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Der große Crash – Margin Call: Der Finanzmarkt in all seiner Kälte

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Margin Call

Von Simon Kyprianou

Drama // Entlassungswelle in einem New Yorker Bankhaus. Der junge Mitarbeiter Peter Sullivan (Zachary Quinto) erhält vom gerade gefeuerten Risikomanager Eric Dale (Stanley Tucci) einen USB-Stick mit brisanten Daten. Sie belegen, dass das Unternehmen auf toxischen Immobilienkreditbriefen sitzt, die es in den Ruin treiben können. Die Führungsetage um den Vorstandsvorsitzenden John Tuld (Jeremy Irons) und den Manager Jared Cohen (Simon Baker) beschließt, die Wertpapiere so schnell wie möglich abzustoßen, bevor der Markt Lunte riecht. Sullivans Bosse Will Emerson (Paul Bettany) und Sam Rogers (Kevin Spacey) haben zwar Skrupel, müssen aber den Kurs mittragen.

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Peter Sullivan entdeckt Brisantes

Sehr markant und bewusst lehnt J. C. Chandor sein Kinodebüt formell an die klassische Tragödie an, hält sich strikt an die Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Die Figuren bewegen sich allesamt in den obersten Etagen gläserner Wolkenkratzer, weit unter ihnen schimmern die Lichter der Stadt. Mit den Wolkenkratzern symbolisiert Chandor die enorme Fallhöhe seiner Figuren, die ihnen durch den schwindelerregenden Ausblick auch stets bewusst ist. Chandor zeichnet mit kühler Präzision die Entstehung der Finanzkrise nach.

Die Finanzwelt bleibt unerklärbar

Die Figuren reden in der Sprache der Börsianer, der Sprache der Geschäftsmänner: Fachausdrücke, komplexe Mathematik, oft unverständlich. Oft verstehen nicht einmal die Figuren einander. Chandor umgeht Erklärungsversuche, er vermeidet es überhaupt, diese ganze Welt zu erklären. Sie ist nicht zu vereinfachen, nicht zu verstehen. Darum arbeitet er oft mit Unschärfen, denn niemand kann in dieser Welt klar sehen, niemand kann die Dinge begreifen.

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John Tuld agiert ohne Skrupel

Die Figuren sind Gefangene der Finanzwelt, Sklaven des Wertpapierhandels, die Kontrolle entgleitet ihnen, sie werden zu Marionetten des Marktes. Wer sich den Gesetzen des Marktes entziehen will, zerbricht. Am Ende aber wendet sich Chandor ab von den kalten, sinnlosen Tragödien der Finanzwelt und wendet sich den Menschen zu: Ein bitterlich weinender, gebrochener Kevin Spacey begräbt die Überreste des Lebens, das er für die Firma, für den Kapitalismus opfern musste. Ein schöneres und menschlicheres Schlussbild hätte es kaum geben können.

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Widerwillig schwört Sam Rogers seine Leute ein

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von J. C. Chandor haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jeremy Irons, Kevin Spacey und Stanley Tucci unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 24. Februar 2012 als Blu-ray und DVD

Länge: 109 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Margin Call
USA 2011
Regie: J. C. Chandor
Drehbuch: J. C. Chandor
Besetzung: Kevin Spacey, Zachary Quinto, Stanley Tucci, Paul Bettany, Mary McDonnell, Demi Moore, Simon Baker, Jeremy Irons, Penn Badgley
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Regisseur J. C. Chandor und Produzent Neal
Dodson, Interviews, Hinter den Kulissen, entfallene Szenen, Original Kinotrailer
Vertrieb: Koch Media

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Am Scheideweg: Jared Cohen und Sarah Robertson

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

 
 

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American Horror Story – Asylum: Willkommen in der Irrenanstalt

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Gastrezension von Matthias Holm

Horror-Serie // In der Gegenwart streift ein frisch vermähltes Pärchen durch ein verfallenes Gebäude: Es handelt sich um Briarcliff, eine ehemalige psychiatrische Anstalt. Dort soll ein irrer Serienmörder namens „Bloody Face“ eingesessen haben. Über 13 Folgen hinweg wird der Zuschauer erfahren, welche Geschehnisse sich in den 60er-Jahren wirklich in Briarcliff abgespielt haben.

Die Erzählstruktur von „American Horror Story“ ist in der heutigen Fernsehwelt einzigartig: Jede Staffel erzählt eine komplett neue, eigene Geschichte mit immer wiederkehrenden Schauspielern. War in der ersten Staffel ein von Geistern heimgesuchtes Haus Dreh- und Angelpunkt, haben wir es in der zweiten Auflage also mit einer Psychiatrie zu tun. Die größte Gefahr geht dort jedoch nicht immer von den Patienten aus …

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Schwester Jude hat in Briarcliff das Sagen

Aliens, ein Serienmörder, Mutanten, ein ehemaliger Nazi-Arzt und der Teufel höchstpersönlich – die Welt von „American Horror Story – Aslyum“ ist so vollgepackt mit irren Einfällen und bösen Figuren, dass es den Zuschauer gerade am Anfang vielleicht etwas überfordert. Doch irgendwie schaffen die Autoren es meistens, alles unter einen Hut zu bekommen und wie aus einen Guss wirken zu lassen.

Was „American Horror Story“ bereits in der ersten Staffel von der herkömmlichen Serienwelt abgehoben hat, waren der Mut zu drastischen Bildern und originelle visuelle Einfälle. Auch in „Asylum“ gibt es eine Menge Gore zu betrachten. Die Kamera hält dabei meist voll drauf, gerade in der ersten Hälfte sollte man einen stabilen Magen besitzen. Das Treiben in Briarcliff wird mit verschiedenen Effekten und Filtern eingefangen, die dem ganzen stets eine gewisse Unnatürlichkeit verleihen; im Kontext der Serie wirkt das aber plausibel.

