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Black Beach – Das große Geld in Afrika

Black Beach

Von Volker Schönenberger

Politthriller // Als knallharter Unterhändler mit potenziellen Vertragspartnern hat sich Carlos (Raúl Arévalo) eine hervorragende Position erarbeitet. Er hofft auf eine Beförderung innerhalb der US-Ölfirma, für die er in Brüssel arbeitet. Doch statt der erhofften Versetzung nach New York schickt man ihn in den westafrikanischen Inselstaat, in dem er sich vor langer Zeit als Backpacker eine Weile aufgehalten hat. Carlos soll die Freilassung eines entführten Ingenieurs aushandeln. Als Dank winkt ihm nicht nur New York, sondern sogar die Position eines Partners im Unternehmen. So lässt er kurzerhand seine hochschwangere Frau Susan (Arévalos Lebensgefährtin Melina Matthews) zurück, die ebenfalls ein Jobangebot in New York hat.

Carlos sticht in ein Wespennest

Den vermeintlichen Entführer Calixto Batete (Jimmy Castro) kennt Carlos noch aus seiner Zeit in dem Land. Seine Fahrerin entpuppt sich ebenfalls als alte Bekannte: Mit Ale (Candela Peña) verbanden ihn einst mehr als nur freundschaftliche Gefühle. Es werden nicht die einzigen Reminiszenzen an Carlos’ Vergangenheit bleiben. Hinter der Entführung steckt weit mehr als Geldbeschaffung einer Terrorgruppe.

Er bringt sich in Gefahr …

Für seinen Kurzfilm „Aquel no era yo“ erhielt Regisseur Esteban Crespo 2014 eine Oscar-Nominierung. Mit „Black Beach“ legt er seinen zweiten Langfilm nach dem Liebesdrama „Amar“ (2017) vor. Der Thriller bringt Neo-Noir-Stimmung ins gleißende Sonnenlicht Afrikas – gedreht wurde in Ghana. Für die Exposition nimmt sich Crespo Zeit. Nach einem Einstieg in Brüssel sondiert Carlos am Zielort erst einmal die Lage, bevor er sich auf die Suche nach seinem alten Kumpel Calixto macht.

… und wird bald darauf …

Der Filmtitel steht für ein Gefängnis, das Carlos aufsucht, um dort eine weitere Person aus seiner Vergangenheit zu treffen. Nach und nach kommt eine politische Intrige ans Tageslicht, hinter der handfeste wirtschaftliche Interessen stehen, bevor es nach knapp 70 Minuten plötzlich brutal und gnadenlos wird. Hoch spannend ist es zu dem Zeitpunkt sowieso schon.

… von Soldaten gejagt

Gier und Korruption spielen zentrale Rollen. Dazu kontrastiert die Armut der Bevölkerung des afrikanischen Landes. Schauspielerisch ist das durchweg gelungen, insbesondere Hauptdarsteller Raúl Arévalo („Mörderland“, 2014) überzeugt auf ganzer Linie. Es wäre etwas zu viel gesagt, dass er vom Saulus zum Paulus mutiert, aber allzu weit entfernt davon entfernt ist Carlos’ Entwicklung nicht. Kritisch kann man sehen, dass ein Weißer in Afrika unter Schwarzen als Held auftritt, aber er strahlt immerhin nicht allzu sehr, sondern offenbart Facetten. Später kommt es auch zu diplomatischen Verwicklungen auf UN-Ebene, auch eine unterdrückte ethnische Minderheit wird thematisiert. Das hätte durchaus mehr Nachhaltigkeit verdient gehabt, es dient vornehmlich als Hintergrund für den Thriller-Plot. Der punktet dafür mit seinem originellen Schauplatz, erst recht für eine spanische Produktion. Thriller-Fans sei „Black Beach“ ans Herz gelegt. Welche spanischen Krimis und Thriller könnt Ihr empfehlen?

Das Regime kennt keine Gnade

Veröffentlichung: 22. Juli 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Black Beach
SP/BEL/USA 2020
Regie: Esteban Crespo
Drehbuch: Esteban Crespo, David Moreno
Besetzung: Raúl Arévalo, Paulina García, Candela Peña, Melina Matthews, Claude Musungayi, Babou Cham, Lidia Nené, Emilio Buale, Mulle Jarju Salvador, Aída Wellgaye, Jimmy Castro, Fenda Drame, Luka Peros
Zusatzmaterial: Trailer, Bildergalerie, Trailershow
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2021 Koch Films

 

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The Big Ugly – Die Axt kann’s noch

The Big Ugly

Von Volker Schönenberger

Thriller // Was tun mit massig schmutzigem Geld aus kriminellen Geschäften in England? Zwecks Geldwäsche in den USA investieren, ist doch klar! Zu diesem Zweck reist der Londoner Gangsterboss Harris (Malcolm McDowell) im Privatjet samt Entourage in die Appalachen West Virginias, um seinen alten Freund Freund Preston Lawford (Ron Perlman) zu besuchen. Der Ölmagnat hat die Gegend inklusive Polizei und den örtlichen Rednecks gut im Griff. Mit dabei hat Harris auch Neelyn (Vinnie Jones), seinen Mann fürs Grobe, den seine Freundin Fiona (Lenora Crichlow) begleitet.

Der Londoner Gangsterboss Harris will Geld waschen

Ein paar Scheinverträge sind schnell unterzeichnet, dann wird der Deal kräftig begossen. Als Neelyn am nächsten Morgen mit Brummschädel aufwacht, ist Fiona verschwunden. Von der Barbesitzerin Tomi (Joelle Carter) erfährt er, dass seine Freundin mit Lawfords Sohn Junior (Brandon Sklenar) zusammen war und die beiden die Bar gemeinsam verlassen haben.

