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X-Men – Dark Phoenix: Die Tragik der Jean Grey

Dark Phoenix

Kinostart: 6. Juni 2019

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Action // Das Überangebot an Kino-Superhelden aus Gelddruckmaschinen wie dem Marvel Cinematic Universe und dem DC Extended Universe hat mich zuletzt so genervt, dass ich sogar meiner Lieblingshelden „X-Men“ überdrüssig geworden bin und sowohl „X-Men – Apocalypse“ (2016) als auch „Logan“ (2017) bis dato nicht geschaut habe. Erstgenannten Film habe ich immerhin kürzlich nachgeholt. So kam die Einladung zur Pressevorführung von „X-Men – Dark Phoenix“ recht überraschend, weil ich den Film gar nicht auf dem Zettel hatte, und plötzlich verspürte ich auch wieder Lust dazu.

Heikler Einsatz im Weltraum

Im Presseheft ist vom „bis dato radikalsten ,X-Men‘-Film“ die Rede, von „diesem Höhepunkt der Superheldensaga“ und der „Krönung von fast zwanzig Jahren Superheldenfilmen“. Große Worte, die „X-Men – Dark Phoenix“ trotz unbestrittener Qualitäten nicht einlösen kann. In einem Prolog erhalten wir einen Einblick in ein tragisches Ereignis aus der Kindheit von Jean Grey (Summer Fontana). Die Haupthandlung setzt 1992 ein, vielleicht knapp zehn Jahre nach den Ereignissen von „X-Men – Apocalypse“. Menschen und Mutanten haben sich arrangiert und leben friedlich miteinander – doch es ist eine brüchige Gemeinschaft, wie sich später zeigen wird. Als Weltenretter genießen die X-Men den Status von Stars, sind beinahe schon im Boulevard angekommen. Als einer Raumfähre der NASA im Weltall Unheil durch ein außergewöhnliches Phänomen droht, schickt Professor Xavier (James McAvoy) ein Rettungsteam hinterher, dem unter anderen Hank McCoy alias Beast (Nicholas Hoult), Ororo Munroe alias Storm (Alexandra Shipp), Kurt Wagner alias Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Raven alias Mystique (Jennifer Lawrence) angehören. Auch Jean Grey (Sophie Turner) ist dabei, und nicht zuletzt ihren besonderen Fähigkeiten ist es zu verdanken, dass alle Astronauten der Raumfähre mit dem Leben davonkommen. Dabei jedoch wird sie der Wirkung des Phänomens voll ausgesetzt, was in der jungen Mutantin etwas auslöst, das ihre Gabe der Telepathie und Telekinese ins Unermessliche verstärkt. Nach und nach mutiert sie zu Dark Phoenix …

Eine außerirdische Bedrohung

Bald darauf erfährt Jean von Professor Xavier ein Detail ihrer familiären Vergangenheit, das dieser ihr bislang vorenthalten hatte und das sie bis ins Mark erschüttert. Sie verlässt die X-Men, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, während ihr Zorn mehr und mehr wächst. Parallel erwächst Menschen wie Mutanten weiteres Ungemach: Außerirdische sind auf der Erde gelandet und haben sich der Körper einiger Menschen (u. a. Jessica Chastain) bemächtigt.

Auch Mystique ist mit von der Partie

Gleich im nächsten Teil nach „X-Men – Apocalypse“ droht also erneut das Ende der Menschheit inklusive der Mutanten. Das Endzeit-Szenario des Vorgängers war wuchtig und beeindruckend genug geraten, damit kann „X-Men – Dark Phoenix“ nicht mithalten. So mächtig die Außerirdischen auch sind, ihr Erscheinen scheint mir in erster Linie als eine Art Katalysator zu dienen, um den Fokus auf Jean Grey alias Phoenix zu legen – denn deren Fähigkeiten wecken bei den Aliens Begehrlichkeiten. Und daher kommt es auch keineswegs erneut zu Szenen, in denen die Welt am Abgrund steht, dafür aber zu einigen atemraubenden Begegnungen von Mutanten und Aliens in Menschengestalt. Speziell eine Sequenz in und auf einem auf den Gleisen dahinrasenden Militär-Zug hat es in sich. Angesichts der Größe der Bedrohung durch die Außerirdischen wäre es angebracht gewesen, dem mehr Raum oder zumindest den extraterrestrischen Wesen mehr Profil zu verleihen, das war aber aufgrund der Konzentration der Geschichte auf Jean Grey wohl nicht gewollt. So ganz überzeugt mich das nicht, eine Lösung kann ich dafür aber auch nicht anbieten – ich bin ja kein Drehbuchautor.

