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Game of Thrones – Die komplette vierte Staffel: Valar Morghulis

10 Apr

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Game of Thrones

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Serie // Das gibt’s doch nicht! Jetzt entwickelt „Game of Thrones“-Mastermind George R. R. Martin auch noch mit „Captain Cosmo“ eine neue SF-Serie für den US-Sender HBO. Der 66-jährige Autor soll endlich den sechsten Roman „The Winds of Winter“ seiner „Game of Thrones“-Saga fertigstellen. Da hat er doch dann gar keine Zeit mehr für!

Wann kommt neuer Stoff?

Ja, die Fans sind nervös – und haben berechtigte Zweifel, ob Martin wirklich seine beliebte Fantasy-Saga bis zum geplanten siebten Teil vor seinem Ableben noch zu einem finalen Abschluss bringt. Immerhin ist es schon vier Jahre her, dass mit „Dance of Dragons“ Band fünf veröffentlicht wurde. Angeblich soll der neue Roman nun im Frühjahr 2016 erscheinen. Bis dahin müssen Buch-Liebhaber mit der Fernsehserie vorliebnehmen. Am 12. April feiert die fünfte Staffel in den USA TV-Premiere, kurz davor veröffentlicht Warner Home Video die vierte Staffel bei uns fürs Heimkino. Die formidable Inszenierung der Abenteuer aus Westeros ist ein mehr als adäquater Ersatz für das lange, lange Warten auf frischen Lesestoff.

Alle Männer müssen sterben!

Der Inhalt der zehn Episoden der hier rezensierten vierten Staffel wird größtenteils spoilerfrei bleiben!

„All Men Must Die“ – in der Sprache der Valyrian „Valar Morghulis“ – ist das Motto von Staffel 4 der HBO-Serie. Spätestens seit dem Ende der ersten Staffel wissen wir, das es in Westeros wirklich jeden treffen kann – egal ob Gut oder Böse. Und so geht es auch gleich zu Beginn der Staffel mit einem spektakulären Tod los. Die Frage, ob es ein Mord oder ein Unfall war, wird sich durch die gesamte Staffel ziehen. Dieses radikale Vorgehen macht auch einen Teil der besonderen Spannung von „Game of Thrones“ aus. Anders als etwa in der anderen derzeitigen Erfolgsserie „The Walking Dead“, traut man sich hier auch mal, ein paar Lieblings- oder Hassfiguren ins Jenseits zu schicken.

Figuren ändern sich

Die vielschichtige Charakterzeichnung ist ebenfalls ein großes Plus der Saga. Denken wir nur an die jungfräuliche Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die anfangs von ihrem Bruder manipuliert wird und durch die Zwangsehe mit Khal Drogo (Jason Momoa) zur furchtlosen Drachenkönigin aufgestiegen ist. Nun ist sie mit einer Sklavenarmee und ihren drei Drachen auf den Weg zurück nach Westeros, um ihren Platz auf dem Eisernen Thron zurückzuerobern. Schönling Jamie Lennister (Nikolaj Costa-Waldau) war schon nach Ende der Pilotfolge ein Hassobjekt: Nicht nur, dass er es mit seiner Schwester Cersei (Lena Headey) treibt, er stößt auch noch den armen, kleinen Bran Stark (Isaac Hempstead Wright) vom Burgturm. Nach seiner Gefangenschaft und der Reise mit der treuen Ritterin Brienne (Gwendoline Christie) in Staffel 3 hat er sich jedoch komplett verändert. Jamie hat tatsächlich eine liebenswerte Seite! Doch in einer Szene aus Staffel 4 wendet sich das Blatt erneut. Laut einiger Fans und Kritiker begeht der Königsmörder eine Vergewaltigung. Ich kann diese Meinung allerdings nicht teilen: Nur zu Beginn wehrt sich die Frau leicht, doch dann gibt sie sich ihm zwanglos hin.

Der Fight des Jahres!

Das Folge 8 tatsächlich eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat, ist erstaunlich. Das Duell zwischen Gregor Clegane (Hafþór Júlíus Björnsson), bekannt als „Der Berg“, und Prinz Oberyn (Pedro Pascal) alias „Die Rote Viper“, ist furious inszeniert – der Kampf endet in einem Massaker, bei dem wohl auch Splatter-Fans der Mund weit offen stehen bleiben wird. Ein weiterer Höhepunkt der vierten Staffel ist die Schlacht zwischen der Nachtwache und den Wildlingen an der gigantischen Mauer. Beim Aufeinandertreffen mit seiner Ex-Geliebten Ygritte (Leslie Rose, „Honeymoon“) muss Jon Schnee (Kit Harington) eine Entscheidung treffen. Ebenso wird Tyrion Lennister (Peter Dinklage) eine schockierende Entdeckung machen, die seinen weiteren Weg maßgeblich beeinflussen wird.

Perfekt eingedampft

Was man „Game of Thrones“ neben der großartigen Ausstattung, der komplexen Handlung und der internationalen Top-Besetzung ebenso hoch anrechnen muss, ist die Arbeit der beiden Serienschöpfer D. B. Weiss und David Benioff. Immerhin schaffen sie es, die Essenz von knapp 1000 Buchseiten ohne erhebliche Kürzungen oder Änderungen auf zehn Folgen pro Staffel einzudampfen. Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe! Dabei ergibt sich eine Neuerung: Zuvor wurde ein englischer Band in je eine Staffel verarbeitet; in Staffel 3 wurde das Buch erstmals halbiert, der zweite Teil der Handlung wurde in die vierte Staffel integriert. Außerdem wurden ein paar Ereignisse aus Buch fünf in der vierten Staffel schon jetzt erzählt.

Es ist also so weit, dass die Geschichten der TV-Serie langsam die der Buchvorlagen überholen. Somit ist es nun wirklich an der Zeit, dass George R. R. Martin zu Potte kommt und Band sechs endlich vollendet! Immerhin hat er schon einen kurzen Auszug eines Kapitels veröffentlicht.

Veröffentlichung: 26. März 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 546 Min. (Blu-ray), 524 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Russisch, Englisch und Italienisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Game of Thrones
USA 2014
Regie: D.B. Weiss, Alex Graves, Michelle McLaren u.a.
Drehbuch: David Benioff, D.B. Weiss u.a. nach den Romanen von George R.R. Martin
Besetzung: Peter Dinklage, Lena Headey, Kit Harington, Emilia Clarke, Nikolaj Costa-Waldau, Carice van Houten
Zusatzmaterial: Die Gefallenen: Ein Gespräch, Rückblick auf Staffel 3, Die Bastarde von Westeros, 2 nicht verwendete Szenen, Der Krieg an der Mauer, 11 Audiokommentare, Neue Charaktere und neue Orte, verpatzte Szenen, Blu-ray exklusiv: Führer innerhalb der Episoden, Legenden und Überlieferungen
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Packshot & Trailer: © 2015 Warner Home Video

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Eine Antwort zu “Game of Thrones – Die komplette vierte Staffel: Valar Morghulis

  1. Christian Weis

    2015/04/14 at 17:36

    FSK 16/18 hin oder her – viel schlimmer ist: Auf den Disc-Hüllen fehlt der Warnhinweis: „Kann süchtig machen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie …“
    😀

     

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