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Horror für Halloween (V): Saltwater – Atomic Shark: Wenn der verstrahlte Haifisch zuschlägt

01 Okt

Saltwater

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // A. B. Stones Regiedebüt „Lake Placid vs. Anaconda“ (2015) ist in den Grenzen des Tierhorror-Trashs recht unterhaltsam geraten, da kann man seiner Folgearbeit „Saltwater – Atomic Shark“ (2016) ruhig auch eine Chance geben. Ein atomarer Haifisch verspricht einiges (wenn auch nicht viel).

Die rot glühende Haifischflosse

Wir befinden uns an der kalifornischen Küste irgendwo bei San Diego. Rottger (Jaff Fahey) zieht mit seinem Boot gerade eine Wasserskifahrerin hinter sich her, als unvermittelt eine rot glühende Haifischflosse durchs Wasser pflügt. Die Sportlerin erkennt die Gefahr, ihre Hilferufe erreichen Rottger jedoch nicht. Als er sich schließlich umdreht, ist es für sie zu spät.

Rottger bemerkt den nuklearen Haifisch als einer der Ersten

Die Rettungsschwimmer der Gegend, darunter Gina (Rachele Brooke Smith) und Kaplan (Bobby Campo), bemerken seit einiger Zeit tote Fische mit sonderbaren Verbrennungen, die an den Strand gespült werden. Dass ein nuklear aufgeladener Haifisch sein Unwesen treibt, wird allerdings lange Zeit nicht erkannt.

Der radioaktive Raubfisch

Einige historische Aufnahmen aus der Zeit des Kalten Krieges im Prolog von „Saltwater – Atomic Shark“ deuten an, der titelgebende verstrahlte Raubfisch sei ein Produkt US-amerikanischer Atomtests in der Vergangenheit. Im Trashfilm ist eine Erklärung natürlich so schlecht wie die andere. Also hanebüchen, das kennen wir, damit können wir umgehen. Solange es Anlass für Actionszenen in ausreichender Zahl gibt, soll uns das recht sein. Und an Action mangelt es „Saltwater – Atomic Shark“ glücklicherweise nicht. Über das einmal mehr in diesem Sektor unfassbar miese CGI gilt es natürlich hinwegzusehen. Ob Flammen, Haifische, Blut oder Splattersequenzen – es sieht einfach alles übel aus. Die Logik bleibt sowieso auf der Strecke, auch das kennen wir zur Genüge. Merkwürdige Ideen müssen eben keinen Sinn ergeben, solange sie für spektakuläre Momente gut sind. Als Beispiel seien die zwei Paraglider genannt, deren Gleitschirm per Seil mit einem Motorboot verbunden ist. Kaum, dass sich das Seil entzündet hat und die Flammen nach oben gewandert sind, stehen die beiden und ihr Gleitschirm auch schon lichterloh in Flammen. Irre.

Jeff „Rasenmähermann“ Fahey

Zwei mehr oder minder prominente Namen ragen aus der Besetzung heraus: Jeff Fahey kennen wir aus „Der Rasenmähermann“ (1992), darin verkörperte er den titelgebenden, geistig zurückgebliebenen Gärtnergehilfen, der einem Wissenschaftler als Versuchskaninchen dient. Fahey hat mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter in Lawrence Kasdans beiden Western „Silverado“ (1985) und „Wyatt Earp – Das Leben einer Legende“ (1994), Clint Eastwoods Afrika-Abenteuer „Weißer Jäger, schwarzes Herz“ (1990) und in Robert Rodriguez’ von James Cameron produziertem SF-Actioner „Alita – Battle Angel“ (2019). Meist treibt er sich jedoch in Billigproduktionen herum, gelegentlich eben auch in Trash wie diesem.

David „Bud Bundy“ Faustino

Zweiter bekannter Name: David Faustino. Na, klingelt es? Von 1987 bis 1997 verkörperte Faustino in „Eine schrecklich nette Familie“ Bud, den nichtsnutzigen Sohn von Peggy und Al Bundy. Ein Sprungbrett für eine große Karriere war die Sitcom nicht gerade, nun spielt er eben auch in Trashfilmen wie diesem. Im selben Jahr wie „Atomic Shark – Saltwater“ wirkte er auch in „Sharknado 4 – The 4th Awakens“ mit. In „Saltwater – Atomic Shark“ spielt er Fletcher, einen Typen, der seine Drohne über die Strände schweben lässt, um Rückenansichten leicht bekleideter Frauen zu filmen, die Fletcher alsbald in seinen Bezahlvideokanal einspeist. Ob es dafür wirklich einen Markt gibt? Ist es nicht günstiger, einfach selbst an den Strand zu gehen, wenn man Frauenhintern im String-Bikini anstarren will?

Ganz schön verstrahlt

Wenn sich nach einer Stunde eine Schar Menschen auf die Haifischjagd begibt, entwickelt sich bis zum Ende ein unterhaltsamer Showdown mit ein paar skurrilen Ideen zur Bezwingung des Hais, dem noch einige Jäger zum Opfer fallen werden. Auf Blu-ray und DVD nach Deutschland hat es „Saltwater – Atomic Shark“ noch nicht geschafft. Die Haifisch-Trashfans werden es verschmerzen. Es bleibt ihnen ja nichts anderes übrig.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jeff Fahey haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung USA: 1. Januar 2019 als DVD
Veröffentlichung GB: 8. Oktober 2018 als DVD

Länge: 84 Min.
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel: keine Angabe
Originaltitel: Saltwater
USA 2016
Regie: A. B. Stone
Drehbuch: Scott Foy, Griff Furst, Jack Snyder
Besetzung: Rachele Brooke Smith, Jeff Fahey, David Faustino, Bobby Campo, Isaiah LaBorde, Adam Ambruso, Mariah Bonner, Jake Chiasson, Matt Chiasson, Major Dodge, Jessica Kemejuk, Nikki SooHoo, Jaime Wallace, Cassiel, Victor Fontane
Zusatzmaterial: Trailer
Label/Vertrieb USA: Itn Distribution
Label/Vertrieb GB: Spirit Entertainment Ltd.

Copyright 2022 by Volker Schönenberger

Szenenfotos, Packshot & Plakat: Fair Use

 

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