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Vampyres – Lust auf Blut: Verführerisch und tödlich

17 Feb

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Vampyres

Von Andreas Eckenfels

Erotik-Horror // Anfang der 1970er-Jahre nahm die sexuelle Revolution auch im Horrorfilm ihren Lauf: Weibliche Vampire waren nicht mehr nur schmückendes Beiwerk, sondern rückten in Filmen wie „Vampyros Lesbos – Die Erbin des Dracula“ (1971), „Gruft der Vampire“ (1970) und „Blut an den Lippen“ (1971) in den Vordergrund – und das meist im Doppelpack. Denn wie ihr großes historisches Vorbild Elisabeth Báthory, genannt die Blutgräfin, sollten sie ebenfalls homoerotische Beziehungen führen. Das Bild der blutgierigen und lesbischen Vampirin prägte zudem Sheridan Le Fanu mit seiner Erzählung „Carmilla“ (1872), welche den Báthory-Mythos aufgriff – und das bereits 25 Jahre, bevor Bram Stokers „Dracula“ erschien, der davon auch maßgeblich beeinflusst gewesen sein soll.

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Leckeres Blut auf den Lippen

Neben den üblichen paar Litern (Kunst-)Blut konnte nun also auch durch eine ordentliche Prise Lesbensex die Schaulust gesteigert und das Publikum wieder in die Kinos gelockt werden. 1974 entstand dabei der in Großbritannien gedrehte „Vamypres“ des Spaniers José Ramón Larraz. Sein Landsmann Víctor Matellano versuchte sich nun an einer Neuauflage.

Gier nach Blut und Sex

In seinem zweiten Langspielfilm hat sich Matellano inhaltlich eng am Original orientiert: In den Wäldern der englischen Midlands frönen Fran (Marta Flich) und Miriam (Almudena León) einem obskuren Hobby. Das Liebespaar lauert ahnunglosen Wanderern auf. Einigen wird sofort der Hals durchgeschnitten, andere werden in ihr altes, abgelegenes Haus gelockt und nach allen Regeln der Kunst verführt – erst nach dem Sex wird ihr Blut getrunken. Nur bei Tourist Ted (Christian Stamm) macht Fran eine Ausnahme. Sie entwickelt Gefühle für ihn und hält den im Delirium dahinsiechenden Mann als Lustknaben am Leben. Bald geraten auch Harriet (Verónica Polo), John (Anthony Rotsa) und Nolan (Víctor Vidal) in das Jagdgebiet, die nach ihren verschwundenen Freunden suchen.

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Die Hotelbesitzerin warnt Ted vor den Gefahren, die im Wald lauern

Das Schmuddel-Image, welches einige Werke aus dem Subgenre des Lesbenvampirfilms einst umwehte und sie immer wieder zu gern gesehenen Gästen auf Zensurlisten machte, ist längst verflogen. Für manche Zuschauer bleibt die Mischung aus Softerotik und einigen deftigen Morden trotz häufiger inhaltlicher Leere dennoch Kult. Meist ist dies einer durchaus schaurigen Atmosphäre und einem hypnotischen Soundtrack geschuldet, bisweilen wohl einfach auch der Tatsache, dass man die Filme in einem Alter sah, in der man zuvor noch keine nackten Frauen gesehen hatte, die solch verbotene Dinge trieben.

Missglückte Modernisierung

Matellanos Versuch, die 70er-Jahre-Stimmung in die Moderne zu übertragen, bleibt erfolglos. Seine zeigefreudigen Hauptdarstellerinnen Marta Flich und Almudena León sind durchaus attraktiv, dennoch umweht sie wie dem gesamten Remake ein starker Hang zur Künstlichkeit. Die Bilder sind auf Hochglanz poliert, die Szenen ohne großen Zusammenhang wahllos aneinandergereiht, sodass eine echte Geschichte kaum auszumachen ist. Den zum Großteil spanischen Schauspielern tat man dabei auch keinen Gefallen, den Film – wohl aus Vermarktungsgründen – komplett auf Englisch zu drehen. Mit ihrer gebrochenen, akzentreichen Sprache geht bei den Vampirdamen jeglicher Rest an Leidenschaft und Sinnlichkeit verloren; Eigenschaften die der deutschen Synchronisation ebenfalls abgehen. Auch die anderen Darsteller bemühen sich redlich, ihre knappen Zeilen glaubhaft aufzusagen.

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Nolan (l.), Harriet und John suchen nach ihren Freunden

Ob es sich bei dem Liebespaar überhaupt um echte Vampire handelt, bleibt übrigens offen, was aber im Original ebenfalls der Fall war, wenn ich mich richtig erinnere. Fangzähne sind nie zu sehen, auch schlafen die Damen nicht in einem Sarg; vor der Sonne immerhin schützen sie sich mit einem dunklen Umhang. Bei den Tötungsakten, bei denen sich Fran und Miriam meist zu zweit nackt im Bett über ein Opfer hermachen, sind zwar immer Reißlaute zu hören, es ist aber nicht zu sehen, dass Stücke aus den Körpern herausgebissen werden. Blut fließt dennoch in Strömen. Von den Sexszenen indes sollte man sich nicht zu viel erwarten – da geht es auch nicht härter zu als in den „Fifty Shades of Grey“-Teilen.

Legendäres Blutbad

Auch die angeblich auf Blutgräfin Báthory zurückgehende legendäre Badeszene darf nicht fehlen. Dabei sitzt das Liebespaar in einer Badewanne, über ihnen ist eine tote Frau kopfüber aufgehängt. Der Frau wird ein Kehlenschnitt verpasst und ihr Blut sprudelt auf die Vampirdamen herab, die sich darin genüßlich waschen. Zweifellos als Einzelszene einer der sehr wenigen Höhepunkte von „Vampyres – Lust auf Blut“, dennoch hat diese bekannte Szene etwa auch Eli Roth in „Hostel 2“ (2007) schon weitaus kraftvoller inszeniert.

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Erst Sex, dann Tod

Der Gastauftritt der ehemaligen Hammer-Darstellerin und als Bond-Girl in „James Bond 007 – Der Spion der mich liebte“ (1977) zu kurzlebigem Ruhm gelangten Caroline Munro kann das Remake auch nicht retten. Sie hat als Hotelbesitzerin keine weitere Funktion, als über ihre Faszination für Post-Mortem-Fotografien zu reden und damit für etwas mysteriöse Stimmung zu sorgen.

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Fran und Miriam nehmen ein Bad

Das bereits im August 2016 erschienene Mediabook gibt es in zwei schönen, limitierten Covervarianten. Es enthält ein lesenswertes wissenschaftliches Essay über den „queeren Vampirismus“ im Film von Dr. Susanne Kappesser. Alternativ ist nun auch eine Single-Blu-ray beziehungsweise -DVD für den kleinen Geldbeutel zu haben.

