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Starry Eyes – Besetzungscouch und Body-Horror

04 Jun

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Starry Eyes

Horror // Eine Einladung zum Casting für den Horrorfilm „The Silver Scream“ – endlich scheint der Traum von Sarah (Alex Essoe) wahr zu werden. Nachdem es anfangs gut zu laufen scheint, kündigt sie sogar ihren Job als Kellnerin in der Filiale einer Fast-Food-Kette. Sarah ahnt nicht, was die Produzenten mit ihr im Sinn haben.

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Sarah (l.) hofft auf eine Rolle

Dass etwas anderes dahintersteckt als eine herkömmliche Rollenbesetzung, ahnt der Zuschauer aufgrund der Inszenierung schnell. Unbeschwerte Szenen mit Sarah und ihren Freunden wechseln sich mit unheilvollen Sequenzen rund um ihr Verlangen nach der Rolle ab. Denkt man sich den stimmungsvollen Horror-Score und die unterschwellig bedrohliche Atmosphäre weg, könnte es sich bei „Starry Eyes“ eine Weile auch schlicht um das Drama einer hoffnungsvollen Nachwuchsschauspielerin und ihre platzenden Träume handeln.

David Cronenberg lässt grüßen

Es zieht sich etwas, nach einer Weile wird aber ersichtlich, wohin die Reise geht: in die Body-Horror-Gefilde eines David Cronenberg. Hinzu kommen in ein paar Settings eine Prise Argento sowie auch etwas die Rätselhaftigkeit eines David Lynch. Das hat seinen Reiz, obgleich ich mich am Ende etwas am Kopf kratzen musste: Was wollte man dem Zuschauer eigentlich sagen? Insofern ist „Starry Eyes“ sicher nichts für Filmgucker, die am Ende restlos alles aufgelöst haben müssen.

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Die letzte Hürde vor dem Angebot erweist sich als tückisch

Wenn nach etwa der Hälfte der Zeit aus dem Drama endgültig ein Horrorfilm wird, werden einige Zuschauer ein erleichtertes „Endlich“ von sich geben, während sich andere angewidert wegdrehen. Dann stellen sich nämlich Schmerz und Ekel ein, was zartbesaiteten Gemütern einiges abverlangt. Die Freigabe ab 18 Jahren kommt nicht von ungefähr – immerhin verpasste die FSK der ungeschnittenen Fassung das rote Logo.

Abseits ausgetretener Erzählpfade

Die zwei Stoßrichtungen hinterlassen einen etwas zwiespältigen Eindruck. Wer sich nicht daran stört, wenn konventionelle Drehbuch- und Narrationsstrukturen verlassen werden, wird „Starry Eyes“ womöglich begeistert aufnehmen. Andere werden ihn ablehnen. Aber eine Kontroverse hat ja noch nie geschadet. Anschauen sollten ihn sich Freunde abseitiger Genrefilme auf jeden Fall einmal. Er ist es wert.

Nach dem Thriller „Absence“ von 2009 ist „Starry Eyes“ der zweite gemeinsame Langfilm der Drehbuchautoren und Regisseure in Personalunion Kevin Kölsch und Dennis Widmyer. Derzeit drehen sie mit Kevin Smith und anderen Regisseuren die Horrorkomödie „Holidays“.

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Sonderbares geschieht

Veröffentlichung: 13. März 2015 als limitiertes Mediabook (inkl. Blu-ray, DVD und Soundtrack-CD), 3. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: Starry Eyes
USA/BEL 2014
Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Drehbuch: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Besetzung: Alex Essoe, Amanda Fuller, Noah Segan, Fabianne Therese, Shane Coffey, Natalie Castillo, Pat Healy, Nick Simmons, Maria Olsen, Marc Senter, Danny Minnick, Louis Dezseran
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch und Dennis Widmyer sowie Produzent Travis Stevens, unveröffentlichte Szenen, Making-of: Soundtrack, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, US-Trailer, deutscher Trailer, Wendecover
Vertrieb: Turbine Media Group

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Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2015 Turbine Media Group

 
 

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Eine Antwort zu “Starry Eyes – Besetzungscouch und Body-Horror

  1. Sam Rockalot

    2018/03/05 at 17:33

    Was der eigentlich sagen will bzw. worauf er Bezug nimmt? Google mal nach „Project Monarch“ bzw. „MK Ultra“. Mich wundert eher, dass dieser SToff nicht schon viel häufiger in Horrorfilmen aufgegriffen wurde, bietet sich doch geradezu an

     

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