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Guardians – Genosse Superheld

22 Jul

Zashchitniki

Von Matthias Holm

SF-Action // Jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben – das weiß man nicht erst, seit die Billigschmiede The Asylum sogenannte Mockbuster produziert. Momentan sind nun mal die Superheldenfilme der angesagte Trend im Kino, wieso also nicht auf den Zug aufspringen? Das dachten sich wohl auch die russischen Filmemacher, weshalb sie mit „Guardians“ ihre ganz eigene Variante der Übermenschen inszenierten.

Superhelden dank des Kalten Krieges

Während des Kalten Krieges versuchten die Russen mit aller Macht, das Wettrüsten zu gewinnen. So entwickelte der Wissenschaftler Kuratov (Aleksandr Komissarov) eine Methode, Menschen übernatürliche Fähigkeiten zu verleihen. Doch ganz uneigennützig ist das nicht – Kuratov hatte nicht weniger als die Weltherrschaft für sich im Sinn. Die Helden gerieten in Verruf und mussten sich verstecken. Doch in der Gegenwart erscheint Kuratov wieder auf der Bildfläche, und so müssen die Patriots, so der Name der Truppe, wieder zusammenfinden.

Seit wann hat das „Ding“ ein Gesicht?

Das klingt nicht sonderlich originell, und tatsächlich ist „Guardians“ über weite Strecken überraschungsarm. Es gibt einige nette Ansätze, die zeigen, dass die Macher das Genre kennen. So wird nicht eine einfache Origin-Story erzählt, sondern vieles aus der Vergangenheit der Figuren in Gesprächen aufgearbeitet. Richtig viel Tiefe bekommen sie dadurch zwar nicht, aber es ist ein Ansatz, den man so eher selten bei Superheldenfilmen sieht.

Kuratov hat nichts Gutes im Sinn

Seine größte Stärke hat „Guardians“ bei der deutschen Synchronisation. Da ich nicht des Russischen mächtig bin, fällt ein Vergleich mit dem Original schwer. Aber die Menge an Referenzen und Anspielungen auf bekannte Marken sorgen bei Fans für Freudensprünge. Ein Beispiel wäre das Einbauen des Namen Wade Wilson – dem Kinogänger eher bekannt als „Deadpool“. Doch da wird nicht haltgemacht. Durchgehend werden auch russische Stereotype und Vorurteile durch den Kakao gezogen, was den Film zu einem diebischen Vergnügen macht. Umso interessanter, dass capelight pictures eine weitere Edition des Films mit einer alternativen Synchronfassung herausbringt. Da diese mir nicht vorlag, kann ich allerdings die Intention dahinter nicht herausarbeiten.

Nicht hübsch, aber ansehbar

Wie die großen Hollywood-Vorbilder setzt auch „Guardians“ extrem auf computergenerierte Bilder. Hier sieht man den technisch Rückstand zu den großen des Genres – etwa Marvel – allerdings deutlich. Auch wenn die Idee, eine Halb-Mensch-halb-Bär-Figur samt Gatling Gun einzubauen, sehr unterhaltsam ist, hat man nie das Gefühl, dass der Bärenkopf so richtig auf den menschlichen Körper passt. Für das vom optischen Bombast verwöhnte Auge mag das problematisch sein, allerdings sind die Effekte nicht so schlimm, dass man das alles nicht ertragen könnte.

Die Guardians in Aktion

Dank der witzigen Sprüche macht die russische Superhelden-Variante enorm viel Spaß. Ohne das hätte man einen nicht sonderlich hübsch anzusehenden, enorm vorhersehbaren und damit austauschbaren Film. Ob das reicht, sich diesen kuriosen Film zuzulegen, sei jedem selbst überlassen, launig ist „Guardians“ allerdings schon.

Veröffentlichung: 28. Juli 2017 als Blu-ray und DVD in der Heroes Edition, 02. Juni 2017 als Blu-ray (auch im Steelbook) und DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zashchitniki
RUS 2017
Regie: Sarik Andresyan
Drehbuch: Andrey Gavrilov
Besetzung: Anton Pampushnyy, Sanjar Madi, Sebastien Sisak, Alina Lanina, Valeriya Shkirando, Vyacheslav Razbegaev
Zusatzmaterial: O-Card, Featurettes „Die Idee zum Film“, „Die Erschaffung der Guardians“, „Stunts & Visual Effects“, Trailer, Trailershow, nur Heroes Edition: alternative Synchronfassung
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Matthias Holm

Fotos, Packshots & Trailer: © 2017 Al!ve AG / capelight pictures

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