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Wrong Turn 5 – Bloodlines: Auftritt Pinhead

Wrong Turn 5 – Bloodlines

Von Volker Schönenberger

Horror // Ein Pärchen zeltet im Wald und gibt sich der körperlichen Liebe hin – da wir uns in der „Wrong Turn“-Reihe befinden, wissen wir, was kommt: Ätsch, angeschmiert, ins Zelt dringen nur ein paar maskierte Freunde des Paars. Das „Mountain Man Festival“ steht bevor, bei dem im Örtchen Fairlake in West Virginia zu Halloween gruselige Gestalten das Stadtbild bestimmen. Deshalb nimmt die TV-Reporterin Kaleen Webber die finsteren Gestalten auch nicht ernst, denen sie beim Joggen im Wald begegnet. Der letzte Fehler ihres jungen Lebens. Zwar hilft ihr ein zufällig anwesender Fremder (Doug Bradley), sich vor One Eye (Radoslav Parvanov), Saw Tooth (George Karlukovski) und Three Finger (Borislav Iliev) zu verbergen, doch dann zückt er selbst eine Axt.

Vom „Hellraiser“-Franchise zur „Wrong Turn“-Reihe

Doug Bradley? Jawohl, im fünften Teil des „Wrong Turn“-Franchises macht der Darsteller des Ober-Zenobiten Pinhead aus der „Hellraiser“-Reihe seine Aufwartung. Als Serienkiller Maynard Odets schließt er sich der kannibalistischen Sippschaft an, übernimmt auch gleich die Führung über die drei degenerierten Dödel.

Dem Ordnungshüter wird übel mitgespielt

Im Auto immer anschnallen! Normalerweise geht es ansonsten nicht so glimpflich aus, wenn man gegen einen Baum prallt, wie beim ersten Aufeinandertreffen von Maynard Odets und den fünf Protagonisten, die als Hauptopfer auserkoren sind. Nur Fahrer Billy (Simon Ginty) schnallt sich ab, seine Freundin (Amy Lennox), Julian (Oliver Hoare) sowie Lita (Roxanne McKee) und ihr Freund Gus (Paul Luebke) entsteigen dem Wrack nahezu unverletzt. Ein grober Schnitzer, aber natürlich letztlich ein unbedeutendes Detail.

Es geht schmerzhaft zu

Die Begegnung der fünf jungen Leute mit Odets bildet den Auftakt für eine erwartungsgemäß blutige Schneise des Terrors, die das mörderische Trio bestehend aus One Eye, Saw Tooth und Three Finger durch Fairlake zieht. Odets hingegen sitzt den größten Teil der Handlung in einer Zelle. So stereotyp und vorhersehbar all das inszeniert ist – die Mordszenen sind einmal mehr drastisch und einfallsreich inszeniert. Speziell in den Sequenzen, in denen das jeweilige Opfer seines nahenden Ablebens gewahr wird, kann man die Panik vor den überaus schmerzhaften Momenten, die da kommen werden, sehr gut nachvollziehen.

Das hat hierzulande wieder mal nicht für eine ungeschnittene Veröffentlichung gereicht. Immer wieder unverständlich und widersprüchlich, dass die zuständigen Institutionen in Deutschland Erwachsenen unter dem Deckmantel des Jugendschutzes den Filmkonsum madig machen. Was hat das mit Jugendschutz zu tun, es Erwachsenen zu erschweren, sich Filme in der von ihnen bevorzugten Fassung zu beschaffen? Oder ahnt man, dass der Handel – ob stationär oder online – es Jugendlichen ohne Maßnahmen wie Indizierung und Beschlagnahmung noch leichter machen würde, sich nur für Erwachsene vorgesehene Filme oder Schnittfassungen zugänglich zu machen? Das allerdings wäre ein Kotau der Kontrollinstanzen vor dem Handel. Will oder kann man nicht kontrollieren, inwiefern die Händler ihren Jugendschutzverpflichtungen nachkommen?

Kopfrasur der drastischen Art

Die „Wrong Turn“-Reihe hat es wiederholt erwischt – lediglich der erste und sechste Teil sind ungeschnitten davongekommen. Mein Favorit ist Teil 1, gefolgt von Teil 4. Letztlich geben sich aber alle sechs Filme nicht viel; dem Splatter-Fan geben sie eine ganze Menge, das Franchise erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, sonst wäre es nicht so langlebig. Teil 7 ist in Vorbereitung.

