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Das alte finstere Haus – Vom Sturm ins Grauen

30 Mai

Das_alte_finstere_Haus-Cover

The Old Dark House

Von Volker Schönenberger

Gruselkomödie // Stellt sich da wirklich noch Gruseln ein? Ein wohliges durchaus in der einen oder anderen Sequenz. Wenn die holde Margaret Waverton (Gloria Stuart) zur Tür hinausschaut, wo der Wind pfeift, der Regen peitscht und der Donner grollt, und hinter ihr langsam die Hand des Butlers (Boris Karloff) ins Bild kommt und die Tür zuknallt, offenbart sich der Charme nostalgischen Schauderns.

Beim titelgebenden Gebäude handelt es sich um das Haus der Familie Femm. Tief in der Provinz von Wales gelegen, suchen fünf Reisende dort Zuflucht vor dem Sturm. Die Eheleute Rebecca und Horace Femm (Eva Moore, Ernest Thesiger) erweisen sich als gar sonderbares Pärchen. Auch der stumme Butler wirkt nicht gerade vertrauenerweckend. Und die Nacht hat erst begonnen.

Früher Hollywood-Auftritt für Charles Laughton

In weiteren Rollen: Melvyn Douglas, später für „Der Wildeste unter Tausend“ (1963) und „Willkommen, Mr. Chance“ (1979) mit Nebenrollen-Oscars prämiert, und Charles Laughton in einem seiner ersten Hollywood-Filme. Laughton wurde bereits kurz nach „Das alte finstere Haus“ mit dem Oscar ausgezeichnet: für seine Rolle als Heinrich VIII. in „Sechs Frauen und ein König“ (auch: „Das Privatleben Heinrichs VIII.“, 1933).

Zu den bekannten Filmen von Universal-Regisseur James Whale zählen „Frankenstein“ (1931), „Der Unsichtbare“ (1933) und „Frankensteins Braut“ (1935). „Das Haus des Grauens“, so ein alternativer deutscher Verleihtitel von „Das alte finstere Haus“, galt lange Zeit als verschollen, bis er Ende der 1960er-Jahre wieder zum Vorschein kam. Ist’s ein Haus der Geisteskranken, in das sich die Reisenden geflüchtet haben? Die Frage kann man sich stellen, daraus zieht das Werk seinen Reiz. Ohnehin liefert es – wie manch anderer Horrorfilm der damaligen Zeit – modernen Regisseuren gutes Anschauungsmaterial darüber, wie man mit geringen Mitteln stimmungsvolle Atmosphäre auf die Leinwand bringt. Das ist heute sicher nicht mehr beängstigend, dennoch: Immer wieder schön, solche halbvergessenen Kleinode zu sehen zu bekommen.

Nach dem Roman „Benighted“ von J. B. Priestley

Der Film beruht auf J. B. Priestleys Roman „Benighted“. Eine weitere Adaption des Stoffs entstand 1963. Sie kann James Whales Klassiker aber nicht das Wasser reichen. Al!ve AG hat „Das alte finstere Haus“ nun ohne nennenswerte Extras auf DVD veröffentlicht und dem Bild die Patina der 30er-Jahre gelassen. Wer will den amüsanten Grusler schon in HD sehen? Gut, dass wir ihn überhaupt sehen können.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Boris Karloff und Charles Laughton sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 31. Januar 2014 als DVD

Länge: 70 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Alternativtitel: Das Haus des Grauens
Originaltitel: The Old Dark House
USA 1932
Regie: James Whale
Drehbuch: Benn W. Levy, nach einem Roman von J. B. Priestley
Besetzung: Boris Karloff, Melvyn Douglas, Gloria Stuart, Charles Laughton, Lilian Bond, Raymond Massey
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover mit alternativem englischen Motiv
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Maritim Pictures

 

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