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Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith: Das Ende der Jedi-Ritter

12 Dez

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Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith

Gastrezension von Andreas Eckenfels

SF-Abenteuer // Am 19. Mai 2005 war es soweit: Der finale „Star Wars“-Teil der zweiten Trilogie startete in den weltweiten Kinos. Nach dem viel gescholtenen „Kinderkram“ aus „Episode I – Die dunkle Bedrohung“ und der „Schmonzette“ aus „Episode II – Angriff der Klonkrieger“ sollte nun der wohl bekannteste Spoiler der Filmgeschichte vollendet werden: die Verwandlung von Anakin Skywalker (Hayden Christensen) zu einer der ikonischsten Filmfiguren der Kinogeschichte: Darth Vader. Und die grantelnden Fans sollten diesmal nicht enttäuscht werden.

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Im Orbit von Coruscant wütet eine gigantische Raumschlacht

„Krieg!“ heißt es kurz und nüchtern gleich zu Beginn von „Episode III“ im ersten Satz des berühmten Roll-over-Vorspanns. Und wenn wir uns der letzen Worte Yodas aus „Episode II“ erinnern, wissen wir auch, dass eben jene von ihm vorhergesagten Klonkriege in vollem Gange sind. Knapp drei Jahre dauern die Kämpfe zwischen der galaktischen Republik und der Konföderation unabhängiger Systeme schon an. Zu allem Überfluss befindet sich Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) in den Klauen von Count Dooku (Christopher Lee) und General Grievous, einem bösartigen Cyborg. Und während der Text langsam im schwarzen Sternenhimmel verschwindet, reißt uns George Lucas mitten rein in die rasante, knapp zwanzig Minuten andauernde Anfangssequenz.

Die dunkle Seite wird stärker

Im Orbit von Coruscant wütet eine gigantische Raumschlacht. Große und kleine Schiffe liefern sich ein höllisches Gefecht. Mittendrin Obi-Wan Kenobi (Ewan MacGregor) und Anakin, der sich inzwischen zum Jedi-Ritter gemausert hat. Die beiden sollen den entführten Kanzler befreien. Ihnen hilfreich zur Seite steht R2-D2 – der rollende Droide mit Persönlichkeit hat hier einige witzige Szenen. Es werden die einzigen Lacher in „Episode III“ bleiben, denn sobald Anakin dem diesmal unterlegenen Count Dooku nicht nur – wie „Star Wars“-üblich – die Hände absäbelt, sondern auch noch dessen Kopf vom Rumpf trennt, nimmt Anakins düsteres Schicksal seinen Lauf. Stärker denn je rückt er der dunklen Seite der Macht entgegen. Kanzler Palpatine, den dreckigen Verräter, freut’s gewaltig.

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General Grievous schlägt mit gleich vier Lichtschwertern zu

Auch „Die Rache der Sith“ kann aufgrund der genutzten Blue-Screen-Technik seine etwas sterile Videospiel-Optik nicht abschütteln. Da wurde gleich zu Beginn beim Kampf zwischen Anakin und Obi-Wan Kenobi mit Count Dooku der Kopf des zum Drehzeitpunkt 82-jährigen Christopher Lee häufig digital eingebaut, damit Dooku leicht und filigran sein Lichtschwert schwingen kann. Später verfolgt Obi-Wan ebenfalls digital den stets hustenden General Grievous auf dem Echsenwesen Boga. Auch nicht das Gelbe vom Ei.

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Die dunkle Seite hat Anakin fest im Griff

All diese Szenen wirken jedoch schon etwas flüssiger als noch 2002 in „Episode II“, wenn Anakin seine Reitkünste auf der grünen Weide seiner Padmé (Natalie Portman) darbietet. Da hatte sich die Technik zwischen den Teilen wohl schon ordentlich weiterentwickelt. Und die großen am Computer entstandenen Bauten, Wesen und Landschaften sehen trotz allem wieder einmal wunderbar fantasievoll aus. Allerdings wirken all die Tricks – und die noch immer miesen Dialoge – auch diesmal nicht ganz so störend, da die Geschichte ohne große Längen einfach bis zum Ende mitreißend erzählt ist.

Ein echtes Heldenduo

Was außerdem gleich auffällt: Anakin und Obi-Wan sind im Gegensatz zu „Episode II“ zu einem eingespielten Heldenduo zusammengewachsen. Nichts scheint mehr übrig von dem vorlauten Bengel, der sich den Befehlen seines Meisters widersetzt und stets Widerworte gibt. Anakin weiß sich unterzuordnen und nimmt auch Ratschläge an. Im anfänglichen Raumkampf retten sich die beiden gegenseitig die Hintern, wenn sich etwa die neuen, ganz coolen „Buzz-Droiden“ über den Raumgleiter von Obi-Wan hermachen wollen.

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Kämpfen Yoda auch muss

Doch ihre gemeinsame Zeit ist erst mal nicht von langer Dauer: Ebenfalls wie bei „Star Wars“ üblich, gehen die Helden nach der Befreiung des Kanzlers getrennte Wege – nur um im großen Finale zum ultimativen Endduell wieder aufeinanderzutreffen. Diesmal als Feinde auf dem Vulkanplaneten Mustafar.

Angst um Padmé

Wie Kanzler Palpatine die Gedanken des jungen Jedi-Ritters beeinflusst – ja, so stellt man sich diese verführerische dunkle Kraft vor. Schleichend macht der Kanzler und Sith-Lord Anakins Geist wirr: Seine Freunde – Obi-Wan, Yoda und Mace Windu (Samuel L. Jackson) – würden nichts Gutes von ihm wollen; sie würden ihn nur an seinem Fortschritt hindern. Er müsse alle Seiten der Macht studieren – auch die dunkle. Wie eine Schlange setzt Palpatine dem verwirrten Anakin die Flausen in den Kopf.

