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Archiv der Kategorie: Rezensionen

The Prisoner – Island of Fire: Tod und Gewalt im Knast

Huo shao dao

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Der Polizist Wang Wei (Tony Leung Ka-fai) lässt sich undercover ins Gefängnis einschleusen, nachdem der Vater seiner Freundin ermordet wurde. Der Täter starb unmittelbar danach durch eine Autobombe. Es stellte sich heraus, dass er eigentlich schon vorher hätte tot sein müssen: Er war drei Monate zuvor im Knast hingerichtet worden. In der Strafanstalt erwartet Wang Wei eine Stimmung aus Angst und Gewalt. Insassen und Aufsichtspersonal geben sich dabei nicht viel.

Kaum im Knast, bezieht Wang Wei sogleich Prügel

Einstmals leicht zensiert mit 18er-Freigabe auf dem Index gelandet, wurde „The Prisoner – Island of Fire“ 2014 von der Liste gestrichen. In diesem Jahr nun hat Koch den Film erneut der FSK vorgelegt und für die ungeschnittene Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erreicht. Als besonderes Extra hat der Publisher für die Special Edition sogar die um eine halbe Stunde längere Taiwan-Fassung des Films organisiert – wenn auch nur in deutsch untertitelter Originalfassung und in eher bescheidener Qualität. Eine detaillierte Schilderung der Unterschiede beider Fassungen findet sich im Schnittbericht. Nicht jede der 30 Minuten mehr erscheint unbedingt notwendig, insgesamt bringt die Langfassung aber mehr Klarheit in die bisweilen etwas zusammengeschusterte Handlung.

Auftritt Jackie Chan

Nach etwas mehr als 20 Minuten kommt plötzlich ein ganz anderer Handlungsstrang hinzu, als die Freundin von Steve Lung (Jackie Chan) von einem Gangster niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wird. Beim Versuch, in einer Spielhölle das Geld für ihre Operation zusammenzubekommen, tötet er versehentlich einen anderen Verbrecher und landet daraufhin ebenfalls im Knast. Dort sind schon ein paar Mörder auf ihn angesetzt.

Auch Steve Lung gerät mehr als einmal …

Die knallharte Knast-Action und die triste bis tragische Atmosphäre der Ausweglosigkeit werden ab und zu durch ein paar Albernheiten aufgelockert – keine Seltenheit in fernöstlichen Thrillern. Der rote Faden geht dabei ein paar Mal verloren. Die Kampfeinlagen hingegen überzeugen auf ganzer Linie, bei Jackie Chan fallen sie natürlich gewohnt akrobatisch aus. Eine finale Schießerei gerät dann mit etlichen Opfern noch derber als die Auseinandersetzungen zuvor, zumal einige zuvor nicht unbedingt als derart skrupellos eingeführte Figuren überraschend gnadenlos um sich ballern.

Asien-Superstar Andy Lau ist auch dabei

In einer Nebenrolle als Gangsterboss Lee ist Andy Lau zu sehen, in Ostasien als Sänger und Schauspieler ein Superstar, hierzulande bekannt durch „Infernal Affairs – Die achte Hölle“, „House of Flying Daggers“ und zuletzt „The Great Wall“ mit Matt Damon. Die gute Besetzung und der in jedem Moment hohe Unterhaltungswert helfen „The Prisoner – Island of Fire“ über die Klippen der etwas krummen Handlung hinweg. Die Erstveröffentlichung auf Blu-ray und Neuveröffentlichung auf DVD ist ein mehr als adäquater Ersatz für die vergriffene, wenn auch auf dem Gebrauchtmarkt preiswert zu findende DVD von 2005. Schön auch wieder die bei Jackie Chan üblichen Outtakes zu Beginn des Abspanns – ein paar mehr hätten es ruhig sein dürfen.

… in heftige Auseinandersetzungen

Veröffentlichung: 28. September 2017 als Special Edition Blu-ray (+ DVD) und 2-Disc Special Edition DVD, 12. Juli 2005 als DVD (splendid film)

Länge: 125 Min. (Taiwan-Fassung), 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Huo shao dao
TAIW 1990
Regie: Yen-Ping Chu (als Lawrence Full)
Drehbuch: Li Fu, Yun Chiao Yeh
Besetzung: Jackie Chan, Andy Lau, Sammo Hung, Tony Leung Ka-fai, Yu Wang, Chun Hsiung Ko, Chung-Hua Tou, Barry Wong, Chuan-Chen Yeh, Jack Kao
Zusatzmaterial: Taiwan-Fassung (125 Min.), Interviews, Trailer, Bildergalerie
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

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Es – We All Float Down Here!

