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The Borderlands – Eine neue Dimension des Bösen: Beängstigend gut

22 Apr

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Horror // Das Found-Footage-Genre gilt gemeinhin als ausgelutscht. Zu viele halbgare Billig-Produktionen wollten sich nach 1999 an den Erfolg von „Blair Witch Project“ hängen. Dennoch lassen sich mit dieser Technik nach wie vor atmosphärische und effektive Horrorfilme inszenieren – auch mit schmalem Geldbeutel. Das bewiesen u. a. „Diary of the Dead“, „Paranormal Activity“ und „[rec]“ (2007), „Cloverfield“ (2008), „Der letzte Exorzismus“ und „Trollhunter“ (2010) sowie „The Bay“ und „V/H/S“ (2012).

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Father Crellick wirkt sonderbar

Nun also „The Borderlands – Eine neue Dimension des Bösen“. Es sei vorweggenommen: Der Film reiht sich spielend in die obige Aufzählung gelungener Found-Footage-Vertreter ein. „Der beste Found Footage Horror des Jahrzehnts“ – dieses „Fangoria“ zugeschriebene Fazit prangt selbstbewusst auf der oberen Leiste des Covers. In der von uns online gefundenen Fangoria-Rezension findet sich dieser Satz zwar nicht, sie ist aber nichtsdestotrotz voll des Lobes – zu Recht.

Die Handlung dreht sich um ein vom Vatikan beauftragtes Forscherteam, das im englischen Hinterland einen mysteriösen Vorfall untersuchen soll. Techniker Gray (Robin Hill) ist als erstes Mitglied vor Ort und bereitet schon mal die Kameras und Abhöranlagen vor. Bald stößt Deacon (Gordon Kennedy) zu ihm, der schon Erfahrung darin hat, angebliche Wunder als Humbug zu entlarven, und gern mal zu tief ins Glas schaut. Obwohl die beiden auf den Geistlichen Mark (Aidan McArdle) warten sollen, überzeugt Deacon Gray, zu zweit den Ort des Vorfalls aufzusuchen. In einer abgelegenen alten, nach langer Zeit gerade erst wieder eröffneten Kirche treffen die beiden auf Father Crellick (Luke Neal), der ihnen einen Film von einer Taufe in der Kirche zeigt, bei der sich Unerklärliches ereignet hat.

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Das Gotteshaus hütet ein düsteres Geheimnis

Wir haben es hier mit Hochspannungs-Horror zu tun, zu sichten am besten spätabends allein in dunklen Räumen – dann entfaltet die sich unerbittlich drehende Spannungsschraube ihre Wirkung am besten. Etwas stimmt ganz und gar nicht mit dieser Kirche, das wird schnell deutlich. Die beiden ungleichen Partner Gray und Deacon sind zwei reizvolle Figuren: Da ist der etwas vorlaute Gray, zwar unreligiös, aber irgendwie doch nicht frei davon, Unerklärliches als gegeben hinzunehmen. Deacon hingegen ist zwar tief im christlichen Glauben verwurzelt, doch er ist auch ein Skeptiker, der hinter jedem Wunder Manipulation vermutet und damit meist recht behält. Diese beiden treiben den Film voran, die Zuschauer folgen ihnen nur allzu gern, wenn auch fröstelnd, in die klaustrophobischen Eingeweide des Gotteshauses.

Drehbuchautor und Regisseur Elliot Goldner beweist mit seinem ersten Langfilm, dass er sich über den Einsatz von Found Footage ausgiebig Gedanken gemacht hat. Was und wie in der Kirche gefilmt wird, das wirkt schlüssig und nachvollziehbar – und ist überaus gruselig. Von solcherlei Found-Footage-Horror gern mehr, dann redet bald niemand mehr von ausgelutscht.

Veröffentlichung: 15. April 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Holländisch
GB 2013
Regie: Elliot Goldner
Drehbuch: Elliot Goldner
Besetzung: Gordon Kennedy, Aidan McArdle, Robin Hill, Luke Neal, Patrick Godfrey
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Wendecover, Schuber
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

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Deacon (l.) und Gray erwartet das Grauen

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Pandastorm Pictures

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