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The Dark Below – Tentakel aus der Tiefe

22 Jun

The Creature Below

Von Volker Schönenberger

Horror // Die Meeresbiologin Olive Crown (Anna Dawson) entgeht bei einem Tiefseetauchgang nur knapp dem Tod: Eine tentakelbewehrte Kreatur – womöglich ein Krake – nähert sich ihr. Was dann geschieht, kann sie nicht mehr nachvollziehen, nachdem die Crew ihres Schiffs sie zurück an Bord gezogen hat. Bald darauf bemerkt Olive, dass sie aus der Tiefe etwas mit nach oben gebracht hat: ein Ei, aus dem nach kurzer Zeit ein fremdartiges Wesen schlüpft.

Olive verwahrt das Tier in einem Aquarium im Keller. Sie versucht herauszufinden, womit sie es ernähren kann. Nach vielen Tests kommt ihr der Gedanke, sich in den Finger zu ritzen und der Kreatur ein paar Tropfen ihres Bluts zu kredenzen. Heureka! Klar, dass ein paar Tropfen bald nicht mehr ausreichen. Nach und nach nimmt das Tier immer mehr Raum in Olives Gedanken ein – bis hin zur Besessenheit.

Viel Geld war nicht da

Nach einigen Kurzfilmen bekam der englische Independent-Regisseur Stewart Sparke 2016 Gelegenheit, seinen ersten abendfüllenden Spielfilm zu drehen. Er entschied sich für die Kategorie Creature-Horror und schuf einen Low-Budget-Grusler, der trotz offenkundiger, vermutlich geringen finanziellen Mitteln geschuldeter Defizite einen Blick wert ist.

Speziell einige am Computer entstandene visuelle Effekte wirken arg billig. Bei der handgemachten Kreatur hingegen bedient sich Sparke des Mittels, sie hauptsächlich im Dämmerlicht des Kellers und oft auch nur in Details zu zeigen – speziell im späteren Verlauf, wenn sie weiter gewachsen ist. Hier mal ein Tentakel, da mal ein Auge – das setzt der Regisseur recht effektiv ein.

H. P. Lovecraft stand Pate

Olives Obsession kommt etwas simpel und unbegründet daher. Verfügt das Wesen über mentale Kräfte und nimmt auf diese Weise Olives Geist in Beschlag? Möglich, aber letztlich nicht recht überzeugend dargestellt. Besser gelingt es da schon, mit ein paar ominösen Dokumenten und historischen Belegen, die Olive studiert, rund um die Kreatur einen Mythos zu erschaffen. Der erfahrene Horrorfan wird anhand der Tentakel bereits selbst den Bezug erkannt haben: H. P. Lovecraft stand offenkundig Pate.

„The Dark Below“ kaschiert seine geringen finanziellen Mittel mal mehr, mal weniger und stellt sicher nicht das größte Highlight aller von Lovecraft inspirierten Horrorfilme dar, aber im Horrorgenre tummeln sich ja viele Billigproduktionen, die ihre Fans finden. Das ist auch Stewart Sparke zu gönnen, „The Creature Below“, so der Originaltitel, hat es verdient, gesehen zu werden.

Veröffentlichung: 2. Juni 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Creature Below
GB 2016
Regie: Stewart Sparke
Drehbuch: Paul Butler, Stewart Sparke
Besetzung: Anna Dawson, Michaela Longden, Daniel Thrace, Johnny Vivash, Zacharee Lee, Libby Wattis, David Shackleton, Cal O’Connell
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / Mad Dimension

 
 

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4 Antworten zu “The Dark Below – Tentakel aus der Tiefe

  1. teamo

    2017/06/22 at 10:09

    Und wem the Dark Below oder generell Lovecraft’sche Themen gefallen, der sollte unbedingt einen Blick in Katharina Netolitzkys preisgekrönten Comic CIRCUS IRRITANS werfen.

     

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