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Archiv für den Monat März 2017

Vampire Nation – Badlands: Kurzauftritt der Albino-Vampirin

The Stakelander

Von Volker Schönenberger

Horror // Einige Zeit nach den Ereignissen in „Vampire Nation“: Martin (Connor Paolo) hat mit Peggy (Bonnie Dennison) einen Sohn bekommen, doch der vermeintliche Frieden währt nicht lange; eine Horde Vampire überfällt New Eden, Peggy und der Kleine werden getötet. Anführerin der Blutsauger ist eine mysteriöse Albino-Vampirin, genannt Mother (Kristina Hughes). Der verbitterte Martin macht sich auf, seinen Mentor Mister (Nick Damici) zu suchen.

Martin streift einsam durchs Land

Statt Jim Mickle haben fürs Sequel gleich zwei Personen auf dem Regiestuhl Platz genommen: Dan Berk und Robert Olsen, die bislang mit „The Body“ (2015) nur einen Feature-Film in ihrer Filmografie zu Buche stehen haben. Der Fortsetzung mangelt es dann auch an Originalität, aber immerhin setzen die beiden die Versatzstücke des Originals versiert ein. Auch die triste und dreckige Atmosphäre und das Produktionsdesign orientieren sich am Vorgänger, schaffen so hohen Wiedererkennungswert – man kann das also auch positiv sehen. Als durchaus wohlwollender Vergleich sei somit erneut die Serie „The Walking Dead“ herangezogen.

Dieser Vampir ebenfalls

Zwischendurch muss Martin auch mal wie weiland „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ (1985) einen Arenafight vor blutgierigem Publikum austragen, vielleicht die größte Neuerung der Fortsetzung. Auch die nun von Mother geführte Bruderschaft tritt wieder in Erscheinung. Sie ist ungleich stärker geworden, weil sich die religiösen Fanatiker mit Vampiren zusammengetan haben. Die neue Obervampirin hätte das Zeug zu einer starken Figur gehabt, sie tritt leider zu wenig in Erscheinung. Angesichts der kurzen Spieldauer von weniger als anderthalb Stunden hätten vielleicht fünf bis zehn Minuten mehr zur Ausarbeitung der Antagonistin dem Film gutgetan. Die blutigen Effekte sind gegenüber dem Vorgänger minimal zurückhaltender inszeniert worden, überzeugen aber wie das Vampir-Make-up auch diesmal. Unbedingt gebraucht hat es das Sequel nicht, doch wer „Vampire Nation“ mag und keine großartigen Neuerungen erwartet, wird auch an „Badlands“ Gefallen finden. Ein dritter Teil muss aber wirklich nicht sein.

Mister hat das Überleben immer noch drauf

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Nick Damici sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Mundfäule ist heilbar

Veröffentlichung: 31. März 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18 (Film: FSK 16)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: The Stakelander
Alternativtitel: Stake Land II
USA 2016
Regie: Dan Berk, Robert Olsen
Drehbuch: Nick Damici
Besetzung: Connor Paolo, Nick Damici, Laura Abramsen, A. C. Peterson, Steven Williams, Bonnie Dennison
Zusatzmaterial: u. a. Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © Splendid Film / WVG Medien GmbH

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Vampire Nation – Dreckiges Blutsauger-Roadmovie

Stake Land

Von Volker Schönenberger

Horror // Eine Vampir-Seuche sucht die Vereinigten Staaten heim. Die Zivilisation bricht zusammen, das Land versinkt in der Endzeit. Teenager Martin (Connor Paolo) muss miterleben, wie seine Eltern einem der Blutsauger zum Opfer fallen. Ein Fremder (Nick Damici), der sich Mister nennt, rettet Martin, gemeinsam töten sie den Vampir. Fortan zieht das Duo per Cabrio durchs Land, immer auf der Suche nach einem sicheren Flecken Erde. Mister bringt Martin das Kämpfen bei, zeigt ihm, wie man die bösartigen Kreaturen zur Strecke bringen kann. Die beiden klammern sich an die Hoffnung, im kalten Norden sei es sicher, weil dort die Vampire nicht überleben können. Bald schließt sich ihnen eine Nonne (Kelly McGillis) an. Auf ihrem Trip müssen sie sich nicht nur der Vampire erwehren.