Veröffentlichung: 17. Februar 2017 als Blu-ray und DVD, 29. August 2016 als 2-Disc Uncut Limited Special Edition (Mediabook mit Blu-ray und DVD) in zwei Varianten (Cover A 555 Exemplare, Cover B 777 Exemplare)

Länge: 79 Min. (Blu-ray), 76 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Vampyres
SP 2015
Regie: Víctor Matellano
Drehbuch: Víctor Matellano, José Ramón Larraz
Besetzung: Marta Flich, Almudena León, Alina Nastase, Fele Martínez, Verónica Polo, Anthony Rotsa, Víctor Vidal, Christian Stamm, Caroline Munro
Zusatzmaterial: Interview mit Caroline Munro, Making-of, Originaltrailer, deutscher Trailer, Teaser, Bildergalerie. Nur Mediabook: 24-seitiges Booklet von Dr. Susanne Kappesser
Vertrieb: Wicked-Vision Media / Al!ve AG

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels

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Fotos & Packshots: © 2016 Wicked-Vision Media / donau film

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14 Antworten zu “Vampyres – Lust auf Blut: Verführerisch und tödlich

  1. Andreas

    2017/02/18 at 09:23

    Volker hat das ja schon gut zusammengefasst: Wir sind Filmfans, teilweise mit filmjournalistischen Hintergrund, die von Mainstream über Indiefilme oder Trash alles unvoreingenommen schauen. Unser Herz schlägt besonders für den phantastischen Film, was man schon am Namen des Blogs bemerkt und wozu auch der Vampirfilm zählt. Zwischen den zahlreich veröffentlichten Horrorfilmen, seien darin Blutsauger, Zombies oder andere Kreaturen vertreten, muss man eben häufig viele miese Filme schauen, um die wenigen Perlen zu finden. Und deswegen hätte ich „solch einen Film“ auch sicher privat angeschaut. Uninteressant ist das ganze ja nicht, besonders wenn man die Art Filme aus den 70ern mag.

    Ob ich den Film als Rezensionsexemplar erhalten habe, vorab in einer Pressevorführung gesehen oder mit meinem Geld gekauft habe, spielt bei meinen und allen anderen Reviews auf unserem Blog keine Rolle. Wir machen das aus Spaß, als Hobby und nicht, weil wir uns in irgendeiner Form bereichern oder Schleichwerbung betreiben wollen.

    Das Mediabook zu VAMPYRES habe ich als Rezensionsexemplar erhalten und konnte mir somit auch ein Urteil darüber erlauben. Hätte ich es nicht gehabt, hätte ich sicher dennoch erwähnt, dass ein wissenschaftlicher Essay im Mediabook enthalten ist, allerdings ohne eine qualitative Wertung dazu abzugeben. Was als Information über die Ausstattung und nicht als Werbung zu verstehen ist. Viele Mediabooks kommen ja auch lediglich mit Szenenfotos oder mit einem mageren Nachdruck des Pressehefts daher – hier wurde sich Mühe für einen interessanten Text gegeben, der spannender ist, als der Film selbst.

     
    • FilmkritikenOD

      2017/02/18 at 10:44

      Danke für deine Antwort. Das ist in etwas das, was ich mir erhofft hatte zu lesen und hilft mir auch dahingehend weiter, dass meine Frage tatsächlich beantwortet wurde.

       
  2. FilmkritikenOD

    2017/02/17 at 12:23

    Bist du großer Vampir-Fan, dass du dir so einen Film zulegst? Allein das Cover, der Name und der Beschreibungstext schrecken mich schon so dermaßen ab, dass ich gar nicht auf die Idee käme, dafür Geld auszugeben.

     
    • V. Beautifulmountain

      2017/02/17 at 14:14

      Ich antworte mal für den Autor: Wir haben hier doch schon deutlich schlechtere Filme rezensiert. Die Veröffentlichung ist interessant genug, sie unseren Lesern vorzustellen. Es geht nicht darum, die Sammlung zu erweitern. Wie kommst du auf die Idee, Andreas hätte dafür Geld ausgegeben?

      Gruß,
      Blogger Volker

       
      • FilmkritikenOD

        2017/02/17 at 14:31

        Nunja, irgendwoher muss man einen Film ja haben, um ihn vorzustellen. Und ich habe mich, wie geschrieben, darüber gewundert, warum man sich so einen Film in erster Linie überhaupt kauft, wenn man nicht gerade Fan des Genres ist. Und da nirgends dabei steht, dass es sich um ein kostenloses Rezensionsexemplar handelt, gehe ich mal davon aus, dass er auf anderweitigem Weg an das Mediabook gelangt ist. Und da fiel mir spontan nur der Austausch Geld gegen Waren ein. Daher die Frage, ob er Fan von Vampirfilmen ist.

        Es geht ja nicht darum, ob ein Film schlecht ist oder nicht, sondern darum, warum er sich den Film in erster Linie überhaupt angeschaut hat. Das würde mich interessieren.

         
      • V. Beautifulmountain

        2017/02/17 at 14:40

        Wenn wir Filme anlässlich von Heimkino-Releases rezensieren, haben wir vom Publisher in der Regel ein Rezensionsexemplar oder einen Streaming-Link erhalten. Warum sollte das irgendwo stehen?

         
      • FilmkritikenOD

        2017/02/17 at 14:53

        Ich finde es für den Leser durchaus interessant zu wissen, warum und aus welcher Quelle der Kritikenschreiber sich einen Film angesehen hat. Da mögen sich die Geister scheiden, aber da solche Rezensionen noch mehr Werbung für den Verleiher sind als eh schon, sollte das auch als solche gekennzeichnet sein. Das heißt nicht, dass ihr deswegen eine andere Kritik schreiben würdet, nur dass der Verleiher einen bestimmten Zweck der Werbung damit verfolgt und auch erreicht. Ich finde es immer gut zu wissen, um einschätzen zu können, wie sehr ich auf einen Beitrag vertrauen kann.

        Ich lese grundsätzlich lieber Beiträge von Leuten, die auch Geld für einenFilm ausgegeben haben, denn nur sie haben die Möglichkeit, den ausgegebenen Gegenwert mit in die Rechnung einzubeziehen, so wie ich das als konsumierender Kunde tue.
        Wenn ihr hier z.B. „nur“ einen Streamling-Link bekommen habt, woher weiß ich dann, dass die Ausführungen zum Mediabook an sich auf euren eigenen Ausführungne beruht?Ich gehe mal davon aus, dass ihr das Booklet selbst bekommen habt, ansonsten wäre es in meinen Augen Schleichwerbung, wenn ihr nicht nur über den Film sondern auch über ein Mediabook berichtet, das ihr niemals in den Händen gehalten habt.
        Denn dann wäre dieser Satz: „Das bereits im August 2016 erschienene Mediabook gibt es in zwei schönen, limitierten Covervarianten. Es enthält ein lesenswertes wissenschaftliches Essay über den „queeren Vampirismus“ im Film von Dr. Susanne Kappesser.“ wirklich gar nichts anderes mehr als Werbung.