The Dark Phoenix Saga

Grundzüge der Handlung basieren auf der Comicvorlage „The Dark Phoenix Saga“. „Game of Thrones“-Star Sophie Turner verleiht Jean Grey das nötige Profil, um die schwierige Entwicklung der Figur glaubhaft zu machen. Da sich die erste Jean-Grey-Darstellerin Famke Jansen großer Beliebtheit erfreut, hat Sophie Turner mit ihrem nunmehr zweiten Auftritt in der Rolle kein leichtes Erbe angetreten, aber sie macht ihre Sache gut. Das gilt für auch für alle übrigen Schauspielerinnen und Schauspieler, Turners Leistung ist aber natürlich die bedeutsamste, da der Film mit ihrer Figur steht und fällt.

Jean Grey mutiert zu Dark Phoenix

Professor Charles Xavier wird gewohnt souverän von James McAvoy verkörpert, der ohnehin problemlos in die Fußstapfen des ersten Xavier-Darstellers Patrick „Captain Picard“ Stewart getreten und längst aus dessen Schatten herausgewachsen ist. Xaviers Heiligenschein bekommt diesmal ein paar trübe Flecken, welche die Figur interessanter machen, als sie sowieso ist. Er gefällt sich in der Rolle des Weltenretters und schickt seine Schützlinge in riskante Einsätze, ohne selbst etwas zu riskieren. Auch Erik Lehnsherr alias Magneto (Michael Fassbender) kommt zum Einsatz – einem „X-Men“-Film ohne ihn würde auch etwas fehlen. Bedauerlich genug, dass wir auf Wolverine verzichten müssen. Die Mutationen beziehungsweise besonderen Fähigkeiten der X-Men sind erwartungsgemäß technisch perfekt inszeniert.

Keine Pause von Hans Zimmer

Auch wenn ich mich damit für manche meiner Leserinnen und Leser zum Soundtrack-Banausen mache: Ich kann die typischen Hans-Zimmer-Scores langsam nicht mehr hören, die nahezu jede Szene bedeutungsschwanger aufladen. Vor allem nervt mich, dass es in Hollywood-Blockbustern wie diesem kaum noch Momente zu geben scheint, die ohne musikalische Untermalung auskommen. In den großen Actionszenen funktionieren Zimmers Klänge sehr gut, tragen zur Wirkung des Gezeigten wesentlich bei. In vielen anderen Sequenzen von „X-Men – Dark Phoenix“ hätte ich gern darauf verzichtet. Aber auf mich hört ja keiner. Ich gönne dem Deutschen Hans Zimmer seine zehn Oscar-Nominierungen und den Oscar für „Der König der Löwen“ (1994) sowie all seine weiteren Auszeichnungen, darunter zwei Golden Globes, habe davon aber mittlerweile mehr als genug.

Die junge Mutantin weckt außerirdische Begehrlichkeiten

Letztlich ist es mir aber gelungen, den in manchen Szenen übertrieben eingesetzten Score auszublenden und mich einmal mehr mit Vergnügen ins „X-Men“-Universum zu begeben. Simon Kinberg ist als Produzent und Drehbuchautor schon lange Teil des Teams, für „X-Men – Dark Phoenix“ hat er sich nun erstmals auf den Regiestuhl gesetzt. Es sei ihm gegönnt, grobe Regieschnitzer habe ich nicht bemerkt. Zu meinen Favoriten der Reihe schließt sein Debüt zwar nicht auf, das sind nach aktuellem Stand „Wolverine – Weg des Kriegers“ (2013) und „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ (2014); Kinbergs Arbeit reiht sich insgesamt aber gut in den „X-Men“-Kosmos ein und bietet außer massig Action auch Tragik und charakterliche Tiefe.