It

Kinostart: 28. September 2017

Von Volker Schönenberger

Horror // Stephen Kings „Es“ gehörte zu den Romanen, denen gern mal das Prädikat „unverfilmbar“ aufgedrückt wird – aus was für Gründen auch immer. Angesichts dessen, wie viele Verfilmungen vermeintlich unverfilmbarer Romane es gibt, erscheint es aber unwahrscheinlich, dass es überhaupt irgendeinen unverfilmbaren gibt. Bei „Es“ war es vermutlich Kings permanentes Wechseln zwischen zwei Zeitebenen, das dazu führte, keinem Regisseur eine Umsetzung zuzutrauen.

Georgies Papierschiff treibt fröhlich dahin

1990 jedoch bewies Tommy Lee Wallace („Mein Nachbar, der Vampir“, „Halloween III – Die Nacht der Entscheidung“), dass es offenbar doch nicht so schwierig ist. Sein fürs Fernsehen gedrehter Zweiteiler genießt nicht zuletzt dank Tim Currys diabolisch-verspielter Darstellung des Clowns Pennywise einen guten Ruf und verzichtet zugunsten der Figuren auf effekthascherische Horrorszenarien. Meine letzte Sichtung liegt lange zurück. Als Fan des Buchs hat mir die Verfilmung gefallen, ich habe sie aber als etwas bieder in Erinnerung. Womöglich hat heute auch der Zahn der Zeit daran genagt, insofern geht die Neuverfilmung des Romans völlig in Ordnung. Nach ihrem Bekanntwerden vor einigen Monaten und den ersten Bildern des neuen Pennywise gerieten viele Horrorfans schier aus dem Häuschen, zumal die Marketing-Kampagne recht geschickt behutsam lanciert worden war. Hypes sind in aller Regel übertrieben, aber angesichts von Andy Muschiettis („Mama“) „Es“-Version lässt sich immerhin konstatieren, dass die Vorfreude berechtigt ist.

27 Jahre

27 Jahre nach der ersten Verfilmung kommt nun die Neufassung ins Kino. Das passt insofern wie die Faust aufs Auge, als das Böse in der Kleinstadt Derry in Maine alle 27 Jahre zum Vorschein kommt – ein passender Zufall, oder gut getimt. Was die Zeitebenen angeht, machen es sich die Produzenten einfach: Es handelt sich um Teil eins eines Zweiteilers. „Es“ erzählt die Geschichte der Heranwachsenden Ende der 80er-Jahre, die für 2019 angekündigte Fortsetzung wird somit 2016 spielen und die Protagonisten als Erwachsene zeigen. Stephen Kings Geschichten geschehen vornehmlich in seinem Heimat-Staat Maine, jedoch in fiktiven Ortschaften. Derry ist wiederholt Schauplatz und existiert tatsächlich nicht.

Ein Clown in der Kanalisation

Im Oktober 1988 bastelt Bill Denbrough (Jaeden Lieberher) seinem kleinen Bruder Georgie (Jackson Robert Scott) ein Papierschiff, das der Knirps draußen im Regen fröhlich durch den Rinnstein treiben lässt, bis es in einem Abfluss verschwindet. Georgie bückt sich danach – und entdeckt dort unten zu seinem Erstaunen einen Clown, der sich freundlich als Pennywise (Bill Skarsgård) vorstellt.

Der Kampf gegen das Böse

Im Juni 1989 gilt der kleine Junge als tot. Nur Bill kann sich nicht damit abfinden, dass Georgie eins der vielen Kinder bleiben soll, die in Derry verschwunden sind. Mit seinen drei Freunden Stanley Uris (Wyatt Oleff), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer) und Richie Tozier (Finn Wolfhard) will er in die Kanalisation der Kleinstadt eindringen und Georgie finden. Derweil müssen sich die Jungs vom „Club der Verlierer“ des brutalen Halbstarken Henry Bowers (Nicholas Hamilton) und dessen Kumpanen erwehren. Bald stoßen mit Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Mike Hanlon (Chosen Jacobs) und Beverly Marsh (Sophia Lillis) drei weitere Außenseiter zu Bill und den anderen. Nach und nach offenbart sich dem Septett, dass sie alle von grauenerregenden Erscheinungen heimgesucht worden sind, die ihre schlimmsten Ängste zu verkörpern scheinen. Der Kampf gegen „Es“ hat begonnen.