        Ihr könnt das bis zu einer gerichtlichen Grundsatzentscheidung zu diesem Thema handhaben wie ihr das wollt, aber für meinen Teil hat sowas ein Geschmäckle, da es eben Werbung ist. Und wenn man es nicht erwähnt, dann frage ich mich umso mehr, ob die betreffenden Personen das mit Absicht nicht erwähnen.

        So viel zu meiner Meinung. Ich meine aus deiner bisherigen Haltung herauslesen zu können, dass du(/ihr?) das anders seht. Das muss momentan jeder mit sich selbst vereinbarenkönnen. Aber wenn eine Bibi auf Youtube ein Beauty-Produktvorstellt, dass ihr kostenlos (oder sogar bezahlt zur Verfügung gestellt wird), dann sehe ich auch gerne den Hinweis, damit ich ebenganz genau einschätzen kann, wie die Vorstellungzu werten ist.

        Nochmal, ich behaupte nicht, dass ihr euch davon beeinflussen lasst, aber gleichzeitig steht die Frage im Raum, wieso ihr dann nicht die Transparenz bietet?
        Denn mal ehrlich, so einen Film hättet ihr euch doch privat niemals angeschaut, oder?

         
      • V. Beautifulmountain

        2017/02/17 at 15:24

        Nichts für ungut, aber das gesamte Dasein der Filmjournalisten beruht darauf, sich Filme kostenlos anschauen zu können. Es sei dir unbenommen, dich auf Rezensenten zu beschränken, die sich die Filme kaufen. Aber dann liest du eben bei Hobbyschreibern mit allen damit einhergehenden Einschränkungen in puncto Textqualität und Filmkompetenz. Andreas und ich sind Journalisten mit viel Berufserfahrung im Bereich Filmkritik.

        Selbstverständlich hatte Andreas in diesem Fall das vollständige Mediabook zum Rezensieren erhalten, sonst hätte er nichts zur Aufmachung und dem Booklet geschrieben. Und wie du an seiner Kritik am Film siehst, hat er keine Gefälligkeitsrezension für den Publisher abgeliefert. Dennoch irritiert dein wiederholter Hinweis auf die miese Qualität des Films. Es kann auch Spaß machen, sich schlechte Filme anzuschauen. Das gilt ganz besonders für den Bereich des Billig-Horrors, von Trash ganz zu schweigen.

         
      • FilmkritikenOD

        2017/02/17 at 16:24

        Okay, dass ihr professionelle Journalisten seid, wusste ich z.B. nicht. Aber entbindet natürlich nicht der momentan zumindest moralischen Verpflichtung, dies den Leser wissen zu lassen. Immerhin kommt eure Seite wie ein Blog mit vielen Schreibern daher und ohne Recherche lässt sich nicht erkennen, wer aus welchem Feld stammt und warum wie schreibt. Besonders dann, wenn es den Anschein macht, dass es sich hier nicht um bezahlte Jurnalisten handelt, sollte das irgendwie erkenntlich sein.

        Nichts für ungut, aber die Punkte Textqualität und Filmkompetenz haben nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob man für die Tätigkeit bezahlt wird. Ich weiß, das ist eine harte Aussage und lässt einen ausgebildeten Journalisten erschaudern, aber ich habe in der Blogosphäre mittlerweile ein paar Schreiberlinge kennengelernt, die sich durch Engagement und Leidenschaft durchaus einen Stellenwert erarbeitet haben, und sich nicht mit bloßen Betätigungsangaben rühmen. Es lag mir zunächst fern, ein so großes Fass aufzumachen und ich bin mir sicher, dass die Blogger-Szene bei beruflichen Journalisten nicht gern gesehen wird (sei es im Film-, Spiele- oder Sonstwas-Business), aber es gibt durchaus Punkte für die ich unabhängige Blogger schätze. Sei es die Liebe zum Film, die man braucht, um etwas als Hobby zu machen, oder die Schreiberei ohne den bei vielen selbsternannten Profis auftauchenden Hang zu Fremdwörtern. Und – und jetzt kommen wir zu dem Punkt, der dich irritiert:
        Ein unabhängiger Blogger schaut sich Filme an, die ihn interessieren (so zumindest meine Ideal-Vorstellung) und so kann ich mir seiner Wertung voll bewusst sein. Wenn jemand, der das Genre liebt, den Film nicht gut findet, dann sagt mir das tausend Mal mehr, als die vielleicht mit mehr Textqualität einhergehende Auftragsarbeit eines Journalisten, der sich ohne Bezahlung / Rezensionsexemplar den Film nie im Leben angeschau hat.
        Deswegen auch meine Urpsprungsfrage, von der wir uns etwas enfertn haben, warum der Schreibersich den Film in erster Linie angeschaut hat.

        Und im Gedanken, dass ich eventuell die Büchse der Pandorra geöffnet habe, noch die Frage, warum du dich vorhin selbst als „Blogger Volker“ bezeichnet hast, wenn du dich jetzt als Vollblut-Journalist zu erkennen gibst?

        Nimm mir manchen Seitenhieb nicht zu übel, aber besonders der Punkt mit der besseren „Filmkompetenz“ hat mich dann doch getriggert, wie es heute so schön heißt.

         
      • V. Beautifulmountain

        2017/02/18 at 09:59

        Wenn du hier diskutieren und kritisieren willst, könntest du natürlich auch einmal schauen, mit wem du es zu tun hast. Du kannst auf jeder Autorenseite etwas über den Hintergrund des jeweiligen Schreibers lesen, über mich sogar deutlich ausführlicher. Wenn das für dich schon zu viel der Recherche ist, kann ich dir auch nicht helfen.

        Weshalb schreibst du von „bezahlten Journalisten“? Ich habe gar nicht behauptet, dass dieser Blog für irgendeinen Autor eine Bezahlung abwirft. Wenn man sich auch nur minimal mit dem Bloggen beschäftigt, erkennt man allein an der URL, dass der Blog kein Geld abwirft, da er vollständig unter WordPress aufgehängt ist. Weder bezahle ich meine Gastautoren, noch generiere ich mit dem Blog irgendwelche Einnahmen. Gerade du müsstest das sofort erkennen.

