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Stephen King’s A Good Marriage – Der Feind in meinem Bett

13 Apr

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A Good Marriage

Gastrezension von Andreas Eckenfels

Psychothriller // Als Stephen King in einem Interview mal gefragt wurde, warum er mit „Rhea M – Es begann ohne Warnung“ aus dem Jahr 1986 seine bislang einzige Regiearbeit abgeliefert habe, erwiderte der Horrormeister nur: „Haben Sie den Film mal gesehen?“ Das reichte als Antwort aus. Regieführen ist also nicht sein Fach, dennoch ist es erstaunlich, dass der Autor lediglich bei bislang drei Filmen seiner zahlreichen Roman-Adaptionen auch das Drehbuch geschrieben hat. Dies war bei „Friedhof der Kuscheltiere“ (1989) und „Schlafwandler“ (1992) der Fall, hinzu kommt nun „A Good Marriage“. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte „Eine gute Ehe“, die in seiner Novellen-Sammlung „Zwischen Nacht und Dunkel“ erschienen ist.

Bis dass der Tod uns scheidet …

Glücklich wie am ersten Tag: Darcy (Joan Allen) und Bob Anderson (Anthony LaPaglia) feiern Silberhochzeit. Ihre Kinder Petra (Kristen Connolly) und Donnie (Theo Stockman) haben für die Jubilare eine rauschende Party organisiert. Familie, langjährige Freunde und Bobs Geschäftspartner lassen das Paar hochleben. Bob macht seiner Frau spät am Abend noch ein besonderes Geschenk: zwei goldene Ohrringe in Form eines Fisches.

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Bob und Darcy führen nach 25 Jahren noch immer eine gute Ehe

Einige Wochen später ist Bob mal wieder auf Geschäftsreise. Während Darcy in seiner Werkstatt nach Batterien für die Fernbedienung sucht, macht sie eine grausame Entdeckung: In einer Kiste findet sie ein Bündel mit S/M-Magazinen, dahinter eine versteckte Schachtel in der sich mehrere Ausweise junger Frauen befinden. Darcy kommt ein schrecklicher Verdacht: Ist Bob der Serienkiller „Beadie“, der seit den 70er-Jahren sein Unwesen treibt und – wie die Nachrichten berichten – gerade wieder zugeschlagen hat? Als Darcy im Internet Fotos der Opfer findet, wird ihre Vorahnung zur traurigen Gewissheit: Eine Frau trägt die gleichen Fisch-Ohrringe, wie Bob sie ihr geschenkt hat …

Eine Illusion wird zerstört

Nach 25 Jahren wird ein dunkles Geheimnis enthüllt, wie reagiert die ahnungslose Frau darauf? Auf dem Papier mag diese Ausgangssituation vielleicht bestens funktionieren. Kings Filmadaption verbringt aber viel zu viel Zeit damit, die Illusion eines eiskalten Killers aufzubauen, nur um diese später zu zerstören.

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Doch Bob verbirgt ein finsteres Geheimnis

Nach ihrer Entdeckung fühlt sich Darcy in ihrem eigenen Haus von Bob verfolgt. Bei Darcys Angstzuständen ist der Zuschauer nie sicher, ob es sich dabei wirklich um Traum oder Realität handelt. Ist ihr Ehemann schon zurück? Will er ihr etwas antun? Doch wenn Darcy zum x-ten Mal unverletzt aus einem Albtraum aufschreckt, verliert man jede Verbundenheit mit der Figur. Erneut wurde man nur an der Nase herumgeführt. Die nächste derartige Szene kann man dann einfach nicht mehr ernst nehmen.

Kein zweites „Shining“

Als Bob dann wirklich zurückkehrt und sofort bemerkt, dass Darcy sein Geheimnis kennt, erklärt er seine Situation und seine vergangenen Taten. Er versichert ihr aber, dass er ihr und seinen Kindern niemals etwas antun würde. Natürlich bleibt stets ein unbehagliches Gefühl im Film erhalten, ob Bob wirklich seine Familie verschonen wird. Ein angsteinflößender Killer, der buchstäblich über Leichen geht, um sein Geheimnis zu bewahren, wird aber nicht präsentiert.

Die Möglichkeit eines spannenden Psycho-Duells zwischen Gatte und Gattin im Stile von Kings Meisterwerk „Shining“ fällt somit flach. Auch wenn die Stars Joan Allen und Anthony LaPaglia routiniert spielen, hat man bei „A Good Marriage“ ständig das Gefühl, einem TV-Melodram und nicht einem typischen Stephen-King-Thriller beizuwohnen.

Stephen King bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Der dunkle Turm (2017)
Es (2017)
11.22.63 – Der Anschlag (2016)
Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade (2014)
Stephen King’s A Good Marriage (2014)
Carrie (2013)
Stephen Kings Stark – The Dark Half (1993)
Manchmal kommen sie wieder (1991)
Katzenauge (1985)
Werwolf von Tarker Mills (1985)
Der Feuerteufel (1984)
Christine (1983)
Dead Zone (1983)
Shining (1980, geplant)
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

Veröffentlichung: 9. April 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: A Good Marriage
USA 2014
Regie: Peter Askin
Drehbuch: Stephen King
Besetzung: Joan Allen, Anthony LaPaglia, Stephen Lang, Kristen Connolly, Cara Buono, Theo Stockman
Zusatzmaterial: entfallene und verpatzte Szenen, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

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Als Darcy dahinterkommt, muss sie um ihr Leben bangen

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2015 Concorde Home Entertainment

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