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Doch der Sith-Lord ist ein harter Gegner

Besonders Anakins Angst um die schwangere Padmé (Natalie Portman) macht den Auserwählten leicht für Palpatines Worte empfänglich. Padmé soll es nicht so ergehen, wie seiner Mutter, die er nicht vor dem Tod retten konnte. Schon damals gab Anakin zu, auf Tatooine nicht nur die Peiniger seiner Mutter vor Rache und Wut getötet zu haben, sondern auch Frauen und Kinder. In „Episode III – Die Rache der Sith“ wird er auch vor jungen Padawanen nicht Halt machen. Damit besiegelt er das Ende der Jedi-Ritter. Die wenigen Überlebenden werden sich für viele Jahre ins Exil flüchten. Damit enden die Klonkriege. Das Imperium übernimmt die Herrschaft. Die Galaxis wird sich für lange Zeit verdunkeln.

Der beste Teil der neuen Trilogie

George Lucas hat es doch noch geschafft und seine viel gescholtene zweite Trilogie zu einem mehr als gelungenen Abschluss gebracht. Wenn am Ende das Atmen von Darth Vader erstmals seit langer Zeit zu hören ist, bekommen nicht nur eingefleischte Fans Gänsehaut. Lucas ist es gelungen, die meisten offenen Fragen der „Star Wars“-Gemeinde zu beantworten. Wie konnte es mit Anakin so weit kommen? Wie hat der Sith-Lord sein vernarbtes Gesicht erhalten? Wie kam Luke Skywalker nach Tatooine? Und warum kann sich C3PO in „Episode IV“ nicht an die vergangenen Ereignisse erinnern?

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Auf dem Vulkanplaneten Mustafar kommt es zum Duell zwischen Anakin und Obi-Wan

Außerdem setzt Lucas nicht zu stark auf den Nostalgiewert der Saga. Nur wenn man genau hinschaut, kann man nach der Schlacht von Coruscant bei der Ankunft der Jedi-Ritter im Regierungsviertel den „Millennium Falcon“ entdecken. Und auch Chewbaccas Heimatplanet Kashyyyk wird zum Schauplatz einer der letzten Kampfhandlungen der Klonkriege, bei dem der berühmte Wookie an der Seite der Jedis kämpft. Das Wiedersehen mit Chewbacca könnte der Grund sein, dass Obi-Wan in „Episode IV“ der Zwei-Mann-Crew des „Millennium Falcon“ sein Vertrauen schenken wird.

George Lucas‘ letzter Film?

Kaum zu glauben, aber George Lucas hat seit „Die Rache der Sith“ bei keinem Film mehr Regie geführt. Das ist nun zehn Jahre her. Der öffentlichkeitsscheue Filmemacher hat sich zurückgezogen. Hat ihm die Fankritik an seinen drei neuen „Star Wars“-Teilen so zugesetzt, dass er keine Lust mehr aufs Filmemachen hat? Natürlich hat Lucas durch die „Star Wars“-Saga ausgesorgt – gerade auch durch den Verkauf an Disney. Er braucht nicht mehr zu arbeiten. Seine Milliarden will er größtenteils spenden, angeblich plant er den Bau eines Kunstmuseums in San Francisco. Dennoch würde sich doch jeder „Star Wars“-Fan wünschen, noch einmal einen neuen Film von ihm zu sehen. Vielleicht kann er ja doch noch einmal die Magie so entfachen, wie in seiner Original-Trilogie. Möge die Macht mit ihm sein!

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Anakins Wandlung zu Darth Vader ist vollendet

Der Krieg der Sterne bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Episode I – Die dunkle Bedrohung (The Phantom Menace, 1999)
Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones, 2002)
Episode III – Die Rache der Sith (Revenge of the Sith, 2005)
Episode IV – Eine neue Hoffnung (A New Hope, 1977)
Episode V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back, 1980)
Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi, 1983)
Episode VII – Das Erwachen der Macht (The Force Awakens, 2015)
Rogue One – A Star Wars Story (Rogue One – A Star Wars Story, 2016)

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Portman sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Samuel L. Jackson, Christopher Lee und/oder Ewan McGregor in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichungen Blu-ray: 9. November 2015 im Steelbook, 12. Oktober 2015 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Der Anfang Episode I-III“, 12. Oktober 2015 und 12. September 2011 als Teil der „Star Wars: The Complete Saga“
Veröffentlichungen DVD: 11. Oktober 2013 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Der Anfang Episode I-III“, 14. September 2006 als Doppel-DVD, 23. Mai 2005 als DVD, 17. September 2004 als Doppel-DVD

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 134 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith
USA 2005
Regie: George Lucas
Drehbuch: George Lucas
Besetzung: Hayden Christensen, Natalie Portman, Ewan McGregor, Christopher Lee, Ian McDiarmid, Jimmy Smits, Samuel L. Jackson
Zusatzmaterial: Audiokommentar von George Lucas, Rick McCallum, Rob Coleman und weiteren Mitgliedern der Filmcrew, Audiokommentar aus Interviews mit Darstellern und Filmcrew
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

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Packshots: © Twentieth Century Fox Home Entertainment
Fotos: © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

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Eine Antwort zu “Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith: Das Ende der Jedi-Ritter

  1. Quadrataugenrunde

    2015/12/12 at 21:50

    „Nur ein Sith kennt nichts als Extreme.“
    Mit Abstand der beste Film der neuen Trilogie.

     

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