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Snowden – Der großer Bruder sieht alles

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Snowden

Kinostart: 22. September 2016

Von Andreas Eckenfels

Politthriller // Im Juni 2013 geisterte plötzlich ein Name durch die weltweite Medienlandschaft: Edward Snowden. Der 1983 geborene US-Geheimdienstmitarbeiter brachte eine unfassbare Enthüllung ans Licht: Seit Jahren überwachen die USA unter dem Deckmantel des Anti-Terrorkampfes die globale Telekommunikation und das Internet. Dabei belauscht die dafür zuständige NSA nicht nur mutmaßliche Terroristen, sondern auch ihre eigenen Bürger ebenso wie ausländische Regierungen, die der USA an sich in Freundschaft verbunden sind.

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Der schüchterne Computernerd Edward Snowden …

Die US-Regierung erklärte den Whistleblower Snowden daraufhin zum Staatsfeind Nummer 1. Der Geheimnisverräter flüchtete ins Exil nach Moskau, wo er noch heute weilt. Doch für einen Großteil der Weltbevölkerung ist Snowden ein moderner Held und Idealist, der zum Wohle aller ein großes privates Opfer eingegangen ist und damit die Debatte um Privatsphäre und Datenmissbrauch ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hat.

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… lernt die extrovertierte Lindsay Mills kennen

Für die Verfilmung von Snowdens Lebensgeschichte konnte man sich keinen passenderen Regisseur als Oliver Stone („JFK – Tatort Dallas“) wünschen. Als Vorlage für sein Drehbuch nutzte er das Sachbuch „The Snowden Files“ von Luke Harding und den Roman „Time of the Octopus“ von Anatoli Kutscherena, Snowdens russischem Anwalt. Über Kutscherena nahm der für seine akribischen Recherchen bekannte Stone auch Kontakt zu Snowden auf: Mehrere Male traf der Regisseur den Whistleblower in Moskau.

Das Weltbild eines Patrioten wird zerstört

Was wäre wohl geschehen, wenn der US-Soldat Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) 2004 nicht bei einem Morgenappell vom Hochbett gesprungen und dabei so unglücklich aufgekommen wäre, dass er sich beide Beine brach und seine Militärkarriere damit vorzeitig an den Nagel hängen musste? Es bleibt eine hypothetische Frage. Der Patriot will dennoch seinem Land dienen. Er bewirbt sich beim CIA, wo sein späterer Ausbilder Corbin O’Brian (Rhys Ifans) Snowdens außergewöhnliches Talent für das Programmieren und die Kryptografie schnell erkennt. Von da aus beginnt sein Aufstieg in die Untiefen der Geheimdiensttechniken, deren Missbrauch letztendlich sein komplettes Weltbild zerstören soll. Aus diesem Grund fällt er ohne das Wissen seiner Freundin Lindsay Mills (Shailene Woodley) eine folgenschwere Entscheidung.

Die von der Dokumentarfilmerin Laura Poitras (Melissa Leo) aufgezeichneten Interviews, welche Snowden mit den Journalisten Glenn Greenwald (Zachary Quinto) und Ewen MacAskill (Tom Wilkinson) im Mira-Hotel in Hongkong unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen führte, bieten die Rahmenhandlung und unterbrechen auch immer wieder die ansonsten chronologisch erzählte Biografie.

Überwachung bis ins Schlafzimmer

Die Interviews lieferten bereits die Grundlage für die höchst, gelungene Oscar-prämierte Doku „Citizenfour“. Wer diese gesehen hat, kann sich „Snowden“ eigentlich sparen. Die Fiktionalisierung des Stoffes kann nicht die Kraft der echten Bilder übertrumpfen. Zudem hat „Snowden“ für Zuschauer, die mit seiner Lebensgeschichte vertraut sind, kaum Überraschungen zu bieten. Das Biopic klappert die einzelnen Stationen nach und nach chronologisch ab. Wie man das besser machen kann, hat zuletzt Danny Boyle mit „Steve Jobs“ gezeigt.