Martin lernt, wie man die Vampire ausschaltet

Kelly McGillis? Ganz recht – nach einer kurzen Phase mit Rollen in bedeutsamen Produktionen wie „Der einzige Zeuge“, „Top Gun“ und „Angeklagt“ in den 80ern hat sich die Schauspielerin seither zusehends auf Fernsehfilme und den Independent-Sektor verlegt. Gut, dass sie keine Berührungsängste mit dem Horrorgenre hat: Ti Wests „The Innkeepers – Hotel des Schreckens“ (2011) und der vom „Vampire Nation“-Regisseur Jim Mickle inszenierte „We Are What We Are“ (2013) machen sich gar nicht schlecht in ihrer Filmografie.

Grimmig und ironiefrei

Das gilt auch für „Vampire Nation“, in dem die Kreaturen wie Hybride aus Vampiren und Zombies wirken. Der Film und seine Fortsetzung „Vampire Nation – Badlands“ können daher auch Freunden von „The Walking Dead“ und anderen Untoten-Szenarien bedenkenlos ans Herz gelegt werden. Die Atmosphäre ist grimmig, ironiefrei und schmutzig. Kurze Momente der Hoffnung werden so konsequent wie gnadenlos ausgemerzt. Als durchtriebener Antagonist tritt der religiöse Fanatiker Jebediah Loven (Michael Cerveris) in Erscheinung, dessen „Bruderschaft“ Angst und Schrecken verbreitet. Im weiteren Verlauf kommt Loven eine besondere Bedeutung zu, auf die aus Gründen der Spoiler-Vermeidung hier jedoch nicht eingegangen wird.

Kuckuck!

Hauptdarsteller Nick Damici schreibt auch gern mal am Drehbuch mit, so auch in diesem Fall. An sich hatte er die Story als Webserie konzipiert, stattdessen wurde gleich ein ganzer Film draus. Sieben Webisoden sind dennoch entstanden, zeitlich angesiedelt zu Beginn der Vampir-Pandemie – zu finden im Bonusmaterial von Blu-ray und DVD. „Vampire Nation“ ist ein dreckiger Blutsauger-Roadtrip, der Freude bereitet.

Religiöser Eiferer: Jebediah Loven

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Mickle sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Kelly McGillis in der Rubrik Schauspielerinnen, Filme mit Nick Damici in der Rubrik Schauspieler.

Mister gerät in Bedrängnis

Veröffentlichung:, 31. März 2017 als Blu-ray und DVD, 18. März 2016 als limitiertes 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD) 30. September 2011 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Stake Land
USA 2010
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici, Jim Mickle
Besetzung: Connor Paolo, Nick Damici, Kelly McGillis, Danielle Harris, Michael Cerveris, Gregory Jones, Traci Hovel, Marianne Hagan
Zusatzmaterial: Webisodes, VFX Breakdowns, Produktionstagebuch von Regisseur Jim Mickle, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © Splendid Film / WVG Medien GmbH

 

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Ghost in the Shell – Liebe für das Original

Ghost in the Shell

Kinostart: 30. März 2017

Von Matthias Holm

Science-Fiction // Remakes sind bei Filmfans weltweit sehr umstritten. Manche erfreuen sich daran, dass bestimmte Stoffe für ein größeres Publikum aufbereitet werden, anderen fehlt das Gefühl und der Respekt für das Original, manchmal sind Remakes auch schlichtweg unnötig, erzählen sie doch absolut nichts Neues. Dementsprechend skeptisch war man auch bei der Ankündigung der Realverfilmung von „Ghost in the Shell“, dem 1995 entstandenen Anime-Klassiker von Mamoru Ohsii. Dass diese Verfilmung in Amerika entstand, ließ die Fans nicht unbedingt auf etwas Positives hoffen, sind doch gerade Remakes asiatischer Filme aus den USA häufig eher unbeliebt.

