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Toro – Pfad der Vergeltung: Schmutziges Genrestück

24 Nov

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Toro

Von Andreas Eckenfels

Actionthriller // Nicht nur geübte Filmgucker wissen: Der letzte Coup geht meistens schief. Diesmal erwischt es Toro (Mario Casas), der sich zuvor von dem spanischen Mafiapaten Romano (José Sacristán) verabschiedet hat, um endgültig sein kriminelles Leben hinter sich zu lassen. Das war nicht ganz einfach: Romano war eine Art Vaterersatz für ihn. Außerdem stehen auch Toros Brüder López (Luis Tosar) und Antonio (Hovik Keuchkerian) in den Diensten des brutalen Gangsterbosses. Beide unterstützen Toro bei seinem letzten Auftrag. Es kommt also, wie es kommen muss: Unerwartet taucht die Polizei an dem China-Restaurant auf, welches die Brüder in der Nacht zerlegen sollen. Nur López gelingt die Flucht. Antonio wird erschossen, Toro landet im Knast.

Rodaje de TORO una Peíicula de Kike Maíllo

Toro hat bald seine Strafe abgesessen …

Fünf Jahre später arbeitet Toro tagsüber als Taxifahrer, die Nächte muss er hinter Gittern verbringen. Allerdings nicht mehr lange: In zwei Monaten läuft seine Strafe ab. Dann kann er endlich mit der Lehrerin Estrella (Ingrid García Jonsson) ein neues Leben beginnen. Aber Romano vergisst nicht: Weil Lopéz ihm angeblich Geld gestohlen hat, lässt er dessen Tochter Diana (Claudia Canal) entführen. So kommt es zur Wiedervereinigung der beiden Brüder. Toro willigt schließlich ein, López zu helfen. Bei einem Treffen mit Romano können sie das Mädchen befreien und fliehen. Fortan werden Toro, López und Diana von den Schergen des Paten gnadenlos gejagt.

Episch angehaucht

Es ist etwas unglücklich geraten, dass der spanische Actionthriller mit dem Spruch „Europas Antwort auf ,Drive‘“ beworben wird. Mit dem Meisterwerk von Nicolas Winding Refn hat „Toro – Pfad der Vergeltung“ nur insofern etwas zu tun, als ebenfalls Neonlicht als Stimmungsmittel eingesetzt wird und Hauptfigur Toro weiß, wie man ein Auto ordentlich steuert.

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… und will mit Estrella ein neues Leben beginnen

Dennoch: Vielleicht hilft es dabei, dass „Toro – Pfad der Vergeltung“ größere Aufmerksamkeit erhält. Verdient hat es der zweite Spielfilm von Goya-Preisträger Kike Maíllo („Eva – Gefühle kann man nicht programmieren“) auf jeden Fall. Vor den unverbrauchten Kulissen Andalusiens entwickelt Maíllo aus dem Drehbuch des preisgekrönten Rafael Cobos („Mörderland“) einen allein schon durch die Musik – spanische Gitarren treffen auf Orgelmusik – episch angehauchten Gangsterthriller samt Brüderdrama und katholischer Ikonographie.

Blutiges Finale im Hochhaus

Wie der abergläubische Romano durch seine Kontakte die Schlinge um die Flüchtigen langsam zuzieht und Toro mit López schließlich gezwungen sind, zum Gegenangriff überzugehen, ist spannend erzählt. Wer sich am redseligen Mittelteil stört, der wird mit einem knallharten und blutigen Finale entschädigt. Darin versuchen die Brüder ins oberste Stockwerk eines Hochhauses vorzudringen, wo der Mafiapate wohnt. Dessen Handlanger setzen Messer, Pistolen und Äxte ein, um die beiden daran zu hindern.

Rodaje de TORO una Peíicula de Kike Maíllo

López steckt in Schwierigkeiten

Erinnert an „The Raid“? Ja, aber auch mit diesem Meisterwerk hat „Toro – Pfad der Vergeltung“ nicht viel zu tun. Trotz bekannter Storyelemente ist Maíllo einfach ein visuell interessantes und schmutziges Genrestück gelungen, welches durch die Besetzung des wie immer gern gesehenen Luis Tosar („Shrew’s Nest”) zusätzlich geadelt wird.

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Kurze Zeit später sendet Mafiapate Romano …

Veröffentlichung: 27. Oktober 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 101 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Toro
SP 2016
Regie: Kike Maíllo
Drehbuch: Rafael Cobos, Fernando Navarro
Besetzung: Mario Casas, Luis Tosar, José Sacristán, Claudia Canal, José Manuel Poga, Ingrid García Jonsson, Hovik Keuchkerian
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Rodaje de TORO una Peíicula de Kike Maíllo

… seine Handlanger zur Jagd auf die beiden Brüder aus

Fotos & Packshot: © 2016 Koch Films

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