Lasst Worte sprechen – und Fäuste!

Der actionerfahrene Regisseur Scott Wiper („Die Todeskandidaten“, 2007) fuhr die Action für „The Big Ugly“ zugunsten einer schwülen Neo-Noir-Western-Atmosphäre etwas zurück. Darin wird überraschend viel geredet, wenn auch mit wenigen Worten. Doch da sich Kerle wie diese hier selten von Worten überzeugen lassen, sprechen immer wieder auch die Fäuste. Oft ist die Luft zum Schneiden dick. Und natürlich faseln die Gangster auch wieder von Ehre, obwohl sie diese längst hinter sich gelassen haben.

Ölbaron Preston Lawford ist dafür der richtige Ansprechpartner

Vinnie Jones hat nach vielversprechenden Schauspielanfängen in Guy Ritchies „Bube Dame König grAS“ (1998) und „Snatch – Schweine und Diamanten“ (2000) nicht immer ein Händchen bei der Wahl der Drehbücher gehabt, auch wenn er ab und zu mit Fanlieblingen wie „Mean Machine“ (2001) und „Midnight Meat Train“ (2008) aufwarten konnte. Mit „The Big Ugly“ schlägt die Leistungskurve wieder nach oben aus. Der Vielseitigste wird Jones in diesem Leben nicht mehr werden, da bleibt er sich treu – schaut oft grimmig, lächelt selten. Während seiner vorherigen Karriere als Fußballprofi war er als eisenharter Defensivspieler für „robustes“ Auftreten bekannt, was ihm den Beinamen „Die Axt“ einbrachte. In dieser Rolle gefällt er sich auch in seiner Filmlaufbahn. Als Handlanger eines Gangsterbosses in „The Big Ugly“ fügt er seiner Figur aber ein paar Nuancen zu, denn Neelyn ist seiner schmutzigen Arbeit müde geworden, und das steht ihm ins Gesicht geschrieben. Die Werte der großen Bosse Harris und Preston sind nicht mehr seine, wenn sie es denn je waren. Gleich zu Beginn erledigt er einen Job, bei dem wir deutlich merken, dass er sich innerlich davon abwendet. Diese Stimmung wird ihn nicht mehr verlassen.

Das Gegenteil eines Sympathen: Lawford Junior (M.)

Überhaupt ist das Geschehen schauspielerisch gut anzuschauen. McDowell und Perlman sind ohnehin immer eine Bank, auch wenn die beiden ebenfalls ein paar Stinker in der Filmografie haben. Perlman gibt hier mehr den Platzhirsch, sein Preston ist ein Alphatier durch und durch, während Harris das Ganze etwas ruhiger angehen lässt. Auch die Nebenfiguren sind nicht alle schablonenhaft skizziert, wobei die Dastellerinnen einmal mehr wenig Gelegenheit bekommen, ihren eindimensionalen Figuren Leben einzuhauchen. So ist das leider in Männerfilmen.

Wenn plötzlich „Kiss You All Over“ ertönt

Einige Entwicklungen sind etwas vorhersehbar geraten, aber die stilvolle und konsistente Inszenierung hilft darüber hinweg. Ein Nebenstrang um die Barkeeperin Kara (Leven Rambin) und ihren Liebsten Will (Nicholas Braun) scheint phasenweise zu viel Bedeutung zu erlangen, was im weiteren Verlauf aber gerechtfertigt wird. Und wenn am Ende unvermittelt Exiles Smash-Hit „Kiss You All Over“ von 1978 erklingt, hat „The Big Ugly“ mich als Kind der 70er sowieso gewonnen. Prima besetzt, und das nicht nur aufgrund der klangvollen Namen, stilsicher inszeniert, mit einem guten Maß zwischen Ruhe und Action – „The Big Ugly“ wartet mit anständigem Thrill auf. Die UHD Blu-ray, Blu-ray und DVD können direkt im Online-Shop von capelight pictures erworben werden.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vinnie Jones, Malcolm McDowell und Ron Perlman haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Neelyn (r.) will eine Rechnung begleichen

Veröffentlichung: 11. Juni 2021 als 4K UHD Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Big Ugly
USA 2020
Regie: Scott Wiper
Drehbuch: Scott Wiper
Besetzung: Vinnie Jones, Malcolm McDowell, Ron Perlman, Nicholas Braun, Leven Rambin, Brandon Sklenar, Lenora Crichlow, Bruce McGill, Dan Buran, Stephen Marcus, David Myers Gregory, Elyse Levesque, Joell Carter, Leilani Barrett, Nathan Neorr, J. Gary Thompson, Kevin Crowley
Zusatzmaterial: Wendecover
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Triple-Packshot: © 2021 capelight pictures

 

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Gewinnspiel: A Hard Day – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Ein korrupter Cop überfährt versehentlich einen Mann, lässt die Leiche verschwinden und muss bald darauf bemerken, dass er bei der Tat offenbar beobachtet wurde. Die Busch Media Group hat den südkoreanischen Thriller „A Hard Day“ (2014) fürs Heimkino veröffentlicht und uns eine Blu-ray und eine DVD zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank, auch im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Da „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress): Wer möchte, darf mir im Gewinnfalle gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Dies ist aber völlig freiwillig und keine Teilnahmevoraussetzung. Nicht freiwillig, sondern verbindlich hingegen: Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 25. Juli 2021, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray oder DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf von zwei Wochen nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Die Rezension von „A Hard Day“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

 

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