        Insofern führt auch dein Hinweis zu nichts, was Textqualität und Kompetenz mit Bezahlung zu tun habe. Trotzdem kurz: Das lässt ausgebildete Journalisten nur deshalb erschaudern, weil die Verlagshäuser mittlerweile ganz mies zahlen und deshalb in erster Linie junge, unerfahrene – daher billige – und nicht unbedingt kompetente Leute einstellen. Aber die Krise im Verlagswesen ist ein anderes Thema.

        Einen anderen Fehler begehst du, indem du mein „Hobbyschreiber“ als „Blogger“ interpretierst bzw. offenbar glaubst, damit würde ich alle Blogger als unqualifizierte Hobbyschreiber abkanzeln. Du darfst für dich gern „Bloggen“ und „Journalismus“ als zwei verschiedene Dinge abtun. Ich tu das nicht. Aber ich erkenne, ob ein Blog einen journalistischen Anspruch hat oder nicht. Und ich erkenne auch, ob eine ausgewiesen journalistische Publikation (ob online oder Print) journalistischen Ansprüchen genügt. Mittlerweile bewegen sich sehr viele Journalisten in der Blogosphäre.

        In der Blogosphäre der Filmkritiker erkenne ich viele Blogs mit professionellem Anspruch, egal, ob sie Einnahmen generieren oder nicht, und natürlich auch viele Stümper. Ich hab schon einige Anfragen von Gastautoren abgelehnt, weil das eben nur Leute waren, die geil auf Film, aber nicht in der Lage sind, einen vernünftigen Text abzuliefern. Insofern mag zwar dieser Blog ein Hobby sein, weil er kein Geld abwirft, aber der Anspruch ist professionell. Mir kam jedenfalls in einer Phase, in der mich lange Zeit niemand mehr fürs Schreiben bezahlen wollte, der Gedanke, mir dann einfach eine eigene Plattform zu schaffen. Da ich die meiste Berufserfahrung im Bereich des Filmjournalismus und der Filmkritik hatte, lag der Gedanke eines Filmblogs nahe. Meine Filmleidenschaft hatte zuvor erst mit dem Dasein als professioneller Filmschreiber den Sprung nach vorn gemacht. So viel zu meiner Motivation.

        Ein Filmsammler, der ganz viel Geld für DVDs, Blu-rays und Kinotickets ausgibt und irgendwann auf den Gedanken kommt, darüber zu schreiben, merkt bei Kontakt mit anderen Bloggern sehr schnell, dass es überhaupt so etwas wie Rezensionsexemplare gibt. Mir ist noch keiner unter die Augen gekommen, der darauf nicht angesprungen wäre. Vielleicht kennst du welche, bei denen das tatsächlich so ist. Im Übrigen erwähnen wir bisweilen, dass wir eine Pressevorführung besucht haben. Und Rezensionen von Blu-rays oder DVDs kommen bei uns oft genug vor dem Veröffentlichungstermin raus. Für einen ständigen Hinweis „Die Rezensions-Disc wurde uns von Publisher XY zur Verfügung gestellt“, gibt es überhaupt keinen Anlass. Wer unsere Texte liest, erkennt unsere Integrität. Auf Links zu Amazon-Produktseiten im Rahmen des Amazon-Partnerprogramms würde ich aber so oder so verzichten (geht ohnehin nur unter eigener URL, was vage mal angedacht ist).

        Ich weiß nicht, weshalb es für dich so schwer zu begreifen ist, dass ich mich auch als unabhängiger Blogger für solche Filme interessiere, obwohl ich bei manchen damit rechnen muss, dass sie schlecht sind. Ich lege nun mal einen Schwerpunkt auf Genrefilme (auch wenn wir mittlerweile in jedem Bereich wildern), und die sind eben mit Billigware und B-Qualität durchsetzt. Für dich uninteressant, für Andreas und mich keineswegs.

        Wie ich an deinem Blog sehe, nimmst du gern andere Kritiken auseinander. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. „Die Kritikenkritiker“ – etwas anmaßend, wie ich finde. Mir muss man jedenfalls nicht erklären, ob eine Kritik gut oder schlecht ist. Ich erkenne die Qualität eines Autors ganz allein und lese ihn dann gern wieder – oder eben nicht.

        Andreas hat mittlerweile ja auch geantwortet.

         
      • FilmkritikenOD

        2017/02/18 at 11:22

        „Wenn das für dich schon zu viel der Recherche ist, kann ich dir auch nicht helfen.“
        Du bist unter den Autoren gaar nicht vertreten und bei eurem überdimensionierten Menü klicke ich mich nicht durch alles hindurch. Also ja, du kannst mir hier nicht helfen, aber das versuchst du ja auch gar nicht. Du hast dich bereits durch meinen ersten Beitrag angegriffen gefühlt und dementsprechend geantwortet. Keine Ahnung, ob solche Antworten zu einer professionellen Haltung dazugehören, anscheinend kenne ich mich damit nicht aus.

        „Weshalb schreibst du von „bezahlten Journalisten“? Ich habe gar nicht behauptet, dass dieser Blog für irgendeinen Autor eine Bezahlung abwirft.“
        Du schreibst von Professionalität und eine der Bedeutung dieses Wortes ist nunmal das Ausführen als Beruf. Und für einen Beruf wird man bezahlt. Natürlich kann man sich auch professionell nennen, ohne, dass man die Tätigkeit als Beruf ausübt, allerdings sollte das doch an den Lesern liegen, ob sie irgendeinen Text als professionell ansehen und nicht am Schreiber selbst. Denn haben wäe wirklich einig professionell, was wir beide nicht so bezeichnen würden.

        “ Weder bezahle ich meine Gastautoren, noch generiere ich mit dem Blog irgendwelche Einnahmen. Gerade du müsstest das sofort erkennen.“
        Und genau deswegen war ich wegen der behaupteten Professionalität etwas verwirrt. Keine Einnahmen, trotzdem professionell. Das beißt sich in meinen Augen. Man kann den Anspruch an sich selbst haben, etwas professionell zu betreiben, aber wie gesagt, sollte man sich dann nicht über andere stellen, die eventuell den gleichen Anspruch haben. Von oben herab auf die Bloggerszene zu blicken (ich beziehe mich auf deine Ausführungen zu Textqualität und Filmwissen) und selbst dazugehören, ist eben nicht von der feinfühligen, differenzierten Art. Aber okay, sei dir verziehen. Ich kann auch so gönnerhaft sein, wie mein Gegenüber. Ach, wir schreibenuns in Rage, wie schön. Und dabei wollte ich einfach nur die Antwort von Andreas lesen.

        „Meine Filmleidenschaft hatte zuvor erst mit dem Dasein als professioneller Filmschreiber den Sprung nach vorn gemacht.“
        Und hier setzt du es auch gleich mit dienen Berufserfahrungen. Ich werde immer verwirrter. Ist Professionalitätnun für dich an einen Beruf und damit Einnahmen verknüpft oder nicht?