Bill gibt die Suche nach seinem Bruder nicht auf

Horror und Coming of Age – das passt bei „Es“ ganz wunderbar zusammen. Wir erfahren, dass Freundschaft einiges überwinden kann. Gerade die Besetzung der sieben Mitglieder des Clubs der Verlierer ist ein großer Pluspunkt. Sie sind Außenseiter, jedoch keine zum Fremdschämen. Interessant ist auch, dass sie allesamt nicht nur gegen „Es“ in Gestalt von Pennywise bestehen müssen, sondern auch mit Widrigkeiten durch Erwachsene zu kämpfen haben. Da sind beispielsweise Eddies Mutter (Molly Atkinson), die ihren etwas zu klein geratenen Sohn auf überfürsorgliche Weise von der Welt abschirmen will und so krank hält. Beverlys Vater (Stephen Bogaert), der seine Tochter für sein Eigentum hält, mit dem er machen kann, was er will. Der jüdische Stanley hat einen gestrengen Rabbiner (Ari Cohen) zum Vater, der schwarze Mike Hanlon lebt seit dem Tod seiner Eltern bei seinem Großvater (Steven Williams), der ihn zum Töten von Nutztieren per Bolzenschuss nötigt – und obendrein sieht er sich rassistischen Attacken von Henry Bowers ausgesetzt. Auch dessen Bande zählt fast schon zu den Erwachsenen, jedenfalls nicht mehr zu den Kindern, sodass letztlich kaum eine positiv besetzte Erwachsenen-Figur von Bedeutung in Erscheinung tritt.

Clown Pennywise – Curry oder Skarsgård?

„Es“ steht und fällt natürlich auch mit Pennywise, und zum Clown ist zu konstatieren, dass er großartig gestaltet ist. Bill Skarsgård findet bei aller Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger einen eigenen Zugang zu seiner Figur. Wer Tim Currys Pennywise für eine Horror-Ikone hält, hat zweifellos recht. Skarsgårds Interpretation könnte dereinst aber auf einer Stufe mit der von Curry stehen – vielleicht in 27 Jahren. Welche Version man vorzieht, ist reine Geschmackssache. Mir sagt Currys Pennywise etwas mehr zu, der hatte aber auch bereits 27 Jahre Zeit, bei mir zu wirken. Und der erste Auftritt des neuen Pennywise im Prolog ist enorm wirkungsvoll und konsequent inszeniert. Selbst wer die Romanvorlage oder die erste Verfilmung und damit den Ausgang der Szene kennt, wird sich dem brillanten Suspense kaum entziehen können.

Henry Bowers (M.) malträtiert die Jungen

Der diesjährige „Es“ setzt etwas mehr auf visuelle Effekte als die 1990er-Version – und tut das auf beeindruckende Weise und jederzeit stimmig. Auch die Schauplätze gefallen und sind prima in Szene gesetzt, ob die Kanalisation, das überirdische Derry oder einige Gebäude. Etwas übertrieben geraten ist der Einsatz von Jump-Scares; speziell im letzten Drittel geht es phasenweise doch sehr darum, mittels Lautstärkeregler Schockeffekte zu erzeugen. Das hat der Film mit seiner visuellen Kraft gar nicht nötig.

Romanvorlage in Welterstauflage in Deutschland erschienen

Wenig bekannt: Die weltweit erste Ausgabe von Stephen Kings Romanvorlage ist in Deutschland erschienen – 1986 in einer limitierten und sorgfältig produzierten Vorzugsausgabe der Edition Phantasia. In Ganzleder gebunden und mit rotem Samtschuber versehen, sind die 280 Exemplare seit langer Zeit vergriffen und gesucht. Gerät mal eins auf den Sammlermarkt, dann nur zu horrendem Preis. Die erste US-Ausgabe erschien im selben Jahr, aber etwas später. Viele deutsche Leserinnen und Leser von damals werden sicher noch den großformatigen roten Paperback vor Augen haben, den der Heyne Verlag damals in Westdeutschland veröffentlichte. Aber wie kam es dazu, dass ein deutscher Kleinverlag wie die Edition Phantasia weltweit allen ein Schnippchen schlug? Auf meine Nachfrage erinnert sich Verleger Joachim Körber: Der Heyne Verlag hatte damals die Rechte an den Büchern von Stephen King erworben, und wir haben angefragt, ob wir von dem Buch eventuell eine gebundene Lizenzausgabe in der Edition Phantasia herausbringen könnten – bei Heyne sollte es als großformatiges Paperback erscheinen. Heyne hat zugestimmt, und wir haben einen Lizenzvertrag geschlossen. Nun hat Heyne das Buch aber nach einem Manuskript von Stephen King übersetzen lassen und wollte den Titel so schnell wie möglich veröffentlichen – daher erschien das Buch bei uns schon im Frühjahr, in den USA dagegen erst im Herbst, das heißt, nicht nur unsere, auch die Ausgabe bei Heyne und die Ausgabe des Bertelsmann Buchclubs erschienen vor der US-Ausgabe; eine Vorgehensweise, die dann leider ziemlich nach hinten losgegangen ist, denn der literarische Agent von Stephen King hatte nur eine erste Manuskriptfassung geschickt, die übersetzt wurde. King hat dieses Manuskript noch einmal gründlich überarbeitet, weshalb sich die endgültige US-Fassung auch stark von der ersten deutschen Ausgabe unterscheidet. Später erschien dann eine revidierte deutsche Fassung.