Whitewashing, das den Japanern gefällt

Als dann auch noch Scarlett Johansson für die Hauptrolle gecastet wurde, gab es umgehend Vorwürfe des Whitewashings. Interessanterweise scheinen sich die Japaner daran nicht zu stören. Der Trailer wurde durchaus positiv aufgenommen, gerade Johanssons Darstellung scheint im Land des Ursprungsmaterials gut anzukommen. Dass Rupert Sanders mit „Ghost in the Shell“ dann auch noch ein Film geglückt ist, der zwar nicht an die überlebensgroße Vorlage herankommt, ihr aber durchaus gerecht wird, dürfte die Japaner umso mehr freuen.

Der Major wird zusammengesetzt

In der Zukunft ist ein verbesserter Körper kein Traum mehr. Über Implantate schaffen es Menschen, sich stetig zu verbessern. Der größte Durchbruch gelingt Dr. Ouelet (Juliette Binoche): Sie schafft es, das Gehirn eines Menschen in einen komplett künstlichen Körper zu verfrachten. Die so wiedergeborene Mira (Scarlett Johansson) wird zur Sektion 9 gebracht, einer Sondereinheit, die gegen Cyberkriminalität vorgeht. Dort bringt Mira es innerhalb eines Jahres zum Major, sie erweist sich als die stärkste Waffe im Kampf gegen das Verbrechen. Doch eines Tages tritt ein Hacker auf den Plan, der bisher unvorstellbare Taten vollbringt – und er scheint Personen zu attackieren, die an dem Projekt mitgewirkt haben, das Miras Leben gerettet hat.

Kein Puppet Master

Freunde des Originals müssen bei der Geschichte einige Zugeständnisse machen. Denn wo es in „Ghost in the Shell“ von 1995 mehr um die philosophische Auseinandersetzung zwischen Geist und Maschine ging und die Jagd nach dem Puppet Master nettes Beiwerk war, liegt in der 2017er-Version der Fokus stärker auf den eigentlichen Geschehnissen. Die sind zwar mit einigen Twists gespickt, die Geschichte läuft allerdings meist in vorhersehbaren Blockbuster-Bahnen ab. Viel wurde für das Mainstream-Publikum angepasst, es gibt keine vertrackte Symbolik – Stichwort Baum des Lebens. Dabei ist es Rupert Sanders allerdings hoch anzurechnen, dass er diesen philosophischen Kern nicht komplett entfernt.

Die Stadt von übermorgen

Seine Version konzentriert sich zwar deutlich mehr auf die Action und die Geschichte der Figuren, dennoch werden bestimmte Fragen aufgeworfen, die typisch für die Cyberpunk-Spielart der Science-Fiction sind. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Maschine? Darauf gibt der Film keine Antwort, sondern er lässt den Zuschauer selbst über diese Fragen nachdenken, während er in seinen Bildern schwelgt. Und was das für Bilder sind! Optisch macht der Film einiges her. Sei es nun die Großstadt bei Nacht mit ihren riesigen Werbeanzeigen und Armenvierteln oder seien es die Kämpfe. Selten hat sich die Atmosphäre eines gezeichneten Films so gut in eine Real-Adaption eingefügt. Zwar gibt es den einen oder anderen Zeitlupeneffekt zu viel, die trüben den Spaß aber kaum merklich.

