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Bob Morane – Jugendfantasien in Serie

Bob Morane

Von Matthias Holm

Zeichentrick-Abenteuerserie // Roboter! Ninjas! Dinosaurier! Was sich wie der Traum eines kleinen Jungen liest, wurde 1998 im grandiosen Intro der Zeichentrick-Serie „Bob Morane“ zusammen gebracht. Und im Cartoon selbst versammeln sich auch die wildesten Geschichten – wer schon immer mal sehen wollte, wie sich ein ehemaliger Pilot der Royal Air Force mit Zeitreisen, verrückten Wissenschaftlern und einer unsterblichen Reinkarnation von Dschingis Khan herumschlägt, ist hier genau richtig.

Bob trifft auf Geister und Mythengestalten

Pidax Film veröffentlicht die Serie nun in zwei Volumes auf DVD. Dabei ist sie erstaunlich gut gealtert. Vor allem bei den Figuren ist ein äußerst kantiger Zeichenstil angewandt worden, der erst mal befremdlich wirkt. Doch so bekommen sie Alleinstehungsmerkmale, die sowohl die Helden als auch die Schurken nachhaltig im Gedächtnis bleiben lassen. Leider sieht man in den Hintergründen, dass es sich hierbei um eine französische Produktion handelt – mit amerikanischen Pendants jener Zeit kann die Serie optisch nicht mithalten.

Nach Vorlagen von Henri Vernes

„Bob Morane“ besticht aber nicht durch seinen Stil, sondern durch seine Geschichten. Ja, die Storys könnten alle so aus einem Groschenroman stammen. Und dieser Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt – die Serie basiert auf einer Romanreihe von Charles-Henri Dewisme alias Henri Vernes, die mehr als 200 Bände umfasst. Die Zeichentrick-Umsetzung ist dabei nicht die einzige Adaption des Stoffs, es gibt diverse Comics sowie eine 1964 und 1965 entstandene Realserie mit zwei Staffeln à 13 Folgen.

Auf Abenteuer mit Bill (l.) und Bob

So herrlich bescheuert sich das alles anhört, „Bob Morane“ nimmt sich immer ernst. Es gibt den einen oder anderen flapsigen Spruch – „Deine Chancen stehen 1 zu 100 Bob.“ „Na dann stehen sie doch gut, würde ich sagen“ – doch für eine Serie, die auf einem Kindersender lief, passieren erstaunlich düstere Dinge. Es geht um Atombomben, diverse Handlanger beißen ins Gras und in der ersten Folge verliert eine Figur gleich den ganzen Arm. So entsteht ein interessantes Gegengewicht zu anderen Kinderserien, die FSK-Freigabe ab 12 geht vollkommen in Ordnung.

Mit den deutschen Stimmen von Kevin Spacey und Kevin Costner

Interessant aus heutiger Sicht ist auch der Sprechercast. Jede Folge mit Ming, dem gelben Schatten ist ein Highlight, wird er doch von Till Hagen gesprochen – dem Sychronsprecher von Kevin Spacey, Ray Liotta und Kevin Kline. Auch die Hauptfiguren haben bekannte Stimmen spendiert bekommen: Bob Morane wird vom famosen Frank Glaubrecht gesprochen, der unter anderem Pierce Brosnan, Al Pacino, Kevin Costner und Bill Nighy seine Stimme leiht. Und Anime-Fans dürften bei Bobs treuem Freund Bill Balantine aufhorchen, Jörg Hengstler spricht in der deutschen Fassung von „Detektiv Conan“ Kogoro Mori.

Ein Mammut verwundert in dieser Serie niemanden

„Bob Morane“ ist deutlich besser gealtert, als man es vermutet hätte. Der ernste Unterton ist in der Cartoon-Landschaft schon etwas Besonderes und die Geschichten sind wahr gewordene Jungs-Fantasien. Ob sich nun allerdings eine neue Generation von diesen wilden Abenteuern überzeugen lässt, ist aufgrund des offensichtlichen Alters der Zeichnungen zu bezweifeln. Wer aber die Serie damals gern geguckt hat, macht mit dem Kauf der beiden DVD-Boxen wenig falsch.