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Corbin O’Brian erkennt Snowdens großes Talent und stellt ihn beim CIA ein

Auch visuell fällt Stone nicht viel ein: Der Einsatz von Aufnahmen aus Überwachungskameras oder anderen Linsen sollen die ständige Beobachtung und Bedrohung Snowdens suggerieren. Dies gipfelt in einer recht plakativen Szene, in der Snowden und Mills Sex haben und er plötzlich innehält: Sein Blick wandert zu dem ausgeschalteten Notebook, welches aufgeklappt auf dem Schreibtisch steht – die Kamera fährt auf die Webcam. Beobachtet gerade jemand die private Zweisamkeit?

Weiter bemüht Stone immer wieder das Bild des kleinen Mannes, der gegen das große System kämpft: Bei einem Videoanruf wird das Bild von Corbin O’Brian vor Snowden übergroß auf eine Wand projiziert. Ja, der große Verschwörungstheoretiker Stone nutzt das Bild von „Big Brother is watching you“ etwas zu häufig.

Blasser Held, starker Darsteller

Nicht falsch verstehen: Stone liefert einen phasenweise spannenden Politthriller ab, der inhaltlich eng am Puls der Zeit pocht und wichtige Fragen aufwirft. Auch als reines Porträt eines Patrioten und Idealisten bietet „Snowden“ gutes Unterhaltungskino. Aber ein großes Problem ist nun mal, dass Snowden ein sehr glatter und schüchterner Held ohne große Ecken und Kanten ist, der im Vergleich zu einem Exzentriker wie etwa Mark Zuckerberg einfach blass rüberkommt – siehe „The Social Network“.

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In einem kleinen Hotelzimmer in Hongkong filmt Laura Poitras Snowdens Enthüllungen

Ganz und gar nicht blass kommen dagegen die beiden Hauptdarsteller daher. Wie schon in dem völlig zu Unrecht an den Kinokassen untergegangenen „The Walk“ verkörpert Joseph Gordon-Levitt mit voller Hingabe erneut eine real existierende Person. Selbst Snowdens Stimme imitiert er genau. Es ist aber auch Shailene Woodleys („Die Bestimmung – Allegiant“) Darstellung der treuen und linksliberalen Mills zu verdanken, dass Snowdens schrittweise Abkehr seiner konservativen Werte und unkritischen Sichtweise auf die US-Regierung überzeugend wirkt.

Eine Überraschung im Ärmel

Oliver Stone hätte man in der Inszenierung dieses hochbrisanten und aktuellen Themas etwas mehr Mut gewünscht. Immerhin holt er gegen Filmende dann doch noch eine Überraschung aus dem Ärmel, die hier aber nicht verraten werden soll.

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Snowden will wichtige Dokumente aus dem hochgesicherten NSA-Gebäude schmuggeln

Und wer weiß – Snowden ist noch jung. Er ist schon jetzt einer der wichtigsten Menschen des 21. Jahrhunderts. Sicher kommt in ein paar Jahren „Snowden 2.0“ mit neuen Enthüllungen aus seinem Leben in die Kinos. Hoffen wir, dass der Whistleblower bis dahin endlich wieder in Freiheit leben darf und sich nicht mehr im Exil verstecken muss. Wer sich jenseits vom bewegten Bild etwas ins Thema einlesen will, dem sei Glenn Greenwalds Buch „Die globale Überwachung – Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen“ ans Herz gelegt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Nicolas Cage sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Snowden
USA/D 2016
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Kieran Fitzgerald, Oliver Stone
Besetzung: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Scott Eastwood, Nicolas Cage, Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Joely Richardson
Verleih: Universum Film

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Universum Film

 

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Star Trek – Beyond: Hinterhalt auf der Rettungsmission

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Star Trek – Beyond

Kinostart: 21. Juli 2016

Von Volker Schönenberger

Zur Erinnerung an Anton Yelchin (1989–2016) und Leonard Nimoy (1931–2015)