Auch Beverly schließt sich dem Club der Verlierer an

Eine vollständige deutsche Übersetzung von „Es“ ist allerdings erst 2011 erschienen. Dafür hat Joachim Körber ebenfalls eine Erklärung: Im Heyne Verlag wurde damals für jedes Halbjahresprogramm ein Titel von King eingeplant, ob es einen gab oder nicht. Die Übersetzungen wurden stets sofort nach den Manuskripten in Auftrag gegeben, die King bzw. seine literarischen Agenten schicken ließen – eine Vorgehensweise, gegen die ich mich immer vehement ausgesprochen habe, denn meist hat King die ersten Manuskriptfassungen, die geschickt wurden, noch einmal überarbeitet, manchmal sogar zweimal. In einigen Fällen traf die revidierte Fassung rechtzeitig ein, damit man die Korrekturen berücksichtigen konnte … was zur Folge hatte, dass ich einige King-Übersetzungen mehr oder weniger zweimal machen musste. Was speziell „Es“ anbelangt, so hatte das Buch ja Alexandra von Reinhardt nach der ersten Manuskriptfassung übersetzt, und nicht besonders gut. Als der Heyne Verlag eine Neuausgabe in gebundener Form plante, habe ich, sobald ich davon erfahren habe, darauf gedrängt, eine revidierte Übersetzung nach der endgültigen englischen Fassung zu erstellen. Der Verlag hat zunächst abgelehnt, dann aber eingelenkt, als viele kritische Stimmen über die alte Übersetzung kamen. Man hat mir schließlich den Auftrag gegeben, die Überarbeitung vorzunehmen, aber da inzwischen viel Zeit vergangen war und der Verlag den Erscheinungstermin nicht verschieben wollte, musste das alles in einem Höllentempo über die Bühne gehen, und offensichtlich sind da immer noch einige Passagen auf der Strecke geblieben. So hat der Verlag offenbar 2010 noch einmal eine Überarbeitung vorgenommen.

Joachim Körber zu den verschiedenen Fassungen

Rechtzeitig zum Kinostart der Neuverfilmung hat Heyne eine neue Taschenbuchausgabe veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung stammt von Alexandra von Reinhardt und – Joachim Körber! Es findet sich allerdings auch der Hinweis „Bearbeitet und teilweise neu übersetzt von Anja Heppelmann“. Auch dazu kann Joachim Körber etwas mitteilen: Auch hier, wie oben schon erwähnt: Die leider nicht besonders gute Übersetzung von Alexandra von Reinhardt entstand auf Basis der ersten Fassung von Stephen King. Man hat mich seitens des Verlags gebeten, diese Übersetzung zu revidieren, aber, wie schon eingangs erwähnt, sind mir wohl aufgrund des enormen Zeitdrucks auch noch einige Passagen durch die Lappen gegangen, die dann Anja Heppelmann ergänzt hat. Ich fand die Vorgehensweise des Verlags damals, nach Manuskripten übersetzen zu lassen, immer sehr unglücklich und habe mich stets dagegen ausgesprochen, weil praktisch in jedem Fall irgendwann überarbeitete Fassungen des Autors eintrudelten und wir die ganze Übersetzung überarbeiten mussten. Ich erinnere mich an einen Fall, als mich einmal eine Lektorin empört anrief, wie ich dazu komme, im aktuellen King-Manuskript einfach ganze Absätze wegzulassen und dafür andere selbst dazuzuschreiben. Ich habe ihr entsetzt versichert, dass ich das nie machen würde. Wie sich herausstellte, habe ich nach der korrekten zweiten Manuskriptfassung übersetzt, das Lektorat im Verlag hatte ihr aber die überholte erste Fassung als Vorlage fürs Redigieren geschickt. Im Gegensatz zu mir hat sie dann das doppelte Honorar bekommen, das ihr die Verlagslektorin, die das verbockt hatte, schnell und stillschweigend zugeschoben hat. Ich werde oft gefragt, warum sich meine deutschen Übersetzungen in manchen Fällen vom Original unterscheiden – genau das ist der Grund. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich das, was ich vom Verlag zum Übersetzen bekommen habe, immer so gewissenhaft und gut übersetzt habe, wie ich konnte. Hätte man von Verlagsseite gewartet, bis die endgültigen Fassungen im Haus waren, wäre uns das ganze Durcheinander erspart geblieben.