Natürlich hat der böse Wissenschaftler eine Höhle

Episodenliste Vol. 1:

01. Die Krone von Golconda (La couronne de Golconde)
02. Operation Wolf (Opération Wolf)
03. In der Eishölle (Le secret de l‘Antarctique)
04. Terror am Manicougan (Terreur à la Manicouagan)
05. Rettung aus der Zukunft (Les chasseurs de dinosaures)
06. Der Gelbe Schatten (L‘Ombre Jaune)
07. Dr. Xhatan (Le mystérieux Dr. Xhatan)
08. Feinde unter uns (Les Trois petits singes)
09. Die Mauern von Ananke (Les murailles d‘Ananké)
10. Anankes zweite Welt (Les périls d‘Ananké)
11. Die Engel von Ananke (Les anges d‘Ananké)
12. Auf der Flucht (La dernière rosace)
13. Dinosaurier in New York (La vapeur du passé)

Es verschlägt Bob auch in den Himalaya

Episodenliste Vol. 2:

01. Die Rache des Gelben Schattens (La revanche de l‘Ombre Jaune)
02. Mysteriöse Helfer (Le châtiment de l‘Ombre Jaune)
03. Gefangen in der Zeitpatrouille (Service Secret Soucoupe)
04. Projekt „Tigerzahn“ (Les dents du Tigre)
05. Atlantis sehen und sterben (Opération Atlantide)
06. Spuk auf Schloss Mauregard (L‘épée du Paladin)
07. Der Gelbe Schatten kehrt zurück (Le retour de l‘Ombre Jaune)
08. Meister des Lichts (Xhatan, maître de la lumière)
09. Im Schutz der Kristalltürme (Les tours de cristal)
10. Tödliche Ernte (Les semeurs de foudre)
11. Die vierte Dimension (Commando Épouvante)
12. Reise nach Nirgendwo (Rendez-vous à Nulle-Part)
13. Angriff der Killerpuppen (Les poupées de l‘Ombre Jaune)

Und er bekommt es mit einem Riesenskorpion zu tun

Veröffentlichung: Vol. 1 am 28. Juli 2017, Vol. 2 am 10. November 2017, jeweils als Doppel-DVD

Länge: jeweils 312 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Französisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Bob Morane
F/KAN 1998
Zusatzmaterial: Leseprobe des Comics „Der gelbe Schatten“ (Vol. 1) bzw. „Angst und Nebel“ (Vol. 2), Bildergalerie, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Matthias Holm
Szenenbilder & Packshots: © 2017 Al!ve AG / Pidax Film

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Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen: Vorlauter Vogel verliert Vorräte

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Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen

Von Volker Schönenberger

Zeichentrick-Abenteuer // Den von der Kinderbuchautorin Nele Moost und der Illustratorin Annet Rudolph erschaffenen kleinen Raben Socke gibt’s erst seit 1996, dafür aber schon in etlichen, meist kurzen Erzählungen – zum Beispiel als Pixi-Buch. Bevor 2012 der erste Kinofilm Premiere hatte, gab es obendrein schon eine Reihe von Kurzfilmen rund um das etwas faule Federvieh mit der rot-weißen Ringelsocke am linken Fuß. Socke hat stets eine Ausrede parat und zum Glück viele Freunde, die ihm zur Seite stehen.

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Das Unglück nimmt seinen Anfang

In „Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen“ passiert ihm einmal mehr ein Missgeschick, diesmal aber ein großes: Weil er mit seiner Seifenkiste gegen den Vorratsspeicher der Tiere gerast ist, bekommt ein Balken der Hütte einen gehörigen Knacks. Bald darauf geschieht das Unglück – der Vorratsspeicher zerbirst, die gesamten für den Winter gesammelten Vorräte verschwinden im Fluss.