        „Insofern führt auch dein Hinweis zu nichts, was Textqualität und Kompetenz mit Bezahlung zu tun habe.“
        Ich bezog mich darauf, dass es eben nichts miteinander zu tun habe, du gingst davon aus, dass du in beiden Disziplinen dem gemeinen Hoby-Blogger überlegen seist. Aber mal andersherum: wenn du nichts damit verdienst, dann ist das hier doch auch dein Hobby?

        „Einen anderen Fehler begehst du, indem du mein „Hobbyschreiber“ als „Blogger“ interpretierst bzw. offenbar glaubst, damit würde ich alle Blogger als unqualifizierte Hobbyschreiber abkanzeln. Du darfst für dich gern „Bloggen“ und „Journalismus“ als zwei verschiedene Dinge abtun. Ich tu das nicht.“
        Okay, da haben wir nur ein anderes Verständnis der Begrifflichkeiten, also im Prinzip kein Grund der Aufregung. Klar kann man Journalismus nur als Herauswerfen von Texten sehen und was anderes macht ein Blogger auch nicht. Für mich besteht der Unterschied (wie auch bei Hobby und Profession) darin, dass das eine eben bezahlt wird und das andere nicht. Im Gegensatz zu dir beziehe ich das aber nicht auf Qualität. (Was übrigens auch eines der Dinge ist, auf die ich beim Filmkritikenkritiker hinauswill, aber dazu später mehr)

        „Aber ich erkenne, ob ein Blog einen journalistischen Anspruch hat oder nicht.“
        Das meine ich jetzt wirklich nicht böse oder mit Hintergedanken, mich interessiert an dieser Stelle tatsächlich, was diese journalistischen Ansprüche sind. Ich denke, dass wir damit auch langsam au einen gemeinsamen Nenner kommen könnten (so du das denn willst).

        „Mir kam jedenfalls in einer Phase, in der mich lange Zeit niemand mehr fürs Schreiben bezahlen wollte, der Gedanke, mir dann einfach eine eigene Plattform zu schaffen.“
        Kleiner Seitenhib: und ws denkst du, warum das so ist? Musst du keiner Antwort würdigen.

        „Mir ist noch keiner unter die Augen gekommen, der darauf nicht angesprungen wäre.“
        Wenn du das sagst. Aber wie schon gesagt, ist Filmbloggerei so oder so kaum von Werbung zu trennen und aus diesem Gesichtspunkt ist es natürlich besser, wenn man noch etwas kostenloses abgreift. Und damit (ich betone es nochmal) meine ich nicht, dass du /ihr euch in irgendeiner Weise dem „Kunden“ anbiedert und deswegen bessere Kritiken schreiben würdet. Bei den Blogs, die ich sehe und bei denen ich diese Meinung habe, denen habe ich das bislang auch geschrieben. Und bsiher wurde dieser Kommentar noch nie veröffentlicht.
        Deswegen zolle ich dir auch meinen Respekt, dass du auf meine kritischen Ausführungen eingehst, auch wenn mir eine Antwort wie die von Andreas in erster Linie lieber gewesen wäre. Aber gut, so habe ich was zum Diskutieren, eine Eigenschaft, die in der Blogosphäre leider mehr und mehr einschläft, da (so der Anschein) jeder mehr mit sich selbst beschäftigt ist.

        „„Die Rezensions-Disc wurde uns von Publisher XY zur Verfügung gestellt“, gibt es überhaupt keinen Anlass.“
        Ich meine ja, aber wie gesagt, gibt es dazu keine höchstrichterliche Rechtsprechung, mit der man Licht ins Dunkel bringen könnte, weswegen deine/eure Herangehensweise in Ordnung ist. Ich sehe das aus genannten Gründen anders, aber da kommen wir nicht zusammen.

        „Ich weiß nicht, weshalb es für dich so schwer zu begreifen ist, dass ich mich auch als unabhängiger Blogger für solche Filme interessiere, obwohl ich bei manchen damit rechnen muss, dass sie schlecht sind.“
        Lies mal bitte nochmal meinen allerersten Kommentar und was ich da geschrieben habe. Weder habe ich mich auf DICH bezogen, noch habe ich Unverständnis für ANDREAS ausgedrückt, ich habe mich nur gefragt, WIESO er sich den FIlm angeschaut hat. Seine Antwort, die er mittlerweile gegeben hat, genügt mir völlig. Es ist okay, dass du dich persönlich angegriffen fühlst, aber mit dir und deinem Filmgeschmack hatte das absolut nichts zu tun. Ich habe meine Verwunderung zum Ausdruck gebracht – und das als prinzipiell jemand, der Trash gegenüber nicht abgeneigt ist – aber bei diesem Film, dem Cover und dem Beschreibungstext hat sich mir das halt nicht erschlossen. Mir persönlich. Und deswegen die Frage, aus welchen Gründen Andreas diesen Film interessant genug zum Anchauen und für eine Rezension fand. Dies hat er mir beantwortet. Danke nochmal. Dich habe ich damit nicht angesprochen, bin dann aber sehr gerne auf die Thematiken Bloggen-Journalismus, Hobby-Profession, Ethik und Moral bei Rezensionsexemplaren eingegangen, da ich mir gerne über die Filmkritikenszene Gedanken mache.

        „Für dich uninteressant, für Andreas und mich keineswegs.“
        Nö, finde ich interessant, sonst hätte ich den Artikel in erster Linie gar nicht gelesen. Ich freue mich, wenn ich auf Splattertrash Rezensionen zu irgendwelchen Mumienfilmen lesen kann. Aber Vampyres hat sich mir, wie gesagt, die erste Faszination nicht erschlossen. MIR persönlich. Jetzt weiß ich ja, warum Andreas darauf angesprungen ist.

        „Wie ich an deinem Blog sehe, nimmst du gern andere Kritiken auseinander. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. „Die Kritikenkritiker“ – etwas anmaßend, wie ich finde.“
        Was findest du anmaßender:
        Als Journalist, der keine Filmausbildung genossen hat, Filme auseinanderzunehmen, oder als jemand, der Filmkritiken schreibt, andere Filmkritiken zu begutachten? Einspruch, Suggestivfrage. Mir ist eben aufgefallen, dass es unterschiedliche Herangehensweisen an Filmkritiken gibt (Danke dafür) und die Beleuchte ich in diesem, Format, mache aber auch auf etwaige Feher aufmerksam, gebe aber zu, dass ich bislang weniger darauf eingegangen bin, warum diese Fehler gemacht wurden und wie eine optimale Filmkritik aussehen kann (so es das denn gibt).
        Der Sinn dahinter ist zum Einen für die Blogschreiber zu sehen, wie man noch an das Thema herangehen kann und was man eventuell vermeiden sollte, um dem Leser zu dienen und nicht nur sich selbst.

