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Flucht aus Leningrad – Heldenkino zeugt vom Großen Vaterländischen Krieg

Spasti Leningrad

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Der Deutsch-Sowjetische Krieg – Bestandteil des Zweiten Weltkriegs – war in der Sowjetunion und ist in Russland bis heute als „Großer Vaterländischer Krieg“ im kollektiven Gedächtnis verankert und im russischen Kino häufig filmisch umgesetzt worden. Beispielhaft genannt seien die aus fünf Teilen in Spielfilmlänge bestehende Reihe „Befreiung“ (1969), das zweiteilige Drama „Im Morgengrauen ist es noch still“ (1972), „Sie kämpften für die Heimat“ (1975) von Sergei Bondartschuk und „Sturm auf Festung Brest“ (2010). Zuletzt hatte ich bei „Die Nacht der lebenden Texte“ das Kriegsdrama „Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow“ von 2018 vorgestellt, nun folgt mit „Flucht aus Leningrad“ (2019) ein Beitrag, der die Belagerung von Leningrad durch die Wehrmacht aufgreift.

Opferreicher Verteidigungskampf

Das Ende der Blockade jährte sich 2019 zum 75. Mal. Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 hatten die deutschen Invasoren die russische Metropole in Verbindung mit finnischen und spanischen Truppen belagert. Mehr als eine Million Eingeschlossene verloren in dieser Zeit ihr Leben, die meisten verhungerten. Mit der sogenannten Straße des Lebens, einer Eisroute über den zugefrorenen Ladogasee, versuchte die Rote Armee, Leningrad zu versorgen. 1942 und 1943 unternahmen die sowjetischen Streitkräfte zudem in den drei Ladoga-Schlachten Anstrengungen, die Blockade zu beenden. Dies gelang jedoch erst 1944 mit der Leningrad-Nowgoroder Operation.

Evakuierung über den Ladogasee

Regisseur und Drehbuchautor Aleksey Kozlov hatte 2015 mit „Zapret“ bereits ein Kriegsdrama um Ereignisse am Ladogasee in jener Zeit inszeniert. „Flucht aus Leningrad“ spielt im September 1941 vor Beginn der Blockade. Weil die Wehrmacht näherrückt, sollen so viele Bürgerinnen und Bürger Leningrads wie möglich evakuiert werden. Soldaten und Zivilisten warten am Ufer des Sees darauf, an Bord eines der zur Flucht bereitgestellten Schiffe zu gehen. Kadett Kostya (Andrey Mironov-Udalov), dessen Vater als Kapitän eines der Wasserfahrzeuge im Dienst steht, will seine Freundin Nastya (Maria Melnikova) retten. Völlig überladen sticht der Frachter Nr. 752 mit 1.500 Menschen an Bord in See, darunter Kostya und Nastya.

Kadett Kostya will …

Wie in vielen europäischen Ländern – siehe dazu unsere Rubrik „Krieg/Militär“ – ist gerade in den vergangenen Jahren offenbar auch die russische Filmindustrie willens, nennenswerte Budgets in aufwendig produzierte Kriegsdarstellungen zu investieren. In einigen Schlachtenszenen an Land bekommt das Publikum die Schrecken des Granat- und Gewehrfeuers hautnah zu spüren, bevor die Bilder zum Geschehen auf See wechseln.

… seine Freundin Nastya retten

Die deutschen Feinde werden stets nur kurz und schablonenhaft gezeichnet präsentiert, das kennen wir aus vielen Kriegsfilmen – sogar Klassikern – und sei hingenommen. Missliebige Zeitgenossen erschweren Kostya und Nastya zusätzlich das Leben, Pflichterfüllung und familiäre Bande bringen Emotionen ins Spiel.

Rahmenhandlung wie bei „Titanic“

Ob die Ereignisse rund um das Frachtschiff Nr. 752 samt der Hauptfiguren auf wahren Begebenheiten beruhen oder Aleksey Kozlov sie vor der historischen Kulisse der Flucht über den Ladogasee ersonnen hat, habe ich nicht herausfinden können. Eine Rahmenhandlung um eine alte Frau, die zu ihren Erinnerungen an die Ereignisse interviewt wird, erinnert ein wenig an eine ähnliche Konstruktion in James Camerons „Titanic“ (1997). Das mag kein Zufall sein, ist aber legitim. Natürlich ist all das Heldenkino in Reinkultur, aber wer will es den Russen verdenken, solche Filme zu produzieren? Wohl höchstens unverbesserliche Revanchisten aus der rechten Ecke, die Hitlers Angriff auf die Sowjetunion auch heute noch als notwendigen Präventivschlag rechtfertigen. Die Veröffentlichung von capelight pictures verzichtet aufs Mediabook-Format, für das das Label bekannt ist. Angesichts der nach meiner Wahrnehmung bisher geringen Resonanz auf die Veröffentlichung erscheint das gerechtfertigt. Bedauerlich, denn „Flucht aus Leningrad“ kann all jenen gefallen, die ernsthaften Kriegsdramen vor historischer Kulisse etwas abgewinnen können. Auf internationalem Niveau inszeniert.