Keine Post-Credit-Szene

Die Post-Credit-Szene von „X-Men – Apocalypse“ konnte ich übrigens nicht mit dem Geschehen in „X-Men – Dark Phoenix“ in Einklang bringen, sie verwies wohl eher auf „Logan“ (2017), den ich noch schauen muss. Wie bei der Pressevorführung von „Godzilla II – King of the Monsters“ habe ich es – selbstlos, wie ich bin – für die Leserinnen und Leser von „Die Nacht der lebenden Texte“ auf mich genommen, den Abspann bis zum Ende auszusitzen, doch diesmal erfolglos: Es folgte überhaupt keine Szene, somit gibt es auch keinen Ausblick auf einen nächsten Teil.

Doch die X-Men haben etwas dagegen

Damit ist es aber natürlich nicht getan: Zum Kino-Universum der „X-Men“ gehören bekanntermaßen auch „Deadpool“ (2016) und „Deadpool 2“ (2018). Als sei das nicht genug, wird es 2020 einen weiteren Ableger geben: den bereits 2017 abgedrehten „New Mutants“, dessen mehrfache Verschiebung jedoch die Hoffnung trübt, dass wir es mit einem herausragenden Beitrag zum Franchise zu tun bekommen werden. Wie der Titel bereits andeutet, stehen neue Mutanten im Fokus der Story – tatsächlich wohl einige der ersten Schülerinnen und Schüler von Professor Xaviers Schule. Die uns wohlbekannten Figuren der bisherigen „X-Men“-Filme kommen offenbar nicht vor. Allerdings steht hinter dem US-Starttermin im April ein großes Fragezeichen in Form der kürzlichen Übernahme von Fox durch den Disney-Konzern für satte 71 Milliarden Dollar. Unter dem Micky-Maus-Dach befinden sich auch Marvel und damit das Marvel Cinematic Universe. Wer will ausschließen, dass sich die Mutanten auf Disney-Geheiß künftig mit den Avengers zusammentun? Mir würde das womöglich endgültig den Superheldenrest geben. Auch „X-Men – Dark Phoenix“ wurde übrigens bereits 2017 gedreht, etwa zum gleichen Zeitpunkt wie „Deadpool 2“ und „New Mutants“. Für mich war der zwölfte Film des „X-Men“-Franchises ein schönes Wiedersehen mit den Mutanten, das Lust gemacht hat, mir die gesamte Reihe erneut anzuschauen. Und wer weiß, welche Filme dann meine Favoriten bilden?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jessica Chastain, Jennifer Lawrence und Sophie Turner sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Michael Fassbender, Nicholas Hoult und James McAvoy unter Schauspieler.

Länge: 114 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Dark Phoenix
USA 2019
Regie: Simon Kinberg
Drehbuch: Simon Kinberg, nach der Comic-Story „The Dark Phonix Saga“ von John Byrne, Chris Claremont und Dave Cockrum
Besetzung: Sophie Turner, Jessica Chastain, James McAvoy, Nicholas Hoult, Jennifer Lawrence, Michael Fassbender, Evan Peters, Tye Sheridan, Kodi Smit-McPhee, Alexandra Shipp, Evan Jonigkeit
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakate, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Twentieth Century Fox

 

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Logan – Letzte Klappe für einen echten Superhelden

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Logan – The Wolverine

Kinostart: 2. März 2017

Von Iris Janke

Fantasy-Action // Er ist alt und grau geworden, „X-Men“-Mutant Logan (Hugh Jackman) trägt jetzt T-Shirt und weite Hosen. Vergangen sind die hautenge sexy Lederkluft und der herausfordernde Blick. Ziemlich unmissverständlich wird gleich zu Beginn von Regisseur James Mangolds Film „Logan – Wolverine“ klar: Dies ist das letzte Abenteuer des Superhelden, er ist müde geworden, seine Superkräfte schwinden. Es ist unklar, ob und wie lange der Mann mit den Messerhänden nach seinen Verletzungen noch regenerieren wird.