        „Mir muss man jedenfalls nicht erklären, ob eine Kritik gut oder schlecht ist. Ich erkenne die Qualität eines Autors ganz allein und lese ihn dann gern wieder – oder eben nicht.“
        Es geht nicht nur darum, ob etwas gut oder schlecht ist, sondern darum, warum etwas so ist, wie es ist, und wie es sich auf den Leser auswirkt.
        Aber schön, dass du gerade das Thema ausgräbst, von dem es genau zwei Artikel gibt und nicht auf meine unprofessionellen Filmkritiken, von denen ich auf der Seite an die 80 habe.

        „Ich erkenne die Qualität eines Autors ganz allein.“
        Wie bei Filmen lässt sich Qualität aber nicht objektiv bestimmen und jeder hat da seine eigenen Maßstäbe. Auf deiner Seite gefält mir z.B. das Layout der Artikel nicht, aber vermutlich interessiert das viele gar nicht, weil es ihnen nur um den Text geht und anderer wiederum finden das sehr gut oder passend. Wenn du irgendwas für dich erkennst, ist as schön für dich, aber ich erkenne auch für mich selbst, ob mir ein Film gefällt, lese aber trotzdem gerne hier und da auf anderen Seiten, wie denn ihnen der Film warum gefallen hat, oder eben auch wie jemand eine Filmkritik schreibt.

         
      • V. Beautifulmountain

        2017/02/18 at 13:17

        Auch wenn all das interessant ist, kostet mich das leider zu viel Zeit, die ich dafür nicht habe, daher nur kurz zu ein paar Punkten:

        Ich will dir doch mal helfen, indem ich dich auf meine Vorstellungsseite leite: https://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/about/

        Haha, lange selbst nicht gelesen, gleich ein paar Kleinigkeiten geändert. Aber meine Hinweise auf Pressevorführungen und Bemusterung mit Rezensionsexemplaren waren schon vorher drin.

        Du hast insofern recht, als man „professionell“ oft mit „berufsmäßig“ gleichsetzt, was ich in diesem Fall nicht gemeint habe. Wenn man das berücksichtigt, liegen wir vielleicht gar nicht so weit auseinander. Rhetorische Frage: Was ist der „gemeine Blogger“? Ganz sicher nicht der, über den ich mich erhebe. Ich erhebe mich über den stümpernden Blogger, weil ich selbstbewusst behaupte, dass meine Autoren und ich nicht herumstümpern. Im Bereich der Filmblogger trifft man glücklicherweise doch genug mit Ahnung von der Materie (Schreiben und Film). In anderen Bereichen sind mir schon Blogs untergekommen, bei denen sich einem die Fußnägel aufrollen.

        Journalistischer Anspruch besteht für mich aus verschiedenen Aspekten. Zum einen im Bereich Filmkritik natürlich aus einem Mindestmaß an Grundbildung über Film. Manche Leute wissen nicht mal etwas von Begrifflichkeiten wie New Hollywood (im Kontrast zum klassischen Hollywood), Screwball etc. Man kann nicht alles wissen, tu ich auch nicht, aber es ist mittlerweile online möglich, sich zu vielen Aspekten zügig so einzulesen, dass es für eine Filmrezension völlig ausreicht – die ja keine wissenschaftliche Abhandlung ist. Wenn man sich gar nicht auskennt, kann man das Thema auch auslassen oder erwähnen, dass es nicht die Kernkompetenz ist. Mir geht das zum Beispiel bei Bild- und Tonqualität so. Detailreiche Erörterungen über Körnigkeit und andere Dinge kriege ich nicht hin, also belasse ich es bei einer grob oberflächlich gehaltenen Einschätzung. Da ich seit einigen Jahren leider ohne Surround-System bin, halte ich mich auch da zurück, wenn nicht irgendwas arg auffällt. Autor Ansgar kennt sich mit Synchronsprechern etc. gut aus. Ich mich gar nicht, weshalb ich dazu nichts schreibe – außer, wenn mir die Synchro als unangemessen erscheint.

        Ein Blogger, der journalistischen bzw. professionellen Ansprüchen genügen will, kann kein reiner Einzelkämpfer sein. Wer nicht bereit ist, seine Texte von Leuten, die davon etwas verstehen, redigieren zu lassen, ist tatsächlich nur ein Hobbyschreiber ohne Anspruch. Ich hab zum Glück einige kompetente Leute im Freundes- und Autorenkreis, die meine Texte kritisch würdigen und auf Tippfehler, stilistische Ungereimtheiten und teilweise auch in Bezug auf Filmwissen gegenlesen. Umgekehrt kommt kein Text eines Gastautors in den Blog, den ich nicht redigiert habe.

        Der journalistische Anspruch ist natürlich auch die Integrität, also die Ehrlichkeit der Filmrezension. Ich erwarte, dass meine Autoren weder den Publishern noch dem Leser nach dem Mund schreiben. Übrigens ist gerade das „dem Leser nach dem Mund schreiben“ im Bereich der TV-Zeitschriften gar nicht so selten. Eine 20.15-Uhr-Filmpremiere (ob Kinohit am Sonntagabend oder ein neuer Fernsehfilm) lässt eine hohe Quote erwarten – schon wird der Redakteur angewiesen, den Film viel wohlwollender zu bewerten, als er es ehrlicherweise verdient hätte. Selbst erlebt und nicht nur in einer Redaktion. Insofern bin ich hier als Blogger sogar integrer als ich es phasenweise während meiner Berufstätigkeit war.

        Ich hab mir jetzt noch einmal deine Ausgangsfrage angeschaut. Schrecken dich Cover, Titel und Beschreibung wirklich so ab? Bei mir ist genau das Gegenteil der Fall. Gerade der erotische Aspekt des Vampirismus schreit doch danach, das Genre mal etwas expliziter zu interpretieren, und das haben, wie Andreas im Text beschrieben hat, ja schon früher einige getan. Eine sehr interessante Veröffentlichung, die ich womöglich sogar selbst rezensiert hätte. Nur war ich in diesem Fall einer der Lektoren des Booklets und wollte nicht über eine Veröffentlichung schreiben, an der ich selbst beteiligt bin, wenn auch nur in geringem Maße. Ich hatte noch überlegt, mit Andreas zu diskutieren, ob er das erwähnt („Blogger Volker ist einer der Lektoren des Booklets“ o. ä.), bin dann aber davon abgekommen.