Clown Pennywise verkörpert das ultimative Böse

Soweit die interessante Entstehungsgeschichte der deutschen Fassungen des Romans „Es“. Die Sichtung der Neuverfilmung hat Lust gemacht, ihn mal wieder zu verschlingen. Ob ich dem angesichts der 1.500 Seiten nachgebe, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls ist Andy Muschietti eine herausragende Modernisierung der Geschichte fürs Kino gelungen, die die Vorfreude auf Teil zwei in die Höhe treibt. Fürs Heimkino ist bereits eine längere Fassung angekündigt.

Nicht sehr vertrauenerweckend

Stephen King bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Der dunkle Turm (2017)
Es (2017)
11.22.63 – Der Anschlag (2016)
Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade (2014)
Stephen King’s A Good Marriage (2014)
Carrie (2013)
Stephen Kings Stark – The Dark Half (1993)
Manchmal kommen sie wieder (1991)
Werwolf von Tarker Mills (1985)
Der Feuerteufel (1984, geplant)
Christine (1983)
Dead Zone (1983)
Shining (1980, geplant)
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

Die finale Konfrontation naht

Länge: 135 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: It
USA 2017
Regie: Andy Muschietti
Drehbuch: Chase Palmer, Cary Fukunaga, Gary Dauberman, nach dem Roman von Stephen King
Besetzung: Bill Skarsgård, Jaeden Lieberher, Finn Wolfhard, Jeremy Ray Taylor, Sophia Lillis, Chosen Jacobs, Jack Dylan Grazer, Wyatt Oleff, Nicholas Hamilton, Jackson Robert Scott, Molly Atkinson
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger


Filmplakat, & Trailer: © 2016 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten, Fotos: © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC. All rights reserved.

 
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Verfasst von - 2017/09/24 in Rezensionen, Film, Kino

 

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Yamato – The Last Battle: Pathetischer Untergang des Stolzes der japanischen Kriegsmarine

Otoko-tachi no Yamato

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Am 31. Juli 1985 gab die japanische Kriegsgräberfürsorge die Entdeckung der Überreste der „Yamato“ bekannt. Im August 1999 tauchte eine Filmcrew erneut zum Wrack hinab, das in einer Tiefe von 325 Metern im Pazifik liegt. Mit einer Länge von 263 Metern und einer Höhe von 51 Metern vom Kiel bis zum höchsten Aufbau gilt die „Yamato“ nach wie vor als das weltweit größte je gebaute Schlachtschiff. Mit diesen Informationen beginnt das japanische Kriegsdrama „Yamato – The Last Battle“ von 2005, das sich im Herstellungsland erwartungsgemäß zu einem großen Erfolg an den Kinokassen entwickelte.

Noch ahnen die Soldaten nicht ….

Die „Yamato“ wurde am 16. Dezember 1941 in Dienst gestellt – neun Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Sie war in den folgenden Kriegsjahren nur selten in Gefechte verwickelt und sank am 7. April 1945 im Zuge der Operation Ten-gō nach mehrstündigen Attacken amerikanischer Trägerflugzeuge. Nahezu 2.500 Besatzungsmitglieder starben beim Untergang.