Kostya zielt auf ein deutsches Flugzeug

Veröffentlichung: 28. Juni 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 98 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Spasti Leningrad
RUS 2019
Regie: Aleksey Kozlov
Drehbuch: Aleksey Kozlov
Besetzung: Andrey Mironov-Udalov, Maria Melnikova, Anastasiya Melnikova, Gela Meskhi, Pavel Druzhinin, Mariya Kapustinskaya
Zusatzmaterial: Vertikalschuber, Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2019 capelight pictures

 

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Gewinnspiel: 3 x Der schmale Grat als Blu-ray – 2 x im Steelbook, 1 x im Mediabook

Verlosung

Terrence Malicks „Der schmale Grat“ („The Thin Red Line“) von 1998 gehört zu meinen absoluten Favoriten im Genre der Kriegsfilme, getoppt vielleicht nur von Francis Ford Coppolas gewaltigem „Apocalypse Now“ (1979). FilmConfect Home Entertainment hat uns von dem zwischen meditativ und actionhaltig schwankenden Zweiter-Weltkriegs-Drama drei Blu-rays zur Verfügung gestellt, zwei davon im schmucken Futurepak (wer mir den Unterschied zum Steelbook erklären kann – immer gern), eine im Mediabook. Drei wertige Preise, Grund genug, damit die Gewinnspiel-Saison 2019 einzuläuten. Dafür im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner ein herzlicher Dank ans Label!

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Weil die zur Auslosung kommenden Gewinne so schön sind, ist diesmal wieder etwas mehr zu tun als gewöhnlich, Ihr müsst nämlich per Kommentar unter diesem Gewinnspiel einige Fragen beantworten, und zwar korrekt, wobei euch ein Fehlschuss in Form einer falschen Antwort gewährt sei. Wer des Lesens mächtig ist und meine Rezension des Films durchforstet, sollte damit keine Schwierigkeiten haben, ausnahmslos alle Antworten sind dort zu finden. Dafür habt Ihr Zeit bis Sonntag, 13. Januar 2019, 22 Uhr. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – damit niemand von vorherigen Kommentaren abschreibt, werden alle Antworten erst nach Ende der Abgabefrist freigeschaltet.

Hier die Fragen; von den ersten acht müssen sieben korrekt beantwortet werden, die neunte dient meiner Information, woher Ihr kommt:

1. Wie lautet der Name der Insel, die zum Schauplatz der kriegerischen Ereignisse in „Der schmale Grat“ wird?

2. Wie lautet der Name der Schützenkompanie, die bei der Erstürmung der Insel zum Kanonenfutter wird?

3. Wie heißen die beiden Stars der A-Liga, die sich bei der Besetzung des Films mit Minirollen begnügten, um nur ja endlich mit diesem legendären Regisseur drehen zu dürfen?

4. Wie heißen die beiden Schauspieler, deren Szenen dem Vernehmen nach der Schere zum Opfer fielen?

5. In den 1950er-Jahren entstand ein Kriegsfilm-Klassiker nach einer Vorlage desselben Autors, der auch die Vorlage zu „Der schmale Grat“ verfasst hatte. Wie lautet der Titel des Films?

6. Für wie viele Oscars wurde „Der schmale Grat“ 1999 nominiert?

7. Welchem Film unterlag das Kriegsdrama in der Oscar-Kategorie „Bester Film“?

8. Bei den Oscars unterlegen, aber immerhin gewann „Der schmale Grat“ 1999 einen der weltweit bedeutendsten Filmpreise auf Festivalebene. Welchen?

9. Wie seid Ihr auf dieses Gewinnspiel oder überhaupt auf „Die Nacht der lebenden Texte“ gestoßen? Falls Ihr von Facebook kommt, interessieren mich auch die Filmgruppen, in denen Ihr Mitglied seid (etwas genauer bitte als „Bin in der Horrorgruppe“ oder „Aus der Facebook-Filmgruppe“ – ich bin bei Facebook Mitglied in diversen Filmgruppen und Horrorfilmgruppen). Wenn Ihr sicher seid, dass wir einander kennen, und sei es nur über das Gesichtsbuch, äußert das einfach!

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf das Mediabook bzw. das Futurepak. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (und sind im Lostopf gelandet, sofern nicht anders erwähnt):

01. Maik Gießler (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
02. Jens
03. Luisa Neudert
04. Rico Lemberger
05. Lilly
06. Oliver Maey
07. Frank Schlumm (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
08. Andreas H.
09. Melanie Wehrmann
10. Christoph Leo
11. Thomas
12. Samara
13. Katharina Stranz (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, die Spezifizierung dann irrtümlich als Antwort 2 geliefert, sodass die zweite Frage falsch beantwortet ist, dennoch im Lostopf)
14. Thomas Schmidt
15. michael
16. Dennis Reichenbach
17. Philipp Mourner
18. Wulf Brandt (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
19. Thomas Oeller

Für die Verzögerung bei der Auslosung und Bekanntgabe der Gewinner/innen bitte ich um Nachsicht. Nu aber. Gewonnen haben

– Lilly das Mediabook,
– Frank Schlumm ein Steelbook,
– Thomas Schmidt das zweite Steelbook.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Menno, die beiden Gewinner des Steelbooks haben weder auf die Antwort unter ihrem Kommentar noch auf meine zwei Benachrichtigungen per E-Mail reagiert. Aber wer nicht will, der hat schon, dann freuen sich zwei andere. Und das sind Thomas Oeller und Katharina Stranz. Herzlichen Glückwunsch! Auch Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Der schmale Grat“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

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Ernest Borgnine (V): Verdammt in alle Ewigkeit – Klassisches Hollywood in seiner ganzen Pracht

From Here to Eternity

Von Volker Schönenberger

Militärdrama // Im Juni 1941 trifft der US-Soldat Robert E. Lee Prewitt (Montgomery Clift) in den Schofield-Kasernen auf der Hawaii-Insel Oahu ein. Bei seinem neuen Vorgesetzten Captain Dana Holmes (Philip Ober) macht er sich sogleich unbeliebt, als er erklärt, auf keinen Fall dem Boxteam des Regiments beitreten zu wollen. Prewitt hatte zuvor versehentlich einen Kameraden blindgeschlagen. Der ehrgeizige Holmes hofft, mit Erfolgen seiner Boxer Meriten einfahren zu können, und hat deshalb kein Problem damit, dass Prewitt von den übrigen Faustkämpfern unter den Soldaten gemobbt wird. Im vorlauten Angelo Maggio (Frank Sinatra) findet Prewitt immerhin einen Freund.

Warden beginnt eine Affäre mit der Frau seines Vorgesetzten

Der in Europa tobende Krieg scheint im Pazifik noch weit entfernt zu sein. Der aufrechte Sergeant Milton Warden (Burt Lancaster) nutzt die Gelegenheit und bändelt mit Holmes’ vernachlässigter Ehefrau Karen (Deborah Kerr) an. Prewitt wiederum lernt in einem Nachtclub die kühle Lorene (Donna Reed) kennen, die ihm die Kraft gibt, die Schikanen in der Kaserne zu überstehen. Maggio hingegen hat nichts Besseres zu tun als sich mit dem hinterhältigen Sergeant „Fatso“ Judson (Ernest Borgnine) anzulegen, dem Aufseher des örtlichen Militärknasts.

Angriff auf Pearl Harbor erst im Finale

Gedreht wurde an Originalschauplätzen auf Hawaii. Vom Militär- zum Kriegsdrama wird „Verdammt in alle Ewigkeit“ erst zum Finale mit dem Angriff auf Pearl Harbor, der Attacke der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte auf die US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941. Bis dahin gestaltet sich der Film als Beziehungsdrama mit psychologischer Tiefe und großer Schauspielkunst aller Beteiligten, seien es Clift, Lancaster, Sinatra und Borgnine, seien es Deborah Kerr und Donna Reed, die aus ihren Rollen das herausholen, was es in diesem Männerfilm um Ehre und Prinzipientreue herauszuholen gab.

Haben Karen und der Sergeant eine gemeinsame Zukunft?

James Jones (1921–1977) erlebte Pearl Harbor als US-Soldat und verarbeitete seine Erfahrungen im 1951 veröffentlichten Roman „Name“ („From Here to Eternity“), der die Vorlage des Films bildet. Jones war auch bei der Schlacht um Guadalcanal dabei, was ihn zu dem Roman „Insel der Verdammten“ („The Thin Red Line“, 1962) inspirierte. Auf diesem beruht Terrence Malicks meisterhaftes Kriegsdrama „Der schmale Grat“ von 1998.

In der ersten Hälfte der 50er-Jahre hielten sich die Hollywood-Studios noch sehr genau an den zur Prüderie verpflichtenden Hays Code. Anders als in der Romanvorlage war Lorene im Film deshalb keine Prostituierte, sondern Gesellschaftsdame im Nachtclub. Die Offiziersgattin Karen hat sich im Roman aufgrund der Untreue ihres Ehemanns eine Geschlechtskrankheit zugezogen, weshalb sie sich die Gebärmutter entfernen lassen musste. Im Film wird die Entfremdung der Eheleute damit begründet, dass Karen eine Fehlgeburt erlitten hat, weil ihr nach einem Rendezvous mit einer anderen Frau besoffener Gemahl nicht in der Lage war, Hilfe zu holen. Im Roman thematisierte Homosexualität fiel vorauseilendem Gehorsam zum Opfer. Andere Änderungen gegenüber der Vorlage resultierten aus Forderungen der US Army, welche die Produktion von Hollywood-Kriegsfilmen traditionell unterstützte, dafür aber in einem guten Licht dargestellt werden wollte. Dem Vernehmen nach waren Army-Vertreter dennoch nicht besonders zufrieden mit dem Resultat.

Mit acht Oscars ausgezeichnet

Acht Oscars stehen zu Buche und machen „Verdammt in alle Ewigkeit“ zu einem der großen Klassiker des goldenen Zeitalters der Hollywood-Studios. 1954 wurde das Militärdrama als bester Film geehrt, auch Regisseur Fred Zinnemann („12 Uhr mittags“) erhielt den Academy Award – seinen zweiten von insgesamt vier. Frank Sinatra und Donna Reed wurden als Nebendarsteller/in geehrt, wobei die Frage erlaubt sei, weshalb Reed als Nebendarstellerin nominiert war, Deborah Kerr hingegen als Hauptdarstellerin. Beide Rollen sind in etwa gleichwertig, was Bedeutung und Leinwandzeit der Figuren angeht. Auch fürs Drehbuch, die Schwarz-Weiß-Kamera, den Ton und den Schnitt gab es Oscars. Nominiert waren auch Montgomery Clift und Burt Lancaster als Hauptdarsteller, die beiden unterlagen jedoch William Holden, der die Trophäe für „Stalag 17“ einsackte, aber immerhin äußerte, Clift und Lancaster hätten den Academy Award mehr verdient gehabt als er. Deborah Kerr unterlag Audrey Hepburn, die für „Ein Herz und eine Krone“ ausgezeichnet wurde. Der Vollständigkeit halber seien auch die Oscar-Nominierungen für das Schwarz-Weiß-Kostümdesign und die Musik genannt.

Die ausgelassene Stimmung im Lokal …

Der Originaltitel „From Here to Eternity“ von Roman wie Film stammt aus dem Gedicht „Name“ des Literaturnobelpreisträgers Rudyard Kipling („Das Dschungelbuch“). Die Zeile lautet vollständig „Damned from here to Eternity“, insofern gibt der deutsche Titel „Verdammt in alle Ewigkeit“ sie sogar treffend wieder.

… schlägt schnell um

Eine Aussage über den Zweiten Weltkrieg im Allgemeinen und den Konflikt zwischen den USA und Japan im Besonderen ist in „Verdammt in alle Ewigkeit“ nicht zu finden. Auch Kritik an Militarismus muss man mit der Lupe suchen. Das Unbill, welches Prewitt und Maggio widerfährt, resultiert im Film nicht aus grundlegenden Mängeln des Militärapparats, sondern an selbstsüchtigen beziehungsweise übel gesinnten Individuen. Es ändert nichts an der Größe dieses mächtigen Militärdramas, das mit etlichen bewegenden Momenten aufwartet, auch heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat und die Strahlkraft des klassischen Hollywoods in seiner ganzen Pracht präsentiert.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Fred Zinnemann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Deborah Kerr unter Schauspielerinnen, Filme mit Ernest Borgnine, Montgomery Clift und Burt Lancaster in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 17. Oktober 2013 als Blu-ray, 7. Februar 2008 als DVD (Award Winner Collection), 13. November 2001 als DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: From Here to Eternity
USA 1953
Regie: Fred Zinnemann
Drehbuch: Daniel Taradash, nach einem Roman von James Jones
Besetzung: Burt Lancaster, Montgomery Clift, Deborah Kerr, Donna Reed, Frank Sinatra, Ernest Borgnine, Philip Ober, Jack Warden, Harry Bellaver
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Tim Zinnemann und Alvin Sargent, Making-of, Fred Zinnemann: „So wie ich es sehe“, Ewige Geschichte: „Graphics-in-Pictures Track“
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Blu-ray: © 2013 Sony Pictures Home Entertainment

 

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