Takeshi Kitano, der coolste Typ der Welt

Schauspielerisch gibt es absolut nichts zu beanstanden. Scarlett Johansson bewegt sich etwas roboterhaft, was in dem Setting durchaus Sinn ergibt. Wenn sie dann allerdings in den Actionszenen Schießen und Prügeln darf, sieht das fantastisch aus – die Dame hat ja auch inzwischen einiges an Action-Erfahrung gesammelt, so trägt sie den Film allein. Der restliche Cast bleibt, auch aufgrund geringerer Leinwandzeit, etwas zurück. Einen Szenendieb gibt es allerdings: „Beat“ Takeshi Kitano wird wohl bis zu seinem Lebensende eine coole Sau sein. Sein Daisuke Aramaki, Leiter von Sektion 9, sieht aus wie ein Yakuza-Gangster, hat aber stets das Wohlergehen seiner Untergebenen im Kopf. Und dass er gegen Ende als Vollstrecker auftritt, macht seine Figur umso cooler.

Sowohl Batou als auch …

Ein wenig enttäuscht darf man allerdings von Clint Mansell sein. Der Haus- und Hof-Komponist von Darren Aronofsky orientiert sich anfangs sehr nah am eindringlichen Score des ersten Animes – bei den Choralgesängen wird manche Erinnerung wach. Allerdings tritt die Musik im Lauf des Films extrem in den Hintergrund und wird bis auf das Ende kaum bis gar nicht wahrgenommen. Das ist vor allem deshalb schade, wurde doch auch durch diese eindringliche Musik viel Atmosphäre transportiert. So muss sich Sanders, wie beschrieben, ganz auf seine Bilder verlassen.

Verweise links und rechts

Einen Punkt gibt es allerdings, der „Ghost in the Shell“ zu einem Fest für Fans macht. Anders als manch anderes Remake ist sich der Film seiner Wurzeln bewusst und zeigt dies auch deutlich. Es gibt immer wieder Verweise auf die beiden Anime-Filme, wie Batous (Pilou Asbaek) Liebe zu Hunden, insbesondere zu einem Beagle. Teilweise wurden auch diverse Einstellungen eins zu eins aus dem Anime übernommen, etwa die legendäre Eingangsszene, in der der Körper für den Major erschaffen wird. Diese Sequenzen in einem Realfilm zu sehen, kann einem Fan schon mal Gänsehaut bereiten. Doch Rupert Sanders geht noch weiter: So wird beispielsweise gezeigt, woher Batou seine künstlichen Augen hat, was weder im Manga noch in den Filmen zuvor dargestellt wurde. Oder bestimmte Gegebenheiten wurden genommen und dem neuen Story-Kontext angepasst, wie eine Actionsequenz, die einen Müllwagen einschließt. Die Liebe zum Anime ist sogar so groß, dass es am Ende eine etwas vorhersehbare, aber nichtsdestotrotz großartige Hommage gibt, die an dieser Stelle nicht gespoilert werden soll – immerhin hat es etwas mit der Story zu tun.

… Daisuke Aramaki arbeiten für Sektion 9

Zum Glück ist „Ghost in the Shell“ keine schlechte Kopie des Animes geworden. Die Geschichte hätte ruhig noch mehr Tiefgang vertragen können, dann wäre ein wahrhaft meisterlicher Film entstanden. Aber auch so haben wir es mit einer würdigen Adaption zu tun. Und diese Art der Remakes gibt es wahrlich nicht häufig. Ein Wort noch zum 3D: Es ist da. Gibt dem Film allerdings keine großartige neue Dimension, ist also eher ein teures Ärgernis.

Das sieht nach Ärger aus

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Scarlett Johansson sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Länge: 107 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Ghost in the Shell
USA 2017
Regie: Rupert Sanders
Drehbuch: Jamie Moss, nach einem Manga von Masamune Shirow
Besetzung: Scarlett Johansson, Juliette Binoche, Peter Ferdinando, Michael Pitt, Pilou Asbaek, Takeshi Kitano, Chin Han
Verleih: Paramount Pictures Germany GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Paramount Pictures Germany GmbH

 
3 Kommentare

Verfasst von - 2017/03/30 in Film, Kino, Rezensionen

 

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