Die Reihe im Überblick:

Wrong Turn (2003)
Wrong Turn 2 – Dead End (2007)
Wrong Turn 3 – Left for Dead (2009)
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
Wrong Turn 6 – Last Resort (2014)

Veröffentlichung: 8. Mai 2013 als Blu-ray und DVD

Länge (geschnitten): 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Wrong Turn 5 – Bloodlines
USA 2012
Regie: Declan O’Brien
Drehbuch: Declan O’Brien
Besetzung: Doug Bradley, Radoslav Parvanov, George Karlukovski, Borislav Iliev, Camilla Arfwedson, Simon Ginty, Roxanne McKee, Oliver Hoare, Paul Luebke, Amy Lennox
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Highlight Communications / Constantin Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Highlight Communications / Constantin Film

 

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Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings: Blutiges Fondue in der Geschlossenen

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings

Von Volker Schönenberger

Horror // Im Glenville Sanatorium in West Virginia führt 1974 der Anstaltsleiter eine neu hinzugekommene Psychologin durch den Trakt mit den schweren Fällen. Am gefährlichsten seien drei Brüder, die im Wald gefunden wurden, wo sie vermutlich ihre Eltern verspeist hatten. Einer von ihnen habe sich in der Zelle zwei Finger abgekaut, der andere sich selbst ein Auge entfernt und es vermutlich ebenfalls gegessen, Nummer drei seine Zähne spitz zugewetzt. Es kommt, wie es kommen muss: Das Trio befreit sich und die übrigen Insassen der Nervenheilanstalt und richtet unter dem Personal ein Massaker an. Dem Leiter der Einrichtung wird dabei besonders übel mitgespielt: Die Brüder vierteilen ihn (tatsächlich fünfteilen sie ihn) mit einer Zugvorrichtung und viel Stacheldraht – in der ungeschnittenen Fassung eine sehr effektvolle Sequenz, die beim Zusehen schmerzt. Dafür muss man allerdings auf Veröffentlichungen aus dem Vereinigten Königreich oder den USA zurückgreifen – in Deutschland ist die FSK-18-Fassung um etwa sechseinhalb Minuten gekürzt. Wer den Schnittbericht auch nur grob überfliegt, muss zu dem Schluss kommen, die deutschen Veröffentlichungen links liegen zu lassen.

Merke: Sex ist tödlich

Wir bleiben in West Virginia, springen aber ins Jahr 2003. Der geneigte Leser weiß bereits, um wen es sich bei dem brüderlichen Trio handelt. „Three Finger“ (Sean Skene), „One Eye“ (Dan Skene) und „Saw Tooth“ (Scott Johnson) lauern auf neue Opfer. Die werden sogleich mit unzüchtigem Verhalten eingeführt: Zwei Pärchen treiben es parallel in zwei Betten in einem Zimmer – Skandal! Mit Sara (Tenika Davis) und Bridget (Kaitlyn Leeb) ist eins der Paare sogar ein lesbisches – noch mehr Skandal! Im US-Slasherfilm weiß nun jeder, was kommt: Es darf gestorben werden.

„Ey, Bruderherz, haste Lust auf Fondue?“

Die Gruppe junger Leute begibt sich auf einen Ausflug mit Schneemobilen. Eine falsche Abzweigung – mal wieder ein „Wrong Turn“ – später findet sie sich in dem mittlerweile verlassenen und verfallenen Sanatorium wieder. Ratet mal, wer sich dort über die Neuankömmlinge freut! Richtig geraten. Die Brüder dürfen nun ausgiebig ihrer Neigung zu Folter, Gemetzel und Kannibalismus frönen. Ein Fondue vom lebenden Objekt ist aber auch lecker. Erneut kommt Stacheldraht zum versierten Einsatz.

Originalität – Fehlanzeige

Gebt den Fans, wonach es den Fans gelüstet! Die „Wrong Turn“-Reihe ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit dünnster Story, miesem Drehbuch und üble Dialoge von sich gebenden Schauspielern die Gemeinde der Gorehounds bei der Stange hält. Das gilt auch für das Prequel „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“. Das darf natürlich jedermann Spaß machen – hat es mir auch. Auf der Habenseite stehen immerhin die fein anzuschauenden blutigen Tricks. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Reihe das Horrorgenre in keiner Weise voranbringt, was aber wohl auch nicht die Absicht der Produzenten war. Der Anschluss des vierten Teils an die Vorgänger ist erzählerisch nicht ganz geglückt, das mag Freunden des Franchises egal sein.

„Hier ein besonders schönes Stück Fleisch!“

Die Reihe im Überblick:

Wrong Turn (2003)
Wrong Turn 2 – Dead End (2007)
Wrong Turn 3 – Left for Dead (2009)
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
Wrong Turn 6 – Last Resort (2014)

Ein Opfer wird für kurze Zeit auch mal zum Jäger

Veröffentlichung: 19. Januar 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings
USA/D 2011
Regie: Declan O’Brien
Drehbuch: Declan O’Brien
Besetzung: Jennifer Pudavick, Tenika Davis, Kaitlyn Leeb, Terra Vnesa, Ali Tataryn, Samantha Kendrick, Dean Armstrong
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Highlight Communications / Constantin Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Fotos & Packshot Blu-ray: © 2012 Highlight Communications / Constantin Film

 

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Wrong Turn – Lasset die Jagd beginnen!