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Die rettende Idee – Socke will ein Rennen gewinnen

Was tun? Die Lösung naht in Form eines Wagenrennens im Wald. Dem Sieger winken 100 Goldstücke – genug, um neue Vorräte zu kaufen. Dass Frau Dachs Socke Fahrverbot erteilt hat, muss ihn nicht scheren.

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Papagei Rinaldo und sein Vater sind Sockes schärfste Rivalen

Unter uns: Ich finde den kleinen Raben Socke eher nervig. Dass er immer nur Spaß haben will, ist noch verständlich, aber seine permanenten Ausreden lassen ihn nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Am Ende der Geschichten fügt sich natürlich alles zum Guten, und Socke hat letztlich alles richtig gemacht – auch nicht gerade überzeugend. In den beiden Kinofilmen kommt erschwerend die nasale Stimme von Socke-Sprecher Jan Delay hinzu, die angetan ist, mich auf die Palme zu bringen.

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Am Start

Aber ich bin auch nicht Bestandteil der Zielgruppe. „Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen“ ist wie der Vorgänger kein Familienfilm, sondern richtet sich ausschließlich an Kinder. Den vier achtjährigen Mädchen, mit denen ich den Film geschaut habe, hat er jedenfalls gefallen, auch wenn sie sich nicht nachhaltig begeistert geäußert haben. In dem Alter wächst man offenbar schon etwas aus Sockes Geschichten heraus.

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Im Rennen wird mit Haken und Ösen gekämpft

Sockes größter Rivale im großen Rennen ist der aus einer ruhmreichen Familie von Rennfahrern stammende Papagei Rinaldo, dessen Vater seinen Sohn zu sportlichen Höchstleistungen antreiben will, obwohl Rinaldo viel lieber Flöte spielen würde. Der Vater-Sohn-Konflikt nimmt keinen breiten Raum ein, erhält aber zum Finale etwas mehr Gewicht und passt gut in die Geschichte. Das am Ende zu hörende Lied „Ich bin wie ich bin, und das ist gut so“ von Jan Delay fügt sich mit dazugehöriger Botschaft ebenso ein.

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Socke setzt zum Überholmanöver an

Unter den weiteren Sprecherinnen und Sprechern: Katharina Thalbach als Frau Dachs, ihre Tochter Anna Thalbach als kleiner Dachs sowie Sportreporter Gerhard Delling als Rennleiter Biber. Das Zeichentrick-Abenteuer um ein Wettrennen im Wald ist ansprechend mit klarer Linie animiert und wird vielen Kindern Freude bereiten. Wir Eltern müssen da durch.

Veröffentlichung: 26. Februar 2016 als Blu-ray 3D (inkl. 2D-Version), Blu-ray und DVD

Länge: 73 Min. (Blu-ray), 70 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen
D 2015
Regie: Sandor Jesse, Ute von Münchow-Pohl
Drehbuch: Katja Grübel, nach Vorlagen von Nele Moost
Stimmen: Jan Delay, Katharina Thalbach, Anna Thalbach, Gerhard Delling, Mia Diekow, Ulli Smandek, Maximilian Artajo, Bernd Vollbrecht, Monty Arnold
Zusatzmaterial: Interviews mit Jan Delay und Katharina Thalbach, Kinotrailer, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

Szenenbilder, Packshot & Trailer: © 2016 Universum Kids

 

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Das letzte Einhorn – Zeichentrick-Fantasy-Kitsch alter Schule

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The Last Unicorn

Von Volker Schönenberger

Zeichentrick-Fantasy // „Man’s Road“, „Now That I’m a Woman“ (von Mia Farrow gesungen) und natürlich der herrlich schmalzige Titelsong „The Last Unicorn“ von America – das 1982er-Abenteuer des letzten Einhorns auf der Suche nach seinen Artgenossen ist nicht zuletzt durch die Hits ein Evergreen des Zeichentrick-Kinos geworden. Umgekehrt verschaffte dies den US-Folkrockern elf Jahre nach ihrem größten Hit „A Horse with No Name“ ein Comeback, das sie vermutlich selbst nicht für möglich gehalten hatten.

