist aber Vorsicht geboten, es kursieren noch FSK-18-Fassungen mit Zensurschnitten.

Wo der Dschinn hausieren geht, wächst kein Gras mehr. Leichen pflastern seinen Weg, darunter Kane „Jason Vorhees“ Hodder und Tony Todd („Candymans Fluch“). Mit Robert „Freddy Krueger“ Englund ist ohnehin eine echte Ikone des Horrorgenres am Start. Es dürfte nicht zuletzt diesem personellen Fan-Service zu danken sein, dass „Wishmaster“ in der Horrorgemeinde hohes Ansehen genießt. Auch Kurtzman selbst gab sich einen Cameo-Auftritt als Opfer. Schauspielerische Höchstleistungen bekommen wir bei all dieser Prominenz natürlich trotzdem nicht zu sehen. Das Gezeigte erfüllt aber seinen Zweck.

Drei „Wishmaster“-Sequels folgten

Die Story will ihre Zuschauer immerhin nicht für dumm verkaufen. Die erneute Sichtung nach Jahren ließ bei mir aber das Gefühl aufkommen, das noch mehr drin gewesen wäre, das Szenario der sich auf bizarr-blutige Weise erfüllenden Wünsche mit Leben zu erfüllen. Aber dafür sorgten ja die drei Fortsetzungen „Das Böse stirbt nie“ (1999), „Der Höllenstein“ (2001) und „Die Prophezeiung erfüllt sich“ (2002), auch wenn die Qualitätskurve der Sequels doch arg nach unten ausschlug. „Wes Craven’s Wishmaster“ jedenfalls bringt effektvollen Horror ohne ironischen Firlefanz in die gute Stube.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert Englund und Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 30. März 2018 als Blu-ray im Futurepak, 3. August 2007 als DVD und DVD im Steelbook (beide mit Zensurkürzungen)

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD), 85 Min. (geschnittene DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: deutsch, englisch
Untertitel: deutsch
Originaltitel: Wishmaster
USA 1997
Regie: Robert Kurtzman
Drehbuch: Peter Atkins
Besetzung: Tammy Lauren, Andrew Divoff, Robert Englund, Tony Todd, Kane Hodder, Chris Lemmon, Wendy Benson-Landes, Tony Crane, Jenny O’Hara, Ricco Ross, John Byner, Ted Raimi
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb Blu-ray: NSM Records
Label/Vertrieb DVDs: Kinowelt Home Entertainment GmbH (Rechtsnachfolger: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Packshot BR: © NSM Records

 

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