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Midnight Run – 5 Tage bis Mitternacht: 80er-Buddy-Spaß

13 Nov

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Midnight Run

Gastrezension von Simon Kyprianou

Actionkomödie // Jack Walsh (Robert De Niro) ist ein Ex-Cop, jetzt Kopfgeldjäger für die schäbige Agentur von Eddie (Joe Pantoliano), geschieden, deprimiert und heruntergekommen, immerhin der beste in seinem Job. Eines Tages erhält er von Eddie ein lukratives Angebot: Jack soll den Mafiabuchhalter Jonathan (Charles Grodin) von New York nach Los Angeles bringen, wo er aussagen soll. Jonathan hatte riesige Mafia-Beträge an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. Bald sind das FBI, die Mafia und ein anderer finsterer Kopfgeldjäger hinter dem Duo her. Weil Jonathan unter Flugangst leidet, müssen die beiden die USA mit recht unkonventionellen Mitteln durchqueren.

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Jack Walsh muss …

Stets gehetzt und fahrig, stets mit hohem Tempo und der Gefahr im Nacken prescht „Midnight Run“ durch die staubigen Wüsten der USA. Martin Brest hat mit ein Buddy-Movie gedreht, das seine Figuren ernst nimmt und ihren Auseinandersetzungen Raum gibt. Der heruntergekommene Kopfgeldjäger, ganz wunderbar von De Niro dargeboten, mit den strapazierten Nerven und der in jeder noch so gefährlichen Situation tiefenentspannte Gefangene, ebenfalls toll vom unterschätzten Grodin gespielt, sind wunderbar aufeinander abgestimmte Figuren, aus deren Gegensätzen Brest ein gehöriges Potenzial an Witz generiert – ohne seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben, versteht sich. Inmitten der Hetze und des Gezeters erzeugt Brest immer wieder kurze Momente voller Wehmut, wenn die Figuren sich ihres kaputten Lebens bewusst werden. Ansonsten ist „Midnight Run“ ein wahnwitzig schnelles Road-Movie, das seine Figuren die USA mit nahezu jedem nur denkbaren Fortbewegungsmittel durchqueren lässt und dabei natürlich einige Karambolagen erzeugt, garniert mit wüsten Schießereien, cholerischen Polizisten, angepissten Kollegen. Immer wieder taucht der wunderbar hitzköpfig aufspielende Joe Pantoliano auf, der mit seinen ständigen Kontrollanrufen umso mehr Unruhe in den Film bringt.

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… den Mafia-Buchhalter Jonathan …

„Midnight Run“ ist ein im positiven Sinne altmodischer Film, der nur daran interessiert ist, seine Geschichte zu erzählen, ohne viel Firlefanz oder Schnörkel. Es ist ein angenehm entschlackter Film, der auf den Punkt genau inszeniert ist, der mit Danny Elfmans schöner Musik veredelt ist, und dadurch herrlich unbeschwerten Spaß bringt.

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… vor einem Killerkommando beschützen

Regisseur Martin Brest hatte vier Jahre zuvor mit „Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall“ mit Eddie Murphy einen Riesenerfolg gelandet. Nach „Midnight Run“ drehte er mit „Der Duft der Frauen“ (1992) mit Al Pacino und Chris O’Donnell sowie „Rendezvous mit Joe Black“ (1998) mit Brad Pitt, Anthony Hopkins und Claire Forlani noch zwei bemerkenswerte Filme. Der Flop „ Liebe mit Risiko – Gigli“ („Gigli“, 2003) mit Ben Affleck und Jennifer Lopez beendete allerdings seine Karriere. Schade drum.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert De Niro sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 12. November 2015 als Blu-ray 17. Februar 2005 als DVD, 1. August 2000 als DVD

Länge: 126 Min. (Blu-ray), 121 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Midnight Run
USA 1988
Regie: Martin Brest
Drehbuch: George Gallo
Besetzung: Robert De Niro, Charles Grodin, Yaphet Kotto, John Ashton, Dennis Farina, Joe Pantoliano, Wendy Phillips, Danielle DuClos, Philip Baker Hall, Tom McCleister
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Koch Media (Blu-ray), Universal Pictures (DVD 2005), Columbia (DVD 2000)

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

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Eine Antwort zu “Midnight Run – 5 Tage bis Mitternacht: 80er-Buddy-Spaß

  1. otto

    2015/11/13 at 15:58

    Hach…einer meiner liebsten 80er Jahre Filme. Erst vor ein paar Monaten mal wieder gesehen, klasse! Yaphet Kotto als Alonso Mosley spielt auch so schön lakonisch genervt 😀
    Da fällt mir noch ein prima Buddy Movie aus der Zeit ein: „Diese Zwei sind nicht zu fassen“ mit Billy Crystal und Gregory Hines, der wär auch mal ne Besprechung wert…

     

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