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Wrong Turn

Von Volker Schönenberger

Horror // „Wrong Turn“ kam 2003 zur rechten Zeit am rechten Ort. Wie sonst ist es erklärbar, dass sich um einen nur leidlich originellen Hinterwäldler-Splatterfilm mit einer degenerierten Kannibalensippe eine derart treue Fangemeinde bilden konnte? Dass ein ganzes Franchise draus wurde, ist im an Sequels und Prequels reichen Horrorgenre keine Überraschung, bislang sechs Teile stellen die „Wrong Turn“-Reihe aber durchaus auf eine Stufe mit „Halloween“, „Freitag der 13.“ und „Saw“. Und mit Marcus Nispels im gleichen Jahr gestartetem „The Texas Chainsaw Massacre“-Remake sorgte „Wrong Turn“ für eine bei den Gorehounds willkommene Wiederbelebung des Backwoods-Horrors – was zu einer Vielzahl an uninspirierten Epigonen führte. Seitdem traut man sich überhaupt nicht mehr in den Wald.

Enthauptung in der Baumkrone

Bemerkenswert war auch die Altersfreigabe. Ich entsinne mich an meine erste Sichtung des Films: Spätestens die Szene, in der einem der Opfer hoch oben im Baum mit einer Axt der Kopf gespalten und vom Leib getrennt wird, ließ das blaue FSK-16-Logo überraschend erscheinen. Einige Teile der Reihe mussten sich später ja mit den Instanzen des Jugendschutzes herumplagen und erschienen trotz 18er-Freigabe bei uns nur gekürzt. Etwas uneinheitlich, wie FSK und Bundesprüfstelle da agierten, aber sei’s drum.

Tod in West Virginia

Ein Prolog läutet „Wrong Turn“ ein. Er zeigt ein Pärchen, das in einer abgelegenen Gegend West Virginias beim Klettern ungezeigten Angreifern zum Opfer fällt. Die Haupthandlung setzt einige Jahre später ein, als der Medizinstudent Chris (Desmond Harrington) eine Abzweigung nimmt, um dem Verkehrsstau auf dem Highway zu entgehen. Die vermeintliche Abkürzung entpuppt sich als „Wrong Turn“. Auf einem schmalen Waldweg trifft Chris auf eine Gruppe junger Leute (u. a. Eliza Dushku, Jeremy Sisto), die sich verfahren hat. Jemand hat Stacheldraht über den Weg gespannnt. Die Jagd ist eröffnet …

Hässlich jagt hübsch

Einen Preis für Eigenständigkeit wird „Wrong Turn“ niemals gewinnen – die Fortsetzungen schon mal gar nicht. Auch mit Überraschungsmomenten punktet der Film nicht gerade – zu vorhersehbar gerät das Aufeinanderprallen hübscher junger Leute mit hässlichen Hinterwäldlern. Spaß macht’s trotzdem. Die Jäger sind gnadenlos und brutal, besonders Three Finger (Julian Richings) hat ein Kultpotenzial entwickelt, das der Figur Auftritte in allen fünf Fortsetzungen bescherte.

Tief im Wald geht’s blutig zu

Positiv zu Buche schlägt auch die gut dosierte Länge des Films: In weniger als anderthalb Stunden ist alles vorbei, was angesichts des simplen Plots eine Wohltat darstellt. Wer will sich in einem solchen Film schon mit ausufernden Charakterzeichnungen und Beziehungsgeflechten herumplagen? Im Bereich des Backwoods-Horrors ist „Wrong Turn“ eindeutig weit vorn anzusiedeln – ein zünftiges Festmahl, blutig und gut abgehangen.

Die Reihe im Überblick:

Wrong Turn (2003)
Wrong Turn 2 – Dead End (2007)
Wrong Turn 3 – Left for Dead (2009)
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
Wrong Turn 6 – Last Resort (2014)

Veröffentlichung: 18. Februar 2016 als Blu-ray und DVD, 3. Dezember 2013 als Blu-ray, 18. März 2004 als DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Wrong Turn
USA 2005
Regie: Rob Schmidt
Drehbuch: Alan B. McElroy
Besetzung: Eliza Dushku, Jeremy Sisto, Emmanuelle Chriqui, Desmond Harrington, Kevin Zegers, Lindy Booth, Julian Richings, Yvonne Gaudry
Zusatzmaterial: Trailer, Audiokommentar mit Regisseur Rob Schmidt und Darstellern Desmond Harrington und Eliza Dushku (Engl. mit dt. UT), Making-of, Frischfleisch: Die Make-up-Effekte, Stan Winston – Herr der Monster, Eliza Dushku Special, Interviews mit Cast & Crew, Behind the Scenes, verlängerte Szenen, Fotogalerie, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment, Neuauflage: Constantin Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Packshots: © 2016 Constantin Film

 

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