SF-Action-Abenteuer // Um die Jahrtausendwende als Kind zum Film gekommen, hat Anton Yelchin 2009 mit seiner Rolle des Navigationsoffiziers Pavel Chekov in „Star Trek“ und der Verkörperung von Kyle Reese in „Terminator – Die Erlösung“ nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Mit der Titelrolle im Mysterythriller „Odd Thomas“ (2013), einer Nebenrolle in Jim Jarmuschs betörendem Vampir-Melodram „Only Lovers Left Alive“ (2013) und seinem Part als Punkmusiker im Nazi-Horrorthriller „Green Room“ (2015) bewies er ein Faible für interessante Figuren jenseits des Hollywood-Mainstreams. Einen Monat vor den weltweiten Premieren von „Star Trek – Beyond“ starb Anton Yelchin an den Folgen eines Autounfalls. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Left to right: John Cho plays Sulu, Anton Yelchin plays Chekov, Karl Urban plays Bones, Chris Pine plays Kirk, Zachary Quinto plays Spock and Simon Pegg plays Scotty in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Kirk (vo.) und seine Crew müssen sich einmal mehr bewähren

In seiner dritten und letzten Verkörperung von Chekov hat Yelchin immerhin anständig Leinwandzeit spendiert bekommen – zu Anfang noch recht unauffällig auf der Brücke der „USS Enterprise“, später deutlich mehr. Das Raumschiff unter dem Kommando von Captain James Tiberius Kirk (Chris Pine) befindet sich auf einer fünfjährigen Forschungsmission. Nach einem Zwischenstopp auf der gigantischen Raumstation „Yorktown“ macht sich die „Enterprise“ zu einer Rettungsmission in Richtung eines entlegenen Planeten auf. Kaum in dessen Nähe angekommen, gerät sie in einen Hinterhalt und unter massive Attacken fremdartiger Waffensysteme. Die „Enterprise“ wird geentert, ihr Warp-Antrieb ausgeschaltet, ihre Flucht so verhindert. Große Teile des Raumschiffs werden zerstört und abgetrennt, bis sein Rumpf schließlich schwer in Mitleidenschaft gezogen auf dem Planeten niedergeht.

Left to right: Chris Pine plays Kirk and Idris Elba plays Crowl in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Krall (r.) hegt finstere Pläne

Bis zu dieser ersten großen Actionsequenz des Films geht es in „Star Trek – Beyond“ vergleichsweise ruhig zu, doch mit diesem Zerstörungs-Szenario legt Regisseur Justin Lin („Fast & Furious“ – Teile 3 bis 6) die Action-Messlatte erst einmal hoch. In der Folge kommt es zu weiteren der Story dienenden Erzähl-Passagen, bis es zum Finale dann eine ganze Weile ununterbrochen zur Sache geht. Das ist nicht immer übersichtlich, bisweilen fragt man sich, was da gerade zu Bruch gegangen ist. Technisch perfekt ist das natürlich inszeniert und produziert, auch wenn mich einmal mehr die dritte Dimension eher achselzuckend zurückgelassen hat. Einen Wow-Effekt habe ich zu keinem Zeitpunkt gespürt.

Left to right: Karl Urban plays Bones and Zachary Quinto plays Spock in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Pille (l.) und Spock schlagen sich durch

Die liebgewonnene Crew der „Enterprise“ ist vollzählig versammelt. Commander Spock (Zachary Quinto) wird von ungeahnten Emotionen heimgesucht. Die Nachricht vom Tod des Botschafters Spock (Leonard Nimoy, nur auf Fotos zu sehen) trifft ihn, obendrein muss er sich über seine Gefühle zu Lieutenant Nyota Uhura (Zoe Saldana) im Klaren werden. Beim erwähnten Absturz der „Enterprise“ werden Spock und Doc „Pille“ McCoy (Karl Urban) von allen anderen getrennt und müssen sich zu zweit durchschlagen. Bordingenieur Montgomery „Scotty“ Scott (Simon Pegg) ist anfangs gar völlig auf sich allein gestellt, erhält bald aber Hilfe von der Amazone Jaylah (Sofia Boutella), die seit langer Zeit allein auf dem Planeten lebt und sich in einem abgestürzten Raumschiff der Föderation ein Zuhause eingerichtet hat. Während sich auch Kirk und Chekov vorerst zu zweit vorankämpfen, sind Uhura, Lieutenant Hikaru Sulu (John Cho) und viele andere überlebende Besatzungsmitglieder Gefangene des fiesen Krall (Idris Elba) geworden, dessen Absichten ganz sicher nicht friedfertig sind.