Leider halten die Autoren das Niveau nicht durchgängig hoch. Ab der Hälfte der Staffel wird das Tempo deutlich gedrosselt. Zudem wirkt die Staffel gefühlt um zwei Folgen zu lang, in denen der Fokus zu sehr auf der Gegenwartsgeschichte liegt. Das ist schade, denn so bremst sich „Asylum“ selbst aus. Auch das versöhnliche Finale will nicht recht zum zynischen und brutalen Anfang passen.

Dennoch verbringt meine seine Zeit gern bei den Patienten und Bediensteten in der Irrenanstalt. Die Schauspieler sind gut, heraus stechen dabei am ehesten Jessica Lange und eine dem Affen richtig Zucker gebende Lily Rabe. Und so hofft man, dass den Machern mit der dritten Staffel „Coven“ nicht wieder vor der Ziellinie das Pulver ausgeht – darin soll es um einen Hexenzirkel gehen.

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Der Monsignore weiß nicht immer, was in seiner Anstalt vorgeht

Die Episoden der zweiten Staffel:

01. Welcome to Briarcliff
02. Tricks and Treats
03. Nor’easter
04. I Am Anne Frank (1)
05. I Am Anne Frank (2)
06. The Origins of Monstrosity
07. Dark Cousin
08. Unholy Night
09. The Coat Hanger
10. The Name Game
11. Spilt Milk
12. Continuum
13. Madness Ends

Veröffentlichung: 28. Februar 2014 als 4-DVD-Box

Länge: mehr als 540 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
USA 2013
Regie: diverse
Idee: Ryan Murphy, Brad Falchuk
Besetzung: Joseph Fiennes, Zachary Quinto, Sarah Paulson, Evan Peters, Lily Rabe, Lizzie Brocheré, James Cromwell, Jessica Lange
Zusatzmaterial: Entfallene Szenen, Der Wächter, Was ist „American Horror Story – Asylum“? Willkommen in Briarcliff Manor, Die Kreaturen
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Lana (l) geht durch die Hölle

Copyright 2014 by Matthias Holm
Fotos & Packshot: © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 

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Auf Blu-ray/DVD: Star Trek – Into Darkness

STAR TREK XII - Into Darkness (Blu-ray 3D Superset)_3D

Star Trek – Into Darkness

Von Volker Schönenberger

SF-Action-Abenteuer // Der ganz große Wurf war J. J. Abrams’ Fortsetzung seines eigenen „Star Trek“-Reboots von 2009 nicht. Ein actionreiches und bombastisches Weltraum-Abenteuer mit hohem Schauwert kam trotzdem heraus – das durfte auch erwartet werden. Eine ausführliche Betrachtung von „Star Trek – Into Darkness“ gab’s bereits im Mai an dieser Stelle zu lesen, nun ist der Film auf Blu-ray und DVD erschienen.

Für den deutschen Markt sind vier Editionen produziert worden. Das exklusiv beim großen Onlinehändler erhältliche 3D-Superset inklusive Phaser scheint bereits vor dem Veröffentlichungstermin ausverkauft zu sein und kann daher vernachlässigt werden. Die DVD ist recht schmal ausgestattet, das Zusatzmaterial der Blu-ray ist umfangreicher (siehe unten). Die Blu-ray enthält weitere Features und den Film zusätzlich als Digital Copy für den Rechner. Der 3D-Blu-ray liegt obendrein die DVD bei. Da die 3D-Effekte des Films schon im Kino nur einigermaßen anständig wirkten, stellt sich die Frage, ob die Dreidimensionalität im Heimkino überhaupt Sinn ergibt. Das mögen die Besitzer geeigneten Equipments selbst entscheiden, im Heimkino von „Die Nacht der lebenden Texte“ geht’s zweidimensional zu.

Dass eine weitere Fortsetzung kommen wird, erscheint angesichts der Einspielergebnisse von „Star Trek“ und „Star Trek – Into Darkness“ logisch. Es sind ja auch sehenswerte Abenteuer, also was soll der Geiz? Klar ist, dass J. J. Abrams dafür nicht auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird – „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ dürfte viel Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Abrams wird aber als Produzent im Boot bleiben und hat jüngst den Namen eines Favoriten für die Regieposition genannt: Rupert Wyatt, der mit „Planet der Affen – Prevolution“ bereits 2011 bewiesen hat, dass er zu großen Science-Fiction-Würfen fähig ist. Es besteht also Anlass zur Vorfreude.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Benedict Cumberbatch, Chris Hemsworth, Simon Pegg, Chris Pine und Anton Yelchin sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 12. September 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 132 Min. (Blu-ray), 127 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, nur DVD: Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, nur DVD: Türkisch
Originaltitel: Star Trek – Into Darkness
USA 2013
Regie: J. J. Abrams
Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof
Besetzung: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch, Zoe Saldana, Simon Pegg, Peter Weller, Karl Urban, Alice Eve, Bruce Greenwood, Anton Yelchin, Chris Hemsworth
Zusatzmaterial: Der Feind meines Feindes, Schiff zu Schiff, nur Blu-ray: Digital Copy, Erschaffung des Roten Planeten, Angriff auf die Sternenflotte, Der klingonische Heimatplanet u. a.
Vertrieb: Paramount Home Entertainment Germany

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Packshot & Trailer: © 2013 Paramount Home Entertainment Germany

 

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