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Logan (r.) und Charles sind zwei in die Jahre gekommene Helden

Die Story startet in der nahen Zukunft, im Jahr 2029: Der Himmel ist unheilschwanger in orange-rote Farben getaucht. Ein – vielleicht sogar DER – Untergang scheint kurz bevorzustehen. Mutant Logan sieht sich als letzter seiner Art und verdient sein weniges Geld als Limousinen-Chauffeur nah der mexikanischen Grenze. Sein selbst gewähltes Exil teilt sich er mit dem extrem sonnenempfindlichen Außenseiter Caliban (Stephen Merchant) und dem genialen Charles Xavier (Patrick Stewart). Charles, alias Professor X, ist inzwischen fast 90 Jahre alt und wird immer wieder von heftigen Krampfanfällen und dunklen Visionen erschüttert.

Mutantentrio im Silo

Das Trio versteckt sich in einem leeren alten Metallsilo. Der Behälter schützt sowohl Caliban vor Sonnenstrahlen als auch den Professor davor, sich und andere mit seinen Krampfanfällen in Gefahr zu bringen. Logans Versuch, sich selbst und den Professor länger in der Verborgenheit zu halten, endet abrupt, als Logan von einer Frau gebeten wird, das Mädchen Laura (Dafne Keen) in Sicherheit zu bringen. Ein Job, den Logan zunächst – trotz der scheinbar lukrativen Bezahlung – ausschlägt. Dann aber ändert er seine Entscheidung …

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Der gealterte Mutant soll Laura beschützen

Eine Vorahnung erhärtet sich, als sich Logan einem schlagkräftigen Kontrahenten (Hugh Jackman), gegenübersieht, der ihm selbst, samt seiner Adamantium-Klingenkompetenz, verblüffend ähnlich sieht – nur in einer jüngeren, gesunden Version. Logans junges Alter Ego ist die beste Waffe des fiesen Pierce (Boyd Hoolbrok) auf der Jagd nach der jungen Laura und anderen jungen Mutanten, die überlebt haben mögen.

Ein sehr menschlicher Superheld

Hugh Jackman ist es mit diesem offenbar letzten Part seiner Paraderolle gelungen, einem überirdischen Superhelden etwas zutiefst Menschliches zu verleihen. Ergebnis: ein opulentes, bildgewaltiges Spektakel, das Jackman als gealterten Helden würdig aus seiner spektakulärsten Rolle entlässt.

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Nah der mexikanischen Grenze sucht Logan Sicherheit

Im Gegensatz zu anderen „Marvel“-Superhelden-Episoden ist dieser letzte Wolverine-Auftritt von insgesamt acht Einsätzen in 17 Jahren nicht darauf ausgelegt, elf- oder zwölfjährige Jungs mit einer Cola ins Kino zu locken. Dieser Wolverine ist härter, voller blutiger Action und trotzdem mit vielen großen Emotionen gespickt. Regisseur James Mangold ist mit seinem zweiten Wolverine-Film nach „Wolverine – Weg des Kriegers“ (2013) ein Messerwetzen für Erwachsene gelungen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Hugh Jackman und/oder Patrick Stewart sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Laura ist ein ganz besonderes Mädchen

Länge: 138 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Logan – The Wolverine
USA 2017
Regie: James Mangold
Drehbuch: Michael Green, Scott Frank, James Mangold
Besetzung: Hugh Jackman, Doris Morgado, Dafne Keen, Boyd Holbrook, Patrick Stewart, Stephen Merchant, Elizabeth Rodriguez, Richard E. Grant, Eriq La Salle
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2017 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Twentieth Century Fox

 

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X-Men – Apocalypse: Staub zu Staub

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X-Men – Apocalypse

Kinostart: 19. Mai 2016

Von Anja Rohde

Fantasy-Action // Apocalypse (Oscar Isaac) ist der erste Mutant auf Erden. Dank seiner diversen übernatürlichen Kräfte kann er einfach alles, hält sich daher für einen Gott und wird von der Menschheit auch als solcher verehrt. Blöderweise geht bei einem Ritual in der Antike etwas schief, Apocalypse wird verschüttet und wacht erst in den 1980er-Jahren wieder auf.