Sofia Boutella plays Jayla in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Amazone Jaylah …

Ob Krall mit der Zeit einen Ehrenplatz in der Riege der „Star Trek“-Finsterlinge einnehmen wird, darf bezweifelt werden. Die Figur ist mit Idris Elba zwar gut besetzt – man erkennt ihn allerdings erst gegen Ende –, ihre sich spät offenbarende Hintergrundgeschichte überzeugt aber nicht, hinterlässt mit fragwürdiger Psychologisierung etwas Ratlosigkeit. Jaylah hingegen etabliert sich auf frische Weise als Sidekick von Scotty, im bereits angekündigten vierten Teil des aktuellen „Star Trek“-Reboots sehen wir sie hoffentlich wieder. Ob alle Crew-Mitglieder der „Enterprise“ in einer Fortsetzung auftauchen werden, darf hingegen bezweifelt werden. Chekov-Darsteller Yelchin soll aus Respekt nicht ersetzt werden. Spock-Darsteller Quinto hat seine vertraglichen Pflichten für drei Filme erfüllt und bereits angekündigt, sich neuen Aufgaben widmen zu wollen. Ob seine Absage an Teil 4 in Stein gemeißelt ist, mag die Zeit und seine künftige Auslastung mit interessanten Rollen zeigen. Quinto sei jeder Erfolg gegönnt, aber er ist ein großartiger Spock. Produzent J. J. Abrams hat für das Sequel kürzlich Chris „Thor“ Hemsworth in seiner Rolle als Kirks Vater George bestätigt. Der war zwar in „Star Trek“ (2009) gestorben, aber Zeitreisen sind in Gene Roddenberrys Universum kein Ding der Unmöglichkeit. Gespannt dürfen wir auch auf die neue „Star Trek“-Serie sein, die in Deutschland voraussichtlich ab Januar 2017 über Netflix verfügbar sein wird.

Left to right: Sofia Boutella plays Jaylah and Simon Pegg plays Scotty in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

… hilft Scotty

„Star Trek – Beyond“ hat jedenfalls Freude gemacht und lohnt den Kinogang, da ist Vorfreude auf eine weitere Kino-Umsetzung zulässig. Die recht einfach gestrickte Story – die Crew um Kirk gegen einen Schurken mit zerstörerischen Absichten – ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und auch in der „Star Trek“-Welt nicht zum ersten Mal erzählt worden, aber es darf auch mal Bewährtes sein. Die Action ist bombastisch, einen gewissen Ermüdungseffekt angesichts immer neuer Blockbuster-Spektakel lasten wir nicht „Star Trek“ an. Es wird der Schauwerte langsam zu viel mit all diesen Marvel-, DC- und sonstigen Gigantismen. „Star Trek – Beyond“ wird dereinst vermutlich nicht als der große Blockbuster des Jahres 2016 vermerkt sein, wird aber vermutlich Trekkies und insbesondere Fans des 2009 gestarteten Reboots zufriedenstellen – sofern sie sich nicht daran stören, dass plötzlich hämmernde Hip-Hop-Beats von „Public Enemy“ erschallen. Und wer hätte gedacht, dass man eine gegnerische Angriffsformation mit dem Sound der „Beastie Boys“ verwirren kann?

Left to right: Simon Pegg plays Scotty, Sofia Boutella plays Jaylah and Chris Pine plays Kirk in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Jaylahs Respekt muss Kirk erst einmal erringen

Etwas Aufsehen erregte im Vorfeld die Enthüllung, dass Lieutenant Sulu als schwul dargestellt werden solle. George Takei, Darsteller des Sulu in den klassischen „Raumschiff Enterprise“-Folgen und „Star Trek“-Filmen und selbst seit seinem Coming-out im Jahr 2005 als Aktivist für die Rechte Homosexueller bekannt, war darüber gar nicht erfreut: „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry habe die Figur Sulu seinerzeit klar als heterosexuell angelegt. In „Star Trek – Beyond“ erhält Sulus sexuelle Orientierung aber nur kurz Raum – bei einem „Landgang“ auf „Yorktown“ wird der Offizier von seinem Lebensgefährten und der gemeinsamen Tochter begrüßt. Bemerkenswert, dass sogar eine Elternschaft eines schwulen Paars eingebaut worden ist. Die nonchalante Szene ist schnell vorbei, funktioniert als kurzes Statement gut – das passt. Puristische Trekkies mögen sich auf George Takeis Seite schlagen – dürfen sie. Homophobiker hingegen mögen sich gehackt legen.

