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Let Us Prey – Höllisch, diese Katholiken

05 Mai

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Let Us Prey

Von Volker Schönenberger

Horror // Stimmungsvoller Einstieg: Wogen schlagen gegen eine zerklüftete Küste, Gischt spritzt hoch. Ein Mann (Liam Cunningham) erhebt sich auf dem Fels und begibt sich von Raben begleitet landeinwärts. Sein Ziel ist ein schottisches Kaff, wo er den Weg von Constable Rachel (Pollyanna McIntosh) kreuzt, die auf dem Weg zu ihrer ersten Nachtschicht im neuen Revier ist.

Es wird eine lange dunkle Nacht

Ein Rodwy hinterm Lenkrad fährt den Unbekannten um, doch als Rachel zum Ort des Aufpralls eilt, ist der Mann verschwunden. Die Polizistin bringt den Fahrer zur Wache. Bald darauf schleppen zwei Kollegen den Angefahrenen an. Ein unheilvoller Einfluss geht von ihm aus, Polizisten wie Inhaftierte als auch der herbeigerufene Arzt werden von Visionen heimgesucht. Es wird eine lange dunkle Nacht, gibt der Eindringling irgendwann von sich. Er wird recht behalten.

Gebt den Debütanten eine Chance! Zwei Kurzfilme hatte Regisseur Brian O’Malley zuvor gedreht, bevor er mit „Let Us Prey“ seinen ersten abendfüllenden Spielfilm inszenieren durfte. Ein vielversprechender Auftakt, O’Malley hat seine John-Carpenter-Hausaufgaben gemacht, was auch für den elektronischen Score gilt. Auch Hitchcock hat er als Einfluss genannt. Das Niveau dieser beiden Ikonen erreicht er natürlich noch nicht, wenn man vom Niveau einiger Carpenter-Spätwerke absieht (das zu übertreffen, fällt nicht schwer). Die Abgeschiedenheit des Polizeireviers erinnert ein wenig an „Assault – Anschlag bei Nacht“, obgleich es bei „Let Us Prey“ zu keiner Belagerungssituation kommt. Was Spannungsbögen angeht, ist O’Malley auf einem guten Weg.

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Was will der mysteriöse Fremde?

Der Titel des Films gibt den ersten Hinweis: „Let Us Prey“ ist ein religiöser Film, katholisch, um genau zu sein. Allerdings sei auch auf die Doppelbedeutung des Worts „prey“ hingewiesen: Es kann nicht nur „beten“ bedeuten, sondern auch „jagen“. Das soll es dann aber auch mit Hinweisen gewesen sein. Jedenfalls hatte ich als atheistischer Horror-Connaisseur keine Probleme damit, mich auf diese Weise ans Sofa fesseln zu lassen.

Uncut nur im Mediabook

Die FSK wollte die ungeschnittene Fassung nicht mit dem roten 18er-Logo auf die deutschen Horrorfans loslassen. Eine Kürzung um 37 Sekunden mit Gewaltspitzen war die Folge – leider zum Teil recht deutlich erkennbar, auch wenn es nur kurz ist. Immerhin attestierte die Juristenkommission der SPIO der ungeschnittenen Fassung keine schwere Jugendgefährdung, sodass Pierrot le Fou sie als Mediabook auf den Markt bringen konnte. Es lohnt sich.

Veröffentlichung: 27. März 2015 als Mediabook (Blu-ray + DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18, Mediabook: SPIO/JK – keine schwere Jugendgefährdung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Let Us Prey
GB/IRL 2014
Regie: Brian O’Malley
Drehbuch: David Cairns, Fiona Watson
Besetzung: Liam Cunningham, Pollyanna McIntosh, Bryan Larkin, Hanna Stanbridge, Douglas Russell, Niall Greig Fulton, Jonathan Watson, James McCreadie
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Neue Pierrot Le Fou
Vertrieb: Al!ve AG

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Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Foto & Packshots: © 2015 Neue Pierrot Le Fou

 

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