        Interessant dazu vielleicht: Einer meiner Facebook-Kontakte – ebenfalls ein professioneller Schreiber – hat die Rezension von „Vampyres“ geteilt und sinngemäß geäußert, dass ihn das sehr schöne Cover fast zum Kauf verführt hätte, er nach Andreas‘ Rezension aber froh ist, es nicht getan zu haben. So unterscheiden sich die Geschmäcker – dich schreckt es ab, einen anderen lockt es.

        Die optimale Filmkritik liegt dir am Herzen – mir ebenfalls. Aber dazu jetzt zu schreiben, würde gerade meinen Rahmen wirklich sprengen. Vielleicht ein andermal bei dir, wenn ich die Muße habe, zu lesen, was du dazu geschrieben hast. Ich hab in der Tat bei dir nur kurz quergelesen – auch das aus Zeitgründen. Dein Text zum Serben interessiert mich durchaus, weil über den in Filmgruppen leider gar nicht sachlich diskutiert werden kann. Das artet immer aus. Mal schauen, ob ich irgendwann die Muße finde, dann kommentiere ich evtl. auch, wenn mir etwas Kommentierungswürdiges einfällt.

        Mein Layout empfinde ich übrigens auch nicht als der Weisheit letzer Schluss. Beim Aufsetzen des Blogs war ich irgendwann überfordert, unter den vielen kostenlosen Vorlagen ein perfektes auszusuchen, und habe dann eins genommen, das immerhin Klarheit und Übersichtlichkeit bietet. Sollte ich auf eine eigene URL umziehen, gibt es ein eigenes Design, für das ich eine kompetente Grafikerin in meinem Freundeskreis zu gewinnen gedenke, die ihrerseits eine Webseiten-Gestalterin mit WordPress-Erfahrung beisteuern will. Auch das ist eine Frage zeitlicher Kapazität.

        Aber für den Fall, dass ich dich falsch verstanden habe, da du von „Layout der Artikel“ und nicht „Layout des Blogs“ geschrieben hast: Was genau meinst du damit? Meine Textstruktur? Oder die Anordnung mit Bildern und Zwischentiteln? Auch den unteren Bereich mit Credits und technischen Daten? Ich bin immer an einer Optimierung der Seite interessiert.

        Ächz – das war jetzt doch länger als gedacht. Na ja, fruchtbarer als manche Facebook-Filmgruppen-Debatte, die sich in „Rotz“ oder „Meisterwerk“ erschöpft.

        Gruß,
        Volker

         
      • FilmkritikenOD

        2017/02/18 at 13:52

        Also dafür, dass du nur kurz antworten wolltest, ist es aber ein sehr langer und aufschlussreicher Text geworden. Danke dafür. Zeit ist ein hohes Gut.

        Da ich dich nicht nochmal mit einer großen Antwort belangen möchte, bei der du dich abermals genötigt siehst, darauf einzugehen. Versuch ich, nur kurz darauf einzugehen. Die Wogen hast auf jeden Fall geglättet, das muss man dir lassen. Wenn das NLP geschuldet ist, dann scheint das tatsächlich was zu bringen. (Möchte hier aber wirklich kein neues Fass aufmachen).
        Du siehst, ich habe die Seite natürlich gesehen und habe hier ein bisschen Frech darauf verwiesen, dass sie schwer zu finden sei. Ein Untermenü bei den Genres würde dem Ganzen gut tun, aber so schwer von Begriff bin ich dann doch nicht.
        Und ja, da habe ich meine Antwort mit den Rezensionsexemplaren und dass du darauf eingehst, dass du dir deswegen in keinster Weise reinreden lässt, finde ich fair und gut. Aber wie gesagt, wäre mir das bislang auch nicht aufgefallen.

        Zu anderen Blogbereichen kann und will ich mich nicht äußern, aber sicherlich gibt es überall reine Hobby-Schreiber, die im Deutschunterricht nicht aufgepasst haben. Aber prinzipiell (wenn es nicht zu wild ist – in meinen Kommentaren vergesse ich auf gerne Buchtaben, wie du merkst) kann ich auch dem was abgewinnen, wenn der Inhalt stimmt.
        So viel zur kurzen Antwort.

        Wegen der BEgrifflichkeiten (Screwball-Comedy, etc.) habe ich mir mal überlegt, ein leicht verständliches Glossar anzulegen, aber aus Zeitgründen wird das wohl nichts in diesem Leben. Falls du und eine Autoren aber Interesse an einer Umsetzung haben, fände ich das sehr gut. Denn ich sträube mich häufig, die BEgriffe nur zu nennen, da sie eben nicht jedem Leser geläufig sind (Frage: für wen schreibt man eigentlich).

        „Wer nicht bereit ist, seine Texte von Leuten, die davon etwas verstehen, redigieren zu lassen, ist tatsächlich nur ein Hobbyschreiber ohne Anspruch. Ich hab zum Glück einige kompetente Leute im Freundes- und Autorenkreis, die meine Texte kritisch würdigen und auf Tippfehler, stilistische Ungereimtheiten und teilweise auch in Bezug auf Filmwissen gegenlesen.“
        Einen gewissen Anspruch habe ich schon, aber leider niemanden, der mir umsonst meine Texte liest. Weiß also nicht, ob man das direkt gleichsetzen kann. Die Fähigkeit, Kritik zu vertragen und richtig als Feedback einzusetzen, da stimme ich dir vollauf zu.

        „Insofern bin ich hier als Blogger sogar integrer als ich es phasenweise während meiner Berufstätigkeit war.“
        Danke für diese Ehrlichkeit. Stimmt mich zwar traurig (Beispiel TV-Movie mit ihrer Vorab“Kritik“ zu Fifty Shades of Grey), aber auch ein Grund, wieso es eventuell einen Kritikenkritiker benötigt. Nicht, dass ich mir Anmaße der Richtige für den Job zu sein. Aber den Gedanken will ich nicht verloren wissen.

        „Schrecken dich Cover, Titel und Beschreibung wirklich so ab?“
        Ja, und das ist auch nicht böse gemeint. Vor allem im Trash-Bereich ist Geschmacksache noch viel wichtiger als im Mainstream. Das habe ich mal wieder bei The Greasy Strangler gemerkt. Das Cover sieht für mich billig aus und danach, als würde man Fans von True Blood und Twilight gleichermaßen abgreifen wollen und auch die Gore-Hounds nicht verprellen wollen. Aber wie du schon sagst, das liegt im Auge des Betrachters.