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Apocalypse räumt auf

Schon die Zeitreise, durch die uns der Vorspann schickt, ist eine Wucht. Wir düsen aus Apocalypses Pyramide an Jesus und diversen Kriegen vorbei ins 20. Jahrhundert, wo wir Zeugen des ersten Rundgangs des ehemaligen Gottes werden, der natürlich extrem enttäuscht darüber ist, was aus seiner Welt geworden ist. So hatte er sich das nicht vorgestellt! Nachdem er sich schnell durch Handauflegen auf einen Fernsehapparat das Wissen der letzten paar tausend Jahre angeeignet hat, beschließt er, die korrekte Weltordnung wiederherzustellen. Seine Idee: Nur die Starken überleben, alles Schwache muss ausgerottet werden, egal ob Mensch oder Mutant. Er sammelt vier apokalyptische Mitstreiter und beginnt mit der Arbeit.

Alte Bekannte – junge Gesichter

„X-Men – Apocalypse“ bildet als Fortsetzung zu „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ (2014) den dritten Teil der zweiten X-Men-Trilogie. Für Chronisten wird es im X-Men-Universum immer komplizierter, hatte es doch in „Zukunft ist Vergangenheit“ eine Zeitreise gegeben, die große Teile der ersten Trilogie obsolet gemacht hatte. Oder doch nicht? In „Apocalypse“ treffen wir jedenfalls auf junge Versionen altbekannter Mutanten, die sich entweder irgendwo auf der Welt verstecken, weil das Mutantendasein eben doch nicht ganz so rosig ist, wie es das Ende des vorherigen Films vorgaukelte, oder die in „Xaviers Institut für begabte Jugendliche“ wohnen und lernen.

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Magneto hilft ihm

Dort treffen sich zum Beispiel Cyclops und Jean Grey zum ersten Mal. Cyclops (Tye Sheridan) ist erstmal nur der Teenager Scott, der Augenschmerzen bekommt – kein Wunder, stellt er doch kurz darauf fest, dass er zerstörerische Strahlen aus seinen Augen schießen kann. Schnell ab mit ihm in Xaviers Schule und eine Brille verpasst, die das Schlimmste verhindert! Wer James Marsden noch aus der ersten Trilogie in Erinnerung hat, kann sich Sheridan durchaus als junge Fassung des coolen, aber auch schwierigen Mutanten vorstellen.

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Die Guten: Xavier und seine Crew

Nicht ganz so gut klappt das mit Sophie Turner („Game of Thrones“), die die Rolle der seinerzeit von der anbetungswürdigen Famke Janssen gespielten Jean Grey übernimmt. Allerdings ist die junge Jean der 80er-Jahre eben noch nicht selbstsicher und stark, sondern hadert mit ihrem Schicksal, telepathische und telekinetische Fähigkeiten zu haben. So richtig viele Freunde macht man sich damit nämlich nicht.

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Jean weiß, was du denkst

Aus den Vorgängerfilmen kennen wir bereits Professor Charles Xavier (James McAvoy), der mit einer deutlich positiveren Weltsicht als zuvor seine kreative Schule leitet, und Erik Lehnsherr / Magneto (Michael Fassbender), dem diesmal extrem übel mitgespielt wird und dessen Entscheidung für die dunkle Seite der Macht daher nachvollziehbar ist. Neben der Rückkehr von Raven / Mystique (Jennifer Lawrence) und Hank McCoy / Beast (Nicholas Hoult) erfreut vor allem Quicksilvers (Evan Peters) Einsatz mit der wohl schönsten Sequenz des ganzen Films. Quicksilver nutzt einmal mehr seine extreme Geschwindigkeit – in diesem Fall, um alle Schülerinnen und Schüler aus Xaviers Institut vor einem Angriff zu retten. Wie schon im Vorgängerfilm sehen wir die Geschehnisse in Quicksilvers Tempo – alles rundherum passiert extrem langsam, sodass er alle Zeit der Welt zu haben scheint, die Dinge ins rechte Bild zu rücken, inklusive Biss in eine Pizza und anderer kleiner Gags. Und das zu den Klängen von Eurythmics‘ „Sweet Dreams (Are Made of This)“ – schließlich befinden wir uns in den Achtzigern!

