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Proxy – Wenn Alpträume wahr werden: Zum Finale geht’s bergab

24 Okt

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Proxy

Gastrezension von Simon Kyprianou

Horrorthriller // Die hochschwangere Esther Woodhouse (Alexia Rasmussen) wird auf offener Straße überfallen, ihr Kind bei diesem Angriff getötet. Daraufhin besucht die Traumatisierte eine Selbsthilfegruppe, in der sie die freundliche Melanie Michaels (Alexa Havins) kennenlernt. Doch beide spielen nicht mit offenen Karten und ihre Begegnung wird für beide zum Albtraum werden.

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Melanie (l.) und Esther – nur scheinbar unschuldige Freundinnen

Proxy ist – das muss man ihm zugute halten – ein ungewöhnliches und hochinteressantes Film-Experiment. Lange, eigentlich sogar die gesamte erste Hälfte, verschleiert er seine Intentionen, lässt sich nicht in die Karten schauen und lässt das Publikum im absoluten Zweifel über seine Absichten, verkommt am Ende auch nicht zum blöden Twist-Kino.

Die erste Hälfte des Films ist toll. Sie schwebt frei über den Genres, mal Thriller, mal Drama, mal Horrorfilm, verweigert konsequent eine klare Einordnung. Der Horror entspringt ausschließlich dem Alltag, dem normalen Leben, ist tief in der Realität verwurzelt und wirkt dadurch sehr natürlich und bedrohlich. Regisseur Zack Parker verwandelt die erste Hälfte in ein sensibles, feinfühliges und undurchsichtiges Drama über den Verlust des Kindes, wunderbar zurückhaltend gespielt von Alexia Rasmussen.

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Blut fließt en masse

In der zweiten Filmhälfte dann, wenn sich Parker an die Auflösung begibt, verliert „Proxy“ ungemein, erstickt an seiner mit zwei Stunden doch üppigen Länge und der allzu komplexen und immer unsinniger werdenden Geschichte. Die guten Ansätze, das wunderbar unklare und ängstigende Verwirrspiel aus der ersten Hälfte können nicht aufrechterhalten werden. Parkers Regie ist zwar versiert, er lässt seinen Low-Budget-Horrorfilm gut aussehen, versucht sich an einer Art Mumblecore-Horror (mit dem Mumblecore-Regisseur Joe Swanberg in einer kleinen Rolle). Unpersönliche, leere Settings spiegeln die leeren, abgestumpften Charaktere wider, und zu Anfang ist die bedächtige, präzise Regie schön anzusehen. All das verliert sich aber später mit der blöden Story zu gewöhnlichem, konfusem Horror-Einheitsbrei.

Schade, „Proxy – Wenn Alpträume wahr werden“ fängt super an und ist allein wegen der ersten Stunde sehenswert, baut am Ende aber stark ab.

Veröffentlichung: 14. Oktober 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 122 Min. (Blu-ray), 118 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Proxy
USA 2013
Regie: Zack Parker
Drehbuch: Kevin Donner, Zack Parker
Besetzung: Joe Swanberg, Kristina Klebe, Alexia Rasmussen, Alexa Havins
Zusatzmaterial: Interviews, Originaltrailer, Trailershow, Wendecover, nur Blu-ray: Behind The Scenes, Behind The Scenes – Clips
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Ascot Elite Home Entertainment

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