In Rückblenden erzählt

Die filmische Aufarbeitung der Ereignisse folgt zu Beginn der jungen Makiko Uchida (Kyôka Suzuki), die versucht, zur Untergangsstelle der „Yamato“ zu gelangen. Sie trifft auf den alten Fischer Katsumi Kamio (Tatsuya Nakadai), der sichtlich ergriffen ist, als er erfährt, dass ihr Vater seinerzeit sein Vorgesetzter war und die beiden gemeinsam auf dem Schlachtschiff gedient haben. In Rückblenden erfahren wir vom Schicksal der jungen Soldaten Katsumi Kamio (Ken’ichi Matsuyama), Mamoru Uchida (Shidô Nakamura) und ihren Kameraden, darunter auch der pflichtbewusste Unteroffizier Shohachi Moriwaki (Takashi Sorimachi, „Fulltime Killer“).

… welches Inferno sie an Bord erwartet

Meine Kenntnisse der japanischen Geschichtswissenschaft sind gleich Null, daher vermag ich nicht zu beurteilen, wie das Land und seine Historiker seine Beteiligung am Zweiten Weltkrieg aufgearbeitet haben. Angesichts der vergleichsweise kritiklosen Darstellung des sinnlosen Sterbens an Bord der „Yamato“ sind Zweifel angebracht, ob eine differenzierte Betrachtung der Ereignisse in die japanische Gesellschaft vorgedrungen ist. Zwar wird die mit harter Hand vorgenommene Aufrechterhaltung der Disziplin an Bord durchaus kritisch dargestellt, letztlich zeichnet „Yamato – The Last Battle“ aber ein einseitiges Bild vom heldenhaften Einsatz der Männer.

Freunde helfen einander

Zugegeben: Die Kriegs-Action ist so mitreißend wie schweißtreibend inszeniert, die Soldaten auf der „Yamato“ sterben blutig und schmutzig. Die Attacken der Flugzeuge und die Einschläge der Granaten und Torpedos haben internationales Niveau – in den Schlachtensequenzen verstummt glücklicherweise der phasenweise allgegenwärtige pathetische Score. Auch heruntergebrochen auf die Figuren funktioniert „Yamato – The Last Battle“ sehr gut. Wir leiden mit ihnen und wünschen ihnen, dass sie überleben – bei den beiden Protagonisten Katsumi Kamio und Mamoru Uchida wissen wir das natürlich von Anfang an. Kurz klingt in der Rahmenhandlung an, wie sehr das Geschehen die beiden mitgenommen und geprägt hat – jedoch zu kurz.

Kriegsdrama nun auf Blu-ray erhältlich

Nachdem „Yamato“ – The Last Battle“ bereits vor einigen Jahren als DVD ohne nennenswertes Zusatzmaterial veröffentlicht worden war, ist der Film nun auch auf Blu-ray und gleichzeitig auch als DVD-Neuauflage erschienen – in beiden Fällen als 2-Disc Special Edition mit zwei interessanten Dokus zur japanischen Militär- und Kriegsgeschichte sowie Making-of und Behind-the Scenes-Featurette. Das geht in Ordnung.

Es scheint kein Entrinnen zu geben

Kriegsdramen aus Fernost sind oft deutlich pathetischer angelegt als Produktionen aus Hollywood und Europa. Wer damit umgehen kann, kommt in den Genuss vieler hochwertiger, mit großen Budgets ins Leben gerufener Produktionen, die jederzeit sehenswert sind. Das gilt bei aller Kritik auch für „Yamato – The Last Battle“. Ein wuchtiges Schlachtengemälde.

Die „Yamato“ ist dem Untergang geweiht

Veröffentlichung: 15. September 2017 als 2-Disc Special Edition Blu-ray und DVD, 14. Februar 2013 als DVD, 25. März 2011 als DVD im Steelbook, 23. Oktober 2009 als DVD

Länge: 143 Min. (Blu-ray), 137 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Otoko-tachi no Yamato
JAP 2005
Regie: Jun’ya Satô
Drehbuch: Jun’ya Satô, nach einem Roman von Jun Henmi
Besetzung: Takashi Sorimachi, Ken’ichi Matsuyama, Shidô Nakamura, Kyôka Suzuki, Tatsuya Nakadai, Yû Aoi, Takahiro, Fujimoto, Jun’ichi Haruta, Ryô Hashizume, Ryûzô Hayashi, Hiroyuki Hirayama, Hirotarô Honda
Zusatzmaterial: Making-of, Behind the Scenes, Trailer, Bonus-DVD mit den Dokumentationen „Japans Flotte bis zur Yamato-Klasse“ & „Krieg im Pazifischen Ozean“
Vertrieb: Studio Hamburg Enterprises (2009er- & 2011er-DVDs: WVG Medien GmbH)

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Studio Hamburg Enterprises / Cult Movies

 

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