Zoë Saldana plays Uhura in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Uhura in Gefahr

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Simon Pegg, Chris Pine und Anton Yelchin sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Left to right: Zachary Quinto plays Spock, Sofia Boutella plays Jaylah and Karl Urban plays Bones in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Die Rettung naht

Länge: 120 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Star Trek – Beyond
USA 2016
Regie: Justin Lin
Drehbuch: Simon Pegg, Doug Jung
Besetzung: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Simon Pegg, Anton Yelchin, Zoe Saldana, John Cho, Sofia Boutella, Idris Elba, Greg Grunberg
Verleih: Paramount Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

Left to right: Anton Yelchin plays Chekov, Chris Pine plays Kirk and John Cho plays Sulu in Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Riskanter Start

Filmplakat & Fotos &amp: © 2016 Paramount Pictures Germany GmbH

 

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Videospielverfilmungen (II): Hitman – Agent 47: Der Killer mit der Glatze

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Hitman – Agent 47

Kinostart: 27. August 2015

Von Matthias Holm

Actionthriller // Es kommt ein neues „Hitman“-Spiel. Das Internet jubelt. Es kommt ein neuer „Hitman“-Film. Das Internet schweigt still. Die erste Verfilmung des glatzköpfigen Profi-Killers aus dem Jahre 2007 mit Timothy Olyphant als Hauptdarsteller genießt unter Fans der Reihe einen fragwürdigen Ruf. Nun kommt das Reboot in unsere Kinos, für dessen Hauptrolle Paul Walker vorgesehen war. Nach dessen Unfalltod am 30. November 2013 wurde die Produktion verschoben und Walker durch Rupert Friend ersetzt.

Emotionslose Tötungsmaschine

Das zwielichtige Unternehmen „Syndicate International“ versucht, den Wissenschaftler Litvenko (Ciarán Hinds) ausfindig zu machen. Der hatte entdeckt, wie man mittels Genmanipulation Supersoldaten erschaffen kann, die keine Emotionen empfinden und somit ultimative Tötungsmaschinen darstellen. Doch Litvenko verschwand und mit ihm seine Arbeit. Die Spur führt zu seiner Tochter Katia van Dies (Hannah Ware). Dem Syndicate-Agenten John Smith (Zachary Quinto) kommt immer wieder ein glatzköpfiger Mann in die Quere: Agent 47 (Rupert Friend), ein Ergebnis von Litvenkos Supersoldaten-Programm, ist ebenfalls hinter Katia her.

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Agent Smith und …

Wer allergisch auf Product Placement in Filmen reagiert, sollte einen großen Bogen um „Hitman – Agent 47“ machen. Das beginnt bereits in der ersten Szene, in der auf dem Tablet von Agent 47 groß eine bestimmte Automarke ins Bild kommt. Man nenne mich kleinkariert, aber in diesem Film ist die Produktplatzierung wirklich penetrant.

Ein paar nette Action-Ideen

Sieht man gnädig darüber hinweg, ist festzustellen: Dem Regie-Debütanten Aleksander Bach gelingt es recht gut, den Agenten als kalten Killer zu etablieren. Er geht systematisch vor und hat jeden Schritt perfekt geplant – wie man auch in den Videospielen vorgehen sollte. Leider beugt sich der Film zu häufig den aktuellen Blockbuster-Gesetzen: Es muss schnell geschnittene Action und Schusswechsel geben. Das ist schade, allerdings geht der Agent auch hier enorm kompromisslos vor – die Altersfreigabe ab 16 Jahren geht völlig in Ordnung. Immerhin hat der Film den einen oder anderen netten visuellen Einfall, was ihn ein wenig vom Action-Einheitsbrei abhebt.