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Das letzte Einhorn sucht seine Artgenossen

Ist das titelgebende Fabelwesen wirklich das letzte seiner Art? Das Tier will es selbst nicht glauben und macht sich deshalb eines Tages auf die Suche nach seinen vor geraumer Zeit verschwundenen Artgenossen. Ein Schmetterling hatte berichtet, ein furchtbarer roter Stier habe die anderen Einhörner gejagt. Die meisten Menschen können das Horn nicht sehen und halten das Einhorn deshalb für ein gewöhnliches Pferd. Auf seinem Trip gerät es in die Fänge der Hexe Mommy Fortuna, die es für ihre Wanderschau kurioser Kreaturen im Käfig hält. Der talentlose Zauberer Schmendrick befreit es. Als bald darauf tatsächlich der rote Stier auftaucht und das Einhorn jagt, versucht sich Schmendrick an einem Zauber, der diesmal sogar gelingt: Das Einhorn verwandelt sich in eine junge Menschenfrau – Amalthea.

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Der glücklose Zauberer Schmendrick will das Fabelwesen befreien …

Werden heute noch reine Zeichentrickfilme fürs Kino produziert? In Zeiten der Computertrick-Abenteuer aus den Häusern Pixar und DreamWorks wohl kaum. Die perfekte Tricktechnik moderner Animationsfilme führt leider – auch beim Rezensenten – obendrein dazu, dass Klassiker wie „Das letzte Einhorn“ heute etwas altbacken wirken. Auch Dramaturgie und Action sind nach heutigen Maßstäben etwas angestaubt. Das ist bedauerlich, denn wenn man sich drauf einlässt, entfaltet der Film durchaus seinen Reiz.

Kinderaugen wissen das zu schätzen

Guckt euch „Das letzte Einhorn“ einfach mit euren Kindern an, deren unverdorbene Augen wissen ein schönes Märchen noch zu schätzen. Ich habe den Film mit einer gerade und zwei in Kürze Achtjährigen geschaut, die drei Mädchen waren begeistert. Wenn das nichts ist. Da kann man als Erwachsener schon mal über den etwas biederen Kitsch hinwegsehen. Das Plädoyer für den Sieg der Fantasie zeigt in seiner Moral zudem erstaunlich wenig Schwarz-Weiß-Malerei und bietet Symbolkraft und Poesie.

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… und verwandelt es mehr versehentlich in eine junge Frau

Manche Motive des Films erinnern nicht von ungefähr an japanische Animes: Die Animationen entstanden im Topcraft-Studio, dessen größter Erfolg „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ (1984) zur Gründung des Studios Ghibli führte.

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Auftritt König Haggard (r.) mit seinem Ziehsohn Prinz Lir

Tipp – sofern mitguckende Kinder des Englischen mächtig sind: Original-Sprachfassung schauen! Mia Farrow als Einhorn, Alan Arkin als Schmendrick, Jeff Bridges als heldenhafter Prinz Lir sowie – Trommelwirbel – Christopher Lee als böser König Haggard lassen keine Wünsche offen. Lee spricht den Haggard übrigens auch in der deutschen Synchronisation.

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Konfrontation: Das Einhorn trifft auf den roten Flammenstier

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jeff Bridges und/oder Christopher Lee sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 7. November 2012 als Blu-ray 3D, 1. Dezember 2011 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Schweizerdeutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The Last Unicorn
USA/GB/JAP/BRD 1982
Regie: Jules Bass, Arthur Rankin Jr.
Drehbuch: Peter S. Beagle, nach seinem eigenen Roman
Originalsprecher: Mia Farrow, Alan Arkin, Jeff Bridges, Christopher Lee, Angela Lansbury, Keenan Wyn, Tammy Grimes, Robert Klein
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Autor Peter S. Beagle und Herausgeber Connor Cochran, Mini-Doku „Die Legende des letzten Einhorns“, deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer, anwählbare Musiksequenzen (u. a. zum Titelsong)
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Szenenbilder & Packshot: © 2015 Concorde Home Entertainment

 

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