        „Die optimale Filmkritik liegt dir am Herzen – mir ebenfalls. Aber dazu jetzt zu schreiben, würde gerade meinen Rahmen wirklich sprengen.“
        Und dabei würde mich genau das interessieren. Ich glaube zwar nicht, dass ich noch so lange in diesem Sektor tätig sein werde, da es bei mir eben wirklich ein zeitaufwendiges Hobby ist, aber ich habe in letzter Zeit so dermaßen viele Kritiken gelesen, dass ich für jede andere (Meta-)Sichtweise dankbar bin. Denn grundsätzlich scheinen sich viele dem zu versperren und sich im Gegenteil angegriffen zu fühlen. Und von mir kleinem Licht braucht man sich natürlich auch nichts erzählen lassen.

        „Dein Text zum Serben interessiert mich durchaus, weil über den in Filmgruppen leider gar nicht sachlich diskutiert werden kann.“
        Gerade dabei handelt es sich allerdings um ein Experiment, bei dem ich meine Erstsichtung textlich begleitet habe und bis auf ein kurzes Fazit habe ich bis heute keine Kritik dazu veröffentlich. Der Film hat mich aber stark mitgenommen, wie noch nicht viele davor. Und das ist eine Kunst, die ich ihm trotz unnötiger Babyszene und schlechter Dialoge (deutsche Version) nicht absprechen kann.
        Aber du wirst, falls du wirklich mal reinschaust, schnell merken, dass ich einen unterhaltsamren Ansatz habe, der sich manchmal scheinbar weit von den Filmen entfernt.

        Das mit den kostenlosen Designs kenne ich. Schaffe es nach wie vor nicht, Redirects zu setzen, um ungeliebte Artikel von der Startseite zu entfernen. Aber um auf deine Frage einzugehen – endlich – ich persönlich bin mehr Fan vom Blocksatz, der das Layout aufgeräumter wirken lässt. Dazu sehen die Bilder so linkshängend wie hingeklatscht aus. Mittig oder auf die ganze Breite wäre eventuell vorteilhafter. Zudem sind es auch recht viele Bilder, wenn man Inhalt-Bildmaterial abwägt. Und zu guter Letzt bevorzuge ich eine Abtrennung zwischen Kritik und Angaben über Laufzeit, etc.
        Aber das sind wie gesagt persönliche Vorlieben.

        Achja, die Geschichte mit dem Booklet finde ich äußerst interessant, in dem Fall habe ich zufälligerweise den richtigen Artikel getroffen, wenn es darum geht, solche Anekdoten lesen zu dürfen. Wüsste an der Stelle auch nicht, ob und wenn ja wie man sowas am besten erwähnt hätte. Finde ich cool zu wissen. (Auch wenn ich mir den Film trotzdem nie ansehen werde…)

        Danke, das Kompliment gebe ich gerne zurück. Auch danke dafür, dass du trotz mancher Stichelei am Ball gebleiben bist und wir das Ganze doch ganz zufriedenstellend beenden konnten. Ich glaube abseits dieser Schreiberei könnten wir uns ganz gut persönlich über Filme unterhalten (auch wenn die Meinungen hier und da stark voneinenader abweichen würden)

        Schöne Grüße zurück
        Benni

         
      • V. Beautifulmountain

        2017/02/18 at 15:01

        Ich fühle mich gar nicht genötigt, auf irgendwas einzugehen. Sofern es mich interessiert, tu ich das gern. Dass es nun sachlicher wird, liegt vielleicht daran, dass ich dein ehrliches Interesse am Thema bemerke und dich nicht für einen Troll halte. War an sich von Anfang an so, muss man sich nur mal wieder vor Augen führen. Das wird natürlich auch im NLP vermittelt.

        Übrigens: Sex sells. VAMPYRES gestern mit 101 direkten Aufrufen, heute auch schon wieder 65. Sehr guter Wert für einen kleinen Blog wie meinen und einen kleinen Film wie diesen. Hinzu kommen natürlich die Startseitenaufrufe.

        Die Genre-Rubriken hab ich nach und nach eingeführt, du hast recht, langsam wird es viel. Geplant ist auch eine Rubrik Action/Krimi/Thriller (zusammengefasst, da bisweilen schwer trennbar), vielleicht lege ich sie dann so zusammen wie bei meinen Autoren und der alphabetischen Listung.

        Über die Frage Block- oder Flattersatz habe ich lange nachgedacht und auch mit einer Grafikerin (auch Autorin bei mir und Kandidatin für die Neuaufsetzung des Layouts) diskutiert. Die Debatte, was vorzuziehen ist, führen ja nicht nur du und ich, die gibt’s schon ewig. Blocksatz wirkt aufgeräumter, hat aber den Nachteil, dass darin die Leerräume zwischen den Wörtern uneinheitlich sind, was zu Lasten des Leseflusses geht. Das kann man im Printbereich durch Spationierungen und Silbentrennung ausgleichen, online funktioniert das nicht. Deshalb habe ich mich für Flattersatz entschieden.

        Zu viele Bilder können es meiner Ansicht nach gar nicht sein. An sich mag ich Zwischentitel, auch aus SEO-Gründen, aber wenn ich unter jedem Absatz ein Bild platziere, finde ich das nicht zu viel. Aber da sind wir wieder bei Geschmacksfragen. Ich würde aber keine Absätze aus nur einem Satz bilden, wie das manche machen (finde ich furchtbar), und dann unter jeden Satz ein Bild klatschen.

        Ein Glossar ist für eine Filmseite eine sehr gute Idee, scheitert bei mir aber an den Kapazitäten. Schade eigentlich, es hat auch den nicht gering einzuschätzenden Vorteil, dass die Fachbegriffe im Glossar automatisch zu Suchmaschinenoptimierung führen. Aber ich kann SEO leider nicht mehr Zeit widmen. Weil mir klar ist, dass manche Leser keine Experten sind und nicht jedes Fachwort kennen, hinterlege ich manche Begriffe mit Verlinkungen zu Wikipedia oder anderswo.

        Pssst: Ich war auch mal Redakteur bei TV Movie. Hab im Hamburger Verlagswesen fast alle großen TV-Zeitschriften durch, wenn auch einige nur kurz. Ich könnte da aus dem Nähkästchen plaudern, speziell was „Europas härteste Filmredaktion“ angeht …

        Zum Serben: Gerade die Babyszene finde ich alles andere als unnötig, finde auch die Art und Weise bemerkenswert, in der sie inszeniert ist. Da hat der Regisseur sehr wohl gewusst, was er anrichtet, weshalb er dem Zuschauer die Gnade zusätzlicher Distanz gewährt hat, indem er sie als Film im Film gezeigt hat. Aber darauf gehe ich vielleicht mal unter deinem Text ein – und auf das Thema der optimalen Filmkritik.

        Abweichende Meinungen sind kein Grund gegen ein zufriedenstellendes Diskussionsende, sofern es nicht darum geht, dass es nur dann ein Erfolg ist, wenn der andere meine Meinung übernommen hat.

        Gruß,
        Volker

         

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