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… Agent 47 suchen beide …

Denn die Story schafft das nicht. Auch im Grundmaterial der Videospiele ist die Geschichte nur dafür gedacht, die Missionen halbwegs sinnvoll miteinander zu verbinden. Im Film drehen die Autoren völlig am Rad – es gibt nicht nur die emotionslosen Agenten, sondern auch Menschen mit besonders ausgeprägtem Fluchtinstinkt oder solche mit Metall im Körper, sodass Schusswunden ihnen nichts anhaben können. Logikfreunde bleiben also bitte draußen.

Wer ist Angelababy?

Dementsprechend haben die Schauspieler auch keine besonderen Aufgaben. Rupert Friend passt optisch gut in die Rolle, Hannah Ware schaut meist gehetzt durch die Gegend. Eine Überraschung war für mich, dass die Darstellerin Angelababy dabei ist – bei der Pressevorführung wurde tatsächlich gelacht, als der Name eingeblendet wurde. Es ist der Künstlername der Chinesin Angela Yeung, welche die undurchsichtige Auftraggeberin von Agent 47 spielt. Allerdings bekommt sie deutlich zu wenig Zeit auf der Leinwand. Wer mehr von ihr sehen möchte, sollte sich „Tai Chi Zero“ und „Tai Chi Hero“ angucken. Auch in Tsui Harks „Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers“ hat sie mitgewirkt.

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… Katia

In einer weiteren Nebenrolle als Boss von „Syndicate International“: Thomas Kretschmann („King Kong“, „Dario Argentos Dracula“). Auch Jürgen Prochnow („Das Boot“, „Die Mächte des Wahnsinns“) darf in einer Szene als Passfälscher auftauchen. Beide Auftritte bringen den Film nicht voran, aber das konnte man auch nicht zu erwarten.

„Hitman – Agent 47“ ist keine anspruchsvolle Kost und auch nicht unbedingt für Fans des Videospiels – dafür gibt es zu viele wilde Action-Sequenzen. Aber der hauptsächlich in Berlin und Singapur gedrehte Film bietet durchaus solide Filmkost. Vielleicht nicht unbedingt kinoreif, aber auf den Heimbildschirmen sicher gut für einen Abend mit den Kumpels.

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Ob man Agent 47 auf diese Weise aufhalten kann?

Videospiel-Verfilmungen bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

It Came from the Desert (Horrorkomödie, FIN/GB/KAN 2017)
Assassin’s Creed (SF-Abenteuer, GB/F/HK/USA 2016)
Dead Rising – Endgame (Horror-Action, USA 2016)
Kingsglaive – Final Fantasy XV (Computertrick-Fantasy-Action, USA/JAP 2016)
Ratchet & Clank (Computertrick-Fantasy-Action, HK/KAN/USA 2016)
Resident Evil – The Final Chapter (Horror-Action, F/D/KAN/AUS 2016)
Warcraft – The Beginning (Fantasy-Action, USA 2016)
Dead Rising – Watchtower (Horror-Action, USA 2015)
Hitman – Agent 47 (Actionthriller, USA/D 2015)
FPS – First Person Shooter (Horror-Action, D 2014)
Heavenly Sword (Computertrick-Fantasy-Action, USA 2014)
Street Fighter – Assassin’s Fist (Action, GB 2014)
Silent Hill – Revelation (Horror, F/KAN 2012, geplant)
Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Fantasy-Abenteuer, USA 2010, geplant)
Hitman – Jeder stirbt alleine (Actionthriller, F/USA 2007)
Silent Hill – Willkommen in der Hölle (Horror, KAN/F/JAP 2006)
Alone in the Dark (SF-Horror, KAN/D/USA 2005, geplant)
Super Mario Bros. (Fantasy-Abenteuer, USA 1993, geplant)

Länge: 108 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Hitman – Agent 47
D/USA 2015
Regie: Aleksander Bach
Drehbuch: Skip Woods, Michael Finch
Besetzung: Rupert Friend, Hannah Ware, Zachary Quinto, Thomas Kretschmann, Ciarán Hinds, Angelababy, Jürgen Prochnow, Mona Pirzad
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2015 Twentieth Century Fox of Germany GmbH

 

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