Mutant sein – ja bitte! Aber welcher?

Ich überlege bei den X-Men-Filmen ja immer, welcher mein Lieblingsmutant ist und welche Mutationen ich gern hätte. Wie Leserinnen und Leser meiner Rezensionen vielleicht schon bemerkt haben, lasse ich mich leicht in Fantasiewelten hineinziehen, mal möchte ich Vampir sein, mal Mutantin. Die Idee, dass es auf der Welt nicht nur sterbliche Normalos gibt, gefällt mir einfach – und die Welt der X-Men fasziniert natürlich ganz besonders, da es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, anders zu sein.

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Scott: Besser, er lässt die Brille auf

Ich hätte wohl schon am liebsten solche überragenden Gedankenfähigkeiten wie Jean oder Xavier. Aber am schönsten anzusehen sind definitiv Quicksilvers Geschwindigkeitsrekorde. Also würde ich ihn hier schon gern zum Lieblingsmutanten erklären – wäre da nicht ein kleiner, aber durchschlagender Auftritt von … Hach!

Der dritte Teil ist immer der schlechteste?

„X-Men – Apocalypse“ kommt nicht in allen Kritiken gut weg. Ich finde ihn toll. Bin ich zu einfach zu kriegen? Hier und da wird bemängelt, es seien zu viele Personen beteiligt. In der Tat sind einige Handlungsstränge zusammenzuführen, das klappt aber stimmig, und es bleibt durchaus Zeit für einzelne Charakterstudien. Die schauspielerische Leistung? Keine großen Ausfälle! Die kleineren Rollen müssen in einem Actionfilm nicht von hochkarätigen Method Actors gespielt werden, die Hauptrollen sind aber hervorragend besetzt. Eventuell müssten die bösen Helden nicht mehrere Szenen lang beratend in einer Steinlandschaft herumstehen, aber darüber kann man hinwegsehen. Zu wenig Action? Von wegen! Städte werden zu Staub, aus dem Staub entsteht Neues, Metall fliegt durch die Luft – da lohnt sich die 3D-Version! Witz und Drama sind gleichermaßen vertreten, wechseln sogar in knackiger Abfolge. Hat man sich gerade erst an Quicksilvers Aufräumsequenz ergötzt, folgt Trauer auf dem Fuße. Wem das alles nicht gefällt, der kann sich den Film zumindest deswegen ansehen, weil er erfährt, wie Xavier zum Glatzkopf wird.

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Einer von mehreren blauen Mutanten: Nightcrawler

„Well, at least we can all agree, the third one is always the worst“, sagt Jean, nachdem sie mit einigen Schulfreunden „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gesehen hat. Das ist erstens lustig im dritten Teil einer Filmreihe, und zweitens für die X-Men nicht zutreffend. Der nächste X-Men-Film wird laut Drehbuchautor Simon Kinberg zehn Jahre nach „X-Men – Apocalypse“ spielen – aber hoffentlich nicht erst erscheinen!

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Fürs Finale gibt’s sogar Uniformen: Raven und Quicksilver

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Fassbender, Nicholas Hoult, Oscar Isaac, Hugh Jackman und James McAvoy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt, Filme mit Jennifer Lawrence und Sophie Turner in der Rubrik Schauspielerinnen.

Länge: 144 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: X-Men – Apocalypse
USA 2016
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Simon Kinberg
Besetzung: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac, Nicholas Hoult, Rose Byrne, Evan Peters, Sophie Turner, Kodi Smit-McPhee, Tye Sheridan, Olivia Munn, Alexandra Shipp, Lucas Till, Josh Helman, Lana Condor, Ben Hardy, Hugh Jackman
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2016 by